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DR. WALTER ZAUNER IN SIEDING-STIXENSTEIN (NIEDERÖSTERREICH)
Tube
Die Erfindung betrifft eine insbesondere aus Kunststoff bestehende Tube und hat zum Ziel, die
Tube derart auszubilden, dass ihr Verschluss schnell und nur mit einer Hand geöffnet werden kann. Nach
Entnahme von Füllgut soll sich der Verschluss mit Sicherheit von selbst wieder schliessen können und da- bei das Tubeninnere nach aussen einwandfrei abdichten.
Zu diesem Zweck wurde bereits eine Tube vorgeschlagen, die einen vom Tubeninneren aus in den
Sitz ihrer Entnahmeöffnung mittels einer Feder selbsttätig sich anlegenden Ventilkörper aufweist, der sich bei Ausübung eines Druckes auf den Tubeninhalt entgegen der Wirkung der Feder von seinem Sitz abhebt. Es. ergab sich jedoch, dass der wirksame Druck auf das Füllgut wegen der verhältnismässig ge- ringen Fläche des Ventilkörpers nicht ausreicht, um ein einwandfreies Arbeiten des Verschlusses zu be- wirken. Die Folge war ein Eintrocknen des Füllgutes und das völlige Versagen dieser Vorrichtung.
Gemäss einem anderen bekannten Vorschlag besteht eine Verschlusseinrichtung für Tuben aus einem die Tube am Austrittsende abschliessenden, membranartig aufgehängten Abschlusskörper mit einer Austrittsöffnung und einem mit dieser Öffnung zusammenwirkenden Verschlusskörper, der fest mit dem Tubenkörper verbunden ist. Der auf den Tubeninhalt ausgeübte Druck bewirkt-eine Verstellung der Membran und damit des Abschlusskörpers, so dass hiedurch die Verschlussöffnung freigegeben wird. Diese Vorrichtung ermöglicht einen nur geringen Öffnungshub, so dass bei einer Entnahme das Füllgut förmlich nach aussen gespritzt wird.
Gemäss der Erfindung kann nun das einwandfreie Arbeiten des Verschlusses und vor allem eine dosierte Entnahme des Füllgutes im wesentlichen dadurch erreicht werden, dass bei einer Tube der eingangs genannten Art die Feder entweder selbst den Ventilkörper trägt oder mit diesem durch Kupplungsglieder verbunden ist, wobei sie in beiden Fällen unmittelbar an der Tubenwandung anliegt. Bei einem die Tube zusammenquetschenden Fingerdruck in der Ebene der Feder bzw. der Kupplungsglieder wird nun durch eine direkte Kraftübertragung über die Feder der Ventilkörper von der Entnahmeöffnung abgehoben, ohne dass diese Bewegung vom Zustand des Füllgutes wie bei den bereits erwähnten Tubenverschlüssen abhängig ist. Sobald der Druck auf die Feder aufhört, entspannt sich diese und drückt dabei den Ventilkörper wieder fest gegen die Öffnung der Tube.
Hiemit ist ein dichter Verschluss der Tube gewährleistet.
Liegt die Feder gemäss einer besonderen Ausführungsform der Erfindung unter Vorspannung an der Tubenwandung an, so ist mit Sicherheit auch bei zähflüssigem, pastenMtigem Füllgut ein einwandfreies Schliessen des Verschlusses gewährleistet.
Die Verschlussfeder kann im übrigen eine quer zur Längsachse der Tube angeordnete Blattfeder sein, die bezüglich der Entnahmeöffnung vorzugsweise konkav ausgebildet ist. Eine andere Lösung sieht allgemein die Anordnung einer Ringfeder vor.
Unter Tube soll jedes Behältnis verstanden werden, das im Bereich seines Verschlusses aus elastisch nachgiebigem Material, insbesondere aus Kunststoff, besteht, wobei es gleichgültig ist, welche Form es in seinen übrigen Teilen aufweist.
Wenn auch in erster Linie daran gedacht ist, den Ventilkörper beim Öffnen in das Innere der Tube zu ziehen, so kann es im Rahmen der Erfindung in bestimmten Fällen durchaus zweckmässig sein, den Ventilkörper von der Entnahmeöffnung nach aussen zu drücken. Schliesslich kann der Tubenkopf oder eine Zone der Tube selbst die Ringfeder ersetzen und nachgiebig federnd ausgebildet sein.
Im Rahmen der Erfindung wird ferner vorgeschlagen, die Tube aus Tubenkopf und Tubenhülse ge-
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trennt herzustellen und die Feder im Bereich der Verbindungsstelle zwischen Kopf und Hülse einzusetzen.
Hiebei ist es vorteilhaft, den Tubenkopf oder die Tubenhülse oder beide mit einer Ringnut oder mit Aus- nehmungen zu versehen, die zur Verbindung dieser Teile und zur Verankerung der Feder dienen.
Die Erfindung soll nachstehend an Hand einiger in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert werden. Hiebei zeigt Fig. 1 eine erfindungsgemässe Tube mit geschlossener Entnahme- öffnung im Längsschnitt. Fig. 2 veranschaulicht dieselbe Tube geöffnet. Die Fig. 3 - 5 stellen weitere
Ausführungsformen und Details der erfindungsgemässen Tube dar.
In Fig. 1 ist mit 1 der Tubenkopf bezeichnet, der eine Entnahmeöffnung 2 aufweist. Der Tubenkopf ist entweder ein Teil der zweiteiligen Tubenhülse 3,4 oder an diese entlang von Nuten 5 angesetzt, d. h. verklebt oder verschweisst. An einander entgegengesetzten Stellen 6,7 des Tubenkopfes sind die
Enden einer Blattfeder 8 verankert. Hiefür können z. B. Einkerbungen dienen oder Höcker vorgesehen sein, an die sich die Federenden anlegen, sei es, dass die Feder an der einen Seite nur einfach angelegt ist (Fig. 1), sei es, dass die Feder an der anderen Seite an den Höcker angeschweisst ist (Fig. 2). In der Mitte der Blattfeder 8 ist eine Stange 9 angesetzt, die an ihrem freien Ende einen Ventilkörper 10 trägt.
Die Blattfeder 8 ist bezüglich der Entnahmeöffnung 2 leicht konkav gebogen und unter Vorspannung, wie erwähnt, an den Lagerstellen 6,7 eingesetzt. Die anliegenden Wände des Tubenkopfes bzw. der Tubenhülse sind in bestimmtem Masse elastisch nachgiebig, so dass die vorgespannte Feder 8 auch in Richtung der Ventilstange 9 einen Druck ausübt. Dieser presst den Ventilkörper 10, z. B. eine Kugel, in die Entnahmeöffnung 2, so dass diese dicht verschlossen ist. Es versteht sich von selbst, dass der im Prinzip einen
Stopfen darstellende Ventilkörper 10 auch ein Konus oder eine Scheibe sein kann, und überhaupt jede Form haben kann, um die Entnahmeöffnung 2 dicht zu verschliessen.
Ferner ist zu bemerken, dass die Ventilstange 9 mit dem Ventilkörper 10, zweckmässig auch mit der Blattfeder 8 aus einem Stück bestehen und aus geeignetem Kunststoff hergestellt sein kann.
Die zweiteilige Tubenhülse 3, 4 wird durch einen oberen und unteren Mantelteil gebildet, die untereinander verklebt oder verschweisst sind, wobei die Naht allseitig in einer Ebene liegt. Diese Gestaltung der Tube ermöglicht deren Herstellung am Ort und im Zeitpunkt der Füllung.
In Fig. 2 ist eine erfindungsgemässe Tube mit geöffnetem Verschluss gezeigt. Die Verbindung des Tubenkopfes mit der Tubenfeder ist in diesem Fall etwas anders ausgebildet. Durch den Druck auf die beiden Lagerstellen 6,7 der Tube wurde die vorgespannte Feder 8 noch mehr zusammengepresst, so dass sich der Ventilkörper 10 infolge der nunmehr stärkeren Krümmung der Feder von der Entnahmeöffnung 2 abgehoben hat. Durch den Druck auf die Feder wurde gleichzeitig auch das Volumen der Tube verringert, wodurch Füllgut durch die Entnahmeöffnung 2 austritt. Die Anordnung der Feder in bezug auf den Tubenquerschnitt muss also so getroffen sein, dass sich beim Öffnen des Verschlusses zugleich immer eine Verringerung des Tubenvolumens ergibt. Der verringerte Rauminhalt der Tube wird durch Aufrollen der Tubenhülse oder durch eine sonstige Art der Zusammenpressung, z.
B. durch Klebung des oberen Mantelteils mit dem unteren der Tubenhülse ausgeglichen. Für diesen Zweck können auch Metall-Einlagen oder ein Schieber 16 vorgesehen sein, die eine bleibende Deformation der Tube unter Verringerung des Tubenvolumens ermöglichen.
Gemäss einer anderen in der Zeichnung nicht dargestellten Ausführungsform der Erfindung ist die Schliessfeder 8 bezüglich der Entnahmeöffimng 2 konvex eingesetzt, so dass ein Zusammendrücken an den Federenden die Ventilstange 9 nach aussen bewegt. In diesem Fall ist der Ventilkörper 10 von aussen in die Entnahmeöffnung eingesetzt und hebt sich von dieser Öffnung bei einem Druck auf die Federenden nach aussen ab. Das Füllgut umfliesst dabei die Ventilstange 9, die einen kleineren Querschnitt als die Entnahmeöffnung 2 aufweist.
In Fig. 3 ist eine Tube vor dem Ingebrauchnehmen dargestellt, wobei die Entnahmeöffnung 2 auch von aussen verschlossen ist. Dies kann z. B. dadurch erfolgen, dass der Tubenkopf an der Entnahmeöffnung 1 und an seinem Anschlussrand an die Hülse mit je einer Umfangsrille versehen ist, wobei die folienartige Tubenhülse über den Kopf gezogen ist und auch die Entnahmeöffnung überdeckt. Die Hülse ist dabei im Bereich der Rillen mit dem Tubenkopf verschweisst (Fig. 4). Die Tube ist durch diese Ausbildung absolut dicht und beliebig lang lagerfähig. Der Tubenkopf 1 kann auch an der Entnahmeöffnung durch ein besonderes Verschlussstück 11 verschlossen sein, welches durch rillenärtige Einkerbungen 12 vom übrigen Tubenkopf getrennt ist. In diesem Fall ist der Tubenkopf jedoch wie in Fig. 1 oder 2 an die Hülse angeschlossen.
Durch einen Abreisslappen 13 kann in beiden Fällen das Verschlussstück leicht abgerissen werden, worauf für den weiteren Gebrauch der erfindungsgemässe ventilartige Verschluss dient.
In Fig. 3 ist ferner ein Ventilkörper 10 für eine rechteckige oder ovale Entnahmeöffnung dargestellt.
Die Ventilstange 9 kann ebenfalls im Querschnitt rechteckig ausgebildet sein.
Wie es selbstverständlich ist, besteht immer ein Kräftegleichgewicht zwischen der gespannten Feder
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und den Widerlagern, welche durch den Sitz in der Entnahmeöffnung 2 und die Lagerstellen 6,7 gebildet sind. Gemäss einer ebenfalls in Fig. 3 dargestellten Weiterbildung des Erfindungsgegenstandes kann die vorgespannte Feder durch eine Ringfeder 14 gebildet sein. Diese presst mittels einfacher Verbindungsglieder 15,16 die Ventilstange 9 mit dem Ventilkörper 10 auf den Ventilsitz. Ein Drücken der beiden entgegengesetzt liegenden Anlenkstellen 6,7 bewirkt in bereits erläuterter Weise ein Öffnen des Verschlusses. Das Schliessen erfolgt dadurch, dass die Feder 14 ihre Ausgangsform wieder anzunehmen sucht.
Es ist ersichtlich, dass auch der betreffende Hülsenteil die Ringfeder ersetzen und für deren Aufgabe herangezogen werden kann.
Die Fig. 5 zeigt eine beispielsweise Sicherung der Entnahmeöffnung 2 vor einem ungewollten starken Druck auf die Federenden 6,7, z. B. bei einer druckgefährdeten Verpackung einer angebrochenen Tube.
Der Ventilkörper 10 besitzt eine Gewindebohrung 17, die nach aussen hin offen ist. In diese Bohrung 17 kann eine Schraube 18 eingesetzt werden, deren Kopf vollkommen unabhängig von der Form der Entnahmeöffnung 2 ist, der jedoch einen Durchmesser besitzen muss, der grösser als der kleinste Durchmesser der Entnahmeöffnung ist. Die Schraube verhindert damit ein Abheben des Ventilkörpers 10 vom Tubenkopf 1 auch bei einem starken Druck auf die Federenden. Bei genügend starker Feder wird diese zusätzliche Sicherungsmöglichkeit jedoch nur in ganz seltenen Fällen notwendig sein.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Tube, insbesondere aus Kunststoff, mit einem vom Tubeninneren aus in den Sitz ihrer Entnahme- öffnung mittels einer Feder selbsttätig sich anlegenden Ventilkörper, der sich bei Ausübung eines Druckes auf die Tube entgegen der Wirkung der Feder von seinem Sitz abhebt, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (8,14) entweder selbst den Ventilkörper (10) trägt oder mit diesem durch Kupplungsglieder (15,16)
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