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Pressgussvorrichtung
Der Versuch, grössere Pressstoffkommutatoren, d. h. solche mit einem Durchmesser von über 100 bis etwa 250 mm und mehr durch Pressguss her- zustellen, scheiterte bisher daran, dass bei solchen Kommutatoren nicht die notwendige Fliehkraft- festigkeit der Pressstoffnabe erzielt werden konnte.
Für Kommutatoren dieser Grösse wurde daher bisher ausschliesslich der verschraubte oder ver- nietete Kommutator als das technisch und wirt- schaftlich Gegebene erachtet. Wie eingehende
Untersuchungen ergeben haben, ist es jedoch nicht die grössere Dimension des Kommutators als solche, die den Bau solcher Kommutatoren vereitelte, vielmehr wurde erkannt, dass es die bisher im Bau von kleineren Pressstoffkommuta- toren üblichen und bewährten Mittel und Ver- fahren sind, -die hier nicht zum gewünschten
Ergebnis führen.
Es hat sich gezeigt, dass bei der
Herstellung grösserer Kommutatoren wegen der viel grösseren Drücke und zu verpressenden
Massenmengen sowie der weit schwierigeren zeitlichen Beherrschung der kritischen Phasen des Pressvorganges grundlegend andere Verhält- nisse bestehen als bei der bisherigen Erzeugung kleinerer Pressstoffkommutatoren und dass man deswegen mit den bisher üblichen Mitteln nicht zum gewünschten Ziel gelangte.
Die bekannte Pressform für Kommutatoren enthält im allgemeinen einen zentralen Masseleit- körper etwa in der Form einer Pilzkappe, der als
Stück für sich in die Form einsetzbar ist und die
Aufgabe hat, den Massefluss aus der Mitte der
Form radial nach aussen in die Zwischenräume zwischen Kommutatorbelag und Nabe zu lenken.
Um diesem Masseleitkörper einen sicheren Sitz in der Form zu verleihen, ist er mit einzelnen an seinem Umfang verteilten Vorsprüngen am äusseren
Formteil abgestützt, wobei die Pressmasse durch die zwischen den Zentriervorsprüngen verblei- benden Zwischenräume in die auszufüllenden
Räume abfliesst. Während die genannten Zentriervorsprünge nun, solange es sich um Kommutatoren kleinerer Abmessungen handelt, im allgemeinen keinen Einfluss auf die innere Struktur des fertigen Pressstoffkörpers haben, ist dies, wie besondere unter diesem Gesichtspunkt angestellte Versuche ergeben haben, bei grösseren Kommutatoren wesentlich anders.
Es hat sich gezeigt, dass die bei grösseren Kommutatoren auftretenden
Risse und Sprünge im Presskörper in der Aus- bildung der Pressvorrichtung ihre Ursache haben und die Risse im Presskörper eben mit jenen
Stellen zusammenfallen, an denen beim Pressen die plastische Pressmasse durch die Zentriervor- sprünge aufgespalten wird. Es ergibt sich ins- besondere, dass in diesem Fall im allgemeinen nicht mehr die notwendige innige und überall gleich homogene Struktur der Masse hinter den
Zentriervorsprüngen erreicht werden kann, die wesentlich und erforderlich ist, um die Pressstoff- nabe für höheren Fliehkraftangriff fest zu machen.
Durch die Erfindung gelingt es, trotz der ganz bedeutend gesteigerten Pressdrücke beim Ver- pressen von grösseren Kommutatoren und der sonstigen hiebei schwer zu beherrschenden Ver- hältnisse, die gegenseitige Lage der Pressformteile absolut zu sichern und zugleich ein anstandsloses homogenes Pressprodukt zu erhalten, das den in
Frage kommenden Fliehkräften standzuhalten vermag. Gemäss der Erfindung ist der in der
Mitte der Form angeordnete Masseleitkörper nicht an feststehenden Formteilen, sondern am beweglichen Pressstempel durch einen im Stempel geführten oder mit dem Stempel oder Teilen des- selben verbundenen Bolzen zentriert. Auf diese
Weise kann eine absolut solide zentrische Ab- stützung des Masseleitkörpers innerhalb der Pressform erhalten werden, durch die gleichzeitig jede Aufspaltung des Massestroms vermieden ist.
Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäss ausgebildeten Pressgussvorrichtung ist in Fig. l der Zeichnung im Schnitt dargestellt. 1 ist der Presszylinder, in den der Kommutatorbelag 2 eingesetzt ist. 3 ist die metallische Nabenhülse des Kommutators, die auf einem im Boden des Zylinders 1 befestigten Haltebolzen 4 sitzt. 5 ist der Masseaufnahmezylinder, 6 der in diesem geführte Pressstempel, mit 7 ist die Pressmasse bezeichnet. Zur Ablenkung der Masse in die auszufüllenden Räume zwischen Nabenhülse 3 und Kommutatorbelag 2 dient der pilzförmige Leitkörper 8 in der Mitte der Form. Dieser ist erfindungsgemäss am Pressstempel 6 durch einen Bolzen 9 zentriert, der mit dem Leitkörper 8 verbunden und im Stempel 6 geführt ist.
Diese Zentrierung kann ohneweiters so kräftig gemacht werden, dass jede Verlagerung des Leitkörpers 8 sowie des Nabenhaltebolzens 4 sicher verhindert
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ist. Gleichzeitig ist dadurch aber auch jede Teilung des Masseflusses in der Längsrichtung vermieden, so dass die wesentliche Ursache von Fehlerbildungen im Pressmassekörper wegfällt.
Eine vorteilhafte weitere Ausbildung der er- findungsgemässen Anordnung ergibt sich dadurch, dass der Zentrierbolzen für den Masseleitkörper hohl ausgebildet und zur Verbesserung der Massedurchwärmung mit einer Innenheizung ausgerüstet ist, z. B. mit einer elektrischen Heizeinrichtung. Eine derartige Ausführung ist beispielsweise in Fig. 2 der Zeichnung wiedergegeben. Der Führungsbolzen 9, der mit dem pilzförmigen Masseleitkörper 8 ein Stück bildet, ist in diesem Fall nicht massiv, sondern als Hohlzylinder ausgebildet und enthält in seinem Inneren einen elektrischen Heizkörper 10.
Diese Anordnung ergibt eine einwandfreie konzentrische Heizmöglichkeit des Masseleitkörpers, die auch nach Bedarf dosiert werden kann, wodurch in einem besonders kritischen Teil des Masseweges die Temperaturen der Formbegrenzungswege den physikalischen Vorgängen in der Masse genau angepasst werden können.
Die Zentrierung des Leitkörpers kann umgekehrt auch so ausgebildet sein, dass der Führungsbolzen mit dem Stempel 6 oder einem Teil desselben fest verbunden ist und in eine Bohrung des Leitkörpers 8 eingreift.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Pressgussvorrichtung für Pressstoffkommutatoren mit als Stück für sich in die Pressform einsetzbarem Leitkörper für die Pressmasse, durch den diese aus der Mitte der Form radial nach aussen in den zwischen Kommutatornabe und - belag befindlichen Raum abgelenkt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Leitkörper (8) am Pressstempel (6) durch einen im Stempel geführten oder mit dem Stempel oder Teilen desselben
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