AT164256B - Verfahren zum Verleimen von Werkstoffen, insbesondere von Sperr- und Furnierholz - Google Patents

Verfahren zum Verleimen von Werkstoffen, insbesondere von Sperr- und Furnierholz

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AT164256B
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Theodor Dipl Ing Dr T Kleinert
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Es sind verschiedene Verfahren bekannt, bei welchen zum Verleimen von Werkstoffen, ins- besondere von   Sperr-und   Furnierholzplatten, härtbare Kunststoffe auf Basis von Harnstoff-
Formaldehyd-oder Phenol-Formaldehyd-Kon- densationsprodukten unter Anwendung von Hitze und Druck benutzt werden. Nach D. R. P.
Nr. 716220 ist es weiters bekannt, als Bestandteil von Verleimungsmitteln Naphthalinsulfonsäuren oder deren lösliche Salze zu verwenden. Ferner ist ganz allgemein bekannt, härtbare Kunststoffe, die an sich zum Verkleben und Verleimen bekannt sind, in Form von Lösungen (D. R. P. Nr. 550647 und 661126), gashaltigen Schäumen (D. R. P. 



   Nr. 713700) oder Klebfilmen auf ge- tränkten und getrockneten Trägerstoffen zu verwenden. 



   Gemäss vorliegender Erfindung werden zum Verleimen von Werkstoffen, insbesondere Sperrund Furnierholz, die nach Patent Nr. 162602 herstellbaren   Ligninkunststqffe   in einem nicht völlig auskondensierten Zustand verwendet. Hie- durch ergibt sich die Möglichkeit, die unverhältnismässig kostspieligen bekannten Aminound Phenoplaste, die aus definierten Rohstoffen hergestellt werden müssen, durch ein äusserst billiges, in unbeschränkten Mengen zur Verfügung stehendes Abfallprodukt zu ersetzen. 



  Mit der an sich bekannten Verwendung von Sulfitablauge-Klebstoff, der aus eingedickter, praktisch unveränderter Sulfitablauge besteht, hat das gegenständliche Verfahren nichts gemein, denn es werden nach dem erfindungsgemässen Verfahren, die nach obigem Patent hergestellten, wärmehärtbaren Ligninumwandlungsprodukte der Sulfitablaugen verwendet. 



   Die erfindungsgemässen   Ligninkunststoffe   können durch direktes Aufbringen der getrockneten, gepulverten Massen auf die zu verleimenden Werkstoffe oder in Form von Lösungen, gashaltigen Schäumen oder   Klebfilmen   auf getränkten und getrockneten Trägerstoffen unter Druck-und Hitzeeinwirkung zur Anwendung kommen. Beispielsweise können die gemäss vorangeführtem Patent durch Fällen von Sulfitablaugen mit Ätzkalk unter Zusatz von Natriumhydroxyd bei Temperaturen zwischen 100 und   2000 Centstehenden Umwandlungs- und   Spaltprodukte nach dem Freisetzen mittels geeigneten wässerigen Säuren entweder direkt oder nach einer vorherigen Kondensation mit Phenolen und/oder Aldehyden verwendet werden. 



   Es wurde gefunden, dass die erfindungsge- mässen Kunststoffe vorteilhaft in Form wässeriger basischer, insbesondere ammoniakalischer, Lösun- gen verwendet werden. Solche Lösungen eignen sich nicht nur für die direkte Aufbringung von Klebschichten auf die zu verleimenden
Werkstoffe, sondern weiters auch für die Her- stellung gashaltiger Klebeschäume oder für das
Herstellen von Klebfilmen durch Tränkung von porösen Trägerstoffen und anschliessende
Trocknung. Bei ammoniakalischen Lösungen ergibt sich der besondere Vorteil, dass beim
Verleimen der Werkstoffe unter Hitzeanwendung die Hauptmenge des Ammoniaks flüchtig wird, wodurch die leimenden Kunststoffschichten eine annähernd neutrale Reaktion annehmen. 



   Durch Versuche wurde ferner gefunden, dass
Lösungen hoher Verleimungskraft und kurzer Aushärtezeit erhalten werden, wenn die erfindunggemässen Ligninkunststoffe in wässerigen basischen Flüssigkeiten gelöst werden, die Phenole und/oder Aldehyde bzw. Kondensationsprodukte aus Phenolen und Aldehyden, insbesondere aus Phenol oder Kresol und Formaldehyd, enthalten. 



  Da wässerige Lösungen von Phenolen und/oder Aldehyden selbst lösende Eigenschaften für die erfindungsgemässen Ligninkunststoffe besitzen, werden auf diese Weise auch Lösungen höherer Konzentration erhalten. 



   Auch wurde gefunden, dass Zusätze von Ammonsalzen, insbesondere von Ammonchlorid, zu den Kunststofflösungen die Kondensationsvorgänge bei der Verleimung begünstigen. 



   Es wurde ferner gefunden, dass die Herstellung der   erfindungsgemässen   Kunststofflösungen durch Zusätze von Netzmitteln, insbesondere von Salzen von Ligninsulfonsäuren, Naphthalinsulfonsäuren und anderen   Sulfosäuren,   aber auch von beliebigen anderen bekannten Netzmitteln, erleichtert wird. 



   Die entstehenden Lösungen können direkt auf die zu verleimenden Werkstoffe aufgestrichen, aufgewalzt oder aufgesprüht werden oder aber zur Tränkung poröser Bahnen aus Papier oder Geweben oder Gewebegaze und damit zur Herstellung von Klebfilmen verwendet werden. 

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 von Lösungen als Bindemittel beim Verleimen faseriger Werkstoffe, z. B. als Bindemittel bei der Herstellung von Faserplatten, Anwendung finden. Auch Mischungen der erfindunggemässen   Lignin-Verleimungs-Kunststoffe   mit bekannten und gebräuchlichen Kunststoffen für Verleimungszwecke sind möglich, beispielsweise solche mit Phenoplaste, Aminoplasten, Melaminharzen, Kaseinkunststoffen usw. Sie zeigen keine Entmischungserscheinungen und besitzen eine ausgezeichnete Klebkraft.

   Dies gilt auch für Mischungen mit natürlichen Klebstoffen, wie tierischen Leimen, Kasein u. dgl. 
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 durch Druckbehandeln von Sulfitablauge bei
160  C mit   Ätzkalk   unter Zusatz von Natronlauge bei einem   PH-Wert   von 13 gefällt und durch anschliessende Säurebehandlung von anorganischen Bestandteilen befreit worden ist, werden im kalten Zustand feinst gepulvert. Das Pulver wird in eine Mischung, bestehend aus 400 Teilen einer 10% igen wässerigen Blutalbuminlösung,   30 Teilen eines ungehärteten Ham-   stoff-Formaldehyd-Leimes, 4 Teilen Naphthalinsulfosäure, 1 Teil Nekal, 5 Teile Ammonchlorid und 1 Teil 20% iges Ammoniak, eingebracht und das Ganze in einem rasch laufenden Rührwerk gut homogenisiert.

   Dann wird unter weiterem Rühren und unter Einblasen von Luft ein Schaum erzeugt, bis dieser etwa das   2-5fache   Volumen der Ausgangsmischung hat. 



  Der entstandene Schaum wird zum Verleimen von 2 mm starken Pappelholz-Furnierplatten benutzt, wobei pro Quadratmeter Leimfläche 100 Gramm des Leimschaumes aufgebracht werden. Es wird eine Platte mittels einer Walzenauftragmaschine beiderseits mit dem Leimschaum überzogen. Nach Auflegen zweier nicht behandelter 2 mm starker Deckfurniere wird in der Heisspresse bei   110 0 C   und einem Druck von 12 Atm. 5 Minuten lang gepresst. 



   4.250 Teile aschefreies Ligninumwandlungsund Kondensationsprodukt gemäss Patent Nr. 162602, das, fein verteilt, 30 Teile eines gut aufgefaserten Kraftzellstoffes als poröse Trägersubstanz enthält, wobei der aufgefaserte Zellstoff bei der Fällung der Sulfitablauge dem Reaktionsgemisch zugesetzt wurde, werden im trockenen Zustand gepulvert. Das Pulver wird mit 50 Teilen gepulvertem Novolack und 10 Teilen pulverigem Hexamethylentetramin vermischt. Die pulverige Mischung wird zum Verleimen von Furnier- holzplatten unter Wärme und Druck verwendet. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zum Verleimen von Werkstoffen, insbesondere von   Sperr-und   Furnierholz, unter Verwendung wärmeformbarer und wärmehärtbarer Kunststoffe in Form von Lösungen, streichbaren Massen, Pulvern, Körnern, gashaltigen Schäumen oder Klebfilmen auf getränkten und getrockneten Trägerstoffen unter Druck und Hitze, dadurch gekennzeichnet, dass als wärmehärtbare Kunststoffe, die nach Patent Nr. 162602 herstellbaren Ligninkunststoffe in einem nicht völlig kondensierten Zustand verwendet werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Ligninkunststoffe in Form wässeriger basischer, insbesondere ammoniakalischer, Lösungen verwendet werden.
    3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ligninkunststoffe in wässerigen basischen Flüssigkeiten gelöst werden, <Desc/Clms Page number 3> die Phenole und/oder Aldehyde bzw. Kondensationsprodukte aus Phenolen und Aldehyden, insbesondere aus Phenol oder Kresol und Formaldehyd, enthalten.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Ligninkunststoffe in Mischungen mit an sich bekannten Pheno-und/oder Aminoplasten und/oder natürlichen Leimstoffen verwendet werden. 5. Verfahren nach den Ansprüchen 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass den Lösungen Ammonsalzc, insbesondere Ammonchlorid, zugesetzt werden.
    6. Verfahren nach den Ansprüchen 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Herstellung der Lösungen Netzmittel, insbesondere Salze von Ligninsulfonsäuren, Naphthalinsulfosäuren oder anderen Sulfosäuren, verwendet werden.
AT164256D 1948-06-19 1948-06-19 Verfahren zum Verleimen von Werkstoffen, insbesondere von Sperr- und Furnierholz AT164256B (de)

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