AT16528U1 - Glättvorrichtung - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Glättvorrichtung (3) einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredlung einer Papier-, Karton- oder einer anderen Faserstoffbahn (1), mit wenigstens einem, von zwei gegeneinander gedrückten Glättwalzen (2) gebildeten Glättspalt. Dabei soll die Zugänglichkeit dadurch verbessert werden, dass zwischen der Glättvorrichtung (3) und einer benachbarten Baugruppe (4) der Maschine ein für Servicepersonal begehbarer Zwischenraum (5) vorhanden ist, dessen Boden (7) unter dem untersten Glättspalt der Glättvorrichtung (3) verläuft.
Description
GLÄTTVORRICHTUNG [0001] Die Erfindung betrifft eine Glättvorrichtung einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredlung einer Papier-, Karton- oder einer anderen Faserstoffbahn mit wenigstens einem, von zwei gegeneinander gedrückten Glattwalzen gebildeten Glättspalt.
[0002] Derartige Maschinen erfordern an vielen Stellen zur Wartung und Bedienung manuellen Einsatz, der mit einem mitunter erheblichen Verletzungsrisiko verbunden ist.
[0003] Dies begründet sich insbesondere auch in der hohen Bahnlaufgeschwindigkeit von teilweise 2.000 m/min oder mehr.
[0004] Bekannten Laufstege verlaufen über der Glättvorrichtung und bieten lediglich begrenzte Einsicht und Zugang.
[0005] Mehr- oder gar allseitige Schutzzaunanordnungen sind meist nur bei Stillstand begehbar.
[0006] Mobile Service-Plattformen, wie in der DE 10 2006 022 029 A1 beschrieben, sind relativ aufwendig.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung ist es daher die Zugänglichkeit bei möglichst geringem Aufwand zu verbessern.
[0008] Erfindungsgemäß wurde die Aufgabe dadurch gelöst, dass zwischen der Glättvorrichtung und einer benachbarten Baugruppe der Maschine ein für Servicepersonal begehbarer Zwischenraum vorhanden ist, dessen Boden unter dem untersten Glättspalt der Glättvorrichtung verläuft.
[0009] Selbst wenn der Zwischenraum den Raumbedarf der Maschine vergrößern sollte, so wird dies im Interesse einer verbesserten Servicefreundlichkeit bewusst in Kauf genommen. Zu berücksichtigen ist dabei ebenso, dass vorhandene Laufstege eventuell entfallen können.
[0010] Über den Zwischenraum ist eine verbesserte Einsehbarkeit kritischer Bereiche gegeben.
[0011] Da der Zugang zum Zwischenraum nicht nur bei Stillstand der Maschine sondern auch während der Produktion möglich ist, können Bahnfetzen auf der gesamten Maschinenbreite jederzeit aus dem Bereich der Maschine entfernt werden.
[0012] Im Ergebnis kann die Stillstandzeit der Maschine wesentlich reduziert werden.
[0013] Um die Zugänglichkeit insbesondere im Bereich des Glättspalts zu verbessern, sollte der Boden des Zwischenraums unter der Achse der untersten Glättwalze, vorzugsweise unter der untersten Glättwalze der Glättvorrichtung verlaufen.
[0014] Je nach Bahnlauf, Art der benachbarten Baugruppe und Maschinenkonstruktion kann es dabei von Vorteil sein, wenn der Boden des Zwischenraums über der Faserstoffbahn verläuft.
[0015] Oft lässt sich jedoch die Zugänglichkeit dadurch verbessern, dass der Boden des Zwischenraums unter der Faserstoffbahn verläuft und insbesondere vom Maschinenfundament gebildet wird.
[0016] Im Interesse eines möglichst umfassenden Zugangs sollte sich der Zwischenraum über die gesamte Maschinenbreite erstrecken und/oder zumindest von einer Seite, vorzugsweise der Führerseite der Maschine begehbar sein.
[0017] Optimal ist es hierbei, wenn der Zwischenraum zwischen der Führer- und der Triebseite der Maschine durchgehend verläuft.
[0018] Die benachbarte Baugruppe kann von einer oft vorgelagerten Trockeneinheit zur Trocknung der Faserstoffbahn, einer Streicheinrichtung zur Oberflächenveredlung, einer weiteren /5
AT 16 528 U1 2019-12-15 österreichisches patentamt
Glättvorrichtung oder einer nachgelagerten Wickelvorrichtung gebildet werden. Dies bedeutet, dass der Zwischenraum vor und/oder nach der Glättvorrichtung angeordnet ist.
[0019] Dabei kann die Glättvorrichtung auch mehrere Glättspalte umfassen und hierzu aus einem senkrechten oder geneigten Walzenstapel bestehen.
[0020] Zum Schutz des Personals sollte der Zwischenraum zumindest auf einer, vorzugsweise auf der zur Glättvorrichtung weisenden Seite von einem Sicherheitszaun begrenzt werden. Dies wiederum erlaubt es, auf Eingriffs- Schutzbleche bei der Glättvorrichtung zu verzichten, was die Einsehbarkeit noch weiter verbessert.
[0021] Darüber hinaus ist es von Vorteil, wenn der Sicherheitszaun einen oder mehrere Durchbrüche und/oder an seinem oberen und/oder unteren Endbereich eine oder mehrere Aussparungen aufweist, welche vorzugsweise gegenüber Servicepunkten der Glättvorrichtung oder der benachbarten Baugruppe angeordnet sind.
[0022] An den Servicepunkten können Messungen, Reinigungen, Einstellungen oder Reparaturen der entsprechenden Baugruppe vorgenommen werden. Hierzu sollten die Durchbrüche bzw. Aussparungen so bemessen sein, dass das Bedienpersonal zumindest mit den Händen oder Hilfsmitteln wie Werkzeugen oder Messinstrumenten an die entsprechenden Servicepunkte der Glättvorrichtung bzw. der benachbarten Baugruppe gelangen kann. Sie dürfen aber nicht so gestaltet sein, dass das Bedienpersonal in gefährdende Maschinenbereiche gelangt.
[0023] Nachfolgend soll die Erfindung an mehreren Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. In der beigefügten Zeichnung zeigen:
[0024] Figuren 1 bis 3: einen schematischen Querschnitt unterschiedlicher Maschinenkonfigurationen mit zumindest einer Glättvorrichtung 3;
[0025] Figur 4: eine schematische Draufsicht auf eine Glättvorrichtung 3 mit einer benachbarten Baugruppe 4 und [0026] Figuren 5 a-c: verschieden gestaltete Sicherheitszäune 9.
[0027] In Papiermaschinen zur Herstellung von Papier- oder Kartonbahnen wird die Faserstoffbahn 1 nach ihrer Entwässerung und Trocknung im Allgemeinen ein- oder beidseitig geglättet. Hierzu durchläuft die Faserstoffbahn 1 eine oder mehrere Glättvorrichtungen 3. Diese Glättvorrichtungen 3 besitzen wiederum einen oder mehrere Glättspalte, welche in der Regel jeweils von zwei zusammengedrückten Glättwalzen 2 gebildet werden.
[0028] Dabei kann es zu Situationen kommen, die es erforderlich machen, dass das Bedienund Servicepersonal insbesondere während der Produktion zumindest Bereiche der Glättvorrichtung 3 beispielsweise von Papierfetzen reinigt, Einstellungen oder Messungen an der Glättvorrichtung 3 vornimmt oder auch nur die Funktion der Glättvorrichtung 3 in Augenschein nimmt.
[0029] Hierzu ist gemäß den Figuren 1 bis 4 zwischen der Glättvorrichtung 3 und einer benachbarten Baugruppe 4 der Papiermaschine ein für das Servicepersonal begehbarer Zwischenraum 5 vorhanden, dessen Boden 7 unter dem untersten Glättspalt der Glättvorrichtung 3 liegt.
[0030] Je niedriger der Boden 7 verläuft, umso besser sind natürlich der Bereich des einzigen oder der unteren Glättspalte 2 der Glättvorrichtung 3 einsehbar und zugänglich.
[0031] Bei Figur 1 gelangt die Faserstoffbahn 1 von einer benachbarten Baugruppe 4 in Form einer Trocknungseinheit zur Trocknung der Faserstoffbahn 1 zu einer Glättvorrichtung 3 in Form eines Kalanders bestehend aus einem Walzenstapel mit mehreren Glättspalten. Dabei verläuft der Zwischenraum 5 unter der Faserstoffbahn 1, wobei der Boden 7 des Zwischenraums 5 vom Maschinenfundament 6 der Papiermaschine selbst gebildet wird, was mit einer einfachen Konstruktion und einer guten Zugänglichkeit der Glättspalte verbunden ist.
[0032] Im Unterschied hierzu zeigt Figur 2 eine Anordnung, bei der die Faserstoffbahn 1 nach einer Glättvorrichtung 3 in einer folgenden, benachbarten Baugruppe 4 aufgewickelt wird. Dabei
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AT 16 528 U1 2019-12-15 österreichisches patentamt ist der Zwischenraum 5 wegen des niedrigen Bahnlaufs über der Faserstoffbahn 1 angeordnet. Allerdings befindet sich der Boden 7 des Zwischenraums 5 dennoch unter dem hier einzigen Glättspalt der Glättvorrichtung 3, so dass dessen Zugänglichkeit gewährleistet ist.
[0033] Bei der in Figur 3 dargestellten Anordnung ist der Glättvorrichtung 3 eine weitere Glättvorrichtung 3 als benachbarte Baugruppe 4 vorgelagert. Beispielhaft sind hier zwei Zwischenräume 5 vorhanden, wovon sich einer zwischen den beiden Glättvorrichtungen 3 über der Faserstoffbahn 1 befindet. Der zweite Zwischenraum 5 verläuft nach der letzten Glättvorrichtung 3 unter der Faserstoffbahn 1 mit dem Maschinenfundament 6 als Boden 7.
[0034] Wie in Figur 4 zu sehen, verläuft der Zwischenraum 5 senkrecht zur Bahnlaufrichtung über die gesamte Breite der Papiermaschine. Dabei ist der Zwischenraum 5 zumindest von der Führerseite der Maschine begehbar. Bei Bedarf kann der Zwischenraum 5 auch durchgehend passierbar gestaltet werden, so dass das Personal von der Führerseite auch auf die Triebseite der Papiermaschine mit den Antrieben 12, Versorgungsleitungen usw. gelangen kann.
[0035] Um eine Gefährdung des Personals beim Begehen des Zwischenraums 5 auszuschließen, wird der Zwischenraum 5 zumindest auf einer, vorzugsweise auf der zur Glättvorrichtung 3 weisenden Seite oder wie in den Figuren 1 bis 4 auf beiden Seiten von einem Sicherheitszaun 9 begrenzt.
[0036] In den Figuren 5 a-c sind beispielhaft verschieden gestaltete Sicherheitszäune 9 mit Durchbrüchen 10 und Aussparungen 11 dargestellt.
[0037] Diese befinden sich gegenüber Servicepunkten der Glättvorrichtung 3 oder der benachbarten Baugruppe 4 und sollen es dem Personal ermöglichen, die Funktion der entsprechenden Maschineneinheit zu prüfen oder Messungen, Reinigungen oder Einstellungen an der Maschineneinheit vorzunehmen.
[0038] Um eine variable Zusammenstellung zu ermöglichen, werden die Sicherheitszäune 9 aus mehreren, nebeneinander angeordneten und gegebenenfalls unterschiedlich gestalteten Zaunelementen zusammengestellt.
[0039] Bei Figur 5a weist ein Zaunelement einen länglichen, waagerechten Durchbruch 10 im oberen Bereich und eine Aussparung 11 im unteren Endbereich auf. Das benachbarte Zaunelement besitzt eine durchgehende Aussparung 11 im oberen Endbereich.
[0040] Im Unterschied dazu hat das Zaunelement gemäß Figur 5b einen länglichen, waagerechten Durchbruch 10 im unteren Bereich und eine Aussparung 11 im oberen Endbereich.
[0041] Der Sicherheitszaun 9 bei Figur 5c umfasst ein Zaunelement mit einer durchgehenden Aussparung 11 im unteren Endbereich und ein benachbartes Zaunelement mit einem länglichen, senkrechten Durchbruch 10.
Claims (14)
1. Glättvorrichtung (3) einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredlung einer Papier-, Karton- oder einer anderen Faserstoffbahn (1) mit wenigstens einem, von zwei gegeneinander gedrückten Glattwalzen (2) gebildeten Glättspalt, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Glättvorrichtung (3) und einer benachbarten Baugruppe (4) der Maschine ein für Servicepersonal begehbarer Zwischenraum (5) vorhanden ist, dessen Boden (7) unter dem untersten Glättspalt der Glättvorrichtung (3) verläuft.
2. Glättvorrichtung (3) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (7) des Zwischenraums (5) unter der Achse (8) der untersten Glättwalze der Glättvorrichtung (3) verläuft.
3. Glättvorrichtung (3) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (7) des Zwischenraums (5) unter der untersten Glättwalze (2) der Glättvorrichtung (3) verläuft.
4. Glättvorrichtung (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (7) des Zwischenraums (5) über der Faserstoffbahn (1) verläuft.
5. Glättvorrichtung (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (7) des Zwischenraums (5) unter der Faserstoffbahn (1) verläuft.
6. Glättvorrichtung (3) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (7) des Zwischenraums (5) vom Maschinenfundament (6) gebildet wird.
7. Glättvorrichtung (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenraum (5) zumindest von einer Seite, vorzugsweise der Führerseite der Maschine begehbar ist.
8. Glättvorrichtung (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenraum (5) zwischen der Führer- und der Triebseite der Maschine durchgehend verläuft.
9. Glättvorrichtung (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die benachbarte Baugruppe (4) von einer Trockeneinheit, einer Streicheinrichtung, einerweiteren Glättvorrichtung (3) odereiner Wickelvorrichtung gebildet wird.
10. Glättvorrichtung (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Glättvorrichtung (3) mehrere Glättspalte umfasst.
11. Glättvorrichtung (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenraum (5) zumindest auf einer, vorzugsweise auf der zur Glättvorrichtung (3) weisenden Seite von einem Sicherheitszaun (9) begrenzt wird.
12. Glättvorrichtung (3) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherheitszaun (9) einen oder mehrere Durchbrüche (10) aufweist.
13. Glättvorrichtung (3) nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherheitszaun (9) an seinem oberen oder unteren Endbereich eine oder mehrere Aussparungen (11) aufweist.
14. Glättvorrichtung (3) nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchbrüche (10) oder die Aussparungen (11) gegenüber Servicepunkten der Glättvorrichtung (3) oder der benachbarten Baugruppe (4) angeordnet sind.
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