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Bürstenwagenanordnung für automatische Telephonwähler
Die Erfindung bezieht sich auf ein Steuergerät für elektrische Schaltkreise, insbesondere auf
Steuereinrichtungen für die aufeinanderfolgende Betätigung der Kreise von Vielfachfeldern, wie sie bei automatischen Telephonanlagen verwendet werden. Die Erfindung bezweckt einen verbesserten Wähler der Type zu schaffen, bei der ein Bürstenwagen längs einer Reihe von Kontakten wandert, die nacheinander von den Bürsten bestrichen werden, die dauernd auch mit Speiseleitungen verbunden sind, deren Anzahl mit der Anzahl von Kontakten auf der Kontaktleiste übereinstimmt.
Die Anwendung von Bürstenwagen, die mit beträchtlicher Geschwindigkeit über eine grosse Anzahl von getrennten, aber nahe benachbarten Kontakten von verhältnismässig feiner Struktur gleiten, ergibt bei automatischen Telephonsystemen gewisse Probleme, z. B. dass Auftreten von Vibrationen. Da die Kontaktreihe grosse Länge aufweist und demgemäss die den Wagen führenden Säulen lang sind, haben die einzelnen Teile die Tendenz, sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Richtung zu schwingen, was bei Vorhandensein von Fundamentschwingungen noch erschwert wird. Die resultierende Vibration der gleitenden Bürsten und der von diesen bestrichenen Kontakte bewirkt Widerstands- änderungen und bei Übertragung von Sprechströmen entsprechende Schwankungen in der Sprachübertragung, wodurch ihre Verständlichkeit und Dynamik, sowie ihr Frequenzgang beeinträchtigt werden.
Weitere Unzukömmlichkeiten ergeben sich bei solchen Kontaktreihen befahrenden Bürstenwagen aus der Kontaktverschlechterung durch atmosphärische Einflüsse oder Verstauben od. dgl. Diese Erscheinungen führen zu den gleichen sich aus einer Ver- änderung des Widerstandes im Kreis ergebenden Nachteilen.
Diese Übelstände werden bei einer Bürstenwagenanordnung für automatische Telephon- wähler u. dgl., welche einen Wagen sowie eine von diesem getragene Bürsteneinheit umfasst, die in gleitende Berührung mit einer Kontaktreihe gebracht werden kann, dadurch vermieden, dass diese Bürsteneinheit an entgegengesetzten Seiten vorstehende Halteglieder aufweist, und Halte- blöcke aus elastischem Material vorgesehen sind, welche mit diesen Haltegliedern und dem Wagen in Berührung stehen und die Bürsteneinheit tragen.
Zweckmässig werden hiebei, um der Kontaktverschlechterung zu begegnen, erfindunggemäss Massnahmen getroffen, die beim Betrieb eine Selbstreinigung der einzelnen Teile gewährleisten, wodurch eine Verschlechterung der Kontaktoberflächen der auf den Leitungen gleitenden Bürsten im wesentlichen beseitigt wird.
Weitere Merkmale der Erfindung werden im Folgenden an Hand der Zeichnungen näher beschrieben. Diese zeigen jeweils nur die zur Erklärung der Erfindung erforderlichen Teile der gesamten Anlage.
Fig. 1 zeigt den Grundriss eines Bürstenwagens samt seiner Haltevorrichtung und einer Reihe von Speiseleitungen mit deren Halterungen. Die Fig. 2,3 sind Schnitte längs der Linien 2-2, bzw. 3-3 in Fig. 1. Fig. 4 zeigt eine Bürsteneinheit in vergrössertem Massstab ; Fig. 5 zeigt eine Bürste nach Fig. 4 unter einem anderen Betrachtungswinkel. Fig. 6 ist ein Schnitt längs Linie 6 in Fig. 4. In den Fig. 7,8 und 9 sind Ansichten einer geänderten Bürstenform von drei verschiedenen Seiten dargestellt. Fig. 10 ist ein Schnitt längs
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Draufsicht eines Bürstenhalters und Fig. 12 die perspektivische Ansicht der erfindungsgemässen Wagenbefestigung.
Aus den Fig. 1 bis 3 sind die Montageplatten 15, 16 zweier paralleler Säulen 17, 18 ersichtlich ; die Montageplatten besitzen Ansätze 19 zur Aufnahme der Säulenenden (die darin mit Schrauben 21 befestigt sind) und ferner Befestigungsflanschen 22 zur Lagerung auf einem nicht dargestellten Träger. Jede der Säulen 17 und 18 trägt zwei Lager 23, an denen Arme 24 befestigt sind, welche parallele Schenkel eines U-förmigen Bügels bilden, der als Abschluss des schachtel- ähnlichen Chassis 27 für den Bürstenwagen dient. An gegenüberliegenden Seiten des Wagenchassis 27 (Fig. 12), sind Lappen 28 und 29 vorgesehen, die als Halterungen für schwingungsdämpfende Mittel von noch zu beschreibender Beschaffenheit dienen.
Der Bürstenwagen trägt eine Reihe von Bürsten, von denen jede längs einer Kontaktreihe 35
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(Fig. 4) der Kontakdeiste gleitet ; 31 ist die
Speiseleitung, die im Schaltgestell in gleicher Höhenlage wie die zugeordnete Kontaktreihe angeordnet ist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind acht Bürsten vorgesehen, die in zwei Gruppen zu je vier Stück (Fig. 3) unterteilt sind, sowie eine entsprechende Anzahl von Speiseleitungen 31 (siehe Fig. 2,3), so dass das eine
Ende jeder Bürste dauernd auf der zugeordneten
Speiseleitung gleitet, wenn der Bürstenwagen längs der Säulen 17 und 18 unter dem Antrieb eines üblichen, nicht dargestellten Motors abwechselnd in entgegengesetzten Richtungen wandert.
Wie die Fig. 4 bis 6 zeigen, ist jede Bürsteneinheit aus zwei komplementären Segmenten 32, 33 zusammengesetzt, die aus entsprechendem Federmaterial besteht. Jedes Segment ist in der Mitte eingebuchtet und hat in seitlicher Richtung lappenförmige Ansätze 36, 37, die zwei entsprechenden Ansätzen (vgl. 38) des komplementären Segmentes gegenüberliegen. Diese Ansätze werden von Stützleisten 41, 42 überdeckt, die ihrerseits in dem nichtleitenden Bürstenträger 43, (Fig. 3,4) gehalten werden, mit dem jede Bürsteneinheit für sich versehen ist. Die Halterung besteht aus U-förmigen Klemmfeder 44, Fig. 4, welche die Enden der Stützleisten 41, 42 umfassen und federnd gegen den Bürstenhalter 43 drücken.
Auf diese Weise ist jede Bürsteneinheit in der richtigen Lage am zugehörigen Halter aus Isoliermaterial befestigt. Die verschiedenen Einheiten, welche die gesamte Bürstenanordnung bilden, werden ihrerseits in der richtigen gegenseitigen Lage am Chassis 27 des Bürstenwagens durch die erfindungsgemässe Einrichtung wie folgt festgehalten :
Die zentralen Einbuchtungen der beiden Bürstensegmente ermöglichen eine grössere Bewegung der Bürstenenden, ohne dass dabei eine wesentliche Änderung der mechanischen Spannung der Bürsten eintritt. Zusätzlich werden die schrägen Ränder der beiden Bürstensegmente zweckmässig umgebördelt, wie bei 51, 52, aus den Fig. 4 und 6 ersichtlich.
Diese Versteifung hindert eine Verbiegung dieser Teile und sichert die Aufrechterhaltung des richtigen Kontaktdruckes zwischen den vorgespannten Bürstenenden und den Kontakten bzw. Speiseleitungen.
Diese Bürstenenden 56, 57 werden zweckmässig längs der Kontaktoberflächen versilbert, wie durch die Linien 53 und 54 in Fig. 4 angedeutet ; das Überzugsmaterial kann auch in Form einer Einlage vorgesehen sein.
Zur Schwingungsdämpfung werden erfindungsgemäss rechteckige Blöcke 61 und 62 (Fig. 12) an gegenüberliegenden Seiten des Bürstenwagenchassis vorgesehen, die aus Natur-oder Kunstkautschuk bestehen und solche Länge und Breite
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beiden Seiten jedes Bürstenhalters angebracht sind, aufnehmen können, wozu die Blöcke 61 und 62 mit Öffnungen 64 versehen sind. Jeder dieser Blöcke ist am Chassis mit einer Klemmfeder 66 befestigt, die mit einem Schenkel 67 einen Ansatz 68 am Chassis und mit dem gegen- überliegenden Schenkel 69 eine Chassiskante umfasst. Wirksamkeit und Einfachheit dieser schwingungsdämpfenden Halterung sind demnach leicht erkennbar.
Die schwingungsdämpfende Befestigung der Speiseleitungen 31 ist in Fig. 1 dargestellt und besteht aus einem Paar von Beilagscheiben 71, 72 aus Gummi od. dgl. und aus einer Buchse 73 aus ähnlichem Material, die den Schaft der Schraube 74 umgeben, durch welchen die Endplatte 76 aus Isoliermaterial an den Ansatz 77 der Montageplatte 15 befestigt ist. Metallische Beilagscheiben 78,79 bedecken die Beilagscheiben 71 bzw. 72 zu beiden Seiten der zentralen Buchse 73, welche sich durch eine Öffnung in der Endplatte 76 erstreckt. Diese Anordnung ist beidseitig vorgesehen, wie in den Fig. 1 und 2 hinsichtlich der Schraube 74 und der gegenüberliegenden Endplatte 81 bei 82 angedeutet.
Da die Enden 83, 84 der Speiseschienen 31 in Öffnungen der Platten 76 bzw. 81 befestigt und diese Endplatten in der beschriebenen Weise elastisch gelagert sind, werden Schwingungen sowohl in longitudinaler als auch transversaler Richtung wirksam gedämpft.
Um die arbeitenden Teile der Schalteinrichtung vor Kontaktverschlechterung zu schützen, sind
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in Fig. 1 angedeutet ; die Schlitze 86 sind in einer Richtung und die Schlitze 87 in entgegengesetzter Richtung zur Fahrtrichtung des Bürstenschlittens geneigt. Metallische Partikel oder andere Fremdkörper, welche sich vor den Bürstenenden befinden, werden in den nächstfolgenden Schlitz befördert und fallen so aus dem Mechanismus heraus. An beiden Bahnenden gleiten die Bürstenenden plötzlich von dem Leiterstreifen ab ; bei der Rückwärtsbewegung streifen sie die Ränder 88, 89, da die Bürstenenden zusammenfedern. Dieses Schaben der Bürsten an den Rändern 88 und 89 ergibt eine reinigende Wirkung zwischen den Bürstenflanschen einerseits und den Streifenenden anderseits.
Die Schlitze 86, 87 sind enger als die Breite der Bürstenenden, wodurch Vibrationen vermieden werden. Die Neigung der Schlitze ergibt eine grosse Schlitzfläche ohne schädliche Verbreiterung der Schlitze in der Bewegungsrichtung der Bürsten.
Zusätzlich zu den Endplatten 76 und 81 können über die Leiterstreifen 31 noch Halterungsstützen 91 und 92 verteilt sein. Diese Stützen sind, zwecks Einführung in Ausnehmungen der Leiterstreifen geschlitzt und werden in diesen Ausnehmungen durch Keile 93 und 94 gesichert.
In den Fig. 7-10 ist eine andere Ausführungsform der Bürsteneinheit dargestellt, bei der die gleiche zweiteilige Bürstenform, aber eine andere Art ihrer Halterung angewendet wird, welche aus den Stützleisten 141 und 142, aus dem Bürstenhalter 143 und aus der Klemmvorrichtung 144 zum Zusammenbau der Bürsten und der Stütz-
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leisten in der richtigen Lage besteht. Die Stützleisten 141 und 142 haben einseitig Fortsätze 151 und 152 für die Fassung und Halterung am Bürstenhalter 143 und ferner Längsfortsätze 163 in der Längsrichtung, die wie die entsprechenden Fortsätze 63 des Körpers 43 gemäss Fig. 11 in die Öffnungen 64 (Fig. 12) der elastischen Blöcke 61 und 62 passen. Man erkennt, dass die
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im wesentlichen den Teilen 41, 42,43, 44 und 63 in Fig. 4-6 entsprechen.
Es kann also nach Wunsch die Anordnung nach Fig. 7-10 durch die Ausführung nach Fig. 4-6 ersetzt werden.
In ähnlicher Weise sind entsprechende Auswechslungen und Neuanordnungen anderer Teile im Rahmen der Erfindung möglich.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Bürstenwagenanordnung für automatische Telephonwähler u. dgl., welche einen Wagen sowie eine von diesem getragene Bürsteneinheit umfasst, die in gleitende Berührung mit einer Kontaktreihe gebracht werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass diese Bürsteneinheit an entgegengesetzten Seiten vorstehende Halteglieder (63) aufweist, und Halteblöcke (61, 62) aus elastischem Material vorgesehen sind, welche mit diesen Haltegliedern und dem Wagen (27) in Berührung stehen und die Bürsteneinheit tragen.