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Das Verfahren und die Einrichtung zur kontaktlosen Feststellung der Spannung-und Stromverhältnisse sowie von Fehlerstellen in elektrischen Leitungen nach dem Stammpatent, bei welchen die Spannung der zu untersuchenden Leitung entweder durch Anlegen einer Prüfelektrode kapazitiv oder mittels einer Prüfspule induktiv auf ein Telephon übertragen wird, können bezüglich der kapazitiven Prüfungsart in doppelter Hinsicht verbessert und ausgestaltet werden.
Einerseits wird durch Verwendung eines Kondensators, der durch kapazitive Übertragung der Spannung der untersuchten Leitung über die Prüfelektrode geladen wird, eine beträchtliche Steigerung der Empfindlichkeit erreicht. Es ist so möglich, auch einen sehr geringen Unterschied des Potentials (Bruchteile eines Volt) einer isolierten Leitung gegenüber dem der Erde oder anderer Leitungenkontaktlos festzustellen. Anderseits ermöglicht im Telephonkreis des Prüfgerätes die zusätzliche Einschaltung einer Hilfsspannung (Trockenelement) und einer Gleichrichterzelle in Verbindung mit einem Umschalter die kontaktlose Feststellung, ob die untersuchte Leitung ein positives oder negatives Potential aufweist.
Das in der erwähnten Weise verbesserte und ausgestaltete Prüfgerät besteht aus einem Uförmigen Metallwinkel W, an dem die Metallhülse H und anderseits der unterteilte Eisenkern der hochohmigen Spule S angebracht ist. Im inneren Teil des Metallwinkels W sind die weiteren Teile des Prüfgerätes untergebracht. Die Steckerbuchsen Tl, T2 und T3 dienen zur Anschaltung eines hochohmigen Telephons.
Die Buchse Tl ist mit dem Kondensator C (etwa einem Quetschkondensator mit einer Kapazität von einigen Hundert cm) und durch ein kurzes isoliertes Kabel mit dem Stecker St leitend verbunden. Dieser Stecker kann in die Buchse E eingeführt werden, wodurch die Buchse Fj ? über W und die Hand des Untersuchenden geerdet wird. Der Steckerstift kann aber auch an eine isolierte Leitung L 2 angelegt und so als zweite Prüfelektrode verwendet werden.
Die Buchse T 2 steht bei gedrücktem Taster M über den federnden Tasterhebel undden KontaktA (ausser mit dem einen Wicklungsende der zur induktiven Leitungsprüfung dienenden Spule S) über den Umschalter Sch, das Trockenelement TE und die Gleichrichterzelle GZ mit der Metallplatte P, dem Kondensator C und über einen durch die Abschirmhülse H geführten isolierten Draht mit dem Metallbügel B (Prüfelektrode) in leitender Verbindung.
Die Buchse T 3 ist mit dem zweiten Wicklungsende von S verbunden, so dass bei Anschaltung des Telephons an T 2 und T 3 die induktive Leitungsprüfung erfolgen kann.
Bei der kapazitiven Prüfung wird das Telephon (Tel) an die Buchsen Tl und T2 angeschaltet und der Bügel B an die zu untersuchende Leitung L 1 angelegt. Durch eine so aus dieser Leitung kapazitiv übertragene Gleichspannung wird der Kondensator geladen, der anderseits durch den Stecker St geerdet oder durch dessen Anlegen an eine andere isolierte Leitung L 2 mit dieser kapazitiv gekoppelt ist. In letzterem Falle ist insbesondere die Prüfung nicht geerdeter Mehrleitersysteme möglich.
Beim Drücken des Tasters M entlädt sich der Kondensator über Kontakt 2 von Sch, TE, GZ, Kontakt 3 von Sch, A, M und das Telephon, das so den Unterschied des Potentials von Z, gegenüber dem der Erde bzw. der Leitung L 2 akustisch anzeigt. Dabei wird ein starkes Knacken im Telephon nur dann wahrnehmbar, wenn die Richtung des Entladungsstromstosses mit der Durchlassrichtung von GZ und der (für die Richtungsbestimmung geringer Spannungen erforderlichen) Hilfsspannung von TE übereinstimmt. Die mittels des Umschalters (Polwechslers) Sch durchzuführende Richtungsbestimmung ist ausser bei reinen Gleichspannungen auch bei Induktionsspannungen möglich, die von einem für Zwecke der Leitungsprüfung verwendeten Induktorium erzeugt werden.
Die Kurve einer solchen Spannung zeigt nämlich ein bedeutendes Überwiegen jener Halbwellen, die den Unterbrechungen des Primärkreises des Induktors entsprechen, so dass praktisch ein wellenförmiger Gleichstrom vorliegt. Dabei kann gegebenenfalls eine zu hohe
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Lautstärke des Telephons dadurch gedämpft werden, dass durch gleichzeitiges Berühren von P und Weine teilweise Ableitung der Prüfspannung zur Erde bewirkt wird.
Die Doppelkurbel von Sch ist in der gezeichneten (rechtsgerichteten) Stellung mit den Kontakten 2 bzw. 3 (-Pol bzw. +Pol von TE) verbunden. Bei dieser Stellung wird eine durch ein positives Potential von L 1 über B bewirkte Aufladung von C bei Tasterdruck in der Richtung C-2-TE-GZ-3-A-M-T2-Tel-T1-C ent- laden. Hiebei spricht das Telephon an, weil die Richtung des Entladungsstromstosses mit der Durchlassrichtung von GZ und der Spannungsrichtung von TE übereinstimmt. Entsprechend zeigt das Telephon ein negatives Potential von L 1 an, wenn die Doppelkurbel nach links gedreht wird, in welcher Stellung sie mit den Kontakten 1 bzw. 2 (+Pol bzw.-Pol von TE) verbunden ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur kontaktlosen Feststellung der Spannungs-und Stromverhältnisse sowie von Fehlerstellen in elektrischen Leitungen nach Patent Nr. 164755, dadurch gekennzeichnet, dass bei der kapazitiven Leitungsprüfung zur Fest- stellung des Unterschiedes des Potentials der untersuchten Leitung gegenüber dem anderer Leitungen oder der Erde durch das auf die Prüfelektrode übertragene Potential ein Kondensator geladen und sodann durch eine Schaltvorrichtung über ein Telephon entladen wird, wobei in den Telephonkreis zwecks Ermittlung des Vorzeichens des Potentials der untersuchten Leitung eine Gleichrichterzelle und ein Trockenelement unter Benützung eines Polwechslers eingeschaltet wird.