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Panzerung, insbesondere für Kraftfahrzeuge
Die Erfindung bezieht sich auf eine Panzerung, die infolge ihres geringen Gewichtes insbesondere für
Kraftfahrzeuge geeignet ist, u. zw. für Fahrzeuge, die zur Beförderung von Geld oder anderen Wertgegenständen bestimmt sind und bei welchen die Fahrzeuginsassen gegen Beschuss aus Handfeuerwaffen von aussen geschützt werden sollen. Ziel der Erfindung ist die weitere Verbesserung einer Panzerung, die aus mindestens einer Platte aus faserigem Material und aus einer Metallplatte besteht, wobei die Platte aus faserigem Material auf der Beschussseite liegt und die Panzerung innerhalb der Karosseriewand angeord- net ist.
Panzerungen von geringem Gewicht sind in den verschiedensten Ausführungen bekanntgeworden, konnten jedoch nicht befriedigen, da sie entweder eine zu geringe Durchschlagsfestigkeit hatten oder in ihrer Herstellung zu umständlich waren.
So wurde zum Beispiel vorgeschlagen, eine Panzerung aus zwei Metallplatten und zwischen diese gestopfter Watte (auch Werg, Hanf od. dgl.) zu bilden. Eine andere Panzerung bestand aus einer inneren Lage aus hartem Leichtmetall und zwei Schichten aus Büffelhaut, die mit der Metallplatte zu einem homogenen Material verpresst wurden. Es ist auch eine Leicht-Panzerplatte bekanntgeworden, die aus durch Klopfen in nassem Zustande verformtem und verfilztem Asbest bestand ; dieser Asbestpanzer konnte auch noch mit einem Stoff umnäht werden.
Alle diese Panzerungen zeigten jedoch den Nachteil, dass ihre Durchschlagsfestigkeit im Verhältnis zum Aufwand an Material - damit auch im Verhältnis zum Gewicht der fertigen Panzerung-viel zu gering war.
Durch diese Erfindung wird hier ein entscheidender Wandel geschaffen und eine wesentlich höhere Durchschlagsfestigkeit bei gleichem Gewicht bzw. ein stark verringertes Gewicht bei sonst gleicher Durchschlagssicherheit erreicht. Die Erfindung ist darin gelegen, dass bei einer Panzerung der eingangs angegebenen Art erfindungsgemäss die Stärke der Platte aus faserigem Material zumindest gleich der dreieinhalbfachen Stärke der Metallplatte ist und dass zwischen der Platte aus faserigem Material und der Metallplatte ein Abstand vorgesehen ist, der geringer ist als die Stärke der Metallplatte.
Durch das gewählte Verhältnis zwischen den Stärken von Metallplatte und Fasermaterialplatte und insbesondere durch die gleichzeitige Anordnung eines Abstandes zwischen den beiden die Panzerung bil- denden Platten ergibtsich die wesentlich höhere Durchschlagsfestigkeit der erfindungsgemässen Panzerung gegenüber den an Materialaufwand und Gewicht überlegenen, bekannten Panzerungen gegen Beschuss aus Handfeuerwaffen.
Wird die Fasermaterialplatte vom Projektil getroffen, so hemmt sie das Projektil und verringert dessen Geschwindigkeit, ohne es jedoch wesentlich zu verformen, biegt sich selbst bis zum Anliegen an der Metallplatte durch und nimmt auch für diesen Vorgang dem Projektil lebendige Energie ab : die Metallplatte, die das Projektil und mit diesem auch die eingewölbte Fasermaterialplatte sodann erreicht, bewirkt unter Ausbeulen, was unter wesentlicher Verformung des Projektils vor sich geht, die völlige Vernichtung der dem Geschoss noch innewohnenden lebendigen Energie.
Weitere Merkmale der Erfindung werden an Hand der Zeichnung erläutert, in welcher ein Schnitt durch eine erfindungsgemässe Panzerung, eingebaut in die Seitenwand eines Kraftfahrzeuges, dargestellt ist.
Die aus Stahlblech bestehende Aussenhaut 1 des Kraftfahrzeuges ist auf ein Gerippe 2 aufgezogen.
Zur Sicherung des Innenraumes der Karosserie gegen Beschuss Ist in der äusseren Umwandung innerhalb der Haut 1 die Panzerung vorgesehen, welche aus einer im Abstand von der Haut liegenden Stahlgussplatte 3 und beiderseits derselben lose angeordneten Asbestplatten 4 besteht. An Stelle von Asbest kann jedes an-
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dere faserige, den Durchgang von Geschossen hemmende Material verwendet werden. Die Dicke der Asbestplatten und der Stahlgussplatten richtet sich nach dem Kaliber des zu erwartenden Geschosses. Die
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ken von etwa 3-5 mm gewählt. Die Stahlgussplatten 3 werden mit dem Gerippe 2 durch Punktschweissung, Schrauben, Nieten od. dgl. verbunden.
Sie können auch zwischen Winkeleisen eingespannt werden, die mit einem Schenkel mit der Stahlgussplatte verbunden und mit dem anderen Schenkel am Gerippe 2 oe- festigt sind.
Wenn die Teile des Gerippes 2 aus Hartholz bestehen, ist es selbst in der Lage, Geschosse abzufangen.
Ist es aber, wie im vorliegenden Falle, aus kastenförmigen Stahlprofilen hergestellt, so werden diese mit Holz ausgefüllt. Zu diesem Zwecke wird die dem Wageninneren zugekehrte Wand 5 des Profiles entfernt und in dieses ein Holzteil 6 eingelegt, worauf das Profil wieder durch die Wand 5 verschlossen wird.
Die erfindungsgemässe Panzerung kann auch nachträglich in jedes geeignete Fahrzeug eingebaut werden. Es ergibt sich hiedurch der Vorteil, dass serienmässige Fahrzeuge der üblichen Art wohl gepanzert sind, jedoch ihr normales und unauffälliges Aussehen beibehalten und ihre besondere Ausbildung in keiner Weise erkennen lassen.