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Heizanlage für Zelte
Die Erfindung betrifft eine zum Beheizen von Zelten dienende Anlage, welche infolge ihrer beson- deren Ausbildung weder das Zelt und seine Einrichtung noch die Insassen desselben in irgend einer Weise gefährdet.
Die Beheizung von Zelten, vor allem solcher, die Schlafzwecken dienen, erfordert eine besondere
Art von Öfen, bei denen Massnahmen für die Sicherheit der im Zelt befindlichen Personen getroffen sind.
Bei mangelhaft ausgestatteten Öfen oder sonstigen Heizeinrichtungenbesteht die Gefahr, dass bei der Verbrennung fester oder flüssiger Brennstoffe Rauch- oder Abgase in den Zeltraum austreten, oder dass eine
Explosion des flüssigen Brennstoffes eintritt, wodurch Einrichtungen und Menschen Schaden erleiden kön- nen. Weiters können bei den bekannten Einrichtungen die in der Nähe des Heizkörpers schlafenden Per- sonen Verbrennungen erleiden, wenn sie den Heizkörper im Schlaf berühren oder wenn der Ofen infolge
Anstossen an demselben oder bei einem eventuellen Einsinken einzelner Gerätefüsse in den Boden um- fällt. Schliesslich kann das Zelt und seine Einrichtungen durch Funkenflug beschädigt oder sogar in Brand gesetzt werden.
Es ist bereits bekanntgeworden, Luftpolster zur Wärmeisolierung der Seitenwände von Öfen zu ver- wenden. Bei derart ausgebildeten Öfen besteht keine Gefahr, dass Personen, die die Seitenwände des Ofens berühren, Verbrennungen erleiden.
Weiters ist es bei Herden bekannt, die Rauchgase innerhalb des Herdes schlangenförmig zu führen, um ihre Heizkraft weitgehend auszuwerten. Durch diese Lenkung der Rauchgase wurde auch eine teilweise Absonderung der mitgeführten Flugasche erzielt.
Alle bekannten Massnahmen reichten jedoch nicht aus, um einen zur Beheizung von Zelten geeigneten Ofen zu schaffen, bei dessen Betrieb weder das Zelt noch die darin untergebrachten Personen gefährdet sind.
Um dies zu erreichen wird eine Heizanlage mit schamottelos ausgeführter Feuerung und gegen den Feuerraum durch Luftpolster seitlich abgeschirmten Heizwänden vorgeschlagen, bei der erfindungsgemäss der Abzug für die Rauch- bzw. Abgase zwecks Ausscheidung der in den Gasen mitgeführten Funken mindestens einmal abgewinkelt ist, wobei über mindestens einen Teil des sich im Zelt erstreckenden Abzugsrohres in Abstand von diesem ein zweites Rohr geschoben ist, das oberhalb des Zeltfirstes ins Freie mündet und gegebenenfalls durch einen Regenschutz überdacht ist.
In vorteilhafter Weise ist der Feuerraum im Bereiche des rückwärtigen Endes des Rostesdurch eine gusseiserne Feuerbrücke begrenzt, an die ein die Ab- bzw. Rauchgase nach unten führender schmaler Kanal anschliesst, welcher in eine Funkenkammer mündet, aus de'die Ab-bzw. Rauchgase nach oben abziehen.
Diese und weitere Merkmale der Erfindung werden an Hand der Zeichnung erläutert, in welcher ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Anlage dargestellt ist. Es zeigen Fig. 1 einen lotrechten Querschnitt durch die Anlage und Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II der Fig. 1.
Mit 1 ist ein Ofen bezeichnet, dessen Feuerung 2 ohne Schamotteauskleidung ausgeführt ist und hohle Seitenwände 3 aufweist, die aus Gusseisenteilen gebildet sind, von welchen zumindest die dem Feuerraum zugewendeten aus hochwertigem, dem Feuer genügend Widerstand leistendem Guss bestehen. Die in den Seitenwänden 3 entstehenden Luftpolster 4 verhindern ein übermässiges Erhitzen der Aussenwand 5. wodurch Verbrennungen bei den sie unvorsichtigerweise berührenden Personen vermieden werden.
Die den Feuerraum nach oben abschliessende Wand 6 ist vonFeuergasenbeaufschlagtundder Hitzeeinwirkung durch Strahlung ausgesetzt. Sie dient als Herdplatte, auf der einfache Speisen gekocht oder
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Wasser gewärmt werden kann.
Aus Sicherheitsgründen sind beim Rauchabzug keine Drosselklappen vorgesehen. Die Türen und Regelklappen sind eingeschliffen, die Regelung des Rauchabzuges erfolgt lediglich durch den Luftschuber, durch den ein verringerter Brand (Dauerbrand) erreicht werden kann. Eine weitere Sicherheitsmassnahme ist durch die besondere Ausbildung des Feuerraumes gegeben, durch die verhindert wird, dass im Feuerraum Koks, der bekanntlich bei der Rauchgaserzeugung Kohlenoxyd entwickelt, nicht verbrannt werden kann. Zur Unterstützung der Drosselung der Rauchgase und zur wirksamen Abscheidung der von ihnen aus dem Feuerraum mitgenommenen Funken ist eine Feuerbrücke 7 vorgesehen, welche den Feuerraum nach hinten begrenzt und sich vom rückwärtigen Ende des Rostes 8 nach oben erstreckt.
An die Feuerbrücke schliesst ein schmaler Kanal 9 an, welcher die Rauchgase aus dem oberen Teil der Feuerkammer 2 nach unten führt und in eine Funkenkammer 10 mündet, die einen wesentlich grösseren Querschnitt als der Kanal 9 hat, so dass sich die Rauchgase in ihr ausdehnen und ihre Strömungsenergie herabsetzen, wodurch glühender Flugruss abgelöscht wird. Im Bereiche der Funkenkammer ist eine Putztüre 11 vorgesehen, die gleichzeitig auch als Anheizklappe beim schwierigen Anheizen des Ofens, beispielsweise infolge von Windanfall, verwendet werden kann.
Aus der Funkenkammer 10 führt der Rauchgasabzug senkrecht nach oben und mündet in ein Rohr 12, in welchem die restlichen, im Rauchgas noch mitgeführten Funken restlos ausgeschieden werden sollen.
Zu diesem Zwecke ist es zweimal rechtwinkelig abgebogen. Am Ende dieses Rohres ist als Endzweig der
Abgasführung ein diffusorartiger Stutzen 13 vorgesehen, der bereits ausserhalb des Zeltfirstes liegt, wel- cher in Fig. 1 durch die strichlierte Linie 14 angedeutet ist. Im Stutzen 13 wird ein Teil der Strömung- energie der Rauchgase in Druckenergie umgewandelt, was den Vorteil hat, dass auch mit verhältnismässig kurzen Rauchabzügen das Auslangen gefunden werden kann. An den sich konisch erweiternden Stutzen 13 schliesst ein zylinderförmiges Funkenfanggitter 15 an, durch das die Rauchgase, nachdem sie auch noch von den letzten, gegebenenfalls vorhandenen Funken befreit wurden, ins Freie gelangen. Die nicht durch das Fanggitter 15 abziehenden Gase stossen an einen waagrecht liegenden Ring 16 an und bilden Wirbel, die die Rauchgase zwingen, durch das Fanggitter abzuströmen.
Aus Sicherheitsgründen ist jedoch eine durch ein Regendach 17 geschützte zylindrische Öffnung 18 vorgesehen, die geringe Höhe aufweist und für den Fall, als das Fanggitter 15 verstopft sein sollte, das Ausströmen der Rauchgase ermöglicht.
Über zumindest einen Teil des Rohres 12 ist im Abstand von diesem ein zweites Rohr 19 geschoben, welches oberhalb des Zeltfirstes ins Freie mündet. Dieses Rohr 19 bildet um das Rohr 12 einen Kamin, in dem infolge des Auftriebes Luft strömt, wodurch einerseits eine Belüftung des Zeltes erzielt wird, anderseits eine die Gefahr eines Zeltbrandes verursachende Überhitzung des Rauchabzugsrohres 12, insbesondere im Bereiche des Zeltfirstes, vermieden wird. Die Austrittsöffnung des Belüftungsrohres 19 ist gegen Eindringen von Tropfwasser durch ein Regenschutzdach 21 abgeschirmt.
In vorteilhafter Weise ist der Ofen zwecks seiner Sicherung gegen Umwerfen in der Nähe einer tragenden lotrechten Zeltstange angeordnet, an der er durch eine den Rauchstutzen umgreifende Schelle festgehalten ist. Eine weitere Absicherung kann am Abzugsrohr im Bereiche der abgekröpften Stelle und eventuell auch nahe dem Austritt aus dem Zeltfirst vorgesehen sein.
Um eine gute Standsicherheit des Ofens zu erzielen, sind verbreiterte Fusseinsätze vorgesehen, so dass der Ofen auch bei weichem Boden nicht in denselben einsinkt. Auch könnenan derAustrittsstelle des Rohres 19 aus dem Zelt Schutzbleche 22 vorgesehen sein, die es verhindern, dass an dieser Stelle Regenwasser in das Zelt eindringt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Heizanlage für Zelte mit schamottelos ausgeführter Feuerung und gegen den Feuerraum durch Luftpolster seitlich abgeschirmten Heizwänden, dadurch gekennzeichnet, dass der Abzug für die Rauchbzw. Abgase zwecks Ausscheidung der in den Gasen mitgeführten Funken mindestens einmal abgewinkelt ist und dass über mindestens einen Teil des sich im Zelt erstreckenden Abzugsrohres (12) im Abstand von diesem ein zweites Rohr (19) geschoben ist, das oberhalb des Zeltfirstes ins Freie mündet und gegebenenfalls durch einen Regenschutz (17) überdacht ist.