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Stranggepresste Innenlaufschiene und darin laufender Gleiter aus Kunststoff für Vorhänge u. dgl.
Stranggepresste Innenlaufschienen, die beispielsweise zum Verlegen in Schallschlucknuten von Schallisolierplatten bestimmt sind, müssen in den Hauptabmessungen ihres Querschnittes dem Querschnitt der Schallschlucknut angepasst sein und dürfen nur mit einem Nutdeckel darüber vorstehen. Bei der üblichen Breite von B mm und Tiefe von 6 mm einer solchen Nut ergibt sich für die Innenlaufschiene ein zulässiger Querschnitt von ungefähr 8 mm auf 7 mm.
Bei Innenlaufschienen von solch geringem Querschnitt sind die Gleitflächen zur Abstützung der Gleiter naturgemäss entsprechend schmal, d. h. meist nur ungefähr l mm, und daher verhältnismässig hoher spezifischer Flächenbelastung ausgesetzt, weshalb die Form der betreffenden Gleitflächen der Schiene und derjenigen des Gleiters im Bestreben auf Bewirkung eines möglichst leichten und geräuscharmen Gleiterlaufes in Abhängigkeit von den verwendeten Werkstoffen für Schiene und Gleiter gewählt werden muss.
Es sind bereits geräuscharm funktionierende Vorhanglaufeinrichtungen bekannt, bei denen die Schiene aus Metall und die Gleiter aus Polyamid (Nylon, Grilon usw.) hergestellt sind. Versuche mit solchen Vorhanglaufeinrichtungen haben ergeben, dass bei tagelang ruhender Last der Vorhänge an den Gleitern aus Polyamid die der Belastung ausgesetzten Gleiterauflagestellen Anpassungen an die Gleitflächen der Schiene erfahren. Diese Verformungen nehmen so lange zu, bis die Spannung der Polyamidmoleküle der örtlichen Belastung das Gleichgewicht hält. Da der Gleiter jedoch nicht stets die genau gleiche Lage zur Schiene einnimmt, wiederholen sich solche Verformungsvorgänge an verschiedenen Stellen der Gleiterlaufflächen.
So entstehen am Gleiter an Stelle anfänglich gleichförmiger Laufflächen allmählich mehrere Auflagestellen, deren Flächen. nicht gleichförmig ineinander übergehen, obschon sie nur in Vergrösse- rung genau wahrnehmbar sind. Versuche haben nämlich gezeigt, dass ein solcher Gleiter infolge seines Querspieles in der Schiene unter dem Einfluss der Vorhangbewegung schlingernd bewegt wird und so mit immer wieder wechselnden Auflagestellen gleitet, wodurch Geräusche ähnlich dem Zirpen der Grille verursacht werden. Diese bei gebräuchlicher Gleitgeschwindigkeit auftretenden Geräusche werden jedoch in Kranken- und Operationsräumen, im Theater, Kino und in PrivatrÅaumen als störend empfunden.
Demgegenüber hat sich durch Versuche erwiesen, dass ein Gleiter, der während des ganzen Vorganges seiner Bewegung mit einer durchgehend gleichförmigen Auflagefläche gleitet, praktisch kein Geräusch mehr verursacht.
Anderweitige Versuche haben die Anpassungsfähigkeit von Auflagestellen von Polyamidkörpern an die härtere Gegenfläche bestätigt, indem beim Verwenden von bis zur Oberflächengüte "Super-finish" bearbeiteten Metallflächen zum Belasten von z. B. Rechtwinkel-Kanten von Polyamidstücken in einer etwa der Belastung von Vorhanggleitern entsprechenden Weise sich an diesen Kanten schon nach einigen Stunden Verformung im Sinne einer Abflachung der Kanten zeigen. Es ist klar, dass die Abflachung bei grösserer Belastung breiter wird als bei geringerer Belastung. Es hat sich überdies gezeigt, dass die Abflachung an der Polyamidkante dabei die Oberflächengüte "Super-finish" der Metallflächen annimmt und infolge molekularer Verdichtung die Verschleissfestigkeit erheblich gesteigert wird.
Durch genaue Beobachtung ist anderseits festgestellt worden, dass beim Strangpressen von Metall-,
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vorstehen. Sind die Schienenlaufflächen nicht auf die Oberflächengüte "Super-finish" nachbehandelt, so ist es besonders infolge der oben erwähnten Verformung der Polyamidgleiter in Anpassung an die Schienengleitfläche möglich, dass der Gleiter Pressflöhe erfassen und abreissen kann. Im Polyamid, das eine hohe Zerreissfestigkeit aufweist, haftet der Pressfloh sehr fest, so dass dieser nun mit dem Gleiter hin-und herbewegt wird. Beim Ziehen der Vorhange führen solche Pressflöhe zum Kratzen und schliesslich zur Beschädigung der Laufflachen der Aluminiumschiene.
Aus diesen Versuchen ist die Schlussfolgerung gezogen worden, dass die stranggepressten Schienen (Schienengleitflächen) zur völligen Beseitigung von Pressflöhen und trotz der eventuellen Kleinheit des Querschnittes der Innenlaufschiene auf die Oberflächengüte "Super-finish" gebracht werden und eine von aussen durch den Schienenschlitz zugängliche Form besitzen müssen, damit einerseits eine Festigungskontrolle der Gleitflächen möglich ist und anderseits sich bei der am Gleiter vollziehenden Verformung in Anpassung an die Schienengleitflächenform nur eine gleichförmige Gleitfläche von gesteigerter Verschleissfestigkeit ergeben kann. Die Erfindung stellt die technische Lösung zu dieser Aufgabe dar.
Der Gegenstand der Erfindung betrifft eine stranggepresste, einen Längsschlitz aufweisende Innenlaufschiene und darin laufende Gleiter aus Kunststoff für Vorhänge u. dgl. und ist dadurch gekennzeichnet, dass am Laufkanal der Schiene zwei zur Abstützung des Gleiters bestimmte Gleitflächen durch Teile einer gemeinsamen Schalenform des Schienenprofils beidseits des an der Basis der Schalenform befindlichen Längsschlitzes gebildet und gegen den letzteren abfallend geneigt sind, während der einzelne Gleiter zum Aufliegen auf diesen Schienengleitflächen je eine langsverlaufende, linienförmig schmale Konvexgleitstelle besitzt,
an welcher er aus einem durch molekulare Verdichtung verfestigbaren Kunststoff besteht und unter der Wirkung der Gleiterbelastung und Gleitreibung zu einer flächenmässig gleichförmigen Anpassung quer zur Laufrichtung an die Schienengleitflächen und zur Oberflächenvergütung befähigt ist, so dass der bei Gebrauch in der Schiene entsprechend dem Gleiterquerspiel im Schienenschlitz auch querbewegliche und schlingernde Gleiter infolge der normalerweise an ihm wirksamen Belastungs- und Bewegungskräfte stets auf beiden Schienengleitflächen aufliegt und geräuscharm läuft.
Die Erfindung wird anschliessend an einem in der beiliegenden Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel näher erläutert.
Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch ein Stück einer Innenlaufschiene mit eingesetztem Gleiter, Fig. 2 zeigt einen Querschnitt zu Fig. l, Fig. 3 ist eine vergrösserte Darstellung einer Randpartie des Schienenquerschnittes mit einem Teil des Gleiters, und Fig. 4 und 5 zeigen zwei Varianten von Schienenprofilen für Schnurzugvorhänge bzw. Schleuderzugvorhänge.
Die in den Fig. l und 2 gezeigte, im Strangpressverfahren hergestellte Innenlaufschiene 1 besteht aus Metall, z. B. einer Aluminiumlegierung, und weist am Schienenlängsschlitz 2 zwei von ihren Seitenwänden d gegeneinander vorstehende Tragflanschen 4 auf, deren dem Schienenlaufkanal 5 zugekehrte Seite je als Teil 6 einer gemeinsamen hohlzylindrischen Schalenform 8 des Schienenprofils ausgebildet ist, wobei die geometrische Zylinderachse 7 sich in der durch die Mitte des Schienenlängsschlitzes 2 gehenden Symmetrieebene der Schiene in derenLängsrichtung erstreckt. Die beiden Hohlzylinderflächenteile 6 sind gegen den Schienenlängsschlitz 2 abfallend geneigt und je mindestens so breit wie das Querspiel des Gleiters 10 im Schienenlängsschlitz 2.
Diese Flächenteile 6 der Tragflanschen 4 dienen als Schienengleitflächen für Vorhangleiter und gehen an der Seitenwand 3 der Schiene in deren Innenfläche 9 über. Der Radius r der Hohlzylinderfläche 8 ist vorzugsweise kleiner als der mittlere Abstand der Längsmitten der beiden Gleitflächen 6 voneinander, damit der mittlere Neigungswinkel der Gleitflächen zur Ebene des Schienenlängsschlitzes 2 praktisch zwischen 30 und 450 liegt. Dann sind die Gleitflächen noch gut zugänglich für eine Fertigungskontrolle und eine eventuelle Nachbehandlung, z. B. mittels rotierender Schleifbürsten, um die Oberflachengüte "Super-finish" zu erzielen. Der mittlere Neigungswinkel der Gleitflächen wird aber auch noch in den Grenzen von etwa 20 bis 500 als tauglich erachtet.
Der aus Polyamid bestehende Gleiter 10 erstreckt sich mit einem Hals 11 durch den Schienenlängs- schlitz 2 in den Laufkanal 5 der Schiene 1 und besitzt am oberen Ende des Halses einen Gleiterkopf 12 von satteldachartiger Form, an dessen beiden seitlich über den Hals 11 vorspringenden in der Gleitrichtung verlaufenden Langsrändern des Daches l1meníormlg schmale Konvexgleitstellen 13 angeordnet sind, welche rundkantenähnliche Form besitzen.
Der Gleiter liegt mit diesen Gleitstellen 13 je auf einer Schienengleitfläche 6 auf, wobei jedoch diese Gleitstellen auch in der Laufrichtung eine gegen die Schienengleitfläche 6 leicht konvexe, kreisförmige Krümmung aufweisen, deren Radius Rein Mehrfaches des Radius r der Hohlzylinderfläche 8 ist, damit der Gleiter etwas wippen kann.
Beidem in die Schiene eingesetzten Gleiter aus Polyamid tritt infolge der Belastung durch den Vorhang und der Gleitreibung an dem jeweils auf den Gleitflächen 6 der Schiene aufliegenden Teil seiner Gleitstellen 13 allmählich eine Kalt-
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verformung in Anpassung an die Hohlzylinderfläche 8 der Schienengleitflächen 6 ein, indem die normalerweise auftretenden Kräfte eine molekulare Verdichtung an den Gleitergleitstellen 13 und somit eine
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treffenden Stelle der Schienengleitfläche in den Gleiter hinein gerichtet sind.
Da der Gleiter im Gebrauch Schlingerbewegungen, Schwingbewegungen quer zur Schiene und Schaukelbewegungen längs der Schiene ausführt und an den Gleitstellen Material in konvexer Längskantenform im Neuzustand des Gleiters vorhanden ist, passen sich allmählich die Gleitstellen 13 auf ihrer ganzen Länge unter einer gewissen Verbreiterung an die hohlzylindrische Krümmung der Schienengleitflächen 6 und an deren Oberflächengüte an, bis eine Verfestigung der Gleitstellen des Gleiters erreicht ist, bei welcher die molekulare Spannung den Verformungskräften Gleichgewicht hält.
Im Neuzustand des Gleiters ist die Gleitstelle 13 praktisch eine durch zwei vorzugsweise aufeinander senkrecht stehende Oberflächen 14 und 15 gebildete Kante und verlagert sich mit fortschreitender Erarbeitung einer schmalen, der Schienengleitfläche angepassten Auflagefläche ein wenig gegen den Gleiterhals 11.
Bei der beschriebenen Anordnung der Schienengleitflächen 6 an der Innenseite der Tragflanschen4ist es also erforderlichenfalls möglich, mindestens an diesen Gleitflächen, zweckmässig aber auch an den übrigen Innenflächen 9 des Laufkanals 5 der Schiene z. B. mittels rotierender Schleifbürsten 16 die vom Strangpressen herrührenden Pressflöhe zu beseitigen und die Oberflächengüte "Super-finish" zu erzeugen.
Die Schienengleitflächen können überdies oder an Stelle des Nachschleifens eloxiert und mit Silikon imprägniert werden. Bei in solcher Weise nachbehandelten Innenlaufschienen der beschriebenen Art führt die Verformung an den Gleitstellen des Gleiters in Anpassung an die eine vorzügliche Glätte aufweisenden hohlzylindrischen Schienengleitflächen allmählich zu einer völlig gleichförmigen Abrundung der Gleiterlaufkanten und zur Molekularverfestigung von hoher Verschleissfestigkeit an denselben.
Die Fig. 4 und 5 zeigen die Ausbildung von Schienengleitflächen der hohlzylindrischen Form an einem Vorhangschnurzug-Schienenprofil 17 bzw. einem Vorhangschleuderzug-Schienenprofil IS. Auchbei diesen Schienen sind die Gleitflächen für die Kontrolle und eventuelle Nachbearbeitung z. B. mittels rotierender Schleifbürsten 16 vollständig zugänglich.
Da die Schienengleitflächen 6 bei den meistgebräuchlichen Vorhangschienen mit möglichst beschranktem Querschnitt normalerweise weniger als 3 mm breit sind, können sie auch nur angenähert der Hohlzylinderfläche 8 entsprechen. So können die beiden Schienengleitflächen je einen der die Hohlzylinderfläche berührenden Teile von zwei ihrer Tangentialebenen 19 bilden, die symmetrisch zu der durch die Hohlzylinderachse 7 und die Mitte des Schienenlängsschlitzes gehenden Symmetrieebene 20 liegen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Stranggepresste, einen Längsschlitz aufweisende Innenlaufschiene und darin laufender Gleiter aus Kunststoff für Vorhänge u. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass am Laufkanal (5) der Schiene (1) zur Abstützung des Gleiters (10) bestimmte Gleitflächen durch Teile (6) einer gemeinsamen Schalenform (8) des Schienenprofils beidseits des an der Basis der Schalenform (8) befindlichen Längsschlitzes (2) gebildet und gegen den letzteren abfallend geneigt sind, während, der einzelne Gleiter (10) zum Aufliegen auf diesen Schienengleitflächen (6) je eine längsverlaufende, linienförmig schmale Konvexgleitstelle (13) besitzt,
an welcher er aus einem durch molekulare Verdichtung verfestigbaren Kunststoff besteht und unter der Wirkung der Gleiterbelastung und Gleitreibung zu einer flächenmässig gleichförmigen Anpassung quer zur Laufrichtung an die Schienengleitflächen (6) und zur Oberflächenvergütung befähigt ist, so dass der bei Gebrauch in der Schiene (1) entsprechend dem Gleiterquerspiel im Schienenschlitz (2) auch querbewegliche und schlingernde Gleiter (10) infolge der normalerweise an ihm wirksamen Belastungs- und Bewegungskräfte stets auf beiden Schienengleitflächen (6) aufliegt und geräuscharm läuft.