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Pastenförmiges Reinigungsmittel für glatte Oberflächen
Vorliegende Erfindung betrifft ein pastenförmiges Reinigungsmittel für glatte Oberflächen, insbeson- dere Glasscheiben, bei dem durch Mischung der erforderlichen Bestandteile, nämlich anorganischen
Pigmentstoffen, grenzflächenaktiven Substanzen, Silikonöl sowie Wasser und einem organischen Lösungs- mittel in ganz bestimmten Verhältnissen ein maximaler Reinigungs- sowie Konservierungseffekt erzielt wird, wie er mit den bisher bekannten Mitteln nicht erreichbar war.
Die älteste Art der Fensterreinigung geschah mit grossen Mengen Wasser, dem gegebenenfalls geringe
Mengen einer grenzflächenaktiven Substanz zugesetzt wurden. Gleichfalls bekannt ist die Verwendung von Gemischen aus Methanol, Äthanol oder Isopropanol mit Wasser, welche zusätzlich noch geringe Mengen einer grenzflächenaktiven Substanz enthalten können. Weiterhin werden verdünnte wässerige Lösungen grenzflächenaktiver Substanzen verwendet, welche neben geringen- Mengen organischer Lösungsmittel auch noch Zusätze an feinen anorganischen Partikeln und Silikonöle enthalten. Endlich sind auch pasten- förmige Reinigungsmittel bekanntgeworden, welche aus grösseren Mengen anorganischer Pigmentkörper bestehen, die in wässerigen Seifenlösungen angeteigt sind.
Allen bisher bekannten Reinigungsmitteln haften jedoch erhebliche Mängel an, sei es in bezug auf die Anwendung oder die mit diesen Mitteln erzielbare Reinigungs- oder Konservierwirkung. Bei der Reinigung mit wässerigen Lösungen grenzflächenaktiver Substanzen ohne den Zusatz feiner Pigmentpartikel und Silikonöle ist zwar die Anwendung einfach, aber der Reinigungs- und Konservierungseffekt im allgemeinen nicht zufriedenstellend, u. zw. auch dann nicht, wenn die Lösungen gleichzeitig organische Lösungsmittel enthalten.
Reinigungsmittel, welche aus wässerigen Lösungen grenzflächenaktiver Substanzen mit Zusätzen an organischen Lösungsmitteln, anorganischen Pigmenten und Silikonölen bestehen, weisen in der Anwendung und Konservierung ebenfalls erhebliche Mängel auf. So besitzen sie eine ungenügende Lagerstabilität, die sich in einer Trennung in mehrere Schichten äussert, wobei sich die anorganischen Pigmente zu Boden setzen und vor dem Gebrauch durch Schütteln erst wieder suspendiert werden müssen. Das Auftragen derartiger Suspensionen durch Sprühen oder Spritzen führt zur Verschmutzung der Umgebung des zu reinigenden Gegenstandes durch abprallende Suspensionströpfchen. Beim Auftragen mittels Tüchern geht Reinigungsmittel durch Aufsaugen verloren, ausserdem tritt eine starke Verschmutzung der Hände ein.
Im übrigen erzeugen die mitverwendeten Silikonöle auf den gereinigten Gegenständen, z. B. Fensterscheiben, einen Hydrophobiereffekt. Beim Regnen bilden sich auf den gereinigten Flächen Regentropfen, die schwer abfliessen und beim späteren Eintrocknen hässliche Flecken hinterlassen. Die bisher bekannten, aus Pigmenten und Seifenlösungen bestehenden pastenförmigen Reinigungsmittel zeigen nur eine mangelhafte Reinigungs- und Konservierungswirkung.
Es wurde nun gefunden, dass sich alle erwähnten Schwierigkeiten vermeiden lassen, wenn als Reinigungsmittel pastenförmige Produkte verwendet werden, welche neben Wasser und einem mit Wasser nicht mischbaren organischen Lösungsmittel, anorganische silikathaltige Pigmentstoffe, grenzflächenaktive Substanzen und Silikonöle enthalten, wobei das Mengenverhältnis der anorganischen silikathaltigen Pigmente zu den grenzflächenaktiven Substanzen 10 : 1 - 100 : 1, das Mengenverhältnis der Silikonöle zu den grenzflächenaktiven Substanzen zwischen 1 : 10 - 1 : 2 und das Mengenverhältnis des Wassers zu den organischen Lösungsmitteln 5 : 1 - 0, 1 : 1 sein soll. Den Pasten kann gegebenenfalls noch eine geringe
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Menge Ammoniak zugesetzt werden.
Als grenzflächenaktive Substanzen kommen hiebei nicht ionogene wie auch anion- oder kationaktive Verbindungen in Betracht, wie z. B. Polyalkylenoxydanlagerungsprodukte an Fettalkohole, Fettsäureamide, Fettsäuren, Alkylphenole, ferner Alkyl- und Alkylarylsulfonate, Alkylsulfate, quaternäre Ammoniumverbindungen, oxalkylierte Amine usw. Besonders geeignet für diesen Zweck sind Alkyl-bzw. Alkylarylpolyglykoläthersulfate.
Als mit Wasser nicht mischbare organische Lösungsmittel sind niedermolekulare chlorierte Kohlenwasserstoffe, Benzolhomologe oder Erdölfraktionen mit einem Siedebereich zwischen 70-240 C mit Vorteil verwendbar.
Als anorganische Füllkörper kommen in erster Linie fein gemahlene silikatische Pigmente in Frage, wie Kieselkreide, Kieselgur, Infusorienerde usw.
Aus diesen Bestandteilen werden die Pasten in üblicher Weise in einem Mischkneter hergestellt und zweckmässigerweise in Tuben abgefüllt. Zur Reinigung von Fensterscheiben oder andern glatten Oberflächen wird die Paste auf die ebene Oberfläche eines schwach feuchten Kunststoffschwammes aufgetragen und dann durch schnelle leichte Striche als dünner Film auf dem zu reinigenden Gegenstand verteilt. Die Paste trocknet in kurzer Zeit zu einer pulverigen Schicht auf und kann dann mittels Staubtuch, Zellstofftuch oder Papier abgewischt werden. Mit dem trockenen Pastenrückstand wird gleichzeitig jeglicher Schmutz restlos von der behandelten Fläche entfernt. Dabei wird die Fläche gleichzeitig hochglänzend poliert, wobei eine geradezu verblüffende Oberflächenglätte erzielt wird. Diese Oberflächenglätte wirkt sich besonders günstig als Schutz gegen neue Verschmutzungen aus.
Trotz dieser erstaunlichen Oberflächenglätte mit ihrer schmutzabweisenden Wirkung sind die behandelten Fensterscheiben ausgezeichnet benetzbar, so dass Regentropfen nicht perlenartig auf den Scheiben haften, sondern sauber abfliessen und keine hässlichen Flecken hinterlassen.
Die besondere Oberflächenglätte, welche wahrscheinlich auf eine Silikonisierung der gereinigten Fläche zurückzuführen ist, war in Hinblick auf die gleichzeitig vorhandene grosse Menge silikatischer Pigmente, die zur Erzielung einer pastenförmigen Konsistenz erforderlich ist, in keiner Weise zu erwarten. Bisher hat man Silikonöle und Pigmente gleichzeitig nur in flüssigen Produkten angewendet, also nur unter Einsatz relativ geringer Pigmentmengen. Aus der bekannten Verwendung silikatischer Pigmente zur Entfernung unerwünschter Silikonölbeläge auf Glasscheiben war zu schliessen, dass auch bei Anwendung der erfindungsgemässen Pasten eine völlige Adsorption des Silikonöle eintreten würde.
Die Ausbildung der glatten, schmutzabweisenden Oberflächen ist somit ein überraschendem Effekt, der weiterhin dadurch besonders an Wert gewinnt, dass diese silikonisierten Oberflächen gut benetzbar sind. Die gute Benetzbarkeit und gleichzeitige Abwaschfestigkeit des Silikonfilmes ist wahrscheinlich auf die besonderen grenzflächenaktiven Eigenschaften der Fettalkoholpolyglykoläthersulfate zurückzuführen, welche nur bis zu etwa 500/0 durch eine andere grenzflächenaktive Verbindung ersetzt werden können.
Ebenso wie Glasscheiben lassen sich mit den erfindungsgemässen Reinigungsmitteln auch andere glatte Oberflächen reinigen, wie z. B. Fliesen, Kacheln, emaillierte Gegenstände, Keramik, Porzellan, usw.
Nachstehend werden zwei Beispiele für die Zusammensetzung der erfindungsgemässen Reinigungsmittel angeführt :
Beispiele : 1. Ein brauchbares Fensterreinigungsmittel setzt sich zusammen aus :
EMI2.1
<tb>
<tb> 0, <SEP> 5 <SEP> Gew.-Teile <SEP> des <SEP> Anlagerungsprod, <SEP> iktes <SEP> von <SEP> 5 <SEP> Mol <SEP> Äthylenoxyd <SEP> an <SEP> 1 <SEP> Mol <SEP> techn. <SEP> Oleylalkohol
<tb> 3, <SEP> 0 <SEP> Gew.-Teile <SEP> des <SEP> Natriumsalzes <SEP> eines <SEP> sulfieten <SEP> Laurylalkoholdiglykoläthers
<tb> 0, <SEP> 2 <SEP> Gew.-Teile <SEP> ZS <SEP> iges <SEP> Ammoniak
<tb> 25, <SEP> 0 <SEP> Gew.-Teile <SEP> Wasser
<tb> 0. <SEP> 8 <SEP> Gew. <SEP> -Teile <SEP> Silikonöl <SEP>
<tb> 30, <SEP> 0 <SEP> Gew.-Teile <SEP> Tetrachlorkohlenstoff
<tb> 65. <SEP> 0 <SEP> Gew.-Teile <SEP> Neuburger <SEP> Kieselkreide
<tb>
Die flüssigen Anteile werden homogen vermischt.
Mit der gebildeten Emulsion wird die Neuburger Kieselkreide imKneter angeteigt. Durch anschliessendes Homogenisieren erhält man eine fein dispergierte pastöse Suspension, welche in Tuben abgefüllt wird. Das Mittel hat einen ausgezeichneten Reinigungsund Poliereffekt.
EMI2.2
<tb>
<tb>
2. <SEP> Ein <SEP> Reinigungsmittel <SEP> für <SEP> Keramik <SEP> und <SEP> Porzellanfliesen <SEP> besteht <SEP> aus <SEP> : <SEP>
<tb> 1 <SEP> Gew.-Teil <SEP> des <SEP> Natriumsalzes <SEP> eines <SEP> Dodecylalkylbenzolsulfonats
<tb> 1 <SEP> Gew.-Teil <SEP> des <SEP> Natriumsalzes <SEP> eines <SEP> sulfierten <SEP> Nonylphenoltetraglykoläthers
<tb> 30 <SEP> Gew."Teile <SEP> Wasser <SEP>
<tb> 0, <SEP> 2 <SEP> Gew. <SEP> -Teile <SEP> Silikonöl <SEP>
<tb> 6 <SEP> Gew.-Teile <SEP> Benzin <SEP> (Siedebereich <SEP> 80-1200)
<tb> 20 <SEP> Gew.-Teile <SEP> Neuburger <SEP> Kieselkreide
<tb> 10 <SEP> Gew.-Teile <SEP> Kieselgur. <SEP>
<tb>
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Die Herstellung des Mittels erfolgt analog Beispiel 1. Das Mittel hat einen vorzüglichen Reinigungsund Konserviereffekt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Pastenförmiges Reinigungsmittel für glatte Oberflächen, bestehend aus anorganischen Pigmentstoffen, grenzflächenaktiven Substanzen, Silikonöl sowie Wasser und einem mit Wasser nicht mischbaren organischen Lösungsmittel, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis von anorganischem Pigment zu grenzflächenaktiver Substanz 10 : 1 - 100 : 1, das Verhältnis von Silikonöl zu grenzflächenaktiver Substanz zwischen 1 : 10 - 1 : 2 und das Verhältnis von Wasser zu organischem Lösungsmittel 5 : 1-0, 1 : 1 beträgt.