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Arbeitshandschuh
Die Erfindung betrifft einen Arbeitshandschuh, der als Wärmeschutz geeignet ist und das Anfassen oder Berühren heisser Gegenstände ermöglicht bzw. als Schutzhülle gegen Verbrennungen bei der Arbeit dient. Der erfindungsgemässe Arbeitshandschuh ist insbesondere für die Verwendung in Walzwerken, Gie- ssereien, Hüttenbetrieben, Kokereien bzw. überall dort geeignet, wo die Arbeiter mit erhitzten Werkstücken oder der Hitzeeinwirkung ausgesetztem Handwerkzeug zu tun haben.
Bisher hat es für diesen Zweck keinen geeigneten Handschutz gegeben. Aus Asbest hergestellte Handschuhe oder Fäustlinge sind wegen der geringen Elastizität und Faserlänge des Asbestmaterials wenig schmiegsam, so dass sie einerseits das Tastgefühl stark beeinträchtigen und anderseits wenig dauerhaft sind, da der Zusammenhalt des Asbestgewebes beim Gebrauch sehr bald zerstört wird. Die häufig geübte Verwendung von Schutzlappen ist ebenfalls nicht befriedigend, da diese das Tastgefühl noch stärker beeinträchtigen und wegen ihrer losen und unhandlichen Form auch keinen absolut sicheren Schutz gegen Verbrennungen gewährleisten.
Es ist auch nicht möglich, aus gewöhnlichem Textilmaterial hergestellte Handschuhe durch Befeuchten gegen Hitzeeinwirkung widerstandsfähig zu machen, da der entstehende Dampf für die Hand noch gefährlicher ist, als die trockene Hitze des Werkstückes'oder Werkzeuges.
Durch die Erfindung wurde nun ein Arbeitshandschuh geschaffen, dem die oben geschilderten Mängel nicht anhaften und der sich im wesentlichen durch die Kombination der an sich bekannten Massnahmen kennzeichnet, dass mindestens der die Handinnenf1äche bedeckende Teil aus gewirktem Textilmaterial besteht, das auf mindestens einer Seite, zweckmässig auf der Aussenseite des Handschuhs, längere lose Fadenschlaufen (Henkel) aufweist und dass das Textilmaterial feuerfest imprägniert ist. Hiebei sind die losen Fadenschlaufen (Henkel) des gewirkten Textilmaterials mindestens 2 mm, zweckmässig 5 mm, lang.
Die Verwendung von gewirktem Textilmaterial ist bei Waschhandschuhen an sich schon bekannt geworden. Es handelt sich dabei jedoch um eine Ausführungsvariante des bekannten Waschlappens, die ausschliesslich zum Abwaschen bzw. Frottieren des Körpers bestimmt war, dagegen als Arbeitshandschuh keinesfalls brauchbar wäre. Anderseits ist auch schon vorgeschlagen worden. Arbeitshandschuhe durch Imprägnierung unverbrennbar zu machen.
Erst durch die erfindungsgemässe Kombination eines mit solchen Fadenschlaufen ausgebildeten Handschuhes mit einer feuerfesten Imprägnierung wird der angestrebte Effekt, nämlich die Unempfindlichkeit des Handschuhes gegen Verbrennen oder Versengen und gleichzeitig eine grosse Isolierfähigkeit erreicht.
Die losen langen Fadenschlaufen ergeben nämlich eine Vergrösserung der Oberfläche des Handschuhes um ein Vielfaches, die einen wirksamen Schutz der Hände gegen die Einwirkung der Hitze darstellt. Durch die feuerfeste Imprägnierung wird anderseits verhindert, dass das Material des Handschuhes durch die Berührung mit glühenden oder heissen Gegenständen versengt oder in Brand gesetzt wird.
Das gemäss der Erfindung für den feuersicheren Arbeitshandschuh verwendete gewirkte Textilmaterial besitzt den Vorteil, dass es elastisch dehnbar ist und sich daher bei der Arbeit der Hand gut anschmiegen kann, ohne Ermüdungserscheinungen hervorzurufen oder das Tastgefühl wesentlich zu beeinträchtigen. Die vorzugsweise auf der Aussenseite des Handschuhs vorgesehenen losen längeren Fadenschlaufen (Henkel) des Textilmaterials bedingen eine ausserordentlich wirksame Isolierung, da sie dem Handschuh den Charakter eines Pelzhandschuhs verleihen und durch die zwischen den einzelnen Fadenschlaufen vorhandenen Lufträume die direkte Wärmeleitung verhüten. Durch die Imprägnierung des Textilmaterials mit feuerfestmachenden Stoffen an sich bekannter Art, wie z. B.
Wasserglas, wird ausserdem ein Verbrennen der Faden-
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schlaufen oder des Textilmaterials bei Berührung glühender Metallteile od. dgl. wirksam verhindert. Der Arbeitshandschuh gemäss der Erfindung ermöglicht demnach das Anfassen heisser, gegebenenfalls sogar glühender Werkstücke oder Werkzeuge, ohne dass die Gefahr einer Verbrennung der Hände des Arbeiters besteht und ohne dass dessen Tastgefühl beeinträchtigt oder der Arbeitsvorgang behindert wird.
In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung an Hand einer beispielsweisen Ausführungsform schematisch veranschaulicht. Fig. 1 zeigt den Arbeitshandschuh gemäss der Erfindung in Ansicht und Fig. 2 ist ein Schnitt durch das zur Herstellung des Handschuhs verwendete Textilmaterial, der die langen losen Fadenschlaufen (Henkel) erkennen lässt. In der Zeichnung ist als Beispiel ein in an sich bekannter Weise als Fingerhandschuh ausgebildeter Arbeitshandschuh dargestellt, der aus gewirktem Textilmaterial hergestellt ist, welches auf der Aussenseite des Handschuhes 1 längere lose Fadenschlaufen, sogenannte Henkel 2, aufweist.
Das zur Herstellung des Handschuhs benützte gewirkte Textilmaterial besitzt infolge seiner langen Henkel, die mindestens 2 mm, zweckmässig 5 mm, lang sind, eine gewisse Ähnlichkeit mit dem unter dem Namen Frottéstoff bekannten gewebten Material. Gegenüber dem Frottéstoff besitzt es jedoch den Vorteil, dass es wesentlich elastischer und besser dehnbar ist, so dass es sich der Hand des Trägers in weiten Grenzen anschmiegen kann. Dieses Material kann auf Rundwirkstühlen an sich bekannter Art hergestellt werden, die jedoch für die Erzeugung solcher ungewöhnlich lapger Henkel besonders ausgebildet oder eingestellt werden müssen.
Auch die Länge der die isolierende Wirkung hervorrufenden Fadenschlaufen oder Henkel 2 (Fig. 2) ist grösser als dies bei den bisher bekannten für Handtücher, Waschlappen usw. verwendeten gewebten Frottéstoffen der Fall ist.
Die feuerfeste Imprägnierung des gewirkten Textilmaterials, die mit an sich bekannten Imprägnierungsmitteln zur Feuerfestmachung, wie z. B. Wasserglas od. dgl., erfolgen kann, wird zweckmässig am gewirkten Textilmaterial vor der Herstellung des Handschuhes vorgenommen. Es ist gegebenenfalls aber auch möglich, die fertigen Handschuhe einer Imprägnierung zu unterziehen.
Statt wie bei dem gewählten Beispiel als Fingerhandschuh können die Arbeitshandschuhe gemäss der Erfindung natürlich auch in an sich bekannter Weise als Fäustlinge ausgebildet sein.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Arbeitshandschuh, gekennzeichnet durch die Kombination der an sich bekannten Massnahmen, dass mindestens der die Handinnenfläche bedeckende Teil aus gewirktem Textilmaterial besteht, das auf mindestens einer Seite, zweckmässig auf der Aussenseite desHandschuhs, längere lose Fadenschlaufen (Henkel) aufweist und dass das Textilmaterial feuerfest imprägniert ist.