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Vorrichtung zum Antrieb von Tonbandgeräten
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Antrieb von Tonbandgeräten mit einem auf verschiedene
Geschwindigkeiten und Laufrichtungen umschaltbaren Motor.
Bei den bekannten Wickelmotoren wird auf der relativ dünnen Welle ein besonderer Teller befestigt, auf den dann die Spule aufgelegt wird. Der Teller muss ausserdem auch noch eine Mitnehmereinrichtung für diese Spule tragen. Diese Anordnungen bedingen eine genaue schlagfreie Tellerbefestigung auf der
Achse. Obendrein wird durch den Teller die Wärmeabfuhr des Motors sehr behindert.
Um diese Nachteile zu beseitigen, wird bei der Vorrichtung der eingangs erwähnten Art ein an sich bekannter Motor mit nutenlosem, glockenförmigem Läufer und unmittelbar an dessen Stirnwand angebrachtem Teller benützt.
Diese Anordnung hat die Vorteile, dass einerseits die Bauhöhe des Gerätes, soweit sie durch den Motor bzw. die Motoren bedingt ist, sehr gering ist und dass anderseits die Lagerung für den Abzug des sehr empfindlichen Tonbandes sehr leichtgängig gemacht werden kann, weil die Welle auf einer sich drehenden Kugel in einem geschlossenen Lagersystem laufen kann. Die geschlossene Glocke verhindert das Auftreten von Streufeldem, so dass trotz engen Zusammenbaues von Motor und Schaltelementen keine Brummeinstreuung oder Entmagnetisierung eintritt.
Gegenüber den bekannten Schallplattenmotoren ist der erfindungsgemässe Motor sehr klein. Er kommt beispielsweise mit einem Durchmesser von nur etwa 70 mm aus und kann dabei eine Spule für eine Stunde Spieldauer in weniger als einer Minute zurückspulen. Ausserdem kommt der erfindungsgemässe Motor sofort auf Touren, so dass beim Start des Tonbandgerätes keine Schlaufen des Tonbandes entstehen können.
Die Motoren des Tonbandgerätes werden gegenläufig geschaltet. Zum schnellen Hin- oder Rücklauf wird jeweils ein Motor stromlos gemacht oder er erhält verringerte Spannung, die seinen Läufer im entgegengesetzten Sinne zu verdrehen sucht. Der andere Wickelmotor erzeugt durch erhöhte Spannung eine überwiegende Kraft in seiner Laufrichtung, so dass das Tonband gespannt wird.
In der Zeichnung sind einige Beispiele nach dem Vorschlag der Erfindung dargestellt. Es zeigen Fig. 1 einen schematischen Schnitt durch einen Motor mit umlaufender Glocke, deren Boden gleichzeitig Spulenteller ist, Fig. 2 eine ähnliche Ausführung mit einem in ein Aluminiumgehäuse eingepressten Stahlrohr und Fig. 3 einen dünnwandigen Tellerläufer in einem feststehenden Gehäuse.
Ein Ständer 1 dient als Träger der Primärwicklung 2 und gleichzeitig zur Lagerung der Läuferwelle 3, wofür z. B. Sinterlager 4 vorgesehen sind. Auf der Welle 3 ist das als Tellerläufer ausgebildete, umlaufende Motorgehäuse 5 befestigt, dessen Oberseite 6 am Rand mit Lüfterflügeln 7 versehen ist. Diese Oberseite 6 dient gleichzeitig als Tellerscheibe zur Aufnahme der Tonband- oder Tondraht-Spulen, wobei der Tellerrand so weit über das umlaufende Gehäuse hinausgezogen ist, dass der Spalt in der Montageplatte 8 des Gerätes überdeckt ist.
Die Welle 3 wird mittels einer Kugel 9 von dem Drucklager 10 in dem Lagerdeckel 10'abgestützt.
Ein Sprengring 11 verhindert ein Herausziehen der Welle aus der Lagerung.
Der Lagerdeckel 10'verschliesst die Öffnung in einer Brücke 12 sowie das Lagerrohr l. Die Befestigung dieser Brücke kann entweder wie in Fig. 1 links dargestellt, mittels Distanzbolzen 13 an einer oberen Montageplatte oder mittels Stollen 14 an einer etwa unten vorgesehenen Montageplatte 15 vorgenommen werden (Fig. 1 rechts).
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Eine andere Ausführungsform ist in der Fig. 2 dargestellt, bei welcher der Tellerläufer 5 aus Leichtmetall mit einem eingepressten Stahlrohr 16 versehen ist. Eine U-förmige Brücke 17 mit seitlichen Teilen 18 dient wieder zum Befestigen des Motors an der oberen Geräteplatte 8.
Um die Schwungmasse möglichst klein zu halten, ist eine Ausbildung gemäss Fig. 3 besonders vorteilhaft. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel umschliesst der Ständer 1 mit der Wicklung 2 die Welle 3, welche in den Lagern 4 sitzt. Die vorzugsweise aus gezogenem Blech, aus Eisen oder auch gegebenenfalls aus Aluminium hergestellte Glocke 19 ist von dem in üblicher Weise genuteten Blechpaket mit der Wicklung 2 ausgefüllt, so dass der Durchmesser der Glocke 19 relativ sehr klein wird. Dadurch werden die Beschleunigungsvorgänge beim schnellen Hochlaufen des Motors sowie auch beim Bremsen zum Stillsetzen so schnell verlaufen, dass das auf-und abzuwickelnde Band weder locker, noch plötzlich angespannt werden kann, wodurch es zum Reissen gebracht würde.
Auf der Glocke 19 ist ein Teller 20 angebracht, an dem Flügel 21,22 vorgesehen sind, welche über die Löcher 24 und die Öffnung 25 im Traggehäuse 23 Luft durch den Motor saugen können. Auf die Welle 3 ist ein Mitnehmer 26 aufgesetzt (vgl. Fig. 1), der aus einem Blechscheibchen hergestellt ist, das drei Falten 27, die im Winkel von 1200 voneinander abstehen, aufweist. Diese Kappe hat eine gewisse federnde Spannung, mit der sie auf dem Ende der Welle 3 hält und so die Spule mitnimmt. Bei einem plötzlichen Anhalten wird diese Mitnehmerkappe gleichzeitig als Rutschkupplung dienen, was zur Vermeidung von Beschädigungen oder Bandrissen erwünscht ist.
Die Anwendung einer mechanischen Bremse 28 ist in Fig. 1 und 2 angedeutet. In Fig. 2 rechts ist die Verwendung eines Bremsmagnets 29 skizziert. Die Betätigung kann durch an sich bekannte mechanische oder elektrische Mittel erfolgen.
Bei den dargestellten und beschriebenen Tellermotoren ist es möglich, dass sie sich einmal nur sehr langsam, etwa in 4 Sekunden einmal, um ihre Achse drehen und ein anderes Mal beim schnellen Umspulen des Tonbandes Drehzahlen bis über 1200 Umdr/min erreichen, um, wie bereits eingangs erwähnt, die Umspulung eines längeren Tonbandes für etwa 1 Stunde Spieldauer in etwa 1 Minute und weniger vorzunehmen. Die Auflage der Spule auf dem Motor bzw. auf dem auf der Stirnseite der Glocke befestigten Teller 20 ergibt dabei eine sehr geringe Bauhöhe der Anordnung, wobei unzulässige Temperaturen an der Spule durch die Kühlwirkung der Schaufel 22 verhindert werden.