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Zitzengummi für Melkbecher von Melkmaschinen
Die Erfindung bezieht sich auf einen Zitzengummi für Melkbecher von Melkmaschinen, dessen im Becher liegender Schlauchteil in einen nach oben aus der Becherhülse herausragenden, erweiterten, mit einer mittigen Einführöffnung für die Zitze versehenen und den oberen Becherrand mit einem Kragen überfassenden Kopf übergeht, dessen Innenwandung vom grössten Innendurchmesser zur öffnung spitzbogenförmig verläuft.
An Zitzengummis wird in der Praxis die Forderung gestellt, dass sie sich den verschiedenen Dicken und Längen der Zitzen gut anpassen und weich an die Zitze anlegen. Hiedurch und auch durch die beim Melkvorgang auftretenden Ver- änderungen der Zitzenform ist es äusserst schwie-
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Form der Zitzengummis und der Zitzengummiköpfe zu erreichen. Weiter wird die Forderung
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nötig hohen Belastungen ausgesetzt sind, der Melktbecher aber auch an kleineren und dünneren Zitzen gut haftet und nicht abfällt.
Zur Erfüllung dieser Forderungen ist man schon so vorgegangen, dass der Zitzengummikopf im Oberteil abgeplattet und hier die Wandung mit der mittleren Durchbrechung verhältnismä- ssig dünn gehalten wird. Die dadurch und durch das erforderliche weiche Kautschukmaterial erreichte grosse Elastizität an der Kopfdurchbrechung führt jedoch dazu, dass der Zitzengummi an stärkeren Zitzen haftet, nicht jedoch an dünneren Zitzen, wie sie jüngere Kühe aufweisen.
Die bisherige Ausbildung führt bei weichem Material auch dazu, dass der Zitzengummi mit der Melkbecherhülse beim Melken an der Zitze nach oben klettert und dadurch schliesslich den Milchfluss durch zu starke Einschnürungen der Zitze hemmt oder sogar abschnürt. Verwendet man härteres Kautschukmaterial, so wird hiedurch zwar eine grössere Stabilität erreicht, durch die ein Hoehkissttern unter Umständen vermieden und eine bessere Haftfähigkeit erreicht wird, aber dieses Material führt selbst bei dünner Wan-
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den Melkvorgang ungünstig beeinflussen.
Es ist zwar grundsätzlich möglich, je nach der Dicke und Länge der Zitzen geeignete Zitzengummis in verschiedenen Grössen und aus verschieden weichem bzw. hartem Material auszuwählen, jedoch führt dies in der Praxis zu Schwierigkeiten, da der Melker im allgemeinen bestrebt ist, alle Kühe mit den gleichen Zitzengummis zu melken.
Neben einer solchen Ausführung sind aber auch noch andere Vorschläge bekannt. Beispielsweise hat man den Kopf des Zitzengummis am Innen-
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einer starken Versteifungswulst versehen. Gegen- über den ersteren Ausführungen dürften derartge Zitzengummis weniger vorteilhaft sein, da sie
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nung verhältnismässig unelastisch sind und daher eine Anpassung an alle Zitzengrössen nicht oder kaum zulassen.
Die Aufgabe der Erfindung besteht nun darin, mit nur einer Zitzengummigrösse Kühe sehr unterschiedlicher Zitzen melken zu können und dabei zu erreichen, dass der Zitzengummi einwandfrei haftet, nicht zu schmerzhaften Einschnürungen führt und so stabil ist, dass ein Hochklettern an der Zitze vermieden wird.
Dementsprechend besteht die Erfindung im wesentlichen darin, dass die Wandungsstärke des Kopfes von der öffnung bis zum grössten Durchmesser der Erweiterung mindestens im gleichen
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gleichmässig zunimmt,Wandstärke des Kopfes zwischen seinem grössten Durchmesser und dem übergang in den Schlauchteil etwas geschwächt ist.
Dadurch ist es möglich, für die Zitzengummis ein weiches elastisches Kautschukmaterial zu verwenden, welches durch die Form des Kopfes und die Wandstärkenverhältnisse eine grosse Stabiltät in der Längsachse des Zitzengummis aufweist und anderseits an dem Umfang der Kopfdurchbrechung weichelastisch ist und sich hier beim Aufschieben auf die Zitze infolge der Form und des Wand51 : ärkenverlaufes nach innen einrollt und dabei an der Stelle der Zitze haften bleibt, bis
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zu der der Kopfteil auf die Zitze aufgeschoben ist. Da sich also der Kopfteil auf die Zitze mehr oder weniger aufrollen kann, besitzt er eine gute Anpassungsfähigkeit an verschieden langen Zitzen.
Gleichzeitig wird beim Melkvorgang eine bestimmte Massage des am Kopf liegenden Zitzenteiles erreicht, indem durch den Taktwechsel eine atmende Bewegung des Kopfteiles erfolgt. Die mit den nach diesem Gesichtspunkt entwickelten Zit- zengummis durchgeführten Versuche haben zu besten Melkergebnissen geführt.
In der Praxis hat sich durch Versuche herausgestellt, dass es vorteilhaft ist, um den verschiedenen Zitzenlängen Rechnung zu tragen, dass die Höhe des Kopfteiles der Zitzengummis etwa 35 -400/o der Länge des Schlauchteiles beträgt, wogegen der Durchmesser des Innenraumes des Kopfteiles an der weitesten Stelle etwa 25% grö- sser ist als seine Höhe. Der so ausgebildete Kopfteil kann an jede Zitze angesetzt werden, da er sich an der Saugöffnung einrollt und somit jeder Zitzenstärke gut saugend und dichtend anpasst. Bei kurzen Zitzen wird bereits beim Anrüsten der Zitzengummi so weit nach oben gezogen, dass die Zitzenspitze weit genug in den Schlauchteil hineinragt, wie es das Zusammendrücken der Zitze zum Zweck einer wirkungsvollen Massage erfordert.
Bei längeren Zitzen werden die Zitzengummis nur wenig auf die Zitze aufgeschoben, so dass die Zitzenspitze wiederum an der geeigneten Stelle im Schlauchteil liegt und nicht zu weit in diesen Schlauchteil hineinragt.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, u. zw. zeigen Fig. 1 einen Achsschnitt durch den Kopfteil eines Zitzengummis gemäss der Erfindung, Fig. 2 einen Achsschnitt durch Zitzengummi und Melkbecherhülse, aufgesetzt auf eine Zitze, während des Saugtaktes, Fig. 3 den gleichen Achsschnitt während des Entlastungstaktes.
Nach dem Beispiel besitzt der Zitzengummi in üblicher Weise einen im Zitzenbecher liegenden zylindrischen oder etwa zylindrischen Schlauchteil 1 und einen sich hieran anschliessenden oberen erweiterten Kopfteil 2, dessen grösster Durchmesser sich nach oben verkleinert und hier eine Durchbrechung oder öffnung 3 zum Einführen der Zitze aufweist. Gemäss der Erfindung besitzt der Kopf in durch die Längsachse gelegten Schnittebenen im Oberteil von der grössten Erweiterung bis zur Einführöffnung 3 die Form eines gotischen Bogens, und weiter ist die Wandstärke des Kopfes möglichst unter Benutzung von weichem, elastischem Kautschuk so ausgebildet, dass sie an der öffnung 3 möglichst dünn ist und dann bis zur weitesten Stelle 4 allmählich grösser wird und am Übergang zum Schlauchteil etwas geschwächt ist.
Vorteilhaft geht man so vor, dass die Wandstärke des Kopfes von der öffnung 3 bis zum grössten Durchmesser des Kopfes mindestens im gleichen Verhältnis zunimmt, wie der Durchmesser grösser wird. Durch diese Ausbildung des Kopfes wird, wie schon erwähnt, erreicht, dass sich der Kopf mit den dünnen, die öffnung 3 umgebenden Wandungsteilen beim Aufschieben auf die Zitze nach innen einrollt, so dass starke Einschnürungen der Zitze unabhängig von der Länge und Dicke derselben nicht eintreten können. Anderseits gewährleistet die Form und der Verlauf der Wandungsstärke eine grössere Stabilität, durch die verhindert wird, dass der Zitzengummi beim Melkvorgang allmählich an der Zitze hochklettert.
Vorteilhaft ist es, in unmittelbarer Nähe der Kopfdurchbrechung 3 auf der Aussenseite umlaufende parallele Haftrippen 5 geringer Stärke vorzusehen, durch die die Einrollbewegung beim Auf-
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begünstigt wird, abgesehen davon, dass hiedurch auch eine bessere Haftfähigkeit an der Zitze erreicht wird.
Da die Ausbildung des Zitzengummikopfes gemäss der Erfindung gewährleistet, dass der Kopf an der Stelle der Zitze haften bleibt, bis zu der er auf die Zitze aufgeschoben ist, ist es möglich, den Zitzengummi jeweils so weit aufzuschieben, dass das Zitzenende etwa in mittlerer Höhe des im metallischen Melkbecher 6 liegenden Schlauchteiles 1 eingeführt ist. Damit ist eine besondere Formgebung des Schlauchteiles 1 möglich, u. zw. wird die Wandung vom Kopfteil 2 bis zur mittleren Höhe oder etwa zur mittleren Höhe des Schlauches in der Wanddicke allmählich geschwächt und nimmt von der Mitte nach unten in der Wanddicke wieder zu. Durch diese Ausbildung wird sich der Zitzengummi beim übergang vom Saugtakt (Fig. 2) zum Entlastungtakt (Fig. 3) zunächst in der Mitte zusammendrücken, so dass die Zitze von der Spitze aus nach oben hin massiert wird.
Dadurch werden Blutstauungen in der Zitze beim Melken verhindert. Ferner wird gleichzeitig durch das beginnende Zusammendrücken in der Mitte die beim Saugtakt ermolkene Milch aus dem Zitzengummi nach unten weggedrückt und gelangt beschleunigt zum Melkkreuz, so dass die Melkzeit mit einem Zitzengummi gemäss der Erfindung verkürzt werden kann. Diese Verkürzung der Melkzeit kann dadurch erhöht werden, dass der Saugtakt gegenüber dem Entlastungstakt länger eingestellt wird, was durch die Funktionsweise des Zitzengummis ohne weiteres und ohne Schaden für das Tier möglich ist.
Der Zitzengummi ist im übrigen in üblicher Weise in der Melikbecherhülse eingespannt, u. zw. dadurch, dass er mit einem Kragen 7 über den oberen Melkbecherrand fasst und dass das Unterende des Zitzengummischlauches 1 durch ein Schauglas 8 eingespannt ist, auf das der zum Melkkreuz führende Schlauch aufschiebbar ist.
Man kann aber auch so vorgehen, dass der Zitzengummischlauch 1 in eine Kautschuktülle ausläuft, die sich durch ihre Eigenspannung im ent-
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sprechend ausgebildeten Unterende des Bechers festhält und auf die ein zum Melkkreuz führender Schlauch aufschiebbar ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Zitzengummi für Melikbecher von Melkmaschinen, dessen im Becher liegender Schlauchteil in einen nach oben aus der Becherhülse herausragenden, erweiterten, mit einer mittigen Einführ- öffnung für die Zitze versehen und den oberen Becherrand mit einem Kragen überfassenden Kopf übergeht, dessen Innenwandung vom grössten Innendurchmesser zur öffnung spitzbogen- förmig verläuft, dadurch gekennzeichnet, dass die'Wandstärke des Kopfes von der öffnung (3) bis zum grössten Durchmesser der Erweiterung mindestens in gleichen Verhältnis allmählich und gleichmässig zunimmt, wie der Durchmesser grö- sser wird, und dass die Wandstärke des Kopfes zwischen seinem grössten Durchmesser und dem Übergang in, den Schlauchteil etwas geschwächt ist.
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