<Desc/Clms Page number 1>
Mikrotom
Die Erfindung betrifft ein Mikrotom mit einem Messer und einem das Objekt tragenden Tisch, die gegeneinander bewegbar sind. Ein Mikrotom wird bekanntlich zur Herstellung von Gefrierschnitten ver- wendet. Es ist oft von Bedeutung, histologische Schnitte, z. B. während einer Operation, schnell und ver- lässlich aus gefrorenem Material herstellen zu können, um festzustellen, ob das Gewebe bösartig ist oder nicht. Zweck der Erfindung ist die Schaffung einer Vorrichtung, mit der dies leicht zu erzielen ist.
Die Erfindung besteht daher darin, dass ein erstes thermoelektrisches Kühlelement am Messer und ein zweites thermoelektrisches Kühlelement am Tisch befestigt ist und dass diese Elemente unabhängig voneinander regelbar sind.
Die Kühlelemente bestehen aus Platten, die bei Durchleitung eines elektrischen Stromes auf der einen Seite eine Kühlwirkung ausüben und auf der ändern Seite Wärme abgeben. Die plattenförmigen Elemente bestehen aus zweierlei thermoelektrischem Material. Ein solches thermoelektrisches Kühlelement ist un- ter dem Markennamen"Frigistor"im Handel erhältlich. Wo solche Elemente zu Kühlzwecken verwendet werden, wird normalerweise ein Wärmeaustauscher auf die heisse Hinterseite der Platte aufgelegt, um die Wärme abzuleiten und so angebracht, dass er noch einen guten thermischen Kontakt hat, jedoch elektrisch isoliert ist.
Bindeglieder auf der kalten Vorderseite befinden sich in gutem thermischem Kontakt mit dem zu kühlenden Objekt oder Raum, sind jedoch, falls erforderlich, elektrisch von diesem isoliert. Der Begriff "Vorderseite" wird verwendet, um jene Seite des Kühlelementes zu bezeichnen, welche sich in Wärmekontakt mit dem Objekt oder Raum befindet, dessen Temperatur zu regeln ist und die Bezeichnung "Rück- seite" bezieht sich auf die gegenüberliegende Seite. Die thermoelektrischen Kühlelemente können mit einem elektrisch isolierenden aber wärmeleitfähigen Belag versehen sein, der auf eine oder beide Aussenflächen aufgetragen wird.
Vorzugsweise ist mindestens ein thermoelektrisches Kühlelement auf jede Seite des Messers aufzulegen, wobei dessen Vorderseite unter Zwischenschiebung eines dünnen Blattes elektrisch isolierenden Ma- terials, welches auf einer, vorzugsweise auf beiden Seiten mit einer dünnen Fettschicht versehen ist, am Messer anliegt. Dieses Isolierblatt soll natürlich dem Wärmefluss so wenig Widerstand bieten wie möglich. Die Rückseiten der thermoelektrischen Kühlelemente werden mit den Wärmeaustauschern in thermischen Kontakt gebracht.
Die Erfindung besteht ferner darin, dass ein sogenannter Antirollstab, der neben dem Mikrotommesser angebracht ist und ein Einrollen des hergestellten Schnittstückes verhindert, mit thermoelektrischen Kühlelementen versehen ist. Diese Kühlelemente sind unabhängig regelbar, so dass die Temperatur des Antirollstabes unabhängig von derjenigen des Messers verändert werden kann.
In den Zeichnungen ist der Gegenstand der Erfindung an Hand von Ausführungsbeispielen schematisch veranschaulicht. Es zeigen Fig. l eine perspektivische Ansicht einer Ausführung des Mikrotoms der Erfin- dung ; Fig. 2 einSchnittbild nach derLinie II-II derFig. l ; Fig. 3 eine perspektivische Ansicht, die dem
<Desc/Clms Page number 2>
Gegenstand derFig. 2 entspricht ; Fig. 4 eineperspektivischeAnsicht einer Ausführungsform des Haltejochs ; Fig. 5 eine perspektivische Ansicht des Haltejochs in der Arbeitsstellung ; Fig. 6 eine weitere Alternativform der Befestigung : Fig. 7 eine Form der Kühlvorrichtung, wie sie beim Mikrotom in Fig. 1 verwendet
EMI2.1
gegenüber dem Mikrotommesser gezeigt ist.
Wie Fig. l erkennen lässt, besitzt das Mikrotom ein Messer l mit Haltern 2, das von zwei ther- moelektrischen'Kühlvorrichtungen 3 gekühlt wird, von denen aber nur eine sichtbar ist. Die Stromzu- fuhr zu den Kühlvorrichtungen erfolgt durch die Zuleitungen 9. Bei normaler Stromrichtung steht die kalteSeitederKühlvorrichtungeninwärmeleitendemKontaktmitdemMesser1, wogegenihreheisse Seite durchWärmeaustauscherelemente 4, 4' gekühlt wird, die über Leitungen 5 mit Kühlflüssigkeit versorgt werden. Die Kühlvorrichtungen werden durch Bolzen 6 gehalten.
Der Mikrotomschlitten oder-tisch 7 wird durch eine thermoelektrische Kühlplatte 8 gekühlt, welche über die Leitungen 12 mit Strom versorgt wird. Bei normaler Stromrichtung steht die kalte Seite der Kühlplatte 8 in wärmeleitendem Kontakt mit dem Tisch 7, wogegen deren heisse Seite durch das Wärmeaustauscherelement 10 gekühlt wird, welches seinerseits durch Kühlflüssigkeit aus den Lei- tungen 13 (nur eine sichtbar) gekühlt wird.
EMI2.2
Temperatur des Messers 1 wird mit einem Thermometerist vorzugsweise ein Aluminiumblock mit einem Loch 16 zum Einschieben des Thermometers oder Thermoelementes und mit einem Loch auf der Unterseite, in welches ein Bolzen aus Kunststoff passt, mit welchem er an dem Kühlelement 8 oder an dem Wärmeaustauscher und in manchen Fällen an einer Basis 15 befestigbar ist.
Bei der vorzugsweisen Ausführung gemäss Fig. 2 und 3 werden die Wärmeaustauscher 4, 4' dadurch gehalten, dass die Bolzen 6 in die zylindrischen Lager 18 eingeschraubt werden. Die Lager 18 passen genau in Löcher im unteren Wärmeaustauscher 4'und besitzen Bohrungen, in welchen die unterenEnden derBolzen 6 eingeschraubt und, z. B. durch Verlöten, festgelegt sind. Die Bolzen 6 gehen durch Schlitze 20, die zu den langen Seiten des Wärmeaustauschers 4'parallel laufen und die
EMI2.3
des Elementes 4'hineinpassen.
DieBolzen 6 passen genau in zylindrischeBohrungen der Lager 19, welche eine zu den Bohrun- gen senkrechte ebene Fläche besitzen. Die Lager 19 passen genau in halbzylindrische Nuten des Warmeaustauschers 4. Auf der Unterseite des Wärmeaustauschers 4 und auf der Oberseite des Elementes
EMI2.4
Schlitze 21 und 20 vorgesehen, welche parallel zu deren Längsseite verlaufen und in die dieWärmeaustauscher 4 durch Flügelmuttern 24 abnehmbar befestigt, welche durch Federn 22, die zwischen Beilagscheiben 23 liegen, gespannt gehalten werden.
Durch diese Anordnung der Befestigungsorgane dienen die Wärmeaustauscher 4, 4' auch dazu, die thermoelektrischen Kühlplatten 3, 3' gegen das Messer 1 zu pressen. Die Wärmeleitung zwischen den Elementen 4 und 3,3 und 1, 1 und 3'und 3'und 4'kann z. B. durch eine dünneFettschichtverbessert werden. Diese dient auch zum Ausgleich irgendwelcher kleiner Abweichungen an den Oberflächen des Messers 1 und verringert die Reibung zwischen den Elementpaaren. Um zu verhindern, dass die Kühlvorrichtungen und die Wärmeaustauscher auf dem Messer nach vorne gleiten, halten die hinteren Bolzen einen Block 17 aus Isoliermaterial, welcher sich gegen den Rücken des Messers 1 abstützt.
Der Block 17 hat eine solche Grösse und Form, dass die elektrischen Leitungen 9 vorbeigeführt werden können und dem Messer l, dem Bolzen 6 und dem unteren Wärmeaustauscher 4'minimale Berührungsflächen darbieten.
Eine weitere Befestigungsart ist aus den Fig. 4, 5 ersichtlich, die einen Bügel 25 aus wärmeisolierendem Material, vorzugsweise aus geschäumtem Kunstharz oder Gummi, vorsieht, der genau auf das Messer passt. Die Dicke der Arme 26 in zur Oberfläche des Messers senkrechter Richtung ist vorzugs- weise nur etwas geringer als dieDicke der thermoelektrischen Kühlplatte 3, 3'. Die Wärmeaustauscher 4, 4'werden dann so gestaltet, dass sie die Arme 26 übergreifen und die Kühlvorrichtungen 3, 3'an
<Desc/Clms Page number 3>
das Messer 1 anpressen. Der Anpressdruck kann noch dadurch ausgeglichen werden, dass man in der Nähe des vorderen Endes der Arme 26 oder in der Nähe der vorderen Ränder der Wärmeaustauscher Klemmen anbringt.
Der Ausdruck"vorne"bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die Ränder oder Enden bei der Schneidkante des Messers. Der Bügel kann aus einem elastischen Material hergestellt werden, so dass er leicht auf das Messer aufgesetzt und wieder abgenommen werden kann. Dünne Fettschichten können, wie früher beschrieben, die Wärmeleitung und die elektrische Isolierung verbessern.
Die oben beschriebenenFormen derHalterung werden vorzugsweise zurKühlunggrosserMikrotommes- ser, wie in Fig. l gezeigt, verwendet. Zur Anbringung an kleineren Messern kann eine grosse federnde Klammer der in Fig. 6 dargestellten Art verwendet werden.
EMI3.1
Form der Befestigunghen. DieseMagnete können entweder dünner dimensioniert werden als die Kühlvorrichtungen 3, 3' oder es können andere Mittel angewendet werden, um zu verhindern, dass sie mit den Wärmeaustauschern in
Berührung kommen. Die Wärmeaustauscher können entweder magnetisches Material enthalten oder es kön- nenMagnete an ihnen angebracht werden, um sie und die thermoelektrischen Kühlplatten gegen das Mes- ser zu drücken.
Auch kann auf die Wärmeaustauscher auf beliebige Weise ein Druck ausgeübt werden, um zwischen dem Messer und der kalten Seite der Kühlvorrichtungen sowie zwischen den Wärmeaustau- schern und der heissen Seite der Kühlvorrichtungen einen leitenden Kontakt sicherzustellen. Die Magnete können auch zusammen mit federnden Klammern verwendet werden, wobei die Klammern den Druck aus- üben und die Magnete das Gleiten verhindern.
Die obigen Halterungsformen werden bei den üblichen Mikrotommessern verwendet. Es gibt jedoch besonders ausgebildete Messer zur Anfertigung tiefgekühlter Schnitte. Hier werden ein oder mehrere Lö- cher in jede Messerfläche gebohrt und mit Gewinde versehen, in welches ein Bolzen aus Kunststoff ein- schraubbar ist und die Wärmeaustauscher und thermoelektrischenKühlplatten werden so gelocht, dass der
Bolzen sie durchsetzen kann. Ein solches thermoelektrisches Kühlelement ist in Fig. 7 dargestellt. Nach dem Bohren der Löcher und dem Gewindeschneiden wird das Messerblatt gehärtet.
Die Kühlung des Mikrotomtisches kann auf die Weise erfolgen, dass der Tisch 7 inForm eines
Aluminiumblockes mit einerBohrung 16 (Fig, l), in welche ein"Thermistor"oderThermoelement ein- geschoben werden kann und mit einer weiteren Gewindebohrung an seiner Unterseite versehen wird, in welche ein Bolzen aus Kunststoff passt, mit welchem er mit der thermoelektrischen Kühlvorrichtung 8, dem Wärmeaustauscherelement 10 und gegebenenfalls mit dem Sockel 15 verbunden werden kann.
Wenn einBolzen aus Kunststoff verwendet wird, sind die Thermoelemente der Kühlvorrichtung 8 so um das Bolzenloch anzuordnen, wie Fig. 7 zeigt. Der Wärmeaustauscher 10 kann am Sockel 15 z. B. mittels Schrauben befestigt werden.
Die Kühlvorrichtungen, Wärmeaustauscher und der Kühltisch können natürlich auch durch die üblichen Schrauben gehalten sein.
Wo besonders tiefe Temperaturen des Kühltisches 7 benötigt werden, kann dieser durch eine mehrstufige thermoelektrische Kühleinheit gekühlt werden. Es kann auch eine einstufige thermoelektrische Kühleinheit verwendet werden, wenn das zugehörige Wärmeaustauscherglied stärker gekühlt wird, z. B. durch Flüssigkeiten mit niederem Gefrierpunkt, die durch festes Kohlendioxyd gekühlt werden.
Das Verfahren zur Herstellung von Feinschnitten aus gefrorenem Gewebe ist das folgende : Zuerst wird die günstigste Temperatur für die Herstellung von Schnitten des betreffenden Gewebes festgestellt. Zunächst kann dies auf empirischem Wege geschehen. Es kann sich einevariation der optimalen Temperatur auf Grund anderer Faktoren, z.
B. der Stärke der anzufertigenden Schnitte ergeben, oder wegen der rela- tiven Luftfeuchtigkeit rund um die Proben und es kann die Notwendigkeit auftreten, diese beiden Faktoren zu stabilisieren, indem man den ganzen Apparat in eine Kühlkammer bei konstant OOC oder in manchen Fällen bei niedrigeren Temperaturen unterbringt und indem manZugabweiser und Vorrichtungen vorsieht, mittels derer man den Kontakt der Atemluft des Personals mit dem Schnittmaterial verhindert. Erforderlichenfalls kann dieKühlkammer auchTrockenmittel wieSilikagel oder andere hygroskopische Mittel enthalten, um den Niederschlag von Feuchtigkeit auf dem Material zu verhindern.
Wenn besonders niedere Temperaturen benötigt werden, kann die Kühlkammer selbst thermoelektrisch oder auf andere Weise unterkühlt werden. Gegebenenfalls können auch die Wärmeaustauscher, die mit den heissen Oberflächen der thermoelektrischen Kühlvorrichtungen in Berührung stehen, durch Flüssigkeiten mit niederem Gefrierpunkt gekühlt werden, die man an Stelle von Wasser durch die Leitungen 5 zuführt. Weitere Formen der Kühlung beim Messer sind anwendbar, die für sich allein eine Temperatur ergeben, die höher als erforderlich ist, wobei die weitere Kühlung und exakte Temperaturregelung, wie oben beschrieben, auf thermoelektrischem Wege erzielt wird.
<Desc/Clms Page number 4>
Praktisch kann die gewünschte gleichbleibendeTemperatur erzielt werden, indem man die Stromzufuhr zur Kühlvorrichtung am Mikrotomtisch und die Stromzufuhr zur Kühlvorrichtung am Mikrotommesser separat einreguliert.
Obwohl die Erfindung insbesondere mit Bezug auf Vorrichtungen beschrieben wurde, bei denen die Kühleinheit des Mikrotommessers aus zwei thermoelektrischen Kühlvorrichtungen mit Wärmeaustauschern und Halterungsmitteln besteht, können gegebenenfalls zwei oder mehrere solche Paare verwendet werden oder es kann auch eine einzige thermoelektrische Kühlvorrichtung ausreichen.
Eine gleichmässige Temperatur an irgendeiner Stelle, z. B. beim Messer oder beim Kühltisch oder bei beiden, kann automatisch erreicht werden, wenn man ein Relais zwischenschaltet, welches die Stromzufuhr zu derjenigen Kühlvorrichtung regelt, welche die besagte Stelle kühlt, wobei das Relais von einem Thermistor oder Thermoelement oder einer andern Vorrichtung gesteuert wird, die durch die Temperatur an der besagten Stelle beeinflusst wird. Wenn ein Thermostatregler eingebaut ist, ist es auch möglich, unstabileKühlmittel zusätzlich zu der thermoelektrischen Kühlung zu verwenden. So können z. B. Stücke festenKohlendioxyds auf das Mikrotommesser an Stellen aufgebracht werden, die von der Messerschneide entfernt gelegen sind.
Es wurde festgestellt, dass, sobald die optimalen Temperaturen für die Erstellung von Schnitten einer bestimmten Dicke aus dem betreffenden Material ermittelt sind und der Mikrotomtisch und das Messer auf diese Temperaturen gebracht wurden, qualitativ hochwertige Schnitte von grosser Feinheit (Dünne) schnell und verlässlich hergestellt werden können. Es ist hiebei festzuhalten, dass die Temperaturen des Mikrotommessers und des Tisches nicht notwendigerweise die gleichen sein müssen.
Beispiel : Eine Messer-Kühleinheit besteht aus vier Platten und den zugehörigen Wärmeaustau- schern, wobei zwei Platten oberhalb und zwei unterhalb der Schnittfläche auf das Messer aufgeklemmt werden. Eine weitere Kühlplatte samt zugehörigem Wärmeaustauscher wird am Mikrotomtisch angebracht.
DieBetriebstemperaturen der Tisch- und Messer-Kühleinheiten werden nun mittels zweier getrennter Netz- transformatoren mit einer Leistung bis zu je 15 A bei 6 V beschickt. Die Stromzufuhr wird durch Regeltransformatoren geregelt. Thermoelemente werden am Kühltisch und nahe der Schnittfläche des Messers angebracht, um den Grad der Kühlung zu überwachen (Fig. 1).
Eine Stromzufuhr von 7A kühlte das Messer auf-17, 50 C in 6 min. Dann wurde die Stromzufuhr auf
EMI4.1
Messer auf-23, 5 C inmöglich, ebene aufeinanderfolgende Schnitte herzustellen. Eine Verringerung der Stromzufuhr bei der Tischeinheit auf 4, 5 A erhöhte die Temperatur auf-9 C. Jetzt liessen sich Schnitte herstellen, doch rollten sie sich am Messer ein. Die Stromzufuhr zur Messereinheit wurde auf 3 A reduziert, worauf die Temperatur auf -130e anstieg, bei welcher Temperatur ebene, aufeinanderfolgende Schnitte erzielbar waren. Die Schnitte liessen sich leicht bei Zimmertemperatur (21 C) auf Glasplatten übertragen.
Es wurde festgestellt, das es oft eine optimale Schnittemperatur für ein bestimmtes Gewebe gibt und dass es auch eine optimale Messertemperatur gibt.
Die geschilderten Vorgänge und Beispiele können natürlich abgeändert werden. Zum Beispiel kann das Mikrotommesser bzw. der Tisch mit einer Wärmeisolierung versehen werden, um die Übertragung atmosphärischer Wärme oder von Wärme aus andern Teilen des Mikrotoms einzudämmen. Eine solche Isolierung darf natürlich nicht dieSchneideaktion des Messers stören oder die Festigkeit, mit welcher das Messer gehalten und die Präzision, mit der es betätigt wird, beeinträchtigen.
Die Verwendung von"Antirollstäben"hat sich bei der Herstellung sehr dünner tiefgekühlter Schnitte von grossem Nutzen erwiesen.
EMI4.2
des"Antirollstabes"ist wichtig,Kondensat nieder, dass die Oberfläche des Stabes uneben macht und die Schneidwirkung stört. Zweckmässigerweise wird die Temperatur des Stabes auf etwa 0 C gehalten.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 8 wird der Antirollstab 32 durch Anstandhalter 49 vom Messer 31 abgehalten, an welchem mittels eines Bolzens 48 aus Kunststoff od. dgl. eine thermoelektri- sche Kühlplatte 33 und ein Wärmeaustauscher 34, der durch die Rohre 35 mit Wasser versorgt wird, befestigt sind.
Ein Bügel 37 drückt die Thermoelemente 44 mit ihren Wärmeaustauschern 45 und mit der Schraube 38 den Stab 36 gegen das Messer 31. Das andere Thermoelement liegt symmetrisch
<Desc/Clms Page number 5>
unter dem Messer 31. Der Stab 36 trägt die zwei Schraubenhaken 41, deren Mutternpaare 47 je eine Scheibe 39 halten. Die Scheiben 39 dienen zur Lagerung der Zapfen 42 des Balkens 40, mit welchem der Antirollstab 32 über die Schraube 43 und Führungsstangen 46, die mit Federn ausgestattet sind, verstellbar vebunden ist. Die Schrauben 41 sind so lang, dass der Stab 32 par- allel zur geschliffenen Seitenfläche des Mikrotommessers eingestellt werden kann.
Bei der in Fig. 2 und 3 gezeigten Befestigung liegen die Bolzen 6 an dem unregelmässig geformten
Block 17 an und können auch den Stab 36 in Fig. 8 und 9 stützen, wozu sie mit. Gewinde versehen werden können. Wahlweise kann der Stab 36 aus wärmeisolierendem Material hergestellt sein und mit dem Block 17 gemäss Fig. 2 und 3 aus einem Stück bestehen.
Die Bügel 25 gemäss den Fig. 4 und 5 können je einen Teil des Stabes 36 tragen, an dem die
Schraubenbolzen 41 und die Scheiben 39 angebracht sind, welche den "Antirollstab" auf die in den
Fig. 8 und 9 dargestellte Weise tragen.
Um den Wärmefluss zum Mikrotommesser 31 einzudämmen, kann der Stab 36 und derjenige
Teil desselben, der mit dem Messer 31 in Berührung kommt, aus wärmeisolierendemMaterialbestehen.
In Fällen, wo der rückwärtige Rand des Mikrotoms konvex gebogen ist, kann der korrespondierende Rand des Stabes 36 in gleicher Weise konkav geformt sein, um einen besseren Halt zu bieten.
Es hat als notwendig gegolten, aufeinanderfolgende Schnitte ohne Unterbrechung herzustellen, um gleich dicke Schnitte zu erhalten. Ausserdem hielt man dazu einen Antirollstab und eine das Mikrotom umschliessende Kühlkammer für unbedingt notwendig. Es wurde nun gefunden, dass mit Hilfe der unab- hängigen Kühlung und der Temperaturregelung des Objektes, des Messers und des Antirollstabes gute auf- einanderfolgende Schnitte ohne Unterbrechung und ohne Benutzung einer Kühlkammer herzustellen sind.
Die thermoelektrischen Kühlelemente können auch dadurch gegen das Mikrotommesser gedrückt werden, dass sie unter die Schrauben gesteckt werden, die das Messer auf den Stützen festhalten. Die Fig. 10, 11, 12 und 13 zeigen diese Art der Herstellung der Kühlelemente und des Messers. In Fig. 10 wird einGleitmikrotom veranschaulicht und dieFig. ll, 12 und 13 beziehen sich auf Mikrotome, bei denen das Objekt von einem Schwenkarm gehalten wird.
Gemäss Fig. 10 werden das Messer 50, die thermoelektrischen Kühlelemente 51 und der Wärmeaustauscher 52 von der Schraube 57 zwischen dem Bügel 55 und dem Sockel 53 gehalten.
Der Sockel und der Bügel sind miteinander fest verbunden und können geneigt werden, um das Messer im gewünschten Winkel einzustellen.
Das Messer 50 ist zwischen den oberen und unteren thermoelektrischen Kühlelementen 51 und dem Isolierkörper 54 eingeklemmt, welcher mit der Schraube 56 verstellt wird. Die thermoelektrischen Kühlelemente 51 stehen auf der einen Seite mit dem Messer 50 in wärmeleitendem Kontakt und auf der andernSeite mit den Wärmeaustauschern. Der obere Wärmeaustauscher ist mit 52 bezeichnet und der untere kann ähnlich sein oder aus einem ausgehöhlten Teilstück des Sockels 53 bestehen, welcher zusammen mit dem Bügel 55 eine Klemmbacke bildet. Wasser oder eine andere Kühlflüssigkeit zirkuliert durch die Wärmeaustauscher bzw. die Rohre 58 und 59.
Bei der Ausführungsform gemäss den Fig. 11, 12 und 13 ist das Mikrotommesser 50 zwischen den thermoelektrischen Kühleinheiten 51 in engem Wärmeleitungskontakt mit diesen geklemmt und mit den Wärmeaustauschern 52 eingeklemmt, die mit der Schraube 56 zwischen den Backen 55 und dem Messerrücken zusammengepresst werden. Das Messer stützt sich auf die Basis der Backen 55 entweder direkt oder vorzugsweise unter Zwischenschaltung einer wärmeisolierenden Packung 54. Der Neigungswinkel der Vol richtung wird durch dieSchraube 60 eingestellt, die zusammen mit derFeder 61 diese gegen den Sockel drückt (Fig. l1).
Der in Fig. 10 gezeigte Block 54 aus Isoliermaterial kann zur Abstützung eines Antirollstabes die- nen, in gleicher Weise, wie der Stab 36 in Fig. 8.
Bei Mikrotomen gemäss der Erfindung hat es sich in der Praxis als vorteilhaft erwiesen, das Messer und den Antirollstab nach jedem Schnitt abzuwischen, um kondensierte Feuchtigkeit zu entfernen.
Die Vorteile der Erfindung lassen sich folgendermassen zusammenfassen: a) sie gewährleistet die schnelle Temperaturabsenkung bei Tisch. und Messer auf das gewünschte niedrige Niveau, b) optimale Temperaturen bei Tisch und Messer können beliebig lang gehalten und unabhängig von- einander geregelt werden, c) ebene aufeinanderfolgende Schnitte können bei Raumtemperatur ohne Kühlkammer hergestellt werden, d) die konventionellen Methoden der Kühlung können weggelassen werden, e) die festklemmbaren Messer- und Tisch-Einheiten können leicht an Gleit-, Schlitten- und Tiefkühlmikrotome angepasst werden,
<Desc/Clms Page number 6>
f) Gleit- und Schlittenmikrotome können schnell vom Paraffin- oder Zelloidinschnitt auf festen oder beweglichen Gefrierschnitt umgestellt werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Mikrotom mit einem Messer und einem das Objekt tragenden Tisch, die gegeneinander bewegbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass ein erstes thermoelektrisches Kühlelement (3, 44, 51) am Messer und ein zweites thermoelektrisches Kühlelement (8) am Tisch befestigt ist und dass diese Elemente unabhängig voneinander regelbar sind.