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Hülle für Schallplatten mit gegenüber der rillentragenden Randzone verdicktem Mittelteil
Aufbewahrungsmöglichkeiten für Schallplatten gibt es in verschiedenen Ausführungen. Am meisten verbreitet sind Plattenständer, die bis zu 100 vertikal gestellte Schallplatten fassen. Es werden aber auch
Alben mit taschenförmigen Hüllen, zur horizontalen Aufbewahrung von Platten, erzeugt. Ausserdem existieren Kassetten und Behälter verschiedenster Art, welche die Schallplatten gegen Durchbiegen ; schützen sollen. Dieser Schutz wird aber nur den älteren Erzeugnissen aus Schellack (78 Umdr/min) ge- boten, deren Dicke über die gesamte Fläche ziemlich gleich ist.
Die neuen im Handel befindlichen
Vinilyt-Schallplatten für 45 Umdr/min unterscheiden sich hievon (abgesehen von ihren akustischen Vor- zügen) in zwei Punkten ganz wesentlich : a) Die Dicke des Mittelteiles ist ungefähr doppelt so gross wie die der Spielfläche. b) Das Material ist stark wärmeempfindlich und die Rillenbreite beträgt nur 0, 07 mm (Mikrorillen).
Es ist verständlich, dass diese Schallträger weitaus besser geschützt werden müssen, als die herkömmlichen.
Ihre Oberfläche ist zwar äusserst glatt, aber durch elektrostatische Aufladungen können Staubteilchen an- gezogen werden und in unbedeckte Rillen gelangen. Noch schwieriger ist es, die Platte gegen Kratzer und Verbiegen zu schützen. Die Bruchgefahr ist wegen der Zähigkeit des Kunststoffes sehr gering, doch genügt eine relativ kleine Temperaturerhöhung (durch Ofennähe oder Sonnenstrahlung), um die Rillen- breite einer vertikal gestellten Vinilyt-Platte so zu verändern, dass die Mikro-Saphirnadel nicht mehr einwandfrei abtastet. Selbst wenn sich die Schallplatte frei in horizontaler Lage befindet, bleibt der mit
Rillen versehene Teil ohne Auflage. Dies bildet besonders dann eine Gefahr, wenn man die Platten auf- stapeln will. Es ist daher notwendig, die Randzone entsprechend zu unterlegen.
Bekannt sind sowohl gewöhnliche, glatte Hüllen aus Papier oder Kunststoff, als auch solche, die an ihren Innenseiten Einlagen aus weichen, filzartigen Stoffen besitzen. Hüllen mit glatten Innenflächen gewähren wegen der besonderen Querschnittsform der Schallplatten für 45 Umdr/min keinen Schutz gegen mechanische oder thermische Beanspruchung. Das gleiche gilt für die mit Einlagen versehene Hüllenart, weil auch diese die Formgebung der erwähnten Platten nicht berücksichtigt. Auch die bekannte Abstützung der Schallplatte in der Mitte am Plattenspiegel und am äussersten Rand schützt nicht gegen Durchbiegen oder Verziehen der Rillenfläche.
Es wird nun eine Hülle vorgeschlagen, die sämtliche Teile der Oberfläche einer solchen Platte ein- wandfrei abstützt und zugleich einen Schutz gegen Staub und Kratzer bietet. Darüber hinaus ist ein Auf- stapeln von in solchen Hüllen befindlichen Schallplatten ohne Gefahr möglich, ja sogar erwünscht, weil eine etwa verzogene Rillenfläche durch das Gewicht der darüber befindlichen Schallplatten wieder plan werden kann.
Fig. 1 zeigt eine horizontal liegende Hülle in Aufsicht, Fig. 2 (Schnitt A-B) lässt die Innen- profilierung stark vergrössert erkennen.
Wie ersichtlich, ist jede Innenfläche der beiden Hüllenteile 5 und 6 entsprechend dem Platten- querschnitt mit einer Einprägung 7 bzw. 8 für den stärkeren Mittelteil versehen. Die Hüllenteile sind an zwei zusammenstossenden Kanten längs einer stegartigen Erhöhung 2 verschweisst oder geklebt, so dass sowohl für den Mittelteil als auch für die Rillenzone beiderseits ebene Auflageflächen entstehen. Die den verschweissten Kanten gegenüberliegenden Seiten 1 bleiben offen, damit die Schallplatte nach leichtem Anheben des Teiles 5 bis zum Anschlag in die Hülle geschoben werden kann.
Es ist unerheblich, ob für den Hüllenteil 5 bzw. 6 tatsächlich ein einziges, weiches, nachgiebiges Material verwendet wird,
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das in der Mitte eine Einprägung erhält, oder ob dieser aus einer dünnen Folie und einem aufgeschweissten Kreisring (etwa aus Kunststoff) zusammengesetzt wird. Da die Hülle im wesentlichen aus zwei symmetrisch gleichen Teilen 5 und 6 besteht und deshalb keine hohen Herstellungskosten erfordert, wäre auch ein Farbdruck direkt auf die Aussenseite der etwa transparenten Hüllenteile in Erwägung zu ziehen, wodurch die bisher übliche Verkaufsaufmachung aus bedrucktem Papier entfallen könnte. Der Mittelkreis müsste unbedruckt bleiben und würde die Originalaufschrift der Schallplatte freigeben.
Das Aufstapeln von horizontal liegenden Hüllen ergibt eine Art Kartei, wenn die Hüllen in an sich bekannter Weise mit einem Loch 3 versehen werden und durch diese Ausnehmungen vertikal ein Führungsstift gesteckt wird. Schraubt man diesen Stift in eine Grundplatte, dann kann jede beliebige Schallplattenhülle horizontal um diesen einen Drehpunkt herausgeschwenkt werden. Die einzelnen Hüllen können entweder in einer Ecke 4 numeriert werden oder an ihren Frontkanten Karteireiter tragen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Hülle für Schallplatten mit gegenüber der rillentragenden Randzone verdicktem Mittelteil (für 45 Umdr/min) aus weichem, elastischem, dichtem Material, wie Kunststoff, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenfläche der Hüllenteile durch je eine Vertiefung in der Mitte und durch (an zwei zusammenstossenden Kanten angeordnete) stegartige Erhöhungen, längs welcher die zwei Hüllenteile miteinander verbunden sind, dem Querschnitt der Schallplatte angepasst sind, so dass für alle Teile der Plattenoberfläche Auflageflächen gebildet werden.