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Ventil, insbesondere Regelventil
Es hat sich gezeigt, dass bei den üblichen Ventilen, insbesondere Absperr- oder Regelventilen, die empfindlichsten Stellen jeweils die Sitzflächen für den Ventilschliesskörper, z. B. den Ventilteller, sind. weil diese Flächen durch verschiedene Einflüsse beschädigt werden können. Beispielsweise sind es auftre- tende Erosions- oder auch Kavitationserscheinungen, welche zu einer Beschädigung des Ventilsitzes führen, so dass dieser bald ausgewechselt oder repariert werden muss. Auch kommt es häufig durch in der
Anlage, in der das Ventil eingebaut ist, vorhandene Fremdkörper zu Beschädigungen der Ventilsitzflä- chen. Es muss dann das Ventil ebenfalls ausgebaut werden, weil eine Reparatur an der Einbaustelle nicht möglich ist.
Das Ventil wird in eine Reparaturwerkstätte gebracht und sein Ventilsitz nachgeschliffen, zumindest aber nachgedreht. Verschmutzungen des Ventils durch Fremdkörper treten deshalb auf, weil solche Fremdkörper und Schweissperlen in neuverlegtenRohrleitungen stets vorhanden sind. Erst nach einer Betriebsdauer von etwa sechs Monaten sind die Rohrleitungen völlig sauber. Es versteht sich. dass sich die Fremdkörper meist in den Ventilen ablagern, weil hier die engsten Querschnitte vorhanden sind.
Aber nicht nur für die Reparatur eines beschädigten Ventils ist ein erheblicher Arbeitsaufwand erforderlich. Ein solcher wird auch durch das Herausschneiden des Ventils verursacht, welches nach der
Reparatur'wieder in die Rohrleitung eingeschweisst werden muss. Jedes Schweissen erfordert bei Hochdruckanlagen besonders qualifiziertes Personal, welches auf einer Baustelle meist nicht zur Verfügung steht, Spezialschweisser müssen von den Kesselbaufirmen angefordert werden, was besonders hohe Kosten verursacht. Schliesslich werden durch das Ausschneiden der Ventile die Rohrstücke immer kürzer, was ebenfalls Nachteile mit sich bringt.
Es wurde daher bereits vorgeschlagen, die Ventilsitze austauschbar auszubilden. Dies nicht nur wegen der zu erwartenden Reparatur sondern auch deshalb, weil der lichte Durchmesser des Ventilsitzes von Regelventilen entsprechend dem jeweiligen Betriebsfall von vornherein nicht genau festgelegt werden kann.
Ist der Ventilsitz auswechselbar, so hat man die Möglichkeit, den lichten Durchmesser den Erfordernissen anzupassen.
Es ist auch bekannt, Ventilsitze in das Gehäuse einzuschweissen ; diese Verbindung ist selbstverständ- lich praktisch nicht mehr lösbar. so dass im Falle einer Reparatur das ganze Ventil ausgebaut werden muss.
Man hat ferner auch Ventilsitze in das Gehäuse eingewalzt, insbesondere dann, wenn der Ventilsitz aus einem andern, meist hochwertigeren Material besteht als das Gehäuse.
Schliesslich ist es auch bekannt, Ventilsitze mit einem Gewinde in das Gehäuse einzuschrauben, doch tritt in diesem Fall bald ein"Auswaschen"der Gewindegänge durch das das Ventil durchsetzende Medium ein, und das Ventil muss wieder ausgebaut, das Gewinde eventuell nachgeschnitten und der Ventilsitz erneuert werden.
Die Erfindung zielt darauf ab, die geschilderten Nachteile zu vermeiden und betrifft insbesondere ein Regelventil mit einer in einem rohr- oder blockförmigen Gehäuse unter Zwischenschaltung einer Dichtpackung eingesetzten, austauschbaren und den Ventilsitz tragenden Hülse, durch die das zu fördernde Medium tritt, wobei sie mit einem Schliesskörper, z. B. einem Ventilteller od. dgl. zusammenwirkt.
Die Besonderheit des erfindungsgemässen Ventils besteht darin. dass in den Wandungen des Gehäuses und der Ventilsitzhülse koaxiale Öffnungen für den Durchtritt des zu fördernden Mediums angeordnet sind, und
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vorgesehen ist.
Nach einer besonderen Ausführungsform des erfindungsgemässen Ventils steht das Druckstück zur Sicherung der Ventilhülse gegen axiales Verdrehen einerseits mit dieser und anderseits mit dem Abschlussflansch über eine Nutfederverbindung in Eingriff.
Das erfindungsgemässe Ventil hat den wesentlichen Vorteil, dass zur Gewährleistung der Dichtheit die Ventilsitzhülse bis unter die koaxialen Öffnungen in den Wandungen der Hülse und des Gehäuses verlängert ist. die auch ohne Schwierigkeiten von unten ausgebaut werden kann, ohne dass Spezialwerkzeuge erforderlich sind. Die Reparatur des Sitzes muss daher nicht an der Einbaustelle vorgenommen werden.
Nach dem Herausnehmen der Ventilsitzhülse wird diese in einer Werkstätte nachgeschliffen bzw. nachgedreht, was viel leichter durchzuführen ist, als wenn das ganze Ventil ausgebaut und bearbeitet werden müsste. Zwischen dem Abschlussflansch und der Hülse ist unter Zwischenschaltung einer. weiteren Dichtpackung ein Druckkörper angeordnet. Der aufgetreten hohe Druck des Mediums wirkt also gegen diesen Druckkörper und presst diesen über die Dichtpackung gegen den Abschlussflansch. Hiedurch ist eine völlige Dichtheit gewährleistet.
Wenn Verschmutzungen im Ventil auftreten, so ist es leicht möglich, diese nach Abnahme des Befestigungsflansches zu entfernen. Von ganz besonderem Vorteil aber ist es. dass keinerlei Schweissarbeiten. die abschliessend geröngt werden müssten, erforderlich sind, und dennoch ein einwandfreier, den jeweiligen Betriebsumständen exakt angepasster Ventilsitz vorhanden ist. Es versteht sich. dass die eingesetzte mit Asbest und Chromnickelstahl einlagen abgedichtete Ventilsitzhülse nicht nur im Hinblick auf die auftretenden Wärmeausdehnungen weitaus zuverlässiger ist als ein eingeschraubter Ventilsitz.
Bei einem Re-
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des Ventilsitzes den Betriebserfordernissen anzupassen, bei Abschlammventilen deshalb, weil diese an den tiefsten Punkten von Kesselanlagen sitzen und somit eine Beschädigung durch Fremdkörper am ebesten möglich wäre, wobei dann das Ventil durch Auswechseln des Ventilsitzes auf der Einbaustelle repariert werden kann.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung soll nachstehend an Hand der Zeichnung erläutert werden.
In der Zeichnung ist mit 1 das rohr- oder blockförmige Gehäuse eines Block-Elektro-Regelventiles bezeichnet. Das Gehäuse ist mit zwei eingeschweissten Rohrstutzen 2 und 3 für den Zu- bzw. den Abfluss eines Mediums versehen. Der Rohrstutzen 2 mündet unterhalb der Ventilsitzfläche und eine Bohrung 4 im Gehäuse verbindet den Rohrstutzen 2 mit dem Gehäuseinnenraum.
Der Rohrstutzen 3 ist oberhalb der Ventilsitzfläche angeordnet, eine Bohrung 5 im Gehäuse stellt hier die Verbindung zum Gehäuseinnenraum her. Von den sonstigen für das Ventil wichtigen, hinsichtlich der Erfindung aber nicht näher interessierenden Teilen sei die Ventilspindel 6 und der mit ihr verbundene Ventilschliesskörper 7 erwähnt. Letzterer erstreckt sich in einen hülsenförmigen Körper 8 (Ventilsitzhülse), der, dem Schliesskörper zugewendet, die Ventilsitzfläche 9 an einen Ansatz aufweist. Die Ventilsitzhülse 8 ist in die Axialbohrung des Gehäuses 1 von unten her eingeschoben und besitzt eine Querbohrung 10, welche im Gehäuse koaxial mit dem eingeschweissten Rohrstutzen 2 bzw. der Bohrung 4 liegt.
Das Gehäuse 1 ist im Bereich der Ventilsitzfläche 9 mit einem Bund 11 zur Rührung der Hülse 8 ver-
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stahlringen wird mit der Abschrägung gegen den Bund 11 gepresst.
Die Ventilsitzhülse 8 ist an ihrem unteren Ende mit einem Schlitz 13 versehen, in den die Leiste 15 eines zylindrischen Druckstücks 14 eingreift. Das Druckstück besitzt an seinem unteren Ende eine zweite Leiste 15, die sich in den Schlitz 16 eines mittels Schrauben 17 am Gehäuse 1 angeschraubten Flansches 18 erstreckt. Diese Ausgestaltung des erfindungsgemässen Ventiles ermöglicht einerseits das Pressen der Ventilsitzhülse 8 gegen den Bund 11 des Gehäuses zwecks einwandfreier Abdichtung ; durch die Anordnung der Schlitze und Leisten in der Hülse 8 bzw. den Teilen 14 und 18 ist anderseits gewährleistet. dass sich die Hülse um ihre Längsachse nicht verdrehen kann und die Bohrungen 10 und 4 stets koaxial liegen.
Nach Lösen des Flansches 18 ist es unter Wahrung der geschilderten Vorteile ohne Schwierigkeiten möglich, eine beschädigte Ventilsitzhülse 8 auszutauschen.
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