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Elektrolysezelle für die Herstellung von Aluminium und Verfahren zur Herstellung der Auskleidung für dieselbe
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Elektroden aus Titandiborid betrieben wurde und so mit Siliziumnitridmaterial isoliert war, dass der Elektrizitätsfluss innerhalb des Kohlenstoffdiaphragmas ausgeschlossen war, eine Absorptionsrate von Badma- terial durch die Membran mit einer damit verbundenen Zuwachsrate der Dehnungskräfte zeigt, die mindestens gleich und möglicherweise grösser ist als diejenige, die festzustellen ist, wenn man den elektri-
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eine angemessene Zeit lang solche brüchige Materialien, wie Boride, Nitride und Karbide, intakt zu halten, auf Grund des Schwellens, Platens und Aufblähen der Zellenbestandteile, die das Abscheren und Abplatzen der aus diesen Materialien hergestellten Stromleiter bedingen.
So ist es die Kohlenstoffauskleidung selbst, die die ganze Zeit über der Grund für die verschiedenen oben beschriebenen Probleme gewesen ist. Bei der kommerziellen Herstellung von Aluminium erschien die Verwendung einer Kohlenstoffauskleidung wesentlich für einen praktischen Betrieb von Elektrolysezellen. Als unvermeidliche Folge davon bestanden diese Schwierigkeiten bis zum heutigen Tag mit nur solchen Erleichterungen, wie sie durch Verbesserungen der strukturellen Einzelheiten der Wannenkonstruktion, Anbringung einer neuen Art von Elektroden und andere Behelfe gesichert wurden, die Versuche darstellten, den der Verwendung der Kohlenstoffauskleidungen anhaftenden unerwünschten Folgen entgegenzuwirken.
Es ist aber nun gefunden worden, dass es einen Weg gibt, die Notwendigkeit für eine Kohlenstoffauskleidung bei der Tonerdereduktionszelle gänzlich auszuschalten. Dies wird erreicht durch Herstellung einer speziellen Art von Auskleidung, bestehend im wesentlichen aus einer hochschmelzenden, pulverförmigen Mischung aus einem feuerfesten Oxyd und Kryolith. Eine Elektrolysezelle gemäss der Erfindung besitzt demnach eine mit dem Bad in Berührung stehende Auskleidung, die im wesentlichen aus einer hochschmelzenden Mischung aus Kryolith und feuerfestem Oxyd, vorzugsweise Tonerde im Ausmass von 20 bis 75 Gew. -0/0, besteht. Man kann auf diese Weise eine Auskleidung erhalten, die chemisch aus denselben Elementen besteht, wie sie im Elektrolysebad enthalten sind.
Es ist aber festgestellt worden, dass bei geeigneter Anordnung dieser Auskleidung ihre Wärmeleitungseigenschaften derart sind, dass, obwohl das Material im geschmolzenen Kryolith des Bades löslich ist, genügend Wärme von den Seiten und dem Boden der Zelle durch einfache Aussetzung an die Umgebung abgeleitet werden kann, um eine hinrei chende Dicke der feuerfesten Auskleidung zu erhalten. Trotzdem ist der Wärmefluss nicht so gross, dass er es schwierig machen würde, den Arbeitsraum der Zelle auf eine geeignete Betriebstemperatur zu halten.
Die erfindungsgemässe feuerfeste Auskleidung besteht nach einer der bevorzugten Ausführungsformen aus einem feuerfesten Oxyd, das aus einer geschmolzenen Lösung von feuerfestem Oxyd in Fluorsalzen kristallisiert ist und in einer Grundmasse aus einem erstarrten Fluorsalz enthalten ist. Bei Tonerde und Natriumkryolith z. B. wird die Tonerde zuerst in geschmolzenem Kryolith bei hoher Temperatur aufgelöst.
Die Lösung wird dann gekühlt. Bei rascher Abkühlung kann man das Material in Form eines glasartigen Stoffes erstarren lassen, der eine übersättigt Lösung von Tonerde in Kryolith ist. Bei langsamerer Abkühlung fällt ein Teil der Tonerde aus der übersättigten Lösung in Form von et-und 0-Tonerde aus, die in einer festen Lösung von Tonerde und Kryolith eingebettet ist. Es wurde gefunden, dass diese Stoffe zu einem sehr festen feuerfesten Körper verdichtet und gesintert werden können bei Temperaturen, die mit . den am Boden von Tonerdereduktionszellen herrschenden zu vergleichen sind.
Wenn man dieses Material körnt oder pulverisiert, in eine Reduktionszelle in Pulverform stampft und die Zelle dann in normalen Betrieb setzt, sintert oder schmilzt das feuerfeste Material in einem Bereich, der sich von der geschmolzenen Zone nach innen in die feuerfeste Masse erstreckt, aber iiblicherweise nicht ganz durch das feuerfeste Material. Die Arbeitsoberfläche hat die Form eines harten, dichten Festkörpers von grauer Farbe.
Die Farbe kann von Dunkel zu hell variieren, charakteristisch ist ein bläuliches Grau.
Nach dem ersten Teil der Erfindung, wie sie im vorhergehenden Abschnitt beschrieben ist, schien es wesentlich, die vorbereitenden Schritte auszuführen, nämlich zuerst die Tonerde in geschmolzenem Kryolith zu lösen, zu kühlen, zu körnen oder zu pulverisieren, bevor das Material in der gewünschten Stelle in die Reduktionszelle eingestampft wird. Aber nach einer erheblichen Versuchs- und Entwicklungsarbeit tauchte der Gedanke auf, es mit der Verwendung einer losen Pulvermischung von Tonerde und Kryolith zu versuchen, die nicht der Behandlung nach den beschriebenen vorbereitenden Schritten unterworfen worden war. Überraschenderweise stellte sich heraus, dass diese lose Pulvermischung eine zufriedenstellende Auskleidung in situ bildet durch normalen Betrieb der Wanne für die Tonerdereduktion.
Diese Vereinfachung wird erreicht, indem die lose Pulvermischung aus Tonerde und Kryolith in die Reduktionszelle gestampft und die Zelle dann in Betrieb gesetzt wird, um die Mischung zum Sintern zu bringen in einem Bereich, der sich von der Schmelzzone nach innen in das feuerfeste Material erstreckt.
Es zeigte sich ferner, dass dieses Verfahren es gestattet, ein höheres Verhältnis von Tonerde zu Kryolith
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zu verwenden, mit zusätzlicher Wirtschaftlichkeit zufolge des relativ niedrigen Preises des erstgenannten Bestandteils.
Es ist wünschenswert, feuerfeste Materialien zu verwenden, die jenen gleichen, die normalerweise im geschmolzenen Elektrolyten vorhanden sind, um so eine Verunreinigung des Elektrolyten zu vermeiden. Alle bekannten feuerfesten Oxyde, wie Tonerde, Magnesia, Titanoxyd, Zirkonerde, Silika, Berylliumoxyd usw., sind in erheblichem Ausmass in geschmolzenem Kryolith löslich und können so zur Herstellung des hier beschriebenen feuerfesten Materials verwendet werden. Jedoch ist nur Tonerde ein normaler Bestandteil des Bades und sie ist daher das bevorzugte feuerfeste Oxyd für feuerfeste Auskleidungen von Tonerdereduktionszellen. Die Kryolithkomponente des feuerfesten Materials kann eines oder mehrere der Alkalimetalle, gewählt aus der Gruppe bestehend aus Natrium, Kalium, Lithium, Rubidium und Caesium, enthalten.
Unter Kryolith ist die Gruppe von chemischen Verbindungen zu verstehen, die allgemein als 3 XF . AlFs oder XsAIF6 angeschrieben wird, wobei X ein Alkalimetall aus der Gruppe von Natrium, Kalium, Lithium, Rubidium und Caesium bezeichnet. Die Aufrechterhaltung des exakten Molverhältnisses der Formel ist nicht notwendig. Ein gewisser Überschuss entweder von XF oder von AIF, ist zulässig.
Es wurden solche feuerfeste Auskleidungsmaterialien hergestellt, die einen Tonerdegehalt zwischen etwa 20 und etwa 750/0 aufwiesen, wobei jeweils der Rest auf 100go Natriumkryolith war. In diesem Bereich zeigt das feuerfeste Material die vorteilhaften Eigenschaften, die es für die Zwecke der Erfindung geeignet macht. Wenn man aber die Zunahme der vorteilhaften Eigenschaften des feuerfesten Materials betrachtet, die durch die Erhöhung des Tonerdegehalts im feuerfesten Material erreicht wird, bietet sich als ein bevorzugterZusammensetzungsbereich der zwischen den Grenzen von etwa 40 und etwa 751o Tonerde dar.
Doch auch etwas grössere oder kleinere Tonerdebeträge werden sich unter einigen Betriebsbedingungen als nützlich erweisen und werden noch beachtliche Vorteile gegenüber den derzeit in Verwendung stehenden Kohlenstoffmaterialien zeigen.
Versuche, die an mit erfindungsgemäss hergestellten Materialien ausgekleideten Elektrolysezellen zur Aluminiumherstellung ausgeführt wurden, haben gezeigt, dass die Erfindung noch andere Vorteile mit sich bringt in Ergänzung zu der Beseitigung der Manteldeformation und den weiteren mit den Kohlenstoffauskleidungen verbundenen Schwierigkeiten. Einer dieser andern Vorteile ist eine beobachtete, aber unerklärte Erhöhung der Stromausbeute. Ein zweiter ist der, dass es bei Verwendung der erfindungsgemäss verbesserten Auskleidung nicht mehr erforderlich ist, Zuschläge von Ätznatron zum Bad während des Reduktionsprozesses zu machen.
In den Zeichnungen ist Fig. 1 ein Grundriss einer Tonerdereduktions-Elektrolysezelle, die mit einer erfindungsgemässen Nichtkohlenstoff-Bodenauskleidung versehen ist. Fig. 1 ist ein Vertikalquerschnitt nach der Linie 2-2 der Fig. l. Fig. 3 ist ein ebensolcher Schnitt nach Linie 3-3 der Fig. 1. Fig. 4 ist ein ebensolcher Schnitt nach Linie 4-4 der Fig. 1. Fig. 5 ist ein Vertikalquerschnitt einer Zelle abgeänderter Konstruktion. Fig. 6 ist ein Vertikallängsschnitt der Zelle nach Fig. 5. Fig. 7 ist eine repräsentative graphische Darstellung der Ätznatronzusätze zu einer Zelle, die eine Kohlenstoffauskleidung besitzt, aber ansonsten im allgemeinen gleich den Zellen nach Fig. 1-6 ist, insbesondere hinsichtlich der Verwendung derselben Art von Elektroden-Stäben, d. h.
Stäben aus TiB2'
In Fig. 1 - 4 ist eine Tonerdereduktionszelle dargestellt, bestehend aus einem Stahlmantel 1, versehen mit geeigneten feuerfesten Seitenwänden 2 und einer gestampften Bodenauskleidung 3, die aus einer erfindungsgemässen, hochschmelzenden Mischung von Tonerde und Kryolith hergestellt ist. Als Kathoden werden Elektrodenstäbe 4 und 5 aus TiB2 in dieser Zelle verwendet.
Die in Fig. 5 und 6 dargestellte Zelle ist von gleicher Konstruktion, wie durch die Verwendung der entsprechenden Bezugsziffern angedeutet ist, aber die Anordnung der Elektrodenstäbe ist etwas verschieden. Hier sind die Stäbe 6 in gegossenen Aluminiumplatten 7 befestigt zur Verbindung mit dem elektrischen Sammelschienensystem des Wannenraums.
Herstellung der feuerfesten Auskleidung.
Als ein spezifisches Beispiel zur Offenbarung der Anwendung der Erfindung nach einer ihrer bevorzugten Ausführungsformen wird folgendes angeführt :
Eine Pulvermischung wird zubereitet, bestehend aus 50 Gew.-' naturlichem Gronland-Kryolith und 50 Gew. -0/0 Tonerde nach dem Bayer-Verfahren. Die beiden Bestandteile werden in Pulverform gründlich zusammengemischt. Die Mischung wird in einen Induktionsofen eingebracht und erhitzt bis zum Schmelzen oder auf etwa 13500C. Die geschmolzene Mischung wird rasch abgekühlt, indem man sie ins Wasser oder auf eine Stahlplatte schüttet. Das gekühlte Material ist undurchsichtig und zeigt ein glasartiges Aussehen.
Wenn der Tonerdegehalt in der Ausgangsmischung erhöht wird, etwa auf 600/0, wird sich ein we-
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sentlicher Betrag von Kornmaterial in der glasigen Grundmasse zeigen, welches einen stärkeren Grad der Kristallisation der Tonerde aus diesem Material mit höherem Tonerdegehalt andeutet. Das gekühlte Material wird nun nacheinander durch Backen-und Rollenbrecher geschickt, bis 70 Gew.-10 des gekömten Materials durch ein 60-Maschen-Sieb (lichte Maschenweite 0, 25 mm) gehen.
Bei einem repräsentativen Beispiel wurde festgestellt, dass die grösste Teilchengrösse etwa 3, 2 mm betrug mit folgendem Körnungaufbau :
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<tb>
<tb> 0/0 <SEP> Maschen <SEP> je <SEP> 2, <SEP> 54 <SEP> cm <SEP> mm
<tb> 20-100 <SEP> < 0, <SEP> 15 <SEP>
<tb> 20 <SEP> 50-100 <SEP> 0, <SEP> 15-0, <SEP> 3 <SEP>
<tb> 30 <SEP> 30-50 <SEP> 0, <SEP> 3-0, <SEP> 6 <SEP>
<tb> 25 <SEP> 16-30 <SEP> 0, <SEP> 6-1, <SEP> 2 <SEP>
<tb> 5 <SEP> + <SEP> 16 <SEP> > 1,2
<tb>
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- 6dungsgemässen Wanne wenig Badmaterial absorbiert worden ist. Das trifft nicht nur für das vorgeschmolzene feuerfeste Material zu, sondern auch für die aus einer losen Mischung von gepulverter Tonerde und Kryolith, d. h. ohne Schmelzen und Zerkleinern, hergestellte Auskleidung.
Der in der pulverigen Mischung absorbierte Kryolith wird ein Teil der feuerfesten Auskleidung, so dass in jedem Fall eine im wesentlichen aus Tonerde und Kryolith bestehende Auskleidung vorliegt. Nach 44tägigem Betrieb wurde eine in der erstbeschriebenen Weise aufgebaute und ausgekleidete Wanne so zerlegt, dass der Querschnitt zu betrachten war. Unterhalb des erstarrten Badmaterials wurde die feuerfeste Auskleidung im wesentlichen in derselben Form und Kontur gefunden wie bei der Zustellung. Bei den obersten 2 1/2 cm des feuerfesten Materials wurde festgestellt, dass sie zu einem harten, dichten, lichtgrauen Körper geschmolzen oder gesintert waren. Die 2 1/2 cm feuerfestes Material direkt unter dieser ersten Schicht waren fast weiss und waren gesintert oder erhärtet.
Unterhalb dieser beiden unterscheidbaren Schichten war kein Eindringen des Bades festzustellen und das feuerfeste Material war weiss und weich. Der Teil, der nicht lose war, konnte leicht zerkrümelt werden. Eine andere, in der letztbeschriebenen Weise ausgekleidete Wanne wurde nach 67 Tagen Betrieb zerlegt und die Auskleidung wurde wie zuvor untersucht. Das Aussehen und die Merkmale dieser Auskleidung waren im wesentlichen gleich wie bei der ersten Auskleidung.
Das vorgeschmolzene feuerfeste Material mit Kalziumaluminat als Bindemittel, das zur Einbettung der Elektrodenstäbe verwendet wurde, blieb hart und rissfrei und wurde nicht von Bad oder Aluminium durchdrungen. Durch Zusammenschmelzen von feuerfestem Oxyd und Kryolith gebildetes Auskleidungmaterial hat gute Sintereigenschaften bei niedriger Temperatur. Der Vorgang der Sinterung ist nicht genau bekannt. Es scheint möglich, dass die durch Sinterung der Pulververbände erreichte Festigkeit auf ein Wachsen der ineinandergreifenden Tonerdekörner zurückzuführen war, die durch Fällen von cx-und ssTonerde aus einer übersättigten festen Lösung von Tonerde in Kryolith gebildet worden waren.
Dieses nur aus kristalliner Tonerde in einer festen Tonerde-Kryolith-Grundlösung zusammengesetzte Material hat eine sehr hohe Beständigkeit gegen das Eindringen und den chemischen Angriff von geschmolzenem Aluminium. Es wird daher für zum Schmelzen, Lagern und Legieren von Aluminium verwendete Öfen geeignet sein. Ausserdem wird die gasfreie Natur des geschmolzenen Materials, die sich in der Abwesenheit von Luftlöchern im erkalteten Material zeigt, was auf die Flusswirkung des Kryoliths zurückzuführen sein mag, die Herstellung von Steinen und andern Formkörpern ermöglichen, indem man das geschmolzene Material in geeignete Formen giesst und erstarren lässt. Das gekörnte Material, mit oder ohne Zusatz eines Bindemittels, wie z. B.
Kalziumaluminat, verformt, ist geeignet für selbstregenerierende, undurchdringliche Boden und Seitenwände von Aluminiumschmelzöfen. Material, das durch Zerkleinern von aus zur Aluminiumherstellung verwendeten Wannen entfernten Auskleidungen hergestellt ist, kann zerkleinert und in Schmelzöfen wiederverwendet werden, mit oder ohne einen solchen Zusatz von Bindemittel zum zerkleineren Material. Es ist festgestellt worden, dass die für solche Anwendungen erwünschten Sinter- und andern Eigenschaften sowohl im Fall der vorgeschmolzenen Auskleidungen als auch im Fall der aus einer losen Mischung von pulveriger Tonerde und Kryolith hergestellten Auskleidungen vorhanden sind.
Kontrolle der elektromagnetisch induzierten Rotation des Metallkissens.
Für grosse Wannen für etwa 80 000 A und darüber kann es wünschenswert sein, einen im wesentlichen abwärts gerichteten Fluss des elektrischen Stromes aufrechtzuerhalten. Das bevorzugte Verfahren zur Erzielung dieser Abwärtsrichtung des Stromes besteht darin, die Elektroden vom Boden nach oben in das Metallkissen zu erstrecken. Diese Anordnung gewährleistet den abwärts gerichteten Stromfluss und gewährleistet auch Hemmungen oder Behinderungen, welche die von den elektromagnetischen Kräften hervorgerufene Rotation des Metallkissens zu hindern trachten. ohne diese Rotation ganz abzustellen.
Es kann an Hand der bekannten Gesetze über Massen- und Wärmeübertragung, Ionen- und Teilchendiffusion usw. und der bekannten Tatsache über die chemischen Umwandlungen beim Durchgang von elektrischem Strom durch den Elektrolyten leicht gezeigt werden, dass ein vollständiges Aufhören der Rotation des Metallkissens für den Betrieb der Zelle nachteilig wäre, insbesondere dadurch, dass eine Erhöhung der Überpotentialkonzentration im Bereich der Kathode veranlasst wird. Der Betrag der Metallkissenrotation kann durch Versuch und Korrektur bei Anbringung der sich nach aufwärts erst eckenden Elektrodenstäbe auf einen gewünschen Wert für jede einzelne Wannengrösse eingestellt werden.
Sowohl die Zahl als auch die Anordnung der sich nach auswärts in das Metallkissen erstreckenden Stäbe und, wo nötig, der von den Seiten her sich erstreckenden Stäbe kann geändert werden, um gewünschte Änderungen im Betrag der Rotation und den Flusslinien oder Linien konstanter Geschwindigkeit, d. h. im Flussfeld des rotierenden Metalls, für Wannen jeder beliebigen Anordnung vorzunehmen.
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Elektrischer Wirkungsgrad (Stromausbeute).
Vergleichsversuche haben ergeben, dass eine bedeutende Erhöhung des elektrischen Wirkungsgrades bei Verwendung der erfindungsgemässen feuerfesten Auskleidung erzielt werden kann.
Die Ergebnisse dieser Versuche sind hier zusammengefasst :
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<tb>
<tb> Wanne <SEP> Auskleidungs- <SEP> Elektrodenstab <SEP> - <SEP> Versuchsdauer <SEP> Elektr. <SEP>
<tb>
Nr. <SEP> material <SEP> material <SEP> Wirkungsgrad <SEP>
<tb> 1 <SEP> Kohlenstoff <SEP> Stahl <SEP> 38Tage <SEP> 79, <SEP> 3% <SEP>
<tb> 2 <SEP> Kohlenstoff <SEP> Stahl <SEP> 68 <SEP> Tage <SEP> 82, <SEP> 10/0 <SEP>
<tb> 3 <SEP> Kohlenstoff <SEP> TiB2 <SEP> 74 <SEP> Tage <SEP> 81, <SEP> 30/0 <SEP>
<tb> 4 <SEP> Erfindungsgem. <SEP> TiB2 <SEP> 44 <SEP> Tage <SEP> 88, <SEP> 80/0 <SEP>
<tb> feuerf. <SEP> Stoff <SEP> *)
<tb> 5 <SEP> Erfindungsgem. <SEP> TiB <SEP> 23 <SEP> Tage <SEP> 90, <SEP> 8% <SEP>
<tb> feuerf. <SEP> Stoff')
<tb> 6 <SEP> Erfindungsgem. <SEP> TiB <SEP> 67 <SEP> Tage <SEP> 90, <SEP> 8% <SEP>
<tb> feuerf. <SEP> Stoff
<tb> 7 <SEP> Erfindungsgem. <SEP> TiB <SEP> 28 <SEP> Tage <SEP> 90, <SEP> 6% <SEP>
<tb> feuerf.
<SEP> Stoff <SEP> 2 <SEP>
<tb>
*) vorgeschmolzen
Die in obiger Tabelle angegebenen Daten zeigen, dass der elektrische Wirkungsgrad in vier, mit der erfindungsgemässen feuerfesten Auskleidung versehenen Zellen durchschnittlich etwa 9'yo höher war
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3trodenstäbe aus TiB2 in Verbindung mit einer Kohlenstoffauskleidung verwendet. So kann ein Vergleich des elektrischen Wirkungsgrades dieser Wanne mit dem der Wannen Nr. 4-7, in welchen Elektrodenstäbe aus demselben Material in Verbindung mit der erfindungsgemäss feuerfesten Auskleidung verwendet wurden, ohne Rücksicht auf die Wirkung der Verwendung der Boridstäbe angestellt werden.
Dieser Vergleich zeigt, dass die Erhöhung des elektrischen Wirkungsgrades in erster Linie, wenn nicht zur Gänze, der Verwendung der erfindungsgemäss verbesserten Auskleidungsmischung zuzuschreiben ist.
Ätznatron.
Ätznatron wurde den mit Kohlenstoff ausgekleideten Zellen zugesetzt, um Natrium zu ersetzen, das vorzugsweise aus dem Kryolith durch die Kohlenstoffauskleidung absorbiert wurde. Die Zellen ohne Koh-
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war infolge dieser Eigenschaft in den mit dem vorliegenden feuerfesten Material ausgekleideten Zellen leichter aufrechtzuerhalten.
Fig. 7 zeigt den Gesamtbetrag an Ätznatronzusätzen, die zur Aufrechterhaltung des richtigen Badverhältnisses während eines Zeitraumes von 38 Tagen beim Betrieb einer repräsentativen Zelle mit einer konventionellen Kohlenstoffauskleidung erforderlich waren. Es ist festgestellt worden, dass natriumreiches Badmaterial vorzugsweise durch eine Kohlenstoffauskleidung absorbiert wird, ob nun Strom durch die Auskleidung geleitet wird oder nicht, so dass die Ätznatronzusätze zum Ersatz des aus dem Bad durch eine derartige Absorption verlorenen Materials erforderlich sind. Bei Anwendung der Erfindung wird die Notwendigkeit, solche Zusätze zum Bad zu machen, vollständig beseitigt.
Schwellen, Platzen und Aufblähen.
Die Dehnungskräfte, die für mit Kohlenstoff ausgekleidete Wannen kennzeichnend sind, sind nicht wahrzunehmen, wenn die erfindungsgemäss verbesserte feuerfeste Auskleidung verwendet wird.
Zusammenfassend ist zu sagen : Die Erfindung schafft eine Lösung für die Hauptprobleme, die solange mit der Aluminiumherstellung in mit Kohlenstoff ausgekleideten Wannen untrennbar verbunden waren ; macht ein feuerfestes Material von ausgezeichneten Sintereigenschaften verfügbar, das weder das Bad verunreinigt, noch es durch Absorption oder selektives Durchdringen der Auskleidung entleert ; ergibt eine
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überraschende und wertvolle Erhöhung des elektrischen Wirkungsgrades ; beseitigt die Notwendigkeit von Ätznatronzusätzen zum Bad ; erleichtert die Verwendung von Elektrodenstäben aus zerbrechlichen Materialien, die ansonsten durch Bewegungen der Zellenauskleidung abgeschert werden können ;
vermeidet die schädlichen Dehnungskräfte, die Schwellen, Platzen und Aufblähen hervorrufen und die Lebensdauer der Wannen verkuerzen ; und ermöglicht es, auf die kostspieligen Verstärkungsglieder zu verzichten, die bisher erforderlich waren, um solchen Deformationen zu widerstehen.
Die benutzten Wendungen und Ausdrücke sind in einem beschreibenden und nicht in einem einschränkenden Sinn verwendet, und es besteht nicht die Absicht, solche Äquivalente der beschriebenen Erfindung auszuschliessen, die in den Rahmen der Ansprüche fallen.
PATENTANSPRÜCHE: -
1. Elektrolysezelle für die Herstellung von Aluminium durch Reduktion von Tonerde, dadurch gekennzeichnet, dasssieeinemitdemBadinBerilhrung-stehendeAuskleidungbesitzt, dielmwe- sentlichen aus einer hochschmelzenden Mischung aus Kryolith und feuerfestem Oxyd, vorzugsweise Tonerde im Ausmass von 20 bis 75 Gew.-, besteht.