<Desc/Clms Page number 1>
Instrument für die Gewinnung kleiner Partikel aus dem Inneren menschlicher, tierischer oder pflanzlicher Körper
Es sind bereits Instrumente für die Gewinnung kleiner Partikel aus dem Inneren menschlicher, tierischer oder pflanzlicher Körper bekannt, bei denen der Schaft eines Stiletts in einer Hülse geführt ist, die nahe dem unteren Ende einen Langschlitz aufweist, der mit einem Einschnitt des Stilettschaftes nahe der Spitze derselben durch Drehen des Stiletts wahlweise in und ausser Übereinstimmung gebracht werden kann.
Der Einschnitt in das Stilett bildet eine scharfe, achsparallele Kante, die messerartig wirkt, wenn das Stilett nach dem Einstich des Instrumentes in der Hülse gedreht wird. Mit derartigen Instrumenten kann ein Partikel des zu prüfenden Körpers nur dann ausgeschnitten und mit dem Stilett ausgebracht werden, wenn das Gewebe aus dem Einstichkanal durch den Ausschnitt der Hülse in den übereinstimmenden Ausschnitt des Stiletts eingedrungen ist. Die Nadel wird dann gedreht und schert das in den Nadelausschnitt eingedrungene Gewebestück ab. Zu einem solchen Eindringen von Gewebestücken durch die Hülse in die Stilettasche kommt es aber nur bei weichen Geweben, denen eine gewisse Tendenz zum Quellen eigen ist. Bei harten Geweben, z. B. bei soliden Tumoren, versagen diese Instrumente.
Hier setzt die Erfindung ein, die im wesentlichen darin besteht, dass nicht das Stilett als Messer wirkt, sondern die Hülse am Ende mit einem in das Hülsenlumen ragenden Messerlappen ausgestattet ist. Wohl ist auch das Stilett mit einer seitlichen, dem Messer angepassten Ausnehmung versehen, diese Ausnehmung dient aber nicht als Tasche zur Aufnahme des ausgeschnittenen Gewebestückes, sondern gewährleistet, dass das Stilett vom Messer unbehindert durch die Hülse geführt und nach dem Einstich wieder herausgezogen werden kann.
Die Zeichnung zeigt in Fig. 1 eine Gesamtansicht des Instrumentes, Fig. 2 zeigt das Stilett allein, die Fig. 3-6 zeigen Einzelheiten.
Mit 1 ist die metallische Hülse des Instrumentes bezeichnet, die am äusseren Ende einen Ansatz 2 aufweist für den Anschluss einer nicht dargestellten Injektionsspritze. Am anderen Ende weist die Hülse einen keilförmig gegen die Mitte des Lumens 3 der Hülse zulaufenden Lappen 4 auf. DieseL Lappen ist an den Kanten messer- artig zugeschärft, zweckmässig aus dem Material der Hülse ausgestanzt und gegen die Achse der Hülse abgebogen, wie dies in Fig. 3 ersichtlich gemacht ist.
Mit 6 ist das in die Hülse passende Stilett bezeichnet, das mit einem Griff 7 und am anderen Ende mit einer Kegelspitze 8 ausgestattet ist.
Diese Kegelspitze hat eine keilförmig gegen die Stilettachse zulaufende Ausnehmung 10, die dem Messer konform gestaltet ist, so dass beim Durchführen des Stiletts durch die Hülse 1 die Stilettspitze 8 und der Messerlappen 4 einander nicht behindern.
Bei Gebrauch, z. B. für die Frühdiagnose der krankhaften Veränderung eines Organs, wird das Stilett in die Hülse so weit eingeführt, dass seine Spitze aus dem unteren Ende der Hülse etwas herausragt (Fig. 6). Dazu muss der Messerlappen 4 der Hülse mit der Ausnehmung 10 der Stilettspitze übereinstimmen. Zur leichten Herstellung dieser Übereinstimmung ist vorteilhaft am Griff 7 eine Nase 11 vorgesehen, die in einen Ausschnitt 12 am Ansatz 2 eingreift. An Stelle dieser in Fig. l dargestellten Ausführungsform können auch beliebige andere Elemente, z. B. eine Marke an einem Teil und ein mit ihr zusammenwirkender Zeiger am anderen Teil, Verwendung finden. Das Instrument kann nun leicht in das krankhaft veränderte Organ, z. B. in die menschliche Lunge, eingestochen werden, nachdem vorher ein kleiner Hautschnitt gemacht wurde.
Die Einführung in ein tumorverdächtiges Infiltrat erfolgt immer unter Röntgenkontrolle.
Liegt die Spitze des Stiletts in dem Infiltrat, so wird das Stilett herausgezogen, während die Hülse im Infiltrat verbleibt. Die Hülse wird dann noch einige Millimeter in das Infiltrat vorgeschoben und schliesslich um ihre Längsachse um 3600 gedreht. Dadurch wird ein Gewebsstückchen durch den Messerlappen 4, der bis zur Lumenmitte vorragt, abgeschnitten. Um dieses Gewebsstückchen im Lumen der Hülse zu behalten, wird am anderen Hülsenende bei 2 eine Injektionsspritze angesetzt, die etwas physiologische Flüssigkeit enthält. Unter Aspiration wird die Hülse aus der Lunge herausgezogen und dann mittels der physiologischen Kochsalzlösung das Gewebestück aus der Stiletthülse herausgeschwemmt und kann zur mikroskopischen
<Desc/Clms Page number 2>
Untersuchung verwendet werden.
Man kann auf diese Weise krankhafte Veränderungen eines Gewebes, z. B. Carcinome, schon im Frühstadium feststellen und einer zeitgerechten Behandlung zuführen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Instrument für die Gewinnung kleiner Partikel aus dem Inneren menschlicher, tierischer oder pflanzlicher Körper, bestehend aus einem in einer Hülse geführten Stilett, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse am Ende mit einem in das Hülsenlumen ragenden Messer und die Stilettspitze mit einer dem Messer konformen seitlichen Ausnehmung versehen ist, so dass das Stilett vom Messer unbehindert durch die Hülse geführt und nach dem Einstich wieder herausgezogen werden kann, worauf das Gewebestück durch eine Volldrehung der Hülse ausgeschnitten und durch das Hülsenlumen ausgebracht wird.