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Österreichische PATENTSCHRIFT Nr. 18728.
HEINRICH SÖHNLEIN iN WIESBADEN.
Zweitakt-Explosionskraftmaschine mit steuerndem Kolben.
Don Gegenstand der Erfindung bildet eine Zweitakt-Explosionskraftmaschine, hei welcher die Einführung der Ijadung durch vom Kolben gesteuerte Öffnungen in der Zylinder-
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gleichzeitig am anderen Ende des Verbrennungsraumes durch ein Auspuffvcntil oder gleichbedeutendes Organ stattfindet.
Da sich bekanntlich bei Zweitaktmaschinen die Ladevorgänge auf den letzten Teil des Vorwärtshubes des Arbeitskolbens zusammendrängen, also das Einströmen der frischen Ladung mit dem Ausströmen der heissen Rückstände der vorausgegangenen Verbrennung zeitlich zusammenfällt, so liegt die Möglichkeit sehr naht, dass sich das frische Gemisch an noch brennenden Überresten der vorhergehenden Ladung entzündet. Die dadurch entstehende Flamme pflanzt sich dann durch die offenstehenden Ladungseingänge nach der Gemischpumpe fort und bringt deren Inhalt zur Explosion, wodurch mancherlei Störungen und Gefahren entstehen.
Diesen Übelstand sucht man zu vermeiden, indem man die Ladungsbestandteiie, Luft. und Gas bezw. Brennstoff mittels gesonderter Pumpen befördert und dem Arbeitszylinder getrennt zuführt. Die in den Pumpen enthaltenen Ladungsgase sind an und für sich unentziündbar, folglich ist auch das Ruckschlagen einer Ziindung in die Pumpenräume ausgeschlossen. Da die zur Mischung der Ladungsbestandteile verfügbare Zeit Janu aber sehr kurz ist, so hält es schwer, eine wirklich innige Mischung innerhalb des Arbeitszylinders zu erreichen, besonders wenn es sich um grosse Ladungsmengen handelt.
Bei der den Gegenstand der Erfindung bildenden Maschine werden nun die Ladungsbestandteile sofort beim Einströmen miteinander in vielfache und innige Berührung gebracht und gleichsam ein Eindringen der Gase ineinander dadurch erzielt, dass sie durch radial gerichtete Kanäle gegeneinander geführt werden. Die einzelnen Gas-und Lnftstrahlen
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einströmen; ihre radiale Einströmungsgeschwindigkeit wird hiedurch vernichtet, die Gas- tolcnen geraten in Wirbelung, mischen sich infolgedessen gründlich und erftillen den ganzen Querschnitt des Arbeitszylinders.
Diese geschlossene Gemischmasse wird sodann durch die nachströmenden ladungsbestandteile kolbenartig vorwärts gedrängt und schiebt die verbraunton Gase vor sich her nach dem Auslassorgan zu und ins Freie, ohne sich jedoch wesentlich mit denselben zu vermischen. Ehe noch die Gomischsäute am Auslass- organ ankommt, wird dieses geschlossen, wodurch Gemischverluste verhindert sind.
Um die Ladungsbestandteite in der beschriebenen Weise dem Zylinder zuzuführen, sind die Ladungskanäle radial so in einer Zone des Zylinderumfanges angebracht, dass jeder einströmende Ladungsstrahl auf einen quer-oder entgegengesetzt gerichteten Gas- oder Luftstrahl treffen muss. Die Anzahl der Kanäle ist hií3hei gleichgiltig und richtet sich lediglich nach dem für die Ladungsgase erforderlichen Querschnitt. Es kann dabei sowohl ein Teil des Zylinderumfanges, wie der ganze ZyliI1derumfang von Kanälen durchbrochen
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In Fig. 1 ist eine einfachwirkende Zweitakt-Explosionskraftmaschine dargestellt, welche den Erfindnngsgedanken verkörpert. sind Gaseingänge, dazwischen liegen Lufteinglinge ; sowohl die Kanäle wie liegen in einer von den parallelen Linien und y begrenzten Zone des Arbeitszylinders. c ist ein Auspuftvenîil,
Fig. 2 zeigt einen Querschnitt durch die Kanalzone der Fig. 1. Jeder Gaskanal ist dabei zwischen zwei Luftkanäle gelegt.
Fig. 3 und 4 zeigen Abwickelungen der Kanalzone ; bei Fig. 4 sind die Kanäle statt nebeneinander, konzentrisch zueinander angeordnet, derart, dass jeder Gaskanal g von einem Luftkanal l rohrartig umgeben ist. Die Gestaltung der Kanäle kann dabei verschiedenartig sein. Bei den verschiedenen Kanalanordnungen ist immer das gemeinschaftliche Kennzeichen vorhanden, dass sämtliche Kanäle in einer einzigen Zone des Zylinders liegen, welche durch zwei parallele Linien x und y begrenzt sind.
Selbstverständlich lässt sich diese Kanalanordnung ohne weiteres sowohl für einfach wirkende, wie für doppelt wirkende Zweitakt-Explosionskraftmaschinen verwenden. In Fig. 5 ist eine solche doppelt wirkende Zweitakt-Explosionskraftmaschine im Längsschnitt dargestellt. Die Kanalzone zwischen x und y ist in die Mitte der Kolbenlaufbahn verlegt, so dass dieselbe vom Arbeitskolben k nach beiden Seiten hin gleichartig überlaufen werden kann. Auf diese Weise steuern die Vorder-und Hinterkanten des Arbeitskolbens k abwechselnd ein und dieselben Luft-und Gaseinlasskanäle und es werden mit einer einzigen Reihe von abwechselnd gelagerten Luft-und Gaskanälen beide Arbeitszylinderhälften mit Luft und Gas versorgt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Zweitakt-Explosionskraftmaschine mit steuerndem Kolben, dadurch gekennzeichnet, dass die bic zur Einmündung in den Arbeitszylinder getrennt gehaltenen Eingänge für Luft (1), sowie'diejenigen fUr Gas (g) in einer einzigen Zone (x-y) des Zylinder- umfanges liegen.