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Vorrichtung zum kontinuierlichen Vergiessen von Metall
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum kontinuierlichen Vergiessen von Metall, insbesondere von Stahl, in Kokillen unter Syphonwirkung vermittels eines Unterdruckes.
Bei der Durchführung bestimmter hüttenmännischer Verfahren, beispielsweise beim kontinuierlichen Vergiessen von Stahl, ist es notwendig, den Stahl aus einem Gefäss in eine Kokille einfliessen zu lassen, dessen Fassungsvermögen grösser ist als das der Kokille, das aber selbst wieder von der Guss pfanne gefüllt wird und ein kleineres Fassungsvermögen als diese Gusspfanne aufweist. Ein derartiges Gefäss wird im allgemeinen Zwischenpfanne oder Giesswanne benannt. Im allgemeinen erfolgt die Entnahme des Stahles zum Zwecke der Einbringung in die Kokille durch Ausbringen des flüssigen Stahles durch eine Düse aus feuerbeständigem Material, die mittels eines Stopfens verschliessbar ist.
Bei einer Anlage zum kontinuierlichen Vergiessen von Metall muss man die Möglichkeit haben, den Stahlstrom in Abhängigkeit vom Betrieb der Giessmaschine verändern zu können. Hiebei treten nun die folgenden Probleme auf
Wenn die verwendete Giessdüse offen ist und unter dem ferrostatischen Druck des Stahles steht, der in der Zwischenpfanne herrscht, steht für die Regelung des Stahlstromes nur die Höhe des Stahlniveaus zur Verfügung. Der Stahlstrom selbst ist nun, je nach dem Zustand der feuerfesten Düse, die entweder teilweise verengt oder aber unter der Wirkung der Erosion aufgeweitet sein kann, verschieden. Weiters ist es sehr schwierig, den Stahlstrom zu unterbrechen.
Wenn die Giessdüse mittels eines Stopfens abgeschlossen ist, ist es möglich, den Stahlstrom durch mehr oder weniger weites Öffnen des Stopfens zu regeln. Dieses Verfahren bringt jedoch verschiedene Nachteile mit sich :
Die erforderliche Vorwärmung der Zwischenpfanne und des Düsenverschlusses oder Stopfens führt zu deren raschen Abnützung.
Die Regelung des Metallstromes mittels des Stopfens führt in bestimmten Fällen zur Ausbildung eines sich schirmartig öffnenden Stahlstromes.
Die Stopfen nützen sich sehr rasch ab, und ihre Lebensdauer überschreitet nicht mehr als einige Stunden.
Bei einer mehrstellige Giessmaschine, bei der die Zwischenpfanne oder Giesswanne mehrere Kokillen speist, ist es schwierig, den Metallstrom in bezug auf die jeweiligen Kokillen in entsprechender Weise zu zentrieren, insbesondere dann, wenn die Kokillen einen kleinen Querschnitt aufweisen.
Die Baukosten einer Zwischenpfanne sind auf Grund der komplizierten Form der feuerfesten Auskleidung hoch.
Es sind nun schon seit mehr als 15 Jahren Kreislaufverfahren zur Entgasung von Stahl bekannt, die unter Verwendung einer evakuierbaren Wanne durchgeführt werden, die mit zwei Rohren versehen ist, die beide gleich tief in eine einzige Giesspfanne eintauchen, in der sich das zu entgasende Metall be-
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findet, wobei eines dieser beiden Rohre für das aufsteigende Metall dient und wobei gegebenenfalls in dieses Rohr ein inertes Gas als Fördergas eingeführt wird, wogegen das andere Rohr den teilweise entgasten Stahl wieder in die Giesspfanne zurückführt, wobei der Kreislauf des Stahles so lange aufrechterhalten wird, bis eine vollkommene Entgasung erreicht ist.
Bei diesen bekannten Vorrichtungen kann dasjenige Rohr, in dem der Stahl nach unten strömt, beheizt werden, und es ist der Boden der evakuierten Wanne zwischen den beiden Rohren von der Eintrittsseite bis zur Ausgangsseite vorzugsweise geneigt.
Die Erfindung zielt nun darauf ab, das kontinuierliche Vergiessen von Stahl aus einer üblichen Zwi- schenpfanne in Kokillen in der Weise zu ermöglichen, dass die oben angegebenen Nachteile beseitigt sind. Die erfindungsgemässeVorrichtung zum kontinuierlichen Vergiessen von Metall, insbesondere von Stahl, in Kokillen unter Syphonwirkung, vermittels eines Unterdruckes, ist gekennzeichnet durch einen evakuierbaren und beheizbaren Behälter, vorzugsweise von zylindrischer Form, mit geneigtem Boden, in den zumindest zwei Rohre münden, von denen das eine als Einlassrohr dien-s, vom höher gelegenen Teil des Bodens des Behälters ausgeht und in eine das zu vergiessende Metall enthaltende Zwischenpfanne eintaucht, wogegen das andere Rohr als Giessrohr dient,
vom niedriger gelegenen Teil des Bodens des Behälters ausgeht und das Metall in die jeweils zu füllende unter Schutzgas stehende und geschmierte Kokille einbringt, wobei das Metallniveau im evakuierten Behälter und in der Kokille regelbar ist.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Anordnung derart getroffen, dass das Giessrohr über eine Dichtung in die gekühlte und bewegliche Kokille hineinragt. Damit kann das Metall derart aus dem evakuierten Behälter bzw. in die Kokille kontinuierlich fliessen gelassen werden, dass durch den verfestigten Strang in der Kokille das Niveau des flüssiges Metalls im evakuierten Behälter konstant bleibt.
Die Zwischenpfanne kann nun gleichzeitig mehrere Koldllen spaisen, a. zw. gemäss der Erfindung entweder in der Weise, dass entweder eine entsprechende Anzahl von Unterdruckbehältem vorgesehen ist oder dass ein einziger Unterdruckbehälter mit einer entsprechenden Anzahl von Rohrpaaren mit je einem Einlass-und Giessrohr, oder ein einziges Einlassrohr und mehrere Giessrohre vorgesehen sind.
Vorteilhaft sind erfindungsgemäss in der den Behälter mit der Vakuumpumpe verbindenden Leitung in an sich bekannter Weise eine Unterdruckregelvorrichtung, ein Regelventil, eine Rückschlagklappe und ein Filter vorgesehen.
Die Beheizung kann gemäss der Erfindung durch einen an der oberen Wand des Unterdruckbehältess angeordneten Brenner erfolgen, der in an sich bekannter Weise mittels Propangas und einem sauerstoffhaltigen Gas, beispielsweise Luft oder Sauerstoff, betrieben ist. Es kann natürlich auch jedes andere Aus- sige Heizmaterial, insbesondere Heizöl, Teer od. dgl. für diesen Zweck verwendet werden.
Eine in das Einlass-bzw. Zuführungsrohr mündende Leitung gestattet es, in den Unterdruckbehälte ? ein inertes Gas, wie beispielsweise Argon oder Stickstoff einzubringen, u. zw. zu dem Zweck :, die scheinbare Dichte der aufsteigenden Säule aus flüssigem Metall zu verändern, wobei jedoch die Dichte der absteigenden MetaDsäule konstant bleibt, und auf diese Weise auch je nach Bedarf das Ausströmen des Stahles aus dem unteren Ende des Giessrohres zu beeinflussen, wobei gleichzeitig eine Entgasung des Stahles gewährleistet wird, die bei unberuhigten Stählen von besonderem Interesse ist.
Nach einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung ist die Anordnung derart getroffen, dass das in die Kokille hineinragende Ende des Giessrohres mit der Kokille eine kreisringfo !-' mige Hohlkammer bildet, in die Leitungen münden zur Zuführung von inertem Gas und zur Einspritzung eines Schmiermittels für die Kokille, wobei der Druck der inerten Gasatmosphäre etwa dem ferrostatischen Druck entspricht. Eine Druckregeleinrichtung für das eingebrachte Inertgas oder eine Förderpumpe für das Schmiermittel kann vorgsehen sein, um den Zustrom des Schmiermittels zu regeln.
Zu Beginn der Inbetriebnahme der erfindungsgemässen Vorrichtung bringt man hiebei den Formkern der Kokille in seine höchste Lage in der Kokille, wobei das zu Beginn der Kühlung freiwerdende Gasin die evakuierte Kammer aufsteigt.
In der Zeichnung ist die Erfindung an Hand von zwei Ausführungsbeispielen schematisch dargestellt.
Fig. 1 der Zeichnung zeigt eine schematische Darstellung der ersten Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung im Schnitt und Fig. 2 zeigt eine zweite Ausführungsform ebenfalls im Schnitt. Fig. 3 ist eine Schnittdarstellung einer erfindungsgemässen Verbindung zwischen Giessrohr und Kokille in grösse- rem Massstab. Massstab.
Die in Fig. 1 der Zeichnung dargestellte Vorrichtung weist eine Giesswanne bzw. Zwischenpfanne auf, die von einer Wanne 1 aus Blech gebildet ist, wogegen die Innenseite mit feuerbeständigem Material ausgekleidet ist. In diese Zwischenpfanne wird flüssiger Stahl aus einer Stahlwerksgiesspfanne einge- füllt und es wird von dieser Zwischenpfanne eine Anzahl von Kokillen mittels der erfindungsgemässen
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Vorrichtung gespeist. Der Boden der Zwischenpfanne 1 kann mit einer Öffnung l'versehen sein, die mittels eines Verschlusses 1" verschliessbar ist. Diese Öffnung dient zur Entleerung der Zwischenpfanne 1 am Ende des Giessvorganges.
Es ist weiters ein zylindrischer Unterdruckbehälter 2 vorgesehen, der aus Stahlblech besteht und dessen Innenseite mit einer feuerbeständigen Auskleidung versehen ist. Am schrägen Boden des Behälters 2 sind zwei Metallrohre 3 und 4 angeordnet, deren Innenseite mit feuerbeständigem Material ausgekleidet ist. Am unteren Ende des Rohres 3 ist oberhalb der Zwischenpfanne 1 ein Flansch 5 vorgesehen, der das Rohr 3 mit einer Hülse 6, die in das Stahlbad 7 eintaucht, aus feuerbeständigem Material verbindet.
Ein zweites Rohr 4 endet mit einer Verjüngung 4a aus feuerbeständigem Material, die eine Giessdüse 8 aufnimmt. Der äussere Teil der Düse 8 dient zur Abstützung eines Pfropfens 9, der schwenkbar um eine Achse 10 angeordnet ist und auf diese Weise von der Düsenöffnung weggeschwenkt werden kann. Um eine besonders gute Abdichtung zu erreichen, kann die Düse 8 mit einer Platte aus Aluminium oder aus einem andern Metall versehen sein. Das Rohr 4 grenzt an den oberen Teil einer Kokille 11 an, die mittels eines in einem Mantel 12 strömenden Kühlmittels gekühlt wird.
An der Aussenseite ist das Rohr 4 mit einer Induktionsheizvorrichtung versehen. Für die Heizung des Rohres 4 können jedoch auch andere Heizvorrichtungen, beispielsweise eine im feuerbeständigen Material dieses Rohres vorgesehene elektrische Widerstandsheizung verwendet werden.
Am oberen Teil des Unterdruckbehälters 2 ist eine zu einer Vakuumpumpe führende Rohrleitung 14 angeschlossen und in dieser Rohrleitung ist eine Extraktionsvorrichtung 15 vorgesehen, die es ermöglicht, den Druck im Inneren des Behälters 2 zu verringern.
In der Leitung zwischen dem Unterdruckbehälter 2 und der Extraktionsvorrichtung 15 ist eine Unterdruckregelvorrichtung 16, ein Regelventil 17 und ein Filter 18 zum Abfangen von Staub vorgesehen.
In demjenigen Falle, wo die Vakuumquelle für mehrere Unterdruckbehälter 2 bestimmt ist, wird in der Zuleitung zu jedem einzelnen Unterdruckbehälter eine Rückschlagklappe 20 vorgesehen, u. zw. zwischen dem Ventil 17 und dem Filter 18, so dass sich Druckänderungen in einem Unterdruckbehälter nicht auf die andern auswirken können.
An der Oberseite des zylindrischen Unterdruckbehälters 2 ist ein Brenner 21 vorgesehen, dem Propan oder ein anderes flüssiges Heizmittel durch eine Leitung 22 und Luft oder Sauerstoff durch eine Leitung 23 in bekannter Weise zugeführt werden.
Durch eine Leitung 24 wird in die Verbindung 25 zwischen dem Rohr 3 und der Hülse 6 ein inertes Gas, wie beispielsweise Argon oder Stickstoff eingeführt, um den Austritt des Stahles aus dem Giessrohr 4 regeln zu können, wie dies weiter unten beschrieben werden wird. Mittels eines Ventils 26 kann der Zutritt des Inertgases in den unter Unterdruck stehenden Behälter 2 geregelt werden. Um zu ermöglichen, dass am Ende des Giessvorganges nur eine möglichst geringe Stahlmenge in der Zwischenpfanne verbleibt, kann eine Hubvorrichtung vorgesehen sein, mittels der die Zwischenpfanne 1 angehoben werden kann oder es kann, beispielsweise durch eine teleskopartige Anordnung, die Hülse 6 des Einlassrohres 3 so ausgebildet sein, dass sie in die Zwischenpfanne 1 versenkbar ist.
Die Arbeitsweise der erfindungsgemässen Vorrichtung ist die folgende :
Die Vorrichtung wird so weit gesenkt, dass die aus feuerbeständigem Material bestehende Hülse 6, die den unteren Teil des Rohres 3 bildet, in das in der Zwischenpfanne 1 enthaltene Stahlbad eintaucht. Hierauf wird der Stopfen 9 in seine Schliessstellung gebracht, in der er das untere Ende des Giessrohres 4 abschliesst. Dann wird mittels der Absaugvorrichtung 15 im Unterdruckbehälter 2 der erforderliche Unterdruck hergestellt. Hiebei steigt der stahl im Behälter 2 und strömt hierauf durch das mit der Giessdüse 8 versehene Giessrohr 4 ab. Der Stopfen 9 schwenkt aus seiner Schliessstellung aus, sobald der erforderliche ferrostatische Druck vorhanden ist.
Bei der Regelung des ausströmenden Stahles muss folgendes beachtet werden :
Da sich das mit der Giessdüse 8 ausgestattete Ende des Rohres 4 auf einem Niveau befindet, das sich unterhalb des Niveaus des Stahlbades in der Zwischenpfanne 1 befindet, entsteht in natürlicher Weise ein Abfliessen des Stahles durch Syphonwirkung.
Wenn nun das Abfliessen des Stahles verstärkt werden soll, führt man in bekannter Weise durch die Leitung 24 in den Anschluss 25 ein inertes Gas, wie beispielsweise Argon, oder Stickstoff, ein.
Durch Einführung dieses Gases wird die scheinbare Dichte der aufsteigenden Metallsäule geändert, während die Dichte der absteigenden Metallsäule konstant bleibt, wobei gleichzeitig der Stahl innerhalb des unter Unterdruck stehenden Behälters 2 entgast wird. Auf diese Weise wird das Abfliessen des Stahles bis zu einem für die Vorrichtung charakteristischen Grenzwert verstärkt.
Es werden auf diese Weise unter anderem folgende Vorteile erzielt :
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Da für jede einzelne Giessstelle eine derartige unter Syphonwirkung arbeitende und mittels des Brenners 21 erhitzte Vorrichtung vorgesehen ist, kann man in einfacher Weise die Zentrierung des Strah les in bezug auf die Kokille 11 einstellen, u. zw. auch in jenen Fällen, wo die Kokille verhältnismässig kleine Diemensionen aufweist.
Es ist möglich, in einfacher Weise das Abfliessen des Stahles durch das Volumen des in das Einlassrohr eingebrachten inerten Gases zu regeln. Eine derartige Regelung kann beispielsweise auch automa- tisch in Abhängigkeit vom Niveau des Stahles der Kokille erfolgen.
Es sind lediglich die Syphons je nach individuellem Bedarf zu ändern, während die Zwischenpfanne an ihrem Ort verbleibt. Diese Zwischenpfanne ist von einfacher Bauweise, ist im Betrieb sehr unempfindlich und weist eine lange Lebensdauer auf.
Wenn im Verlauf eines Giessvorganges oder durch irgend ein Gebrechen das Vergiessen plötzlich unterbrochen werden muss, genügt es, in einfacher Weise den Unterdruck im zylindrischen Behälter 2 zu beseitigen, wodurch sofort und ohne jedes Risiko das Abfliessen des Stahles an der betreffenden Giessstelle unterbrochen wird. Es kehrt hiebei der in der Vorrichtung enthaltene Stahl in die Zwischenpfanne zuruck.
Da die Höhe der absteigenden Stahlsäule bei verschiedenen Abströmmengen gleich bleibt, behält auch der Stahlstrahl seine zylindrische Form bei und zeigt keine Tendenz irgend einer Verbreiterung, wie diese bei Verwendung einer Düse auftritt, bei der der Abfluss mittels eines Stopfens geregelt wird.
Es wird weiters eine teilweise Entgasung des Stahles erzielt, wodurch es möglich ist, auch nichtberuhigte Stähle zu vergiessen, die dann in der Kokille in Form von halbberuhigtem Stahl vorliegen. Die Induktionsbeheizung des Stahles während des Verlaufes dieses Vorganges, die durch die Primärwicklung 13 auf dem Rohr 4 gewährleistet ist, wobei die Sekundärwicklung durch die flüssige Stahlsäule gebildet wird, wirkt sich in besonderer Weise beim Durchtritt des Stahles durch die Giessdüse aus, da ja an dieser Stelle die Stromdichte am höchsten ist.
Schliesslich besteht noch ein weiterer Vorteil darin, dass es jederzeit und in einfacher Weise mög- lich ist, einen Syphon im Verlauf des Giessvorganges zu ersetzen. Hiezu genügt es, das Ausfliessen des Stahles an der betreffenden Giessstelle zu unterbrechen und den entsprechenden Austausch durchzuführen, worauf dann wieder mit dem Vergiessen begonnen werden kann.
Bei der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung ist eine Zwi- schenpfanne oder Giesswanne 27 und ein zylindrischer Behälter 28 vorgesehen, dessen Boden über ein Rohr 29, das durch einen Stutzen 29'aus feuerbeständigem Material verlängert ist, mit dem Inhalt der Zwischenpfanne in Verbindung steht. Der zylindrische Behälter 28 weist weiters ein Giessrohr 30 auf, das am tiefer gelegenen Teil des Bodens des zylindrischen Behälters 28 angeschlossen ist. Mit 31 ist eine Leitung bezeichnet, die den Behälter 28 mit einer in der Zeichnung nicht dargestellten Vakuumpumpe verbindet und mit 32 und 33 sind Mannlöcher für den Behälter 28 bezeichnet.
Die mit 34 bezeichnete
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Der Unterdruckbehälter 28 ist mit einem Propanbrenner 28'versehen, der es ermöglicht, diesen Behälter und die daran angeschlossenen Leitungen zu erhitzen.
Erfindungsgemäss ist nun das Ende des Giessrohres 30 mit einem Anschluss 35 versehen. In diesem Anschluss ist eine Leitung 36 vorgesehen, mittels welcher Rapsöl, das zur Schmierung der Kokille 34 dient, eingebracht wird. Der Kokillenkem 37 ist im oberen Teil der Kokille sichtbar.
In Fig. 3 der Zeichnung ist eine bevorzugte Ausführungsform einer Verbindung zwischen dem Giessrohr und der Kokille dargestellt. Diese Verbindung wird von einem Metallzylinder 38 gebildet, der mit leicht lösbaren Keilen am Rohr 30 befestigt ist. Die innere Seite des Zylinders 38 ist mit einer Auskleidung
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Gases, wie beispielsweise Stickstoff, vorgesehen. Die Leitungen 43 und 44 sind in gleichbleibenden Abständen um den Umfang des Anschlusses herum verteilt, wobei die Mündungen der Leitungen 44 für den Stickstoff höher gelegen sind als die Mündungen der Leitungen 43 für das Öl. Die Leitungen 43 und 44 münden in eine zwischen dem Ring 41 der Wand 46 der Kokille und der Wulstdichtung 42 ausgebildete kreisringförmige Kammer 45.
Ein geringes Spiel, etwa von der Grössenordnung eines Millimeters für die üblichen Kokillen ist zwischen der Wand 46 und dem Ring 41 vorgesehen, um zu ermöglichen, dass das Öl in das Innere der Kokille 34 eintreten kann. Eine in der Zeichnung nicht dargestellte Metallklappe
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gestattet die Isolierung zwischen dem Schmiermittel und der Atmosphäre. Aus Fig. 3 ist auch ersichtlich, dass die Hülse 47 vorgesehen ist, die die Kokille umgibt und die die Kühlung der Kokille mittels eines Wasserkreislaufes ermöglicht.
Bei der Vorrichtung nach den Fig. 2 und 3 wird das Vergiessen in der folgenden Weise bewerkstelligt :
Es wird der Druck des inerten Gases in der Weise eingestellt und geregelt, dass der ferrostatische Druck des Stahles im Giessrohr 30 ausgeglichen wird, wodurch auch ein Eintreten des flüssigen Stahles in die kreisringförmige Kammer 45 vermieden wird. Gleichzeitig erlaubt es dieser Druck, die Einbringung des Öles durch die Leitungen 43 zu regeln. Es kann auch eine eigene Ölpumpe vorgesehen werden, die unter gewünschtem Druck eine bestimmte gewünschte Ölmenge zuspeist, in welchem Falle dann diese Zuspeisung unabhängig vom Druck des in die Verbindung eingepressten inerten Gases erfolgt.
Die Verbindung bzw. der Anschluss 42 nimmt nun die in den Fig. 2 und 3 dargestellte Lage ein, d. h. dass dieser Anschluss in den oberen Teil der Kokille 34 eindringt. Durch die Leitung 31 kann nun im Inneren des Unterdruckbehälters 28 ein teilweises Vakuum erzeugt werden, wodurch der Stahl aus der Zwischenpfanne durch das Steigrohr 29 in den Unterdruckbehälter aufsteigt und das Giessrohr 30 und den vom Formkern 37 nicht eingenommenen oberen Teil der Kokille 34 erfüllt. Die Giessgeschwindigkeit wird somit lediglich durch die Geschwindigkeit bestimmt, mit der der Formkern in der Kokille abgesenkt wird, wobei diese Absenkgeschwindigkeit je nach dem zu vergiessenden Produkt und der Geschwindigkeit, mit der eine Verfestigung eintritt, gewählt werden kann.
Zur Gewährleistung eines gleichmässigen Vergie- ssens unter diesen Bedingungen genügt es daher, im Inneren des Unterdruckbehälters 28 das Metallniveau zwischen zwei experimentell in einfacher Weise bestimmbaren Grenzen zu halten. Die Einstellung des Metallniveaus auf den Bereich zwischen diesen beiden Grenzen wird noch durch das verhältnismässig gro- sse Volumen des im Unterdruckbehälter 28 enthaltenen flüssigen Metalls erleichtert, so dass eine Änderung dieses Niveaus nur sehr langsam eintritt. Die Regelung des Metallniveaus im Unterdruckbehälter wird durch Einblasen eines inertes Gases, wie beispielsweise Argon, in das Steigrohr 3 durch den Anschluss 25 bewerkstelligt.
Diese Ausführungsform weist gegenüber der ersten Ausführungsform unter anderem noch die folgenden zusätzlichen Vorteile auf : Es wird eine leichtere Zentrierung jeder einzelnen Giessleitung an jeder einzelnen Giessstelle ermöglicht und weiters fällt eine genaue Überwachung des Metallniveaus in der Kokille weg ; es muss lediglich darauf geachtet werden, dass das Niveau des Stahles im Unterdruckbehälter im Bereich eines bestimmten Mittelwertes gehalten wird, wodurch sich eine konstante Giessgeschwindigkeit ergibt.
Es wird weiters die Gefahr einer Oxydation des Metalls verringert.
Weiters können auch noch die verschiedenen Zweigleitungen so kurz als nur irgend möglich gehalten werden.
Schliesslich wird es durch das Wegfallen der Giessdüsen ermöglicht, ein Vergiessen durch einen freien Ausströmquerschnitt durchzuführen, dessen Dimensionen verhältnismässig gross sein können. Der lichte Durchmesser des Giessrohres 30, das mit feuerfestem Material 40 verkleidet ist, soll so gross als möglich sein, da auf diese Weise die Schlackenbildung im oberen Teil der Kokille 34 vermieden werden kann.
Dieser Teil kann auch in üblicher Weise als Giesskopf ausgebildet werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum kontinuierlichen Vergiessen von Metall, insbesondere von Stahl, in Kokillen unter Syphonwirkung, vermittels eines Unterdruckes, gekennzeichnet durch einen evakuier-und beheizbaren Behälter (2 bzw. 28), vorzugsweise von zylindrischer Form, mit geneigtem Boden, in den zumindest zwei Rohre (3,4 bzw. 29,30) münden, von denen das eine (3 bzw. 29) als Einlassrohr dient, vom höher gelegenen Teil des Bodens des Behälters (2 bzw. 28) ausgeht und in eine das zu vergiessende Metall enthaltende Zwischenpfanne (1 bzw. 27) eintaucht, wogegen das andere Rohr (4 bzw. 30) als Giessrohr dient, vom niedriger gelegenen Teil des Bodens des Behälters (2 bzw. 28) ausgeht und das Metall in die jeweils zu füllende unter Schutzgas stehende und geschmierte Kokille (11 bzw.
34) einbringt, wobei das Metallniveau im evakuierten Behälter (2 bzw. 28) und in der Kokille (11 bzw. 34) regelbar ist (Fig. 1 bzw. 2).