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Verfahren zum Einbetten von metallischen Körpern in hohle Formkörper aus Glas, insbesondere zum Einbetten seitlicher Stromzu- führungen in die Seitenwand des Kolbens von Kathodenstrahlröhren Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einbetten von metallischen Körpern in die Wand von durch Zentrifugieren hergestellten hohlen Formkörpern aus Glas, insbesondere zum Einbetten seitlicher Stromzuführungen in die Seitenwand der durch Zentrifugieren hergestellten Kolben von Kathodenstrahlröhren.
Es sind mehrere Verfahren zum Einbetten der seitlichen Stromzuführungen in die Seitenwand des Kolbens von Kathodenstrahlröhren, insbesondere vor Bildröhren filr Fernsehzwecke, bekannt. Alle diese Verfahren weisen das gemeinsame Merkmal auf, dass man durch Zentrifugieren hergestellten Kolben nach dem Herausheben aus der Form in einem besonderen Arbeitsgang mit den seitlichen Stromzuführungen dadurch versieht, dass man den Kolben an der gewür schten Stelle mit einer Stichflamme durchlocht und in dieses Loch die aus Metall hergestellten und evertuell bereits vorher mit Glas überzogenen seitlichen Zuführungen einbettet.
Der gemeinsame Nachteil dieser bekannten Verfahren besteht darin, dass das Anordnen der seitlichen Stromzuführungen in einem besonderen Arbeitsgang vor sich geht, ferner, dass man den nach dem Zentrifugieren bereits abgekühlten Kolben zwecks Vermeidung von Sprüngen beim Durchlochen mittels einer Flamme eventuell von neuem anwärmen muss.
Zweck der Erfindung ist die Vermeidung der besagten Nachteile.
Im Sinne der Erfindung wird das Zentrifugieren des Kolbens und das Einbetten der seitlichen Stromzuführungen in einem einzigen Arbeitsgang vorgenommen. Die Erfindung besteht hiebei im wesentlichen darin, dass man vor Beginn des Zentrifugierens die einzubettende seitliche Stromzuführung an der Innenwand der Zentrifugierform lösbar befestigt, sodann durch Zentrifugieren den Kolben selbst formt. Der den Kolben bildende Stoff umfliesst dabei die an der Seitenwand vorher angeordnete seitliche Stromzuführung, bringt mit der seitlichen Stromzuführung eine vakuumdichte Verbindung zustande und bettet diese ein.
Hierauf wird dann der Kolben zusammen mit der eingebetteten seitlichen Stromzuführung aus der Zentrifugierform entfernt.
Im Sinne der Erfindung wird die seitliche Stromzuführung vorteilhaft derart an der Wand der Zentrifugierform befestigt, dass die Befestigung an der Wand der Zentrifugierform von aussen lösbar ist.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden an Hand zweier schematisch dargestellter Ausführungsbeispiele erklärt. In der Zeichnung zeigt die Fig. l die eine Ausführungsform vor dem Zentrifugieren, Fig. 2 dieselbe Ausführungsform nach dem Zentrifugieren, Fig. 3 das Entfernen des Kolbens bei der ersten Ausführungsform, Fig. 4 eine zweite Art des Entfernens des Kolbens. Die gleichen Bezugszeichen bezeichnen in allen Figuren die gleichen Teile.
An jener Stelle der Wand der Zentrifugierform 1, welche am anzufertigenden Kolben der Stelle der seitlichen Stromzuführung entspricht, muss ein Halterungselement angeordnet werden, das geeignet ist, das äussere Anschlussglied der seitlichen Stromzuführung für die Dauer des Zentrifugierens lösbar zu fixieren. Die als Beispiel angenommene, allgemein übliche seitliche Stromzuführung besteht aus einem inneren zapfenförmigen Anschlussglied 7 und aus einem mit diesem im voraus verschweissten scheibenförmigen äusseren AnscMussglied 6. Das scheibenförmige äussere Anschlussglied ist im dargestellten Ausführungsbeispiel durch einen Halterungszapfen 3 fixiert, an welchen das scheibenförmige Anschlussglied 6 angedrückt
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werden kann.
Der Halterungszapfen 3 kann an der Zentrifugierform z. B. mit Hilfe eines Gewindes 4 ge- mäss Fig. 1 befestigt werden.
Nach dem Anordnen der seitlichen Stromzuführung wird der Kolben 2 durch Zentrifugieren ausgebil- der (Fig. 2), wobei der noch plastische Stoff des Kolbens den Zapfen 7 der seitlichen Zuführung in Form eines Wulstes 8 umfliesst. Zwecks Sicherung des vakuumdichten Abschlusses muss die Höhe des scheiben- artigen Gliedes 6 der seitlichen Zuführung (gemessen in der Richtung der Stärke des Kolbens) kleiner sein, als die Wandstärke des Kolbens. Diese letztere Massnahme ist notwendig, da die gut dichtende Verbin- dung zwischen dem Metallkörper und dem Glaskörper an der glatten Oberfläche der Scheibe 6 und nicht an der mantelförmigen Fläche des Zapfens 7 zustande kommt. Dies ist dadurch bedingt, dass während des Zentrifugierens der plastischen Glasmasse infolge des Strömens dieser Masse an der in der Richtung der Strömung gesehen hinteren Seite des Zapfens ein Spalt entsteht.
Nach dem Zentrifugieren muss der
Kolben mit der eingebetteten seitlichen Stromzuführung derart aus der Form entfernt werden, dass, so- lange der Glaskörper noch plastisch ist, der Zapfen 7 (Fig. 3) in Richtung des Pfeiles 9 angezogen wird, wodurch dieser Teil des Kolbens die in Fig. 3 dargestellte Form annimmt, so dass der Kolben unter Um- gehung des Zapfens 3 aus der Form 1 herausgehoben werden kann.
Um das Herausheben des Kolbens aus der Form zu erleichtern, kann die seitliche Stromzuführung ge- mäss Fig. 4 in einer einfacheren Weise befestigt werden. Bei dieser Ausführungsform ist der Zapfen 3 mit einem als Führung dienenden Ansatz 5 versehen, welcher durch eine in der Form 1 ausgebildete Bohrung durch die Wand der Form ragt. Um den Ansatz 5 in der Wand der Form leichter führen zu können, ist an der Innenseite der Form eine zur Aufnahme des Zapfens 3 geeignete Ausnehmung 11 vorgesehen, welche eine Fortsetzung der zum Führen des Ansatzes 5 dienenden Bohrung bildet.
Bei dieser Ausführungsform wird die seitliche Stromzuführung auf den Zapfen 3 in der beschriebenen Art aufgesetzt und der Kolben durch Zentrifugieren hergestellt. Der fertige Kolben wird aus der Form der- art herausgehoben, dass der als Führung dienende Ansatz 5 des Zapfens 3 von aussen in Richtung des Pfeiles 10 angezogen wird, wodurch der Zapfen 3 die Scheibe 6 der seitlichen Stromzuführung verlässt und in die in der Form zu diesem Zwecke ausgebildete Ausnehmung 11 versenkt wird. Sodann kann der Kolben aus der Form in einfacher Weise herausgehoben werden.
Mit dem Verfahren nach der Erfindung können auch seitliche Stromzuführungen anderer Form, als bisher beschrieben, in den Kolben von Kathodenstrahlröhren eingebettet werden.
Die Erfindung eignet sich auch zum Einbetten von Metallkörpern in hohle, durch Zentrifugieren hergestellte Glaskörper anderer Form als oben beschrieben.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Einbetten von metallischen Körpern in die Wand von durch Zentrifugieren hergestellten hohlen Formkörpernaus Glas, insbesondere zum-'Einbetten seitlicher Stromzuführungen in die Seitenwand der durch Zentrifugieren hergestellten Kolben von Kathodenstrahlröhren, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Beginn des Zentrifugierens die einzubettende seitliche Stromzuführung an der Innenwand der Zentrifugierform lösbar befestigt, sodann durch Zentrifugieren der Kolben selbst ausgebildet wird.