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Verfahren zur Herstellung eines Mittels zum Abgewöhnen des Tabakgenusses
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Mittels zum Abgewöhnen des Tabakgenusses.
Nach dem Urteil der medizinischen Wissenschaft ist der Tabakgenuss der Gesundheit abträglich ; sein Missbrauch kann selbst zu schweren Schädigungen des menschlichen Organismus führen. Der Tabakgenuss ist aber auch volkswirtschaftlich als ein soziales Übel anzusehen und führt zu Ausgaben, die sowohl den Haushalt des einzelnen als auch der Gesamtheit beeinträchtigen. Die Bekämpfung des Tabakgenusses ist in verschiedener Weise angestrebt worden. Durch Einlagen, welche aus dem Rauch das Nikotin durch chemische Einwirkung oder durch Adsorption entziehen, in Pfeife, Zigaretten oder Zigaretten-und Zigarrenspitzen hat man versucht, die gesundheitsschädliche Wirkung des Rauchens zu vermindern, was aber nur zum Teil gelingt.
Ferner werden Entwöhnungsmittel angeboten, die meistens in Form von Mundoder Gurgelwässer oder auch als Pillen verwendet werden und die bei Zufuhr von Tabakrauch einen widrigen Geschmack im Munde erzeugen.
Beispielsweise werden 0-21"-Lösungen von Silbernitrat zur Mundspülung empfohlen. Wenn der Raucher bei Anwendung solcher Mittel auch während der Zeit der Nachwirkung das Rauchen unterlässt, so bleiben doch die physiologischen Ausfallserscheinungen durch den Giftentzug und damit die Sucht äusserst quälend eine geraume Zeit lang bestehen, so dass der Raucher bald wieder den weiteren Gebrauch solcher Entwöhnungsmittel unterlässt oder in hartnäckigen Fällen sich selbst an den schlechten Geschmack gewöhnt und weiterraucht.
Bei derartigen Entwöhnungsmitteln wird nämlich die durchaus komplexe Natur der Rauchsucht übersehen und lediglich darnach getrachtet, sie durch Verekeln zu bekämpfen, ohne für die tiefe und langjährige Gewöhnung, die zahlreiche physiologische und psychologische Gebiete umfasst, einen Ersatz zu bieten. Übersehen wird dabei vor allem auch, dass das Rauchen einen Genuss, eine Beschäftigung und scheinbare Sättigung bedeutet, deren Wegfall selbst bei Überwindung der Giftsucht einen Mangel bildet, welcher, solange er nicht behoben ist, immer wieder zu Rückfällen führt.
Die vorliegende Erfindung, die gleichfalls auf der Anwendung von gesundheitsunschädlichen Stoffen beruht, welche mit dem Tabakrauch einen dem Rauchen abträglichen Geschmack erzeugen, beseitigt die Nachteile der bekannten Mittel, indem sie zu Entwöhnungsmitteln führt, die bei den Vorbereitungen zum Genuss eine Beschäftigung bieten, für sich genossen geschmacklich angenehm sind und eine gewisse Sättigungswirkung hervorrufen.
Das Verfahren gemäss der Erfindung besteht im wesentlichen darin, dass Pflanzensamen mit den gesundheitsunschädlichen Stoffen, welche mit Tabakrauch einen dem Rauchen abträglichen Geschmack erzeugen, getränkt oder mit einem Überzug versehen werden, welcher solche Stoffe enthält.
Als Pflanzensamen, die für diese Zwecke in erster Linie in Betracht kommen, sind beispielsweise Haselnusskeme, Mandelkerne, Erdnusskeme und vor allem geschälte oder von Natur aus schalenlose Kürbiskerne zu nennen. Vorzugsweise werden die Pflanzensamen einer Vorbehandlung unterworfen, die in einer Trocknung und zweckmässig in einer Röstung zur Ausbildung von Aromastoffen besteht, die im Vakuum oder unter Druck oder unter abwechselnder Einwirkung von Unterdruck und Überdruck vorgenommen werden können. Auch poröse Getreidekörner, die in an sich bekannter Weise durch Erhitzen unter starkem Druck bei entsprechendem Feuchtigkeitsgehalt und plötzlicher Druckentlastung erhalten werden, wie z. B. Puffweizen, Puffmais und Puffreis, sind als Grundkörper bei der Erzeugung der Entwöhnungsmittel gemäss der Erfindung geeignet.
Die Pflanzensamen können ferner vor der Aufbringung der wirksamen Stoffe oberflächlich oder zur Gänze entölt oder entfettet werden, um das Eindringen der Tränkungsflüssigkeit oder die Verankerung der Überzugsschichte zu erleichtern. Allenfalls kann auch die Stärke zum Teil oder zur Gänze entfernt werden, um den Nährwert herabzusetzen.
Von den an sich bekannten Stoffen, welche mit dem Tabakrauch einen dem Rauchen abträglichen Geschmack hervorrufen, kommen z. B. verdünnte Silbernitratlösungen, verdünnte Auszüge von nux vomica usw. in Betracht.
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Zur Durchführung des Verfahrens gemäss der Erfindungwerden die, allenfalls in der angegebenen Art vorbehandelten Pflanzensamen mit einer
Lösung des wirksamen Stoffes, z. B. mit einer verdünnten Lösung von Silbernitrat, der noch beruhigend wirkende Stoffe, wie Extr. valerianae (Baldrian), die ohne ärztliche Vorschrift gegeben werden dürfen, zugesetzt sein können, getränkt und hernach getrocknet. Die so erhaltenen Erzeugnisse können noch mit einem Überzug aus Zucker, allenfalls Karamelzucker, versehen werden, der auch mit einem gesundheitsunschäd- - lichen Farbstoff gefärbt oder in bekannter Weise versilbert sein kann. Der Überzug dient gleichzeitig auch dazu, atmosphärische Einflüsse auszuschalten und die Lagerbeständigkeit zu erhöhen.
Statt die Pflanzensamen mit der Silbernitratlösung u. dgl. zu tränken, kann man solche Stoffe auch einer Überzugsmasse, z. B. aus Zucker, Gelatine, Pflanzenschleim u. dgl. einverleiben und die Pflanzensamen mit einer Masse dragieren.
Bei der Verwendung der erfindungsgemäss hergestellten Mittel führt der Raucher, der sich entwöhnen will, statt einer Zigarette einen in der angegebenen Weise präparierten Pflanzenkern zum Mund. Durch langsames Zerkauen wird der Mundspeichel mit dem Präparat angereichert und so die beabsichtigte Wirkung eingeleitet.
Ein Versuch des Gewohnheitsrauchers, nachher eine Zigarette zu rauchen, wird durch den üblen Geschmack, den das Silbernitrat und ähnlich wirkende Mittel hervorrufen, abgebremst. Sobald wieder ein Rauchbedürfnis eintritt, wird wieder ein Pflanzenkern zum Munde geführt. Die erfindungsgemäss hergestellten Mittel tragen ferner Bedürfnissen Rechnung, denen keine der bisherigen Entwöhnungsmittel genügt hat. So bildet das Aufnehmen des Mittels, allenfalls das Enthülsen aus einer geeigneten, einer Zigarettenform angeglichenen Verpackung und das zum Mundeführen des präparierten Pflanzensamens dem Raucher einen Ersatz für das gewöhnte Manipulieren und Entzünden der Zigarette, so dass der sonst mit der Entwöhnung verbundene Beschäftigungsausfall, den der Gewohnheitsraucher bei der Entwöhnung besonders unangenehm empfindet, wettgemacht wird.
Weiter zwingt die eigenartige natürliche Struktur der Pflanzenkerne zu einem längeren Kauen, das im
Gegensatz zu einem Zerbeissen von Pastillen oder
Tabletten zu einer längeren und intensiveren
Tätigkeit der Kauwerkzeuge zwingt. Zudem besitzen die präparierten Pflanzensamen einen hohen Genusswert und zufolge ihres Fett-und
Stärkegehaltes auch einen gewissen Nährwert, so dass sowohl eine geschmackliche Befriedigung als auch eine gewisse Sättigung erreicht wird, ohne dass jedoch, wie beim wiederholten Genuss von Zuckerwerk oder Schokolade, dem Körper ein Übermass an Süssigkeiten und fettbildenden
Stoffen zugeführt würde. Die Zufuhr des zerkauten Breies an Pflanzensamen mit einem Zellulosegehalt übt ferner einen günstigen Einfluss auf die Verdauungsorgane und den Stoffwechsel aus und wirkt daher z. B. bei Darmträgheit gesundheitsfördernd.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung eines Mittels zum Abgewöhnen des Tabakgenusses, dadurch gekennzeichnet, dass Pflanzensamen mit gesundheitsunschädlichen Stoffen, wie Silbernitrat, die mit Tabakrauch einen dem Rauchen abträglichen Geschmack erzeugen, gegebenenfalls auch mit gesundheitsunschädlichen Beruhigungsmitteln, wie Baldrian, getränkt oder mit einem Überzug versehen werden, welcher solche Stoffe enthält.