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MARCONIS WIRELESS TELEGRAPH Co. LTD. IN LONDON.
Geber für Wellentelegraphie.
Bei der Telegraphie mit Hilfe elektrischer Wollen nach Art der Hertzschen werden die Zeichen durch absatzweise Entladungen von Kondensatoren erzeugt und diese Entladungen müssen zwischen Metallkugeln oder abgerundeten Metallflächen erfolgen und Müssen sehr plötzlich sein. Gewöhnlich benützt man zur Entladung Metallkugeln, zwischen welchen die Funken überspringen. Das durch letztere hervorgerufene Geräusch ist jedoch sehr störend und-bei sehr starken Funken erfahren die Entladungskörper an der Oberfläche eine Abnützung, welche deren Beschaffenheit ändert und ihre Leistungsfähigkeit herabdrückt.
D'Arsonval hat allerdings vorgeschlagen, die Entladungskörper in drehbaren Armen derart zu lagern, dass durch Drehung der Arme der Abstand zwischen den Entladungskörpern zwecks Bildens und Verlöschens der Funken verringert oder vergrössert werden kann, und überdies die Entladungskörper in den Armen selbst verstellbar zu machen, um die Funken an wechselnden Stellen der Körper überspringen zu lassen. Diese Verstellung der Entladungskörper muss dabei von Hand aus bei abgestellter Vorrichtung vorgenommen werden, was Zeitverluste mit sich bringt und gleichwohl die Regelmässigkeit der Entladung nicht sichert, da in der Zeit zwischen zwei aufeinander folgenden Einstellungen die Funkenbildung stets an denselben Stellen der Entladungskörper stattfinden muss.
Nach vorliegender Erfindung dagegen lässt man die elektrischen Entladungen zwischen Kugeln oder Scheiben aus Eisen oder Stahl oder anderem hitzebeständigen, leitenden Material stattfinden, die durch ein Uhrwerk, einen Elektromotor oder irgend eine andere Antriebskraft beständig in Drehung erhalten werden, so dass die Stellen, zwischen weichen die Funken überspringen, auch während des Betriebes der Vorrichtung beständig wechseln. Es können auch Einrichtungen getroffen werden, um die Entladungskörper erforderlichenfalls durch andere zu ersetzen. Die Entladungskörper können aus massiven oder hohlen Kugeln oder Scheiben von Eisen oder Stahl bestehen und im letzteren Fall kann man durch das Innere der Entladungskörper Wasser fliessen lassen, um sie kühl zu halten.
Die Entladungs- körper werten von Wellen getragen, die ihrerseits auf isolierenden Flächen oder Lagern ruhen, und sind in geeignetem Abstand voneinander aufgestellt, wobei Einrichtungen getroffen sein können, um diesen Abstand nach Erfordernis zu regeln. Dies geschieht am besten in der Weise, dass man jeden Entladungskörper samt seinem Motor auf einer um eine Kante drehbaren Platte anordnet und die Neigung der Platten gegeneinander durch Schrauben einstellt.
Es ist vorteilhaft, die Entladungslörper in einem allseitig geschlossenen, mit Luft oder einem Gas unter Druck gefüllten Gehäuse unterzubringen ; bei hinreichender Dicke und Steifigkeit der Gehäusewände kann kein Geräusch aus dem Gehäuse nach aussen dringen, so dass die Entladungen praktisch genommen kein Geräusch verursachen. In dem Gehäuse wird ein Fenster aus starkem Glas angebracht, welches die Beobachtung der
Funken gestattet, und die Länge der Funken kann dadurch festgestellt werden, dass man vor dem Fenster eine Sammellinse aufstellt, welche ein Bild des Funkens auf einen Schirm wirft. Ans der Brennweite der Linse und ihrem Abstand vom Funken ergibt sich ohne- weiters die Vergrösserung und hienach aus der Länge des Bildes die Länge des Funkens selbst.
Die Entladungskörper werden, wie bereits erwähnt, unter Vermittlung geeigneter Vor- gelege von Uhrwerken oder kleinen Elektromotoren aus mit geringer Geschwindigkeit gedreht.
Hei Benutzung von Elektromotoren wird jeder Entladungskörper von seinem eigenen Motor getrieben und diese Motoren sind in dem schalldichten Gehäuse untergebracht, welches auch die Entladungskörper enthält. Da die Funkenaus-und Eintrittsstellen der Entladungskörper beständig wechseln, so nützen sich die Oberflächen der letzteren gleichmässiger ab ; die
Funken sind dann für Zwecke der Wellentelegraphie besser geeignet. Sind die Entladungs- kÖrper hohl, so kann man Wasser in ihnen zirkulieren lassen, um sie kühl zu halten. Durch Benützung von kurzen Funken, die in einem starken, mit Druckluft gefüllten Gehäuse aus
Eisen überspringen, erzielt man den Vorteil, dass die elektrischen Entladungen ganz ge- räuschlos verlaufen.
Zur Verbindung der rotierenden Entladungskörper mit der äusseren
Stromquelle (Transformator, Induktionsspule oder dgl.) dienen Quecksilbernäpfe. Die Klemmen der Elektrizitätsquelle können mit zwei isolierten, metallenen Quecksilbernäpfen verbunden sein und die Wellen der Entladungskörper können je eine in das Quecksilber tauchende
Kupferscheibe tragen, so dass trotz der Drehung der Ent1adungsl\"örper eine gute, leitende
Verbindung derselben mit der äusseren Leitung aufrecht erhalten bleibt. Es können aber auch Quecksilbernäpfe an den Wellen der Entlandungskörper angeordnet sein, in welche
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Näpfe Stangen tauchen, die mit der äusseren Leitung verbunden sind.
Sind die Entladungkörper in einem mit Druckluft gefüllten, luftdichten Gehäuse eingeschlossen, so müssen die von der Elektrizitätsquelle kommenden Dreht oder Kabel luftdicht durch Stopfbuchsen in den Behälterwänden hindurchgeführt werden ; das Gleiche gilt von den Schrauben, die zur Einstellung des Abstandes zwischen Entladungskörpern dienen.
Fig. 1 ist ein Längsschnitt und Fig. 2 ein Querschnitt eines Gebers nach vorliegender Erfindung.
1 ist eine Gusseisen kugel von etwa 15 cM Durchmesser, die von einer Kupferwelle 2 mit harter Stahlspitze 3 am unteren Ende durchsetzt ist ; ein Stahlstift 4 am oberen Ende dieser Welle tritt in eine Ausnehmung im oberen Teil der Kugel, Jede Kugel wird von einem auf Hartgummtfüssoa 6 ruhendes Holzsteg 5 getragen, auf dem das metallene Lager 7 für die Spitze 3 befestigt ist. Die Kugel wird wie folgt in der aufrechten Stellung gehalton : R, 8 sind zwei Holzständer, die gewellte Hartgummi-Isolatoren 9 tragen ; diese tragen ihrerseits einen kupfernen Quersteg 10, an dem ein Kupferstift 11 befestigt ist, der der Länge nach durchbohrt ist, um den Stahlstift 4 aufzunehmen ; auf den Stift 4 ist ein Glasröhre aufgeschoben. Die Ausnehmung im oberen Teil der Kugel wird hierauf mit Quecksilber gefüllt.
Auf diese Weise ist die Kugel mit dem einen Pol des Apparates bildenden Kupfersteg 10 in gut leitende Verbindung gesetzt ; die Kugel ist aber trotzdem frei drehbar und der Zapfen 4 gegen Überspringen von Funken geschützt. Die Kugel erhält den Antrieb von einem Elektromotor aus in folgender Weise : Am unteren Ende der Welle 2 ist ein Wurmrad 13 befestigt, das in einen Wurm 14 auf einer isolierten Welle 15 aus Hartgummi eingreift. Auf der letzteren Welle 15 sitzt ein zweites Wurmrad 16, das vom Wurm 17 auf der Welle des Motors M getrieben wird.
Das Ganze ruht auf einem aus zwei bei 21 gelenkig miteinander verbundenen Platten 19, 20 bestehenden Gestell ; die obere Platte 19 kann mittelst einer Schraube 22 um das Scharnier 21 gedreht werden, so dass dutch Drehung der zwei je eine Hälfte der Entladungsvorrichtung tragenden Platten 19 die Entladungskörper oder Kugeln einander genähert oder voneinander entfernt werden können, um die Länge der Funkenstrecke nach Erfordernis einzustellen.
Die ganze Vorrichtung ist in einem hinreichend grossen Gehäuse 23 aus Stahlblech oder Gusseisen eingeschlossen, das zweckmässig eine zylindrische Gestalt aufweist. In der Wand des Gehäuses sind zwei Stopfbüchsen 24 angebracht, durch welche die Kabel luftdicht zu den Kupferstreifen 10 geführt werden ; ferner sind zwei Stopfbüchsen 25 zur Einführung der Stromzuleitungskabel für die Motoren 18 vorgesehen und ebenso Stopfbüchsen 26 für die Schrauben 22.
Auf diese Weise können die Entladungskörper in einem luftdichten Gehäuse gedreht worden, in welchem Luft oder ein Gas unter Druck enthalten ist. Da unter der Einwirkung des elektrischen Funkens sich der Sauerstoff der Luft mit dem Stickstoff zu Salpetersäure verbindet, so ist es besser, Stickstoff an Stelle von Luft zur Fiillung des Gehäuses zu benutzen.
Es empfiehlt sich, das Gehäuse mit einem Manometer 27 und einem Sicherheitventil 28 auszustatten, so dass der vorgeschriebene Druck nicht überschritten wird. In der Gehiiusewand ist auch eine durch eine starke Glasscheibe verschlossene Schauöffnung 29 anzubringen, um die Funken beobachten zu können.
PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Geber für Wellentelegraphie, bei welchem die Entladungskörper durch eine äussere Antriebskraft (Elektromotor, Federmotor etc.) in Rotation versetzt werden, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Entladungskörper um eine zur Funkenbahn senkrechte oder geneigte Achse rotiert, so dass die Stellen an der Oberfläche der Entladungskörper, zwischen welchen die Funken überspringen, beständig wechseln.