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Vorrichtung zur Veränderung elektrischer, aus einem Frequenzgemisch bestehender
Signale
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Veränderung elektrischer, aus einem Frequenzgemisch bestehender Signale in der Amplitude der einzelnen Frequenzkomponenten innerhalb einer bestimmten Zeitspanne, inbesondere bei der Verstärkung und Aufzeichnung seismischer Wellen, die durch die Detonation einer Explosivladung erzeugt werden. Die Vorrichtung ist mit zwei zueinander parallel liegenden Signalkanälen oder Ubertragungskanälen versehen.
Es ist bekannt, dass die Energie seismischer Wellen, welche von unter der Oberfläche liegenden Zwischenflächen reflektiert werden, während des Zeitintervalls, das durch die seismische Aufzeichnung begrenzt wird, in der Frequenzzusammensetzung wechselt. Im allgemeinen kann gesagt werden, dass die zu Beginn von verhältnismässig nahe der Erdoberfläche liegenden Zwischenflächen ankommenden Reflexionen Energiekomponenten höherer Frequenz enthalten, während die später, von tieferen Flächen ankommenden Reflexionen im allgemeinen aus Komponenten niedrigerer Frequenzen aufgebaut sind.
Um die Auswertung seismischer Aufzeichnungen der durch die Detonation einer explosiven Ladung erzeugten Energie zu erleichtern, werden die Frequenzwiedergabe- Charakteristiken des Aufnahme- und Aufzeichnungssystems variiert ; dabei wird der Vorteil erreicht, dass kontinuierlich in dem der Detonation folgenden Zeitabschnitt die jeweils vorherrschende Frequenz der aufzuzeichnenden Wellen auf jeden Fall begünstigt wird.
Um dies zu erreichen, sind bereits Vorrichtungen verwendet worden, welche Filter für verschiedene Frequenzkomponenten aufwiesen und mit deren Hilfe eine willkürliche Veränderung der Zusammensetzung des Frequenzgemisches möglich war.
Bei einer dieser bekannten Vorrichtungen war im Signalkanal eine Mehrzahl von Serienkondensatoren und f1ine Anzahl von Nebenschlusskondensatoren vorgesehen. Jeder der Nebenschlusskondensatoren war durch eine Triode geshuntet. Durch Änderung der Gittervorspannung dieser Trioden (Verschieben auf negative Werte) während der Dauer jeder einzelnen Aufzeichnungsperiode wurde die Durchlasskurve des durch die Zusammenschal- tung der Kondensatoren gegebenen Filters von ursprünglich höheren Frequenzen zu tieferen Frequenzen verschoben.
Eine andere bekannt gewordene Vorrichtung zu diesem Zwecke umfasste zwei in Serie geschaltete Filter, u. zw. ein Tiefpassfilter und ein Hochpassfilter. Die Variation der Durchlasskurve der Filter bzw. der ganzen Einrichtung wurde durch die Änderung der Gittervorspannung von Trioden erreicht, welche parallel zu den Nebenschlussgliedern der Filter gelegt waren.
Es ist auch eine Vorrichtung bekannt geworden, bei welcher eine der Verstärkerstufen mit einem Schwingkreis als Aussenwiderstand versehen war.
Durch Verändern eines der frequenzbestimmenden Glieder dieses Schwingkreises (Drehkondensator) konnte eine Frequenzselektion innerhalb bescheidener Grenzen erreicht werden.
Eine Änderung der Durchlasskurve wurde auch durch die Veränderung der Vormagnetisierung des Kopplungsübertragers zwischen zwei Stufen eines Verstärkers im Signalkanal erreicht.
Alle diese bisher bekannt gewordenen Einrichtungen hatten aber den gemeinsamen Nachteil, dass sich das Verhältnis zwischen Phasenlage und Frequenz bei der Variation der Filter stark änderte, wodurch sich unerwünschte Verzerrungen des auszuwertenden Signals ergaben.
Bei Hochfrequenzempfängern-beispielsweise zum Empfang von Rundfunksendern-ist es zum Zwecke der Trennschärferegelung bekannt geworden, zwei zueinander parallel liegende Obertragungskanäle vorzusehen, deren jeder eine bestimmte Durchlasscharakteristik aufwies und in seiner Verstärkung geregelt wurde, u. zw. in Abhängigkeit von der Grösse des Empfangssignals an der Antenne des Empfängers. Für jeden der übertragungskanäle war eine Spannungsquelle zur Erzeugung einer sich ändernden Gleichspannung vorgesehen.
Diese beiden Spannungsquellen wurden von der Grösse des Eingangssignals an der Antenne beeinflusst und lieferten dieser Spannung jeweils proportionale Regelspannungen.
Zur Vermeidung aller zuvor angeführten Nachteile wird eine Vorrichtung der eingangs angegebenen Art vorgeschlagen, bei welcher erfindungsgemäss der erste Signalkanal zwischen sei-
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nem Eingang und dem Abschlusswiderstand passive (unbeeinflusste) Impedanzelemente aufweist, um im Abschlusswiderstand eine erste Stromkomponente zu erzeugen, ferner der zweite Signalkanal ein Paar gegeneinander geschalteter, nur in einer Richtung leitender Elemente aufweist zur Erzielung einer veränderlichen Frequenzabhängigkeit, wobei dieser zweite Kanal im Nebenschluss zum Abschlusswiderstand geschaltet ist, um in diesem eine zweite Stromkomponente zu erzeugen,
und bei der eine an sich bekannte Spannungsquelle zur Erzeugung einer sich ändernden Gleichspannung vorgesehen ist, welche ein mit der Detonation der Explosivladung entstehendes Signal empfängt und über eine bestimmte, damit beginnende Zeitspanne entsprechend einer vorge-
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ander geschalteten Elemente verändert.
Hiebei wird afso die Signalspannung mit einem
Signal gemischt, welches ihr in der Zusammensetzung völlig gleicht, jedoch in der Phasenlage und in der Amplitudengrösse ihr gegenüber verändert ist. Je nach der Grösse der Phasenverschiebung und der Grösse des Unterschiedes in den Ampli- tuden kann das nach der Mischung erhaltene Signal jeden beliebigen Charakter annehmen-es können z. B. die hohen oder die niedrigen Frequenzen bevorzugt sein. Es kommt nur darauf an, die zweite Signalkomponente in Phasenlage und Amplitudengrösse gegenüber der ersten entsprechend zu variieren. Das Verhältnis zwischen Phasenlage und Frequenz ändert sich bei dieser Art der Signalveränderung nur in sehr geringem Ausmasse.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung werden als nur in einer Richtung leitende Elemente zur Erzielung der'veränderlichen Frequenzabhängigkeit ein Paar Dioden vorgesehen, welche zueinander parallel geschaltet sind, wobei jeweils die Anode der einen Diode mit der Katode der andern verbunden ist.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden an Hand der Zeichnung genauer erläutert.
In der Zeichnung stellt Fig. 1 schematisch eine bevorzugte Ausführungsform einer Filtereinrichtung in einem seismischen Prüfungssystem dar ; Fig. 2 ist eine graphische Darstellung der Ände- rungen, die durch die Betätigung des Systems gemäss Fig. 1 erzeugt werden ; Fig. 3 ist eine schematische Wiedergabe des Systems nach Fig. 1 und Fig. 4 zeigt eine Änderung eines Teiles der Fig. 1.
In Fig. 1 ist eine Quelle von seismischen Wellen, zum Beispiel eine explosive Ladung 10, dar-
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und mit einer Zündungseinrichtung, zum Beispiel dem Zünder 12, verbunden ist. Nach Detonation der Ladung 10 wandern seismische Wellen nach unten zu reflektierenden Zwischenflächen. An jeder Zwischenfläche wird ein Teil der Energie zurück an die Erdoberfläche geleitet, wo diese Energieimpuls in Erscheinung treten und durch
Geophone 14-19 aufgenommen werden. Die Sig- nale von den Geophonen stellen eine Kombinati- on von reflektierter Energie und unerwünschten
Nebengeräuschen dar und werden mittels eines
Vielfachleiterkabels 20 zu einem Verstärkergestell
21 übertragen.
Der erste Verstärker 22 ist mit seinem Eingang mit dem Detektor 14 verbunden und steht mit seinem Ausgang mit dem Filter 23 in Verbindung, dessen Ausgang sodann mittels des Kanals 24 an das Registriergerät 25 ange- schlossen ist.
Gemäss der Erfindung kann das Filter 23 eine
Schaltung haben, die mit dem Ausgang des letz- ten Verstärkers 26 verbunden ist. Die Wirkungs- weise dieses Filters ist derart, dass am Anfang der seismischen Aufzeichnung, das heisst unmittelbar nach der Detonation der Charge 10, das Filter- netz die niedrigfrequenten Komponenten stark unterdrückt und nur Signale, bei denen höher- frequente Bestandteile überwiegen, zum Regi- striergerät 25 gelangen lässt. Danach wird die
Durchlasskurve des Filters kontinuierlich und in vorbestimmter Weise modifiziert, so dass auch Energie niedrigerer Frequenz zum Registriergerät
25 gelangen kann und die Mitwirkung von höher- frequenten Komponenten, die auf andere Weise im vorhergehenden Teil der Aufzeichnungsperiode enthalten sind, eliminiert wird.
Die folgende, ins einzelne gehende Beschreibung befasst sich hauptsächlich mit der Verwertung eines Anfangsimpulses von einer Zündeinrichtung
12, wobei der Wechsel in der Selektivität der Filter für die Signale von den Geophonen 14-19 beginnt ; es ist jedoch klar, dass das System ganz allgemein für die selektive Behandlung von seismischen Wellen, die in phonographisch reproduzierbarer Form für eine nachfolgende Analyse aufgezeichnet werden, verwendet werden kann.
In diesem Falle würden die phonographisch reproduzierbaren Aufzeichnungen ein so breites Frequenzband haben, wie erwünscht ist. Danach könnte während der Filterung das Frequenzband auf einen vorgewählten Punkt im Frequenzspektrum eingeengt und nach einer vorbestimmten Zeitfunktion variiert werden, wie nun erklärt werden wird.
Das Filternetzwerk erhält ein Signal an seinem Eingang von der Anode einer Verstärkerröhre 30, deren Gitterkathodenkreis durch den Ausgang des Verstärkers 26 erregt wird. Die Anode der Röhre 30 wird mittels des Kondensators 31 und des Widerstandes 32 mit einer Impedanz 33 gekuppelt, welche vorzugsweise den gleichen Wert wie die charakteristische Impedanz des zugeord- I neten Filters besitzt. Als Eingang des Filters kann daher die Klemme 34 und die Erdungsklemme 35 angesehen werden.
Es sind zwei voneinander getrennte Signalwege vorhanden, die von den Eingangsklemmen 34 und 35 zu den Ausgangsklemmen 36 und 37 führen. Die erste Signalbahn enthält ein Hoch- passfiIter, dass ein -Glied umfasst, welches
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aus der Serienschaltung der Kondensatoren 40 und 41 und einer Nebenschluss-Induktanz 42 auf- gebaut ist. Dieses Fitlernetz, das die Elemente
40-42 umfasst, besitzt eine festgelegte Durchlass- kurve der üblichen Form, wie sie in Fig. 2 durch die strichlierte Kurve 43 angedeutet ist. Oberhalb einer bestimmten Frequenzgrenze erfolgt keine
Dämpfung der hohen Frequenzen. Unter dem "Knie" der Kurve 43 werden die Komponenten niedriger Frequenz stark geschwächt ; die Steilheit der Kurve beträgt 18 Dezibel (db. ) pro Ok- tave.
Gemäss der Erfindung wird der erste Kanal so gewählt, dass die erwünschte Eliminierung der niederfrequenten Komponenten während des er- sten Teiles der Aufzeichnungsperiode erreicht wird. Ein zweiter Signalkanal ist zur übermitt- lung einer zweiten Signalkomponente zu, den Ausgangsklemmen 36 und 37 vorgesehen, welcher an dem hochfrequenten Ende des Spektrums um
1800 phasenverschoben zu den entsprechenden
Frequenzkomponenten des durch das Filter 40-42 geleiteten Signales ist. Bei dem nieder- frequenten Ende verstärken die Komponenten einander, die zu den Ausgangsklemmen 36 und 37 durch die getrennten Kanäle übermittelt wer- den. Ausserdem sind Mittel zur Änderung der Grösse und der Phase der zweiten Komponenten vorgesehen.
Im besonderen ist ein Transformator 50 vorgesehen, der mit seiner Primärwicklung 51 parallel zur Impedanz 33 liegt. Der Transformator 50 besitzt vorzugsweise ein Windungsverhältnis von l : l, so dass die Spannung in der Sekundärwicklung 52 gleich ist der Primärspannung. Die Primär- und Sekundärwicklungen sind so geschaltet, dass, wenn die untere Klemme der Primärwicklung 51 negativ ist, die untere Klemme der Sekundärwicklung 52 positiv ist. Diese Klemme ist mit einem symmetrisch aufgebauten, in beiden Richtungen leitenden und in seinem Widerstand veränderlichen Impedanzkreis verbunden, z. B. mittels des Leiters 53. Die zweite Klemme der Sekundärwicklung 52 wird dann mittels des Leiters 54,. des Kondensators 55 und des Widerstandes 56 mit der Ausgangsklemme 36 verbunden.
Der variable Impedanzkreis umfasst eine gemeinsame Verbindung 60 zwischen der Anode einer ersten Diode 61 und der Kathode einer zweiten Diode 62. Die Kathode der Diode 61 ist mittels des RC-Gliedes 63 mit der Erde und mittels eines den Widerstand 64 enthaltenden Leiters mit der positiven Klemme der Gleichstromquelle 65 verbunden. In ähnlicher Weise ist die Anode der Diode 62 mittels des RC-Gliedes 66 mit der Erde und mittels eines den Widerstand 67 enthaltenden Leiters mit der negativen Klemme der Gleichstromquelle 65 verbunden.
Wenn die Ausgangsspannung von der Quelle 65 niedrig ist, wird durch die Kreise der Dioden 61 und 62 eine sehr geringe Impedanz dargeboten.
Wenn die Spannung hoch ist, ist die Kathode der Diode 61 stärker positiv als deren Anode und um- gekehrt ist die Anode der Diode 62 stärker negativ als deren Kathode, so dass der Kreis eine hohe Impedanz darbietet. Die in der Sekundärwicklung 52 induzierte Spannung liefert einen Stromfluss über den Kondensator 55, den Widerstand 56, die Ausgangsimpedanz 44 und das Diodenpaar 61, 62. So kann die Grösse des Spannungsabfalles am Widerstand 44 durch Anderung der Impedanz der Dioden 61 und 62 variiert werden.
Es ist zu verstehen, dass die Impedanz des Diodenpaares 61, 62 unendlich ist und nur ein sehr kleiner Strom durch die Sekundärwicklung 52 fliessen kann, wenn die Spannung aus der Quelle 65 sehr gross ist. In diesem Zustand ist die Mitwirkung an der Filterausgangsspannung durch jenen Kanal, der die Windung 52 enthält, sehr gering lund die Durchlasskurve entspricht der strichlierten Kurve 43 in Fig. 2 ; diese Kurve 43 gibt also die Spannungs-Frequenz-Charakteristik des "T"-Gliedes wieder, das die Elemente 40, 41, 42 enthält.
Wenn die Spannung aus der Quelle 65 relativ niedrig ist, kann ein beträchtlicher Strom in der Sekundärwindung 52 fliessen und die Filtercharakteristik wird dann wesentlich geändert. Wenn z. B. der Widerstand des Diodenpaar-Kreises etwa 250. 000 Ohm beträgt, entspricht die Filtercharakteristik etwa der Kurve 70. Wenn der Widerstand weiter erniedrigt wird, beispielsweise bis zu etwa 100. 000 Ohm, entspricht die Gesamtfiltercharakteristik etwa der voll ausgezogenen Kurve
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Kreises darin besteht, die Filtercharakteristik um eine Frequenzgrenze zu variiren. Die hohen Frequenzen werden geschwächt und die Frequenzen unterhalb des Grenzpunktes werden verstärkt, so dass die Niederfrequenzwiedergabe vergrössert wird.
Die Art und Weise, in welcher die Filtercharakteristik geändert wird, kann in geeigneter Weise durch Einstellung oder Wahl des Charakters der durch die Quelle 65 erzeugten Spannungsfunktion geregelt werden. Obwohl die Einzelheiten der Quelle 65 nicht gezeigt sind, sind solche Systeme Fachleuten leicht verständlich. Zum Beispiel können ziemlich komplizierte Spannungsfunktionen durch die Verwendung von Kontrollkreisen erzeugt werden, wie solche in der USAPatentschrift Nr. 2, 656, 422 (George B. Loper) beschrieben und erläutert wurden. Auch andere Systeme können verwendet werden ; z. B. kann eine lineare Spannungsänderung für die Quelle 65 durch Einschalten eines. Kreises erreicht werden, wie ein solcher in dem Buch Waveforms", Band 19, der. M. I. T.
Radiation Laboratory Series, McGraw-Hill, 1949, auf Seite 277 in Verbindung mit Fig. 7. 23 beschrieben und erläutert wurde.
Die Quelle 65 wird entsprechend dem anfänglichen Impuls von der Zündeinrichtung 12 oder dergleichen erregt ; der Impuls wird mittels des
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Leiters 75 der Quelle 65 übermittelt. Die Arbeitsweise kann so sein, dass die Spannung von der Quelle 65 anfänglich hoch ist und als Zeitfunktion auf einen relativ niedrigen Wert absinkt. Die in Fig. 2 dargestellte Änderung kann auf diese Weise erreicht werden. Anfänglich werden hochfrequente Komponenten nicht abgeschwächt, während niedrigfrequente Komponenten stark gedämpft werden.
Die Gesamt-Filter-Charakteristik wird sodann so geändert, dass die hochfrequenten Komponenten abgeschwächt und die niedrigfrequenten Komponenten verstärkt werden. Es soll
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stellten Filterkreis keine oder jedenfalls eine nur geringe Störung in dem Phasenverhältnis der Wellen eingeführt wird. Bei den extremen Bedingungen, bei welchen R gleich unendlich (Kurve 76) und R gleich 100. 000 Ohm (Kurve 77) ist, ergibt sich nur eine geringe Änderung in der relativen Phasenverschiebung der verschiedenen Komponenten.
Die Spannung von der Quelle 65 wird mittels des Kanals 78 jedem der Filter, einschliessilch dem Filter 23, welche mit den Verstärkern im Verstärkergestell 21 verbunden sind, aufgerückt.
In Fig. 3 ist eine gleichwertige Schaltung dargestellt, welche für das Verständnis der Wir- kungsweise'des in Fig. 1 dargestellten Filters von Nutzen sein kann. Gleiche Teile sind, soweit zweckdienlich, mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Eine Eingangsspannung E wird dem , T"-Glied 40, 41, 42 aufgedrückt und der Strom von diesem letzten Kreis wird der Ausgangsimpedanz 44 zugeführt und erzeugt eine Ausgangsspannung Eo an den Ausgangsklemmen. Eine gleiche Eingangsspannung E bewirkt eine zusätzliche Komponente des Stromflusses in der Ausgangsimpedanz 44 mittels eines Netzwerkes, welches den Kondensator 55 und den Widerstand 56 enthält. Die Polaritäten der den beiden Kreisen aufgedrückten Spannungen sind in jedem Augenblick einander entgegengesetzt.
Bei hohen Frequenzen bewirken die Kondensatoren 40, 41, 55, wenn überhaupt, geringe Impedanz zum Stromfluss, so dass die in der Ausgangsimpedanz 44 fliessenden Ströme die gleiche Grösse haben, aber im Vorzeichen einander entgegengesetzt sind.
Auf diese Weise werden die hochfrequenten Komponenten im wesentlichen ausgeschaltet, und zwar dann, wenn der veränderliche Widerstand 80, der dem Diodenpaar 61, 62 gemäss Fig. 1 entspricht, Null und der Widerstand 56 im Vergleich zum Widerstand 44 relativ klein ist. Wenn der
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ssende Strom vernachlässigbar klein, so dass der im Widerstand 44 vorhandene Stromfluss im wesentlichen über die Kondensatoren 40, 41 zustande kommt. Bei niedrigfrequenten Komponenten bieten die Kondensatoren 40, 41 und 55 dem Stromfluss eine wesentliche Impedanz. In Folge der Polaritäten der beiden Spannnungen und der in den beiden Kreisen vorhandenen Phasenbezie- hung haben jedoch die Ströme in der Impedanz 44 nur eine geringe Phasenverschiebung zueinander und können addiert werden.
Der Additionseffekt wird weiter erhöht, wenn der Widerstand 80 vergrössert wird und die resultierende Addition der beiden Signale im Widerstand 44 steigt schneller an, als die Komponente des durch den Widerstand 80 fliessenden Stromes abfällt, wenn der Widerstand 80 vergrössert wird.
Eine abgeänderte Schaltung ist in Fig. 4 dargestellt. Der Transformator 50 der Fig. 1 ist durch eine Phasenumkehrröhre 90 ersetzt und das feste Filternetz ist ein Tiefpass-Filter 91, das eine Serieninduktanz 92 und ein Paar von Nebenschluss-Kondensatoren 93 und 94 enthält. Das Filter 91 ist ein übliches Tiefpass-Filter, dessen Frequenzcharakteristik gemäss der Erfindung durch die Betätigung des Diodenpaar-Kreises 61, 62 modifiziert werden kann. Das Filter 91 ist mittles des Leiters 95 mit der Kathode der Phasenumkehrröhre 90 verbunden, so dass die Spannung quer zur Kathoden-Impedanz 96, die dem Filter 91 aufgedrückt wird, eine erste Komponente des Stromflusses in der Ausgangsimpedanz 97 erzeugt.
Eine zweite Komponente des Stromflusses in der Impedanz 97 ist dem Strom zuzuschreiben, der durch den Kanal fliesst, welcher den Kondensator 98, den Widerstand 99 und die Induktanz -100 enthält. Der Kondensator 98 schaltet die Spannung an der Anode der Phasenumkehrröhre an das Filternetzwerk. Die Verbindung zwischen dem Kondensator 98 und dem Widerstand 99 wird mittels des Kondensators 101 an den Diodenpaar-Kreis angeschlossen. Es ist klar, dass die Spannungen an der Kathode und an der Anode der Röhre 90 gleiche Amplitude aufweisen, wenn der Widerstand 96 der gleiche ist, wie der Anodenwiderstand 105. Zur gleichen Zeit sind die Spannungen ausser Phase.
In diesem Kreis ist die Wirkungsweise, im Grunde genommen, der in Fig. 1 beschriebenen entgegengesetzt. Anfangs lässt das Filternetz die niedrigfrequenten Komponenten durch und dämpft die hochfrequenten Komponenten. Wenn jedoch die den beiden Dioden 61, 62 aufgelegte Spannung abfällt, werden die niedrigfrequenten Komponenten geschwächt und hochfrequente Komponenten werden in grösserem Ausmass zu der Ausgangsimpedanz durchgelassen.
Während die vorher beschriebene Arbeitsweise sich mit dem Vermindern der Regelspannung von der Einheit 65 als Zeitfunktion befasste, ist zu ersehen, dass die Spannung auch erhöht oder sonstwie geändert werden kann, um eine erwünschte Filterwirkung zu erhalten. Es ist auch zu verstehen, dass die verhältnismässig einfachen Grundfilterkreise, das"T"-Glied 40, 41 und 42 und das "'t Glied (Induktanz 92, Kondensatoren 93, 94) komplizierter ausgebildet oder kombiniert sein können, um eine Bandfilterwirkung, die, wie oben beschrieben, selektiv modifiziert werden kann, zu erhalten.
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Das Filternetz gemäss Fig. 1 wurde für seismische Aufzeichnungssysteme besonders geeignet befunden, wenn es die folgenden Kennwerte besitzt. Es ist jedoch klar, dass diese Angaben nur Beispiele sind und die Erfindung in keiner Weise beschränken sollen.
Röhre 30 12 AU 7 Kondensator 31 0. 002 mfd Widerstand 32 200 K-Ohm Widerstand 33 150 K-Ohm Transformator 50 1 : 1 Windungsverhältnis Kondensatoren 40, 41 0, 03 mfd Induktanz 42 250 Henry Kondensator 55 0, 013 mfd Widerstand 56 50 K-Ohm Widerstand 44 100 K-Ohm
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Veränderung elektrischer, aus einem Frequenzgemisch bestehender Signale in der Amplitude der einzelnen Frequenzkomponenten innerhalb einer bestimmten Zeitspanne, insbesondere bei der Verstärkung und Aufzeichnung seismischer Wellen, die durch die Detonation einer Explosivladung erzeugt werden, welche Vorrichtung mit zwei zueinander parallel liegenden übertragungskanälen versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Signalkanal zwi- schen seinem Eingang und dem Abschlusswiderstand passive (unbeeinflusste),
lineare Impedanz- elemente aufweist, um im Abschlusswiderstand eine erste Stromkomponente zu erzeugen, dass ferner der zweite Signalkanal ein Paar gegeneinander geschalteter, nur in einer Richtung leitender Elemente aufweist zur Erzielung einer veränderlichen Frequenzabhängigkeit, wobei dieser zweite Kanal im Nebenschluss zum Abschlusswiderstand geschaltet ist, um an diesem eine zweite Stromkomponente zu erzeugen, und dass in an sich bekannter Weise eine Spannungsquelle zur Erzeugung einer sich ändernden Gleichspannung vorgesehen ist, welche ein mit der Detonation der Explosivladung entstehendes Signal empfängt und über eine bestimmte, damit beginnende Zeitspanne entsprechend einer vorgegebenen Funktion die Leitfähigkeit der gegeneinander geschalteten Elemente verändert.