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Verfahren zur Herstellung von Mehrscheiben-Isolierglas
Die Erfindung betrifft die Herstellung von Mehrscheiben-Isolierglas mit einem den Scheibenabstand sichernden Randstreifen, der zugleich den von ihm und den Scheiben eingeschlossenen Isolierraum abdichtet und aus einer in flüssigem bzw. pastenförmigem Zustand zwischen die Scheiben eingebrachten und anschliessend erhärtenden Gussmasse besteht, nach Patent Nr. 223332. Gemäss dem Stammpatent besteht der Randstreifen aus einem mit Polyamiden mit noch freien Aminogruppen versetzten, ausgehärteten Kunststoff aus der Gruppe derEpoxyde, vorzugsweise Derivaten von tertiären Aminen mit mehr als einer Epoxy- gruppe im Molekül, oder einer Mischung, die solche Kunststoffe als Basis enthalten.
Im Stammpatent ist ein Verfahren beschrieben, wonach die Randstreifenteile in der Weise gebildet werden, dass die Scheiben mit dem gewünschten Scheibenabstand nacheinander mit ihren Kanten in eine mit dem flüssigen Giessharz oder der flüssigen Giessharzmischung gefüllte Rinne eingesetzt und in dieser jeweils so lange belassen werden, bis das Giessharz bzw. die Giessharzmischung ausgehärtet ist, wobei vorzugsweise so vorgegangen wird, dass nach der Herstellung des Randstreifenteiles zwischen der ersten Kante der miteinander zu verbindenden Scheiben diese mit ihren gegenüberliegenden Kanten in die mit flüssigem Giessharz bzw. flüssiger Giessharzmischung gefüllte Rinne eingesetzt und nach dem Erhärten auch dieses Teiles des Randstreifens die Randstreifenteile der beiden restlichen Kanten in der gleichen Weise gebildet werden.
Die Erfindung sieht ein anderes, einfacheres Verfahren zur Bildung der Randstreifenteile vor, u. zw. ein Verfahren, das vor allem in Verbindung mit dem vorerwähnten Verfahren die gleichzeitige Bildung mehrerer Randstreifenteile ein und desselben Randstreifens ermöglicht.
Das Verfahren gemäss der Erfindung besteht darin, dass man in an sich bekannter Weise zwischen den durch den Randstreifen miteinander zu verbindenden Scheiben durch Einlegen eines den Isolierraum der Scheiben nach aussen abgrenzenden Dichtungsstreifens in einem der gewünschtenRandstreifenhöhe entspre- chenden Abstand eine Rinne zum Einbringen der flüssigen Kunststoffmasse bildet, wobei mit einem Trennmittel vorbehandelte Dichtungsstreifen verwendet und nach dem Anziehen des in die Rinne eingebrachten flüssigen Randstreifenwerkstoffes entfernt werden.
Hiebei empfiehlt es sich, die Ausfüllung der zwischen den oberen Kanten der miteinander zu verbindenden Scheiben unter Verwendung eines entfernbaren Dichtungsstreifens gebildeten Rinne mit dem Randstreifenwerkstoff während des Aushärtens des unteren Randstreifenteiles vorzunehmen, der nach dem im Stammpatent beschriebenen Verfahren, also zwischen den unteren Scheibenkanten durch deren Einsetzen in eine mit dem gleichen Werkstoff gefüllte Rinne. gebildet worden ist, wobei die Enden der zwischen den oberen Kanten der Scheiben durch Einlegen eines Dichtungsstreifens gebildeten Rinne, beispielsweise durch Aufsetzen von Reitern, abgedichtet werden.
Die Erfindung sieht ferner vor, auf gegenüberliegenden Seiten der Scheiben zwischen diesen Rinnen zu bilden und gleichzeitig mit dem Randstreifenwerkstoff auszufüllen, wobei vorzugsweise so vorgegangen
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wird, dass die seitlichen Rinnen nach dem Anziehen des Randstreifenwerkstoffes des ersten, nach dem im
Stammpatent beschriebenen Verfahren gebildeten Randstreifenteiles durch Einschieben der Abdichtungstreifen von oben gebildet werden, hierauf diese Rinnen durch sich über die ganze Kantenlänge der Scheiben erstreckende Klammern seitlich verschlossen werden und anschliessend der Werkstoff für die seitlichen Randstreifenteile von oben in die Rinnen eingefüllt wird.
Die Dichtungsstreifen kommen also entweder bei nur einer Scheibenkante oder bei zwei Scheibenkanten zur Anwendung, gegebenenfalls auch bei drei Scheibenkanten, wenn man die rechten oder linken sowie die oberen Scheibenkanten gleichzeitig miteinander verbindet. Der Verschluss der letzten Scheibenkante erfolgt in jedem Fall nach Entfernen der Dichtungsstreifen durch Einsetzen in eine mit der Giessmasse gefüllte Rinne.
Ein Vorteil des erfindungsgemässen Arbeitens mit entfernbaren Dichtungsstreifen gegenüber dem be- kannten Verfahren, bei dem die Dichtungsstreifen an Ort und Stelle in dem Endprodukt verbleiben, besteht darin, dass erfindungsgemäss in allen Fällen ein Mehrscheibenisolierglas gebildet wird, dessen Stege ausschliesslich aus dem im Stammpatent unter Schutz gestellten speziellen Giessharz bestehen, so dass die im Stammpatent dargelegte günstige hygroskopische Wirkung des Stegmaterials voll zur Geltung kommen kann. Ein weiterer wesentlicher Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens ist darin zu erblicken, dass es die gleichzeitige Verbindung mindestens zweier gegenüberliegender Scheibenkanten ermöglicht, wodurch ein Verziehen der Kanten während der Stegbildung verhindert und eine wesentliche Beschleunigung in der Fertigung herbeigeführt wird.
Das Einfüllen des Randstreifenwerkstoffes in die Rinnen kann auf jede beliebige Weise vorgenommen werden, beispielsweise durch Giessen, Spritzen, Spachteln usw. Der Randstreifenwerkstoff kann vorgewärmt zwischen die Scheiben gebracht werden. Ist dies nicht der Fall, was ebenfalls möglich ist, so muss er nach dem Einfüllen zwecks gleichmässiger Verteilung und Polymerisation erwärmt werden, wobei die Erwärmung durch Verwendung beheizbarer Dichtungsstreifen bewirkt werden kann. Das Verfahren ist auch ohne nachträgliche Wärmezufuhr zu dem flüssig in die Rinne eingebrachten Randstreifenwerkstoff durchführbar ; dies hat lediglich eine, wenn auch wesentliche Erhöhung der Polymerisationszeit zur Folge.
In der Zeichnung ist das Verfahren gemäss der Erfindung in zwei Ausführungsbeispielen veranschaulicht, u. zw. zeigen die Fig. 1, 2 und 3 ein Verfahren, bei dem zugleich mit der Bildung des unteren Randstreifenteiles nach dem im Stammpatent beschriebenen Verfahren die Bildung des gegenüberliegenden, also oberen Randstreifenteiles erfolgt. Hiebei veranschaulicht Fig. 1 die Scheiben während der Bildung des oberen Randstreifenteiles in Vorderansicht, Fig. 2 in Seitenansicht und Fig. 3 in Draufsicht. Die Fig. 4, 5, 6 und 7 veranschaulichen ein Verfahren, bei dem zugleich mit der Bildung des unteren Randstreifenteiles nach dem Stammpatent die Bildung der beiden anschliessenden seitlichen Randstreifenteile erfolgt.
Hiebei veranschaulicht Fig. 4 die Scheiben während der Bildung der seitlichen Randstreifenteile in Vorderansicht, Fig. 5 in Seitenansicht, Fig. 6 in Draufsicht und Fig. 7 im Schnitt nach der Linie VII-VII der Fig. 4.
In den Fig. 1., 2 und 3 sind zwei Glasscheiben 1, 1, die parallel zueinander liegen, aber auch unter einem Winkel zueinander angeordnet sein können, in eine Rinne eingesetzt, die mit einem flüssigen Giessharz oder einer flüssigen Giessharzmischung nach dem Stammpatent gefüllt ist. Dieser Randstreifenwerkstoff, der in der Zeichnung mit 3 bezeichnet ist, wird in der Rinne zum Aushärten gebracht und bildet dann den unteren, die beiden Scheiben 1, 1 verbindenden Randstreifenteil.
Zwischen die oberen Kanten der Glasscheibe 1, I ist in einem Abstand von den Scheibenrändern, der gleich der gewünschten Randstreifenhöhe ist, ein Dichtungsstreifen 4 eingelegt, der, wie in der Zeichnung ersichtlich ist, seitlich über die Glasscheiben vorsteht. Zwei mit seitlichen, den Durchtritt des Dichtungsstreifens 4 gestattenden Öffnungen versehene Klammern 5 werden von der Seite her auf die Scheiben geschoben, und durch Anziehen der Schrauben 6 werden die Scheiben 1, 1 gegen den Dichtungsstreifen 4 gedrückt. Die Klammern 5, die die Scheiben 1, 1 etwas überragen, begrenzen die durch den Dichtungsstreifen und die beiden Scheiben gebildete Rinne seitlich und sind in ihren Seitenwänden oberhalb der Rinne mit Ausschnitten 7 versehen, deren Unterkante auf der Höhe der Oberkante der Scheiben 1, 1 liegt.
Die gebildete Rinne wird während des Aushärtens des Randstreifenteiles 3 mit flüssigem Giessharz bzw. einer flüssigen Giessharzmischung gefüllt, und nach dem Aushärten auch dieser Füllung sind die beiden Scheiben auf zwei gegenüberliegenden Seiten mit Randstreifenteilen versehen.
Das Anbringen der Randstreifenteile an den beiden noch freien Rändern der Glasscheiben erfolgt in entsprechender Weise durch Einsetzen in eine mit der Masse gefüllte Rinne.
In Fig. 4, 5,6 und 7 sind die beiden miteinander durch einen Randstreifen zu verbindenden Glasscheiben mit 10, 10 bezeichnet, und es werden die beiden seitlichen Randstreifenteile, also die in Fig. 4 und 6
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