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Wurftaube und Verfahren zur Herstellung derselben
Die Erfindung betrifft eine Wurftaube (Wurfteller) und ein Verfahren zu ihrer Herstellung.
Wurftauben werden durch Schleudermaschinen in die Luft geschnellt und dienen dem Schützen an
Stelle vonlebendenKreaturenals bewegliches Schussziel. Damit der SchUtze die in die Luft geschleuderte
Wurftaube besser erkennen kann, sind diese mit einem farbigen Markierungsring versehen. An die Wurf- tauben werden deshalb neben einer gut sichtbaren Kennzeichnung und einer zweckmässigen Formgebung im Rahmen der international festgelegten Hauptabmessungen grosse Anforderungen hinsichtlich ihrer Ma- terialeigenschaften gestellt.
Es ist bereits bekannt, Wurftauben aus 65 Gew.-Teilen Kohlenteerpech und 35 Gew.-Teilen Kalksteinmehl herzustellen. Der Erweichungspunkt des geblasenen Kohlenteerpeches beträgt dabei 118oC.
Das vorgenannte Mischungsverhältnis bezieht sich jedoch ausschliesslich auf Wurftauben von 66 mm
Durchmesser und 15 mm Tiefe, wie sie im Training der Treffsicherheit Verwendung finden.
Wurftauben entsprechend den internationalen Hauptabmessungen müssen jedoch einen Durchmesser von 110 mm und eine Tiefe von 25 mm aufweisen. Diese grösseren Wurftauben müssen ebenfalls gute Festigkeits- und Splittereigenschaften besitzen.
Es ist ferner bekannt, Wurftauben aus Ton, Glas und aus Mischungen von Pech und Kreide, Pech und Sand, Pech und Zement sowie Kompositionen von Pech, Kreide und Zement herzustellen. Beim Herstellungsprozess von Wurftauben unter Verwendung von geblasenem Kohlenteerpech und Kalksteinmehl oder Pech und den genannten Füllstoffen wird die jeweilige Mischung unter Anwendung von Wärme geschmolzen und die Masse in entsprechenden Formen bei geringem Druck zu Wurftauben gepresst.
In der Praxis haben jedoch alle aus diesen Materialien hergestellten Wurftauben nicht vollkommen befriedigt, weil sie beim Transport und in der Schleudermaschine nicht genügend bruchsicher sind. Zum andern haben sie bei bestimmten Mischungskomponenten die Eigenschaft, dass sie beim Auftreffen weniger Schrotkörner nicht zerspringen oder durch glatte DurchschUsse der Treffer nicht registriert werden kann. Durch diese Unzulänglichkeiten werden die SchUtzen im sportlichen Wettkampf benachteiligt. Die ungenügende Festigkeit und Splitterfähigkeit der bekannten Wurftauben ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. So ist z. B. die Körnung der verwendeten Füllstoffe Sand, Kreide, Zement und Kalksteinmehl sehr unterschiedlich, so dass die Masse nicht genügend homogen ist.
Weiterhin besitzen diese Füllstoffe einen relativ hohen Feuchtigkeitsgehalt, der in der geschmolzenen Masse eine Schaum-und Blasenbildung verursacht. Selbstverständlich sind dann in den gepressten Wurftauben ebenfalls Blasen eingeschlossen, die die Festigkeitseigenschaften negativ beeinträchtigen. Der Feuchtigkeitsgehalt der Frill- stoffe kann zwar durch Trocknen verkleinert werden, doch sind für die Vorbehandlung zusätzliche Arbeitsgänge erforderlich.
Die Fliesseigenschaften der bekannten Massen werden durch die Inhomogenitäten noch verschlechtert, wodurch infolge der schnellen Erstarrung der Masse beim Pressen der Wurftauben Schwierigkeiten entstehen und eine hohe Ausschussquote verursacht wird. Der Zeitaufwand für die Herstellung der Wurftauben
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ist deshalb sehr hoch. Zur Erhöhung der Bruchfestigkeit der Wurftauben werden deshalb auchringförmige
Blechglieder in die Masse mit eingepresst. Dies hat aber den Nachteil, dass zusätzliche Kosten für die
Vorfertigung der ringförmigen Blechglieder erforderlich sind. Ausserdem sind in diesem Falle bei der Fer- tigung der Wurftauben zusätzliche Arbeitskräfte zum Einlegen der ringförmigen Blechglieder in die Press- formen notwendig. Die Fertigung derartiger Wurftauben ist kompliziert und teuer.
Zum Teil sind die beschriebenen Mängel auch auf das geblasene Kohlenteerpech zurückzuführen.
Geblasenes Kohlenteerpech besitzt eine grosse Elastizität, so dass besonders bei den aus diesem Stoff in
Verbindung mit den bekannten Füllstoffen hergestellten Wurftauben infolge der mangelhaften Splitter- fähigkeit glatte DurchschUsse in Erscheinung treten.
Die Fertigung vonWurftauben aus Glas oder Ton ist umständlich und. teuer. Ausserdem ist die Bruch- festigkeit auf Grund von vielfach auftretenden Spannungen im Gefüge sehr gering. Diese Werkstoffe wer- den deshalb zur Herstellung von Wurftauben kaum noch verwendet.
Das Kennzeichnender Wurftauben mit einem farbigen Markierungsring erfolgt in gesonderten Arbeits- gängen. Ein weiterer Nachteil ist, dass hochwertiges geblasenes Kohlenteerpech relativ teuer ist.
Bei den bekannten Verfahren zur Herstellung von Wurftauben ist es nicht zu vermeiden, dass die Ar- beitskräfte unmittelbar mit den zur Verarbeitung kommenden Stoffen in Berührung kommen. Bekanntlich führen Pechpartikelchen, die sich auf der Haut absetzen können, zu Hautkrankheiten. Dabei werden die
Hautkrankheiten besonders in den Sommermonaten durch die starke Sonneneinstrahlung wirksam. Trotz
Absauganlagenund Anwendung vonHautschutzmitteln wie Salbe-usw. ist vielfach ein Ausfall der Arbeits- kräfte nicht zu verhindern.
Es ist Zweck der Erfindung, Wurftauben mit besserer Festigkeit und Splitterfähigkeit auf rentablere
Weise und unter verbesserten Arbeitsbedingungen herzustellen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, durch den Einsatz zweckentsprechender Werkstoffe und Anwendung eines technologischen Verfahrens zur Herstellung der Wurftauben eine kontinuierliche
Fertigung einschliesslich der Kennzeichnung der Wurftauben zu ermöglichen, ohne dass die zur Bedienung der Anlagen erforderlichen Arbeitskräfte unmittelbar mit den zur Verarbeitung kommenden Werkstoffen in Berührung kommen.
Erfindungsgemäss wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass ein Gemisch mit annähernd gleichen Ge- wichtsanteilen von Steinkohlenteerhartpech mit einem Erweichungspunkt von 85 bis 90 C und kohlensaurem Kalk verwendet wird.
Gemäss der Erfindung werden die beiden in Pulverform gemischten Komponenten auf eine Temperatur von 165 bis 185 C erwärmt und als flüssiges Gemisch von einem Schmelzkessel über einen beheizten Kanal unter Einschaltung einer Dosiereinrichtung zu einem an sich bekannten Rundtischpressautomaten geleitet. Mittels eines Stempels wird bei einem Druck von 4 bis 5 atü bei starker Kühlung das flüssige Gemisch zu einer Wurftaube gepresst. Die gepresste Wurftaube wird über eine Rutschrinne unter Zwischenschaltung eines Magazins zu einem Transportband und auf diesem zu einer Bemalungseinrichtung gefördert. Die Regelung des Förderzyklus auf dem Transportband erfolgt durch ein Photoelement in Verbindung mit einer Relaischaltung.
Inder Bemalungseinrichtung wird die Wurftaube mittels eines an einem Stellmotor angeordneten Armes vom Transportband abgehoben, einer Bemalungsautomatik zugeführt und mit einem farbigen Markierungsring versehen. Durch eine Folgesteuerung wird anschliessend durch den Stellmotor der Arm erneut betätigt, wodurch die Wurftaube auf das Transportband zurückfällt und von diesem durch eine Trokkeneinrichtung zu einem Endmagazin weitertransportiert wird.
Im Gegensatz zum geblasenen Kohlenteerpech mit hoher Elastizität ist Steinkohlenteerhartpech eine harte und spröde Masse, durch die die Splittereigenschaften der Wurftauben verbessert werden. Der kohlensaure Kalk besitzt einen äusserst geringen Feuchtigkeitsgehalt und eine gleichmässig feine Körnung.
Durch die Anwendung von Druck bei gleichzeitiger starker Kühlung wird die homogene Masse hoch verdichtet, so dass sich die nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellten Wurftauben durch grosse Bruchfestigkeit in der Schleudermaschine und beim Transport auszeichnen. Gleichzeitig haben sie jedoch die Eigenschaft, bei einem Treffer in viele kleine Stücke zu zerspringen.
Weitere Vorteile ergeben sich durch eine geringere Anzahl von Arbeitskräfte zur Bedienung der Anlagen. Die Arbeitskräfte kommen ferner bei der Fertigung von Wurftauben nicht mehr direkt mit dem Material in Berührung. Da Steinkohlenteerhartpech und kohlensaurer Kalk, der bei der Herstellung von Ammonsulfat als Abfallprodukt anfällt, billiger sind als die bisher zur Herstellung von Wurftauben verwendeten Werkstoffe, wird gleichzeitig eine grössere Rentabilität erreicht.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung soll an Hand einer Zeichnung näher erläutert werden.
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Mit 1 ist der Mischer bezeichnet, in dem das gemahlene Steinkohlenteerhartpech und der kohlen- saure Kalk miteinander vermengt werden. Das Mischgut gelangt dann mittels eines Elevators 2 in einen
Schmelzkessel 3, in dem ein Rührwerk angeordnet ist. Hier wird das in Pulverform befindliche Gemisch ausSteinkohlenteerhartpech und kohlensaurem Kalk bei gleichzeitigem Rühren auf 165 - 1800C erwärmt, wobei eine gut im Fluss befindliche Masse entsteht. Von dort erfolgt die Zuführung der Masse über einen beheizten Kanal 4 und eine am Ende dieses Kanals angeordnete Dosiereinrichtung 5 in die gekühlt- ten Formen 6 eines Rundtisch-Pressautomaten 7. Die Dosiereinrichtung 5 besteht aus einem beheizten Messer, welches über einen Zugmagneten im Takt des Rundtisch-Pressautomaten 7 die Dosierung der Füllung der Form 6 vornimmt.
Auf den Stempel des Rundtisch-Pressautomaten 7 wirkt ein
Arbeitsdruck von 4 bis 5 atU, so dass bei jedem Arbeitshub zwischen dem Stempel und der gekühlten Form 6 eine Wurftaube gepresst wird. Zur Erhöhung des KUhleffektes wird zusätzlich der Stempel des Rundtisch-Pressautomaten 7 mit Wasser gekühlt. Die gepressten Wurftauben werden in den Formen 6 ausgehoben, mittels eines Abstreicharmes 8 abgeworfen und über eine Rutschrinne 9, die zur Umwendung der Wurftaube besonders ausgebildet ist, über ein Magazin zum Transportband 10 gefordert.
Das Magazin teilt in einstellbaren Zeitabständen dem Transportband 10 gepresste Wurftauben zu, wo- durch diese zur Bemalungseinrichtung 11 weitertransportiertwerden. BeimErreichenderBemalungsein- richtung 11 unterbricht die geförderte Wurftaube den Lichtstrahl eines Photoelementes. Dadurch wird über eine Relaisschaltung das Transportband 10 stillgesetzt. Durch Betätigung eines weiteren Relais wird mit Hilfe eines pneumatischen Stellmotores ein Arm betätigt, der die Wurftaube vom Transportband 10 abhebt und der Bemalungsautomatik zufuhrt. Nach Einführung der Wurftaube in die Bemalungseinrichtung 11 wird diese automatisch in eine Drehbewegung gesetzt. Über ein Zeitrelais wird die Zuführungsöffnung für die Farbe kurzzeitig freigegeben.
Eine Streichvorrichtung versieht die Wurf- taube mit einem farbigenMarkierungsring. Als Folgesteuerung wird der Arm durch den Stellmotor in seine Ausgangsstellung zurückgebracht. Die Wurftaube fällt wieder auf das Transportband 10 zurück. Über ein Verriegelungssystem wird das Förderband wieder in Bewegung gesetzt, so dass die bemalte Wurftaube weitertransportiert und der Lichtstrahl für das Photoelement erneut freigegeben wird. Der Bemalungszyklus beginnt bei Erreichen des Lichtstrahles durch die nächste Wurftaube von neuem. Die bemalten Wurftauben werden durch eine Trockeneinrichtung 12, die zweckmässigerweise mit Infrarotstrahlern ausgestattet ist, einem Endmagazin zugeführt und dort abgelagert. Nach Entnahme aus diesem Magazin werden die Wurftauben verpackt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Wurftaube, bestehend aus einer Mischung eines pechartigen Stoffes und einem Füllstoff, die unter ZufUhrung von Wärme geschmolzen und in einer Form gepresst wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Gemisch aus annähernd gleichen Gewichtsanteilen von Steinkohlenteerhartpech mit einem Erweichungspunkt von 85 bis 900C und kohlensaurem Kalk besteht.
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