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Verfahren zur Herstellung eines Dachverkleidungsmaterials
Für die Abdeckung von Dächern und andere gleichgeartete Zwecke wurde bisher ausser Ziegeln, Schiefer usw. hauptsächlich Dachpappe verwendet. Diese wurde in einem relativ komplizierten Verfahren hergestellt und ihr Preis war ein dementsprechend hoher.
Das erfindungsgemässe Verfahren hingegen ergibt eine Dachverkleidung, die nicht nur dieselben Eigenschaften, wie die bisher verwendete Dachpappe (insbesondere Schutz gegen Feuchtigkeitseinflüsse) aufweist, sondern darüber hinaus noch einen totalen Feuerschutz bietet. Zudem ist die Dachverkleidung nach der Erfindung bedeutend billiger herzustellen, als die bisher für gleiche Zwecke verwendete Dachpappe.
Die Herstellung der neuen Dachverkleidung geschieht auf folgende Weise :
Auf widerstandfähiges Papier (z. B. Kraft- papier) oder noch besser eine Pappe, wie sie auch als Ausgangsprodukt für die Herstellung der Dach- pappe verwendet wird, als Kernstoff, wird auf beiden Seiten eine Emulsion, mit zugleich wasser- abweisender und klebender Wirkung, z. B. eine
Bitumen-Emulsion, wie sie Hydrasphalt darstellt, aufgetragen, auf welche Emulsionsschichte dünne
Schichten aus Zellstoffwatte od. anderem porösen
Material aus Zellstoff im zusammenhanglosen
Zustand aufgebracht werden. Hiedurch erhalten die Schichten aus Zellstoffwatte ihren Zusammen- halt untereinander und mit dem Kernstoff, was ausschliesslich durch die die Zellstoffschichten voll- ständig durchdringende Emulsion bewirkt wird.
Wie festgestellt wurde, dringt die Emulsion zumindest durch die inneren Lagen der Zellstoff- watte hindurch und verbindet sich mit diesen zu einem einheitlichen Stoff. Die Zellstoifwatte oder ein anderes poröses Abdeckmaterial aus Zellstoff wirkt wie ein Netz, zwischen dessen Maschen die vorerwähnte Emulsion eindringt und sich fest- setzt.
In der Zeichnung sind in den Fig. 1 und 2
Querschnitte durch nach dem erfindungsgemässen
Verfahren hergestellte Dachverkleidungsmate- rialien als beispielsweise Ausführungsformen schematisch dargestellt.
Der in der Fig. 1 mit a bezeichnete Kernstoff (Papier oder Pappe) wird durch die Emulsion b mit den Zellstoffwattelagen c zu einem einheitlichen
Ganzen verbunden ; die Ausgangsmaterialien sind im Endprodukt voneinander nicht mehr zu trennen. Die Klebewirkung der Emulsion, die im Falle des Hydrasphalts eine ständige ist, wird durch die Abdeckung mit Zellstoffwatte aufgehoben. Vorteilhaft werden z. B. statt zwei Lagen Zellstoffwatte, die von der Emulsion durchdrungen werden, drei bis vier Lagen Zellstoffwatte auf die klebrige Unterlage aufgelegt bzw. aufgerollt. Es ist dann nicht notwendig, bei der Fabrikation irgendeinen Trockenprozess einzuschalten, sondern sofort nach der Auftragung der Emulsion und der darauf folgenden Aufbringung der Zellstoffwatte kann die Dachverkleidung bereits gerollt und versandfertig gemacht werden.
Der Trockenprozess erfolgt in diesem Falle während der Lagerung ohne besondere Trockenvorrichtungen. Natürlich könnte auch in Trockenvorrichtungen getrocknet werden.
Wird die Dachverkleidung verarbeitet, so zieht man einfach die äussersten Lagen Zellstoffwatte, die von der Emulsion nicht bzw. nur wenig durch- drungen sind und nur als Schutzschicht für den
Versand zu werten sind, ab und kann die Dach- verkleidung, die keinerlei nennenswerte Klebe- wirkungen mehr aufweist, verwenden. In dieser
Ausführungsart ist die Dachverkleidung bereits vollständig wasserabweisend und besitzt auch in bezug auf Entflammbarkeit bereits bessere
Eigenschaften, als die bisher gebrauchte Dach- pappe. Sie brennt schwerer als die Dachpappe.
Die Dachverkleidung nach der Erfindung lässt sich auf leichte Weise noch mit einem totalen Feuerschutz dadurch versehen, dass entweder eine Emulsion zum Aufstrich gebracht wird, die zugleich feuerhemmend und wasserabweisend, sowie klebend ist, oder aber, dass erst ein feuerhemmender Aufstrich, wie ihn z. B. Wasserglas darstellt, auf den Kernstoff (Papier oder Pappe) a aufgetragen wird und erst auf diese Schichte dann die feuchtigkeitsabweisende und klebende Emulsion b zur Auftragung kommt, auf die dann wiederum die Abdeckung mittels einigen Zellstoffwattelagen c erfolgt. Ein ähnlicher Effekt lässt sich erzielen, wenn die nicht der Witterung ausgesetzte Seite des Kempapieres bzw. der Pappe mit einem feuerhemmenden, gegebenenfalls zugleich klebenden Anstrich versehen wird, wofür sich z. B. Wasserglas mit oder ohne Zusatz von Leimen od. dgl. eignet.
Eine andere Ausgestaltung des erfindunggemässen Verfahrens zur Herstellung eines wasser-
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abweisenden und feuerhemmenden Dachverkleidungsmaterials, das in Fig. 2 schematisch dargestellt ist, lässt sich auf folgende Weise erzielen :
Zwei Blatt des Kempapieres bzw. der diesbezüglichen Pappe (al und a2) werden durch einen feuerhemmenden und klebenden Anstrich d, wie ihn z. B. Wasserglas darstellt, miteinander zu einer einheitlichen Lage verbunden. Dieser Kernstoff (au d, a2) wird dann von beiden Seiten aus in der vorstehend beschriebenen Weise mit einer feuchtigkeitsabweisenden und klebenden Emulsion b bestrichen, auf die schliesslich die Zellstoffwattelagen c aufgelegt bzw. aufgerollt werden.
Die nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellte Dachverkleidung entspricht allen Anforderungen, die man an sie stellen kann ; sie ist auf die Dauer feuchtigkeitsabweisend, sowie feuerhemmend und ausserdem überraschend billig herzustellen, so dass sie nach jeder Richtung hin einen technischen Fortschritt darstellt.
Die Anfertigung und Verarbeitung dieser Dach- verkleidung hat gegenüber der bisher verwendeten
Dachpappe ausserdem ganz aussergewöhnliche hygienische Vorteile. Während die Anfertigung der Dachpappe bisher unter Anwendung hoher Temperaturen vorgenommen wurde und sich dabei die Entstehung gesundheitsschädlicher Dämpfe nicht vermeiden liess, kann die Anfertigung der neuen Dachverkleidung im kalten Verfahren geschehen, so dass überhaupt keinerlei Gesundheitsschädigungen entstehen.
Überdies bestand bei der bisherigen Herstellung von Dachpappe wegen der erforderlichen Anwendung hoher Temperaturen stets eine nicht unwesentliche Feuersgefahr. Auch dieses Gefahrenmoment fällt bei der Anfertigung der neuen Dachverkleidung, die, wie erwähnt, auch im kalten Verfahren hergestellt werden kann, vollständig weg.
Besonders einfach ist auch die Aufbringung der nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellten Dachverkleidung bei der Belegung von Dächern ; während bisher z. B. der Dachdecker die Dachpappe nur unter Anwendung von Wärme verarbeiten konnte und sich dabei wiederum
Dämpfe entwickelten, wird die Dachverkleidung nach der Erfindung ganz einfach ohne jede Er- hitzung auf die Dachkonstruktion aufgebracht. Die zwischen den einzelnen Bahnen der Dachver- kleidung entstehenden Stoss-Stellen werden nicht durch Anwendung von heissem Teer od. dgl. abgedichtet, wie dies bei der Belegung der Dächer mit Dachpappe der Fall ist, sondern die Stossstellen werden einfach mit der wasserabweisenden und klebenden Emulsion (z. B. Hydrasphalt) überstrichen und z. B. mit feinem Sand betreut.
Es empfiehlt sich, die Bahnen der Dachverkleidung nicht Stoss an Stoss, sondern leicht übereinander zu legen und dann zu bestreichen.
Die Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt. Es könnten vielmehr die einzelnen Ausgangsmaterialien, unter Anwendung des erfindungsgemässen Prinzips, auch in anderer Weise kombiniert werden.
Der Gegenstand der Erfindung ist natürlich nicht nur für die Verkleidung von Dächern zu verwenden, sondern überall da, wo sich ein geeigneter Verwendungszweck ergibt, insbesondere überall dort, wo bisher Dachpappe Anwendung gefunden hat.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung eines Dachverkleidungsmaterials, bei dem mehrere dünne Schichten von Zellstoffwatte miteinander zu einer Platte oder Bahn verbunden werden, dadurch gekennzeichnet, dass auf einen aus widerstandsfähigem Papier, vorteilhaft Kraftpapier oder Pappe, gebildeten Kernstoff (a bzw. al, d, a,) von beiden Seiten eine wasserabstossende, klebende Emulsion (b), z. B. Hydrasphalt, aufgetragen wird, auf welche Emulsionsschichte die dünnen Schichten aus Zellstoffwatte (c) (Zellstoffwattelagen) im zusammenhanglosen Zustand aufgebracht werden.