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Einstellbares Gelenk, insbesondere für Sitz- und Liegemöbel
Die Erfindung betrifft ein einstellbares'Gelenk, insbesondere für Sitz-und Liegemöbel, mit zwei zueinander verschwenkbaren Schenker. vos denen einer ein mit einemSperrbereich versehenes Sperrstück aufweist und der andere ein Sperrglied trägt, das in der Gebrauchsstellung mit dem Sperrstück zusammenwirkt und die Sperrwirkung erzeugt und neben der wirksamen eine unwirksame Stellung einnehmen kann, in der es mit dem Sperrstück nicht in Eingriff steht.
Gelenke der vorgenannten Art finden vorzugsweise für Gelenkverbindungen von verstellbaren Lehnen, Fussteilen u. dgl., bei Sitz- und Liegemöbeln, insbesondere zusammenlegbaren Campingbetten, Verwendung, doch ist es auch ohne weiteres möglich, sie für verstellbare Klappen, Deckel, Fenster, Stehleitern u. ä. zu benutzen.
Diese Gelenke müssen die Möglichkeit bieten, dass z. B. dieLehnenund Kopfteile eines solchen Bet-
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insbesondere muss die Einstellung in die gewünschten Winkellagen ohne die Bedienung eigener Hebel u. dgl., möglich sein. Es kommt noch hinzu, dass besonders bei Campingbetten solche Gelenke erfahrungs- gemäss sehr grossen Kräften und Beanspruchungen ausgesetzt sind, aber dennoch einen kleinen unkompli- zierten Aufbau. aufweisen müssen und insbesondere ausserordentlich betriebssicher auch unter ungünstigen
Umständen sein müssen. Schliesslich dürfen solche Gelenke auch im zusammengelegten Zustand der Bet- ten möglichst keine vorstehenden oder unschönen Teile aufweisen, die dem Aussehen des Bettes abträglich wären.
Es ist eine Einrichtung an Liegemöbeln zum Halten von aufklappbaren Kopfteilen in verschiedenen Schräglagen bekannt, bei der einer der beiden gegeneinander verschwenkbaren Hebel ein konzentrisch zu seiner Drehachse angeordnetes Zahnsegment als Sperrstück aufweist, mit dem eine Sperrklinke als Sperrglied zusammenwirkt. Der mit dem Zahnsegment versehene Teil des Hebels ist mit einem Abweiser versehen, der in einer Grenzstellung des Gelenkes die Sperrklinke zur Seite drückt, wenn der Hebel von seiner maximalen Spreizstellung aus zurück in seine Schliessstellung verschwenkt wird. Damit kann die an sich unter der Wirkung einer Feder stehende Sperrklinke, wenn sie in die unwirksame Stellung gebracht wurde, seitlich neben den Zähnen des Zahnsegmentes gleiten, ohne mit diesen in Eingriff kommen zu können.
Am andern Ende des Zahnbereiches ist schliesslich eine weitere Umschalteinrichtung vorgesehen, die es der Klinke gestattet, aus der unwirksamen Stellung wieder in die wirksame Stellung, d. h. wieder in den Bereich der Sperrzähne, zurückzugelangen. Der Nachteil dieser Einrichtung ist einmal darin zu sehen, dass die Sperrklinke ausser den mit ihrer Wirkungsweise unmittelbar in Verbindung stehenden Belastungen auch noch auf Biegung und Torsion beansprucht wird, was durchaus unerwünscht ist. Auch ergibt sich bei dieser Art der Bewegung der Sperrklinke eine Beanspruchung ihrer Lagerung, die der Lebensdauer des Gelenkes abträglich ist. Schliesslich tritt durch das seitliche Abgleiten der Klinke auf dem Zahnsegment eine starke Reibung auf, die im Hinblick auf die Lebensdauer ebenfalls nachteilig sein dürfte.
Es ist auch ein einstellbares Gelenk, insbesonderevon Möbeln bekannt, bei dem das Sperrstück aus einem nach Art eines Kreisbogenausschnittes gebildeten, auf uer Innenseite gezahnten Teil besteht, der mit seinem einen Ende an einem Schenkel des Gelenkes befestigt ist und mit dem eineSperrklinkezu- sammenwirkt, die auf dem andern Schenkel drehbar angeordnet ist. Die Sperrklinke kann durch eine Fe-
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der in zwei Stellungen gehalten werden, von denen sie in der einen mit den Zähnen des Sperrstückes in EingriffstehtundinderandemeinengewissenAbstand zu diesen aufweist.
An den beiden Enden des Sperrbereiches des gezahnten Sperrstückes sind jeweils Umschalteinrichtungen inGestaltvonNocken bzw.erhöhten Zähnen. vorgesehen, die in der einen Grenzstellung des Gelenkes die Klinke aus den Zähnen ausheben und in die unwirksame Stellung bringen, inder sie von der Federfestgehalten wird, und in der andern Grenzstellung des Gelenkes die in der unwirksamen Stellung befindliche Klinke wieder in den Bereich der Zähne, d. h. in die wirksame Stellung zurückzuführen. Dieses Gelenk ist durch das grosse bogenförmig ausgebildeteSperrstücksehr sperrig und weist einen wenig ästhetisch befriedigenden Anblick auf. Um die insbesondere bei Campingmöbeln auftretenden grossen Beanspruchungen aufnehmen zu können, müsste ein solches Gelenk eine solche Baugrösse aufweisen, dass es schon von vornherein dafür nicht verwendet werden könnte.
Auch bildet das gezahnte Sperrstück im zusammengelegten Zustand eines solchen Campingbettes einen vorstehenden unschönen Teil, der zu Verletzungen führen kann. Schliesslich hängt die Funktion des Gelenkes von einer besonders geformten Blattfeder ab, die genau justiert werden muss und erfahrungsgemäss keine grosse Lebensdauer und Betriebssicherheit aufweisen dürfte.
BeidenbekanntenGelenkenisteingemeinsames Merkmal, dass die Umschaltung des Sperrgliedes von der unwirksamen in die wirksame Stellung nur jeweils am Ende des Sperrbereiches des Sperrstückes ge- schen kann. Praktisch bedeutet dies, dass z. B. bei einem Campingbett der Kopfteilzunächstin die horizontale Lage überführt und dort erfahrungsgemäss mit erheblicher Kraftanstrengung nach unten gedrückt werden muss, um die Umschaltmittel für das Sperrglied wirksam werden zu lassen, woraufhin durch eine Verschwenkung entgegen der Sperrichtung die-gewünschte Winkellage eingestellt werden kann.
Ziel der Erfindung ist es, hier abzuhelfen und insbesondere ein Gelenk zu schaffen, das über eine sogenannte"Unterwegs"-Umschaltung verfügt, d. h. es gestattet, das in der unwirksamen Stellung befindliche Sperrglied in einer beliebigen Winkellage in die wirksame Stellung wunschgemäss überzuführen, ohne dass es nötig wäre, z. B. den Lehnenteil in die waagrechte Endlage zu bringen.
Gemäss der Erfindung steht das Sperrglied unter der Wirkung eines Steuerhebels, der bei einer Verschwenkung des das Sperrstück tragenden Schenkels in beiden Richtungen jeweils um einen bestimmten Winkel verschwenkbar ist, wobei das in der einen Grenzlage der Schenkel in die unwirksame Stellung überführte Sperrglied bei einer Verschwenkung des das Sperrstück tragenden Schenkels in der Sperrichtung, in der unwirksamen Stellung gehalten ist und bei einer Änderung der Verschwenkungsrichtung dieses Schenkels, in die wirksame Stellung überführbar ist.
Vorteilhafterweise kann der Steuerhebel mit dem das Sperrglied tragenden Schenkelreibungsschlüssig verbunden sein, wie es auch zweckmässig ist, wenn das Sperrstück zwei Seitenwände aufweist, zwischen denen der, vorzugsweise eine die Reibung erhöhende Wellung aufweisende Steuerhebel reibungsschlüssig verschwenkbar angeordnet ist.
Zur Überführung des Sperrgliedes aus der wirksamen. in die unwirksame Stellung kann das Sperrstück an dem in der Sperrichtung gesehen vorn liegenden Ende des Sperrbereiches eine Umschalteinrichtung, beispielsweise eine Nocke, aufweisen, doch ist es auch möglich, den Steuerhebel gleich zur Umschaltung hinzuziehen. Zu diesem Zweck kann der Steuerhebel das Sperrglied hakenartig umfassen, mit dem er in zwei Stellungen in Eingriff gelangen kann, von denen in der einen Stellung das Sperrglied bei einer Verschwenkung des das Sperrstück tragenden Schenkels in der Sperrichtung entgegen der Richtung der wirksamen Stellung belastet ist und in der andern Stellung bei einer Verschwenkung des das Sperrstück tragenden Schenkels entgegen der Sperrichtung das Sperrglied in Richtung der wirksamen Stellung belastet ist. Zweckmässigerweise weist der Steuerhebel eine Halteeinrichtung, z.
B. in Gestalt einer Nase, auf, die mit einem entsprechenden Haltemittel des Sperrgliedes zusammenwirkt, welches das in der unwirksamen Stellung befindliche Sperrglied bei einem Verschwenken des das Sperrstücktragenden Schenkels in der Sperrichtung in der unwirksamen Lage hält. Soll nun das Sperrglied nach Einstellung einer bestimmten Winkellage, z. B. des Lehnenteils, in die wirksame Stellung überführt werden, so geschieht diesdurchdenSteuerhebel, der bei einer Bewegungsumkehr der Verschwenkung des Lehnenteils das Sperrglied aus der Halteeinrichtung auslöst.
Hiebei ist es vorteilhaft, wenn der Steuerhebel einen Anschlag aufweist, der bei einer Verschwenkung des das Sperrstück tragenden Schenkels in der Sperrichtung das durch die vorhergegangene Bewegungsumkehr der Verschwenkungsrichtung aus der Halteeinrichtung ausgelöste Sperrglied in der Richtung der wirksamen Stellung belastet, bevor der hakenartige Teil des Steuerhebels auf das Sperrglied einwirkt.
Der Sperrbereich des Sperrstückes kann an sich in vielfältigen Ausführungsformen ausgebildet sein.
So ist es möglich, den Sperrbereich mit Zähnen zu versehen und das Sperrglied als Sperrklinke auszu- führen, die zumindest einen eine Sperrfläche aufweisenden Zahn aufweist. Natürlich ist es auch mög-
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lich, diesen einen Zahn der Klinke durch mehrere Zähne zu ersetzen oder aber der Klinke mehrere Sperr- flächen zuzuordnen. Während bei der Ausführung des Sperrstückes mit einem gezahnten Sperrbereich die einstellbaren Winkellagen jeweils durch die Zahnteilung des Sperrstückes bestimmt sind, lässt sich das neue Gelenk in einer vorteilhaften Ausführungsform ohne weiteres auch als ein sogenanntes stufenlos ein- stellbares Gelenk ausführen.
In diesem Falle kann das Sperrglied als Exzenter ausgebildet sein und das SperrstückimSperrbereich eine im wesentlichen zylindrische Fläche aufweisen, die gegebenenfalls ge- riffelt bzw. gerändelt werden kann und auf der das Sperrglied auf das Sperrstück vorzugsweise nach Art eines Kniehebels einwirken und sich verklemmen kann. Um durch das Gelenk noch grössere Kräfte über- tragen zu können, kann es auch vorteilhaft sein, wenn das Sperrstück einen mit dem das Sperrglied tra- genden Schenkel festverbundenen Lagerzapfen reibungsschlüssig nach Art eines Schellenbandes umfasst, das vom Exzenter festgeklemmt werden kann.
Schliesslich wäre es auch denkbar, dass das Sperrstück aus zwei unter einem bestimmten Winkel zueinanderstehenden Keilflächen besteht, zwischen die das entsprechend keil-oder kegelförmig ausgebildete Sperrstück eingreifen und sich verklemmen kann.
Das neue Gelenk weist einen besonders einfachen geschlossenen Aufbau auf und benötigt insbesondere keine Feder. Zu der dadurch bedingten ausserordentlichen Betriebssicherheit kommt hinzu, dass das Gelenk praktisch in keiner Stellung vorstehende Teile aufzuweisen braucht. Als wesentlicher Vorteil kommt weiter hinzu, dass es die bereits eingangs erwähnte Möglichkeit der"Unterwegs"-Umschaltung bietet, die neben der angenehmen Handhabung, besonders bei Campingbetten, eine zusätzliche Erhöhung der Lebens- dauer mit sich bringt.
Es hat sich nämlich gezeigt, dass bei den bekannten Gelenken, bei denen die Umschaltung des Sperrgliedes beispielsweise in der waagrechten Grenzlage des Lehnenteils durch erhebliche Krafteinwirkung geschehen musste, sich der nur aus einem dünnen Rohrbogen bestehende Lehnenteil beispielsweise um einen geringen Betrag verwunden bzw. verbogen hat, so dass das Sperrglied nur eines Gelenkes umgeschaltet wurde, während das Sperrglied des andern Gelenkes in der unwirksamen Stellung verblieb. Bei der Einstellung der gewünschten Winkellage wurde der Lehnenteil in diesem Falle somit nur noch von einem Gelenk gehalten, was eine Überlastung dieses Gelenkes, unter Umständen seine Zerstörung, z. B. durch Ausbrechen der Zähne, zur Folge hatte.
Daneben konnte auch eine bleibende Verbiegung etwa des Lehnenteils eintreten, der unter der Belastung nur an einem Ende festgehalten wurde, wenn ein Gelenk nicht eingerastet war. Dieser Nachteil ist bei den neuen Gelenken von vornherein vermieden, da im ungünstigsten Falle die beiden Gelenke, etwa des Lehnenteils, um einen Zahn gegeneinander versetzt einrasten können, was praktisch keine Bedeutung hat, da auch in diesem Falle der Lehnenteil durch beide Gelenke gestützt wird. Werden die neuen Gelenke in der stufenlos einstellbaren Ausführungsform verwendet, so ist von vornherein grundsätzlich sichergestellt, dass die beiden Gelenke einesBetteiles sich gleichmässig verklemmen, so dass eine nur einseitige Stützung des Betteiles ausgeschlossen ist.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele des Gegenstandes der Erfindung dargestellt. Es zeigen : Fig. 1 ein Gelenk gemäss der Erfindung in der Ausführungsform mit gezahntem Sperrstück im Schnitt in der Ebene des Steuerhebels in einer Seitenansicht, Fig. 2dasGelenknachFig. 1im Schnitt längs der Linie A-B der Fig. 1 in einer Draufsicht, Fig. 3 das Gelenk nach Fig. 1 in einer andern Stellung in einer Seitenansicht im Schnitt, Fig. 4 das Gelenk nach Fig. 1 in einer andern Ausführungsform, beider die Überführung des Sperrgliedes in die unwirksame Stellung durch den Steuerhebel geschieht, im Schnitt längs der Ebene des Steuerhebels in einer Seitenansicht, Fig. 5 das Gelenk nach Fig.
4 in der Ausführung als stufenlos einstell- bares Gelenk mit ungezahntem Sperrbereich und als Exzenter ausgebildetem, in der unwirksamen Stellung dargestelltem Sperrglied im Schnitt in einer Seitenansicht, Fig. 6 das Gelenk nach Fig. Sin einer andern Winkelstellung mit in der wirksamen Stellung befindlichem Sperrglied im Schnitt in einerseitenan-
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in einer Seitenansicht, Fig. 8 das Gelenknach Fig. 7 bei dem das Sperrstück aus zwei unter einem bestimmten Winkel zueinanderstehenden Kegelflächen und einem keilartigen Sperrglied besteht im Schnitt in einer Seitenansicht, Fig. 9 das Gelenk nach Fig. 8 im Schnitt, längs der Linie C-D in einer Draufsicht auf die Fig. 8 und Fig. 10 das Gelenk nach Fig. 8 im Schnitt längs der Linie C-D der Fig. 8 mit kegelförmig ausgebildetem Sperrglied.
Das Gelenk (Fig. 1) besteht aus einem beispielsweise mit dem Mittelteil eines Campingbettes zu verbindenden festen Schenkel 1, der ein Sperrglied in Gestalt einer Sperrklinke 2 trägt, das bei 3 auf einer Hülse 4 drehbar gelagert ist. Der feststehende Schenkel 1 ist mittels einer Niete 5 mit einem Schenkel 6 gelenkig verbunden, der beispielsweise zur Unterstützung des Kopfteiles bzw. der Lehne dient. Der einstellbare Schenkel 6 ist mit einem Sperrstück 7 in Gestalt eines Zahnsegmentes versehen, das konzentrisch zur Niete 5 angeordnet ist und im Sperrbereich I eine Zahnung aufweist.
Andembei3angedeutetenLagerzapfenderSperrklinke2istaucheinBeinschenkel8 angelenkt, der den
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desCampingbettesbildetund indervom liegenden Ende des Sperrbereiches I angeordnet. Er hebt die Sperrklinke 2 aus der in Fig. 3darge- stellten wirksamen Lage soweit aus, bis die Nase 16 des Steuerhebels 10 am Ansatz 15 der Sperrklinke 2 zur Anlage kommt und diesen in der unwirksamen Stellung festhalten kann.
Hierauf kann der einstellbare Schenkel 6 wieder in der Sperrichtung II in eine gewünschte neue Win- kellage überführt und dort in der beschriebenen Weise verriegelt werden.
Die Überführung der Sperrklinke 2 von der wirksamen in der unwirksame Stellung, die in der Aus- führungsform nach den Fig. 1-3 durch die Nocke 19 geschieht, kann auch direkt durch den Steuerhebel 10 vorgenommen werden. Zu'diesem Zweckist dieSperrklinke2 mit einem Vorsprung 20 versehen (Fig. 4, 5), während die Nocke 19 in Wegfall kommt.
In der Darstellung nach Fig. 4, die nur zur Veranschaulichung der prinzipiellen Wirkungsweise dieser
Ausführungsform dienen soll, sind alle für die Funktion bzw. das Verständnis nicht wesentlichen Teile der Fig. 1-3 der Einfacheit halber weggelassen worden.
Während die Einstellung einer gewünschten Winkellage in vorbeschriebener Weise geschieht, erfolgt die Überführung der Sperrklinke 2 aus der wirksamen in die unwirksame Stellung nunmehr in der folgen- den Weise :
Bei der Verschwenkung des einstellbaren Teils aus der eingerasteten Winkellage entgegen der Sperr- richtung II über die annähernd senkrechteGebrauchslage hinaus, gleitet der Zahn 13 der Sperrklinke 2 über die Verzahnung 7 des Sperrstückes hinweg. Der mit dem einstellbaren Schenkel 6 reibungsschlüssig verbundene Steuerhebel 10 drückt hiebei mit seinem hakenartigen Teil 11 bei 12 auf die Sperrklinke 2, die hiemit in Eingriffsrichtung belastet ist. Sowie nun die Sperrklinke 2 an das in der Sperrichtung n vorn- liegende Ende des Sperrbereiches I gelangt, läuft sie bei 21 auf die Umfangsfläche des Sperrstückes 7 auf.
Hiedurch wird die Sperrklinke 2 um e. lnen gewissen Betrag entgegen dem UhrzeigersinnFig. 4verdreht. Wird nun die Verschwenkungsrichtung des einstellbaren Schenkels Swieder geändert, d. h. dieser in die Sperr- richtung Ijverschwenkt, so drückt das hakenartige Ende 11 des von dem einstellbaren Teil 6 reibungs- schlüssig mitgenommenen Steuerhebels 10 auf den Vorsprung 20 der Sperrklinke 2, bevor dieNase 16den
Rücken des Ansatzes 15 berühren kann. Da der Vorsprung 20 rechts vom Mittelpunkt des Bolzens 3 (Fig. 4) liegt, wird auf die Sperrklinke 2 hiebei eine Kraft ausgeübt, welche die Sperrklinke entgegen dem Uhr- zeigersinn zu verdrehen bestrebt ist.
Die Sperrklinke 2 wird hiedurch soweit verdreht, bis ihr Ansatz 15 unter der Nase 16 des Steuerhebels 10 einrastet, womit die Sperrklinke 2 in die unwirksame Stellung über- führt ist (Fig. 4).
In der Ausführung des stufenlos einstellbaren Gelenks kommt die Verzahnung des Sperrstückes 7 in
Wegfall, während der Zahn 13 des Sperrgliedes 2 durch eine Exzenterfläche 210 ersetzt wird. Das Sperr- stück 7 ist im Sperrbereich I mit einer im wesentlichen zylindrischen Fläche ausgerüstet (Fig. 5, 6), auf der die Exzenterfläche 210 des Sperrgliedes 2 zur Wirkung kommt (Fig. 6). Die Feststellung des einstell- baren Schenkels 6 in der Gebrauchslage erfolgt durch eine Verklemmung der Exzenterfläche 210 und der zylindrischenFlächedes Sperrstückes 7, wie es in Fig. C dargestellt ist.
Die Ausbildung der Exzenter- fläche 210 ist hiebei mit Bezug auf die Drehpunkte des Sperrgliedes 2 und des Sperrstückes 7 so ausge- bildet, dass bei der Verklemmung eine Kniehebelwirkung zwischen dem Sperrglied 2 und dem Sperrstück
7 eintritt, die eine sichere Verklemmung bei ausserordentlich grosser Kraftentwicklung gewährleistet. Um ein sicheres Festklemmen des einstellbaren Schenkels 6 in der gewünschten Gebrauchslage zu erzielen, könnenfürdenfall, dassessich als notwendig erweisen sollte, das Sperrstück 7 im Sperrbereich I und/oder die Exzenterfläche 210 geriffelt bzw. gerändelt werden.
Die Überführung des Sperrgliedes 2 in die unwirksame Stellung wurde ebenso wie die Feststellung des Lehnenteils in die gewünschte Liegestellung bei der Besprechung der Fig. 4 erläutert.
Um die Verschwenkung des einstellbaren Schenkels 6 gegenüber dem feststehendenschenkelteil l zu begrenzen, ist das Sperrstück 7 mit einem Endanschlag 22 versehen, der in der Grenzstellung an der Exzenterfläche 210 des Sperrgliedes 2 zur Anlage kommt.
Für den Fall, dass bei der auftretenden Belastung die im Bereich der Exzenterfl che 210 auftretenden Flächenpressungen bzw. die Drücke auf die Bolzen 3, 4, 5 ein unzulässiges Mass erreichen sollten, kann das Sperrstück 7 nach Art eines Schellenbandes 7a ausgeführtwerdenfig.'1), das eine Lagerscheibe 23 rei- bungsschliissig umfasst, die bei 24 mit dem feststehenden Teil 1 des Gelenkes unverdrehbar fest verbunden ist.
Beim Feststellen des einstellbaren Schenkels 6 und seiner Belastung in der Gebrauchsstellung wird über die Exzenterfläche 210 des Sperrgliedes 2 auf das Schellenband 7a eine erhebliche Kraft ausgeübt, die be- strebt ist, dass Schellenband in der Richtung aufseinen Schlitz 25 hin anzuziehen und damit eine reibschlüssige Verklemmung des Schellenbandes 7a mit der Lagerscheibe 23 bewirkt.
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In einer weiterenAusführungsform des stufenlos einstellbaren Gelenks kann das Sperrstück 7 aus zwei un- ter einem bestimmten Winkel zueinanderstehenden Kegelflächen 27 bestehen, zwischen die die entsprechend keilförmig ausgebildeten Zahnteile 28 des Sperrgliedes 2 eingreifen und sich verklemmen können, wie es aus Fig. 9 augenscheinlich hervorgeht. An Stelle des keilförmigen Zahnteiles 28 des Sperrgliedes 2 kann auch ein kegelförmiger Teil 29 (Fig. 10) treten, der das aus zwei nach innen-geneigten Keilflächen 27a bestehende Sperrstück von aussen umgreift.
Die Wirkungsweise dieser beiden Ausführungsformen entspricht völlig den Gelenken nach den Fig. 5, 6
7, so dass sich eine weitere Erläuterung erübrigt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einstellbares Gelenk, insbesondere für Sitz- und Liegemöbel, mit zweizueinanderverschwenkba- ren Schenkeln, von denen einer ein mit einem Sperrbereich versehenes Sperrstückaufweistund der andere einSperrgliedträgt, das inderGebrauchsstellung mit dem Sperrstück zusammenwirkt und dieSperrwirkung erzeugt und neben der wirksamen eine unwirksame Stellung einnehmen kann, inderesmitdemSperrstück nicht in Eingriff steht, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrglied (2) unter der Wirkung eines Steuerhebels (10) steht, der beieinerVerschwenkungdesdasSperrstück (7) tragenden Schenkels (6) in beiden Richtungen jeweils um einen bestimmten Winkel verschwenkbar ist, wobei das in der einen Grenzlage der Schenkel (1, 6)
in die unwirksame Stellung überführte Sperrglied (2), bei einer Verschwenkung des das Sperrstück (7) tragenden Schenkels (6) in der Sperrichtung, in der unwirksamen Stellung gehalten ist und bei einer Ände- rung der Verschwenkungsrichtungdieses Schenkels (6), in die wirksame Stellung überführbar ist.