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Weichenbetätigungsvorrichtung
Die Erfindung bezieht sich auf eine Weichenbetätigungsvorrichtung mit einer von einer Schieberstange verschiebbaren, an der Weichenzunge angelenkten Klammer, deren der Weichenzunge abgewendetes Ende einen Klammernkopf aufweist, welcher in Verschlussstellung der Klammer ein Verschlussstück hintergreift, wobei eine Schulter des Klammernkopfes an einer Schulter des Verschlussstückes anliegt. Bei der bisherigen Ausführungsform einer derartigen Vorrichtung weist die Schulter des Klammernkopfes eine im wesentlichen ebene Anlagefläche auf.
Es hat sich nun gezeigt, dass mit einer derartigen Vorrichtung betätigbare Weichen bei extremen Temperaturverhältnissen zum Klemmen neigen und sich deshalb nicht umstellen lassen. Diese Klemmer- scheinungen treten insbesonders dann auf, wenn die Weichen in Anlagen angeordnet sind, wo die Schienen lückenlos verschweisst sind. Es stellen dann die Gleise und damit auch die Backenschienen einen starren Körper dar, wodurch eine Längenänderung infolge Temperaturdifferenzen verhindert wird. Die Weichenzungen hingegen, welche nur einseitig eingespannt sind, können praktisch unbehindert die Längenänderung infolge extremer Temperaturverhältnisse mitmachen. Dadurch ergeben sich Lageänderungen zwischen Weichenzunge und Backenschiene, welche durch den Wärmeausdehnungskoeffizienten von Stahl bestimmt sind.
Diese Lageänderungen bewirken eine Verschiebung der Anlenkstelle der Klammer an der Weichenzunge, wodurch eine Klemmung zwischen der Schulter des Klämmernkopfes und der Schulter des Ver- schlussstückes erfolg.
Die Erfindung sucht den oben angeführten Nachteil zu vermeiden und eine Weichenbetätigungsvorrichtung zu schaffen, welche auch bei extremen Temperaturverhältnissen sicher betätigt werden kann.
Die Erfindung besteht hiebei im wesentlichen darin, dass die Schulter des Klammernkopfes eine gewölbte Anlagefläche aufweist und dass die Schulter des Verschlussstückes in an sich bekannter Weise eben ist und unter einem Winkel zwischen 200 und 600, vorzugsweise unter einem Winkel von 40 gegen die Klammernlängsachse geneigt ist. Durch die gewölbte Ausbildung der Schulter des Klammernkopfes verschiebt sich der Anlagepunkt zwischen der Schulter des Klammernkopfes und der Schulter des eben ausgebildeten Verschlussstückes bei Wärmedehnungen nur geringfügig, so dass auch bei sehr hohen bzw. sehr niedrigen Temperaturen ein Klemmen der Betätigungsvorrichtung vermieden wird.
Zweckmässig ist gemäss der Erfindung die Schulter des Klammernkopfes nach einem Kreisbogen geformt, dessenMittelpunkt ungefähr in der Längsachse der Klammer liegt. Bei einer derartigen Ausbildung rollt bei einer Verschiebung des Anlagepunktes bei extremen Temperaturverhältnissen die Schulter des Klammernkopfes an der Schulter des Verschlussstückes ab, wodurch ein Klemmen der Betätigungsvorrichtung verhindert wird.
Da sich die Anlenkstelle der Klammer an der Weichenzunge bei deren Wärmedehnung verschiebt, kann gemäss der Erfindung die Schulter des Klammernkopfes nach einer Kurve geformt sein, welche aus mehreren Kreisbögen zusammengesetzt ist. Auf diese Weise bleibt der senkrechte Abstand zwischen An- lagepunkt der Schulter des Verschlussstückes und Weichenzunge bei jeder Lage der Anlenkstelle der Klammer nahezu konstant.
In den Zeichnungen ist die Erfindung an Hand von Ausführungsbeispielen schematisch dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine Weichenbetätigungsvorrichtung in Offenstellung und Fig. 2 in Verschlussstellung der Weiche. Fig. 3 zeigt den Klammernkopf in einer bisher verwendeten Ausführung, während Fig. 4 einen erfindungsgemäss ausgebildeten Klammernkopf darstellt. Fig. 5 zeigt eine weitere erfindungsgemässe Ausbildung des Klammernkopfes im Zusammenwirken mit der Schulter des Verschlussstückes.
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1 symbolisiert den Anschlag der Zungenschiene und 2 den Anschlag der Backenschiene. Die Klammer 3, welche bei 4 an die Weichenzunge angelenkt ist, wird von einer Schieberstange 5, welche durch eine bekannte, nicht dargestellte Vorrichtung beim Verstellen der Weiche betätigt wird,
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des Klammernkopfes 7 an einer ebenen Schulter 9 des Verschlussstückes 6 zur Anlage gelangt.
Bei der bisherigen Ausfuhrungsform war die Anlagefläche der Schulter des Klammernkopfes 7 im wesentlichen eben, wie dies in Fig. 3 bei 10 dargestellt ist. Da sich die Anlenkstelle 4 der Klammer 3 bei Temperaturerhöhung in Richung des Pfeiles 11 undbei Temperaturverminderung in Richtung des Pfeiles 12 verschiebt, trat bei solchen Temperaturveränderungen infolge der Verschiebung des Analagepunktes zwischen Klammernkopf und Verschlussstock ein Klemmen zwischen der ebenenSchulter 10 des Klammernkopfes 7 und der ebenen Schulter 9 des Verschlussstückes 6 auf, wodurch die Weichenbetätigungsvonichtung blockiert war. Dies wird nun dadurch vermieden, dass die Schulter 8 des Klammernkopfes 7 eine gewölbte Auflagefläche aufweist.
Dadurch wird der Anlagepunkt zwischen der Schulter 8 des Klammernkopfes 7 und der Schulter 9 des Verschlussstückes 6 nur geringfü- gig verschoben, so dass Klemmerscheinungen vermieden werden.
Fig. 4 zeigt einen erfindungsgemäss ausgebildeten Klammernkopf, dessen Schulter nach einem Kreisbogen 13 geformt ist. Der Mittelpunkt 14 des Kreisbogens 13 liegt dabei in der Klammernlängsachse 15.
Fig. 5 zeigt einen Klammernkopf, dessen Schulter aus einer aus mehreren Kreisbögen 16, 17 zu- sammengesetzten Kurve besteht. Die Mittelpunkte 18,19 der Kreisbögen 16, 17 liegen wieder in der Klammernlängsachse 15. Durch diese Anordnung wird erreicht, dass trotz der durch die Verschiebung der Anlenkstelle 4 infolge Wärmedehnung verursachten Schrägstellung der Klammer 3 der Normalabstand zwischen Anlagestelle des Klammernkopfes am Verschlussstück und Zungenschiene stets gleich gross ist, so dass Deformierungen der Zungenschiene und die dadurch entstehende Gefahr eines Klemmens der Betätigungsvorrichtung mit Sicherheit vermieden werden.
Wie Fig. 5 zeigt, ist die Schulter 9 des Verschlussstückes 6 unter einem Winkel von 400 gegen die Klammernlängsachse geneigt. Durch dieseAusbildung der Schulter des Verschlussstückes wird das bestmöglichste Zusammenwirken zwischne Klammernkopf und Verschlussstück erzielt, wobei auf die Schieberstange 5 die geringste Kraft zur Betätigung aufgebracht werden muss.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Weichenbetätigungsvorrichtung mit einer von einer Schieberstange verschiebbaren, an der Weichenzunge angelenkten Klammer, deren der Weichenzunge abgewendetes Ende einen Klammernkopf aufweist, welcher in Verschlussstellung der Klammer ein Verschlussstück hintergreift, wobei eine Schulter des Klammernkopfes an einer Schulter des Verschlussstückes anliegt, dadurch gekennzeionnet, dass die Schulter (8) des Klammernkopfes (7) eine gewölbte Anlagefläche aufweist und dass die Schulter (9) des Verschlussstückes (6) in an sich bekannter Weise eben ist und unter einem Winkel zwischen 200 und 600, vorzugsweise unter einem Winkel von 400 gegen die Klammernlängsachse geneigt ist.