AT162976B - Verband oder Pflaster - Google Patents

Verband oder Pflaster

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AT162976B
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plaster
agar
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Biochemie Gmbh
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  Verband oder Pflaster 
Den Gegenstand der Erfindung bilden Ver- bände oder Pflaster, die zur Behandlung von
Hautschäden und offenen Wunden, insbesondere
Brandwunden geeignet sind. Erfindungsgemäss besteht der Verband oder das Pflaster aus einer kohaerenten Schichte eines wasserhaltigen Geles, das gleichzeitig einen Nährboden für thera- peutisch wirksame Stoffe bildende Mikroorganis- men, insbesondere Schimmelpilze von der Art des
Peniccilliums notatum, darstellt und eine Rein- kultur solcher Pilze enthält. Nach einer besonderen
Ausführungsform der Erfindung ist die Gel- schichte durch eine Einlage aus einem verhältnis- mässig reissfesten Trägerstoff, z. B. Gaze, verstärkt, wobei zweckmässig aus der   Gelschicht   heraustretende Teile des Trägerstoffes vorgesehen sind. 



   Solche heraustretende Teile des Trägerstoffes ermöglichen eine bequeme Manipulation der Verbände oder Pflaster, ohne dass die Gelschichte berührt werden muss, und können zur Befestigung des Pflasters oder Verbandes dienen. 



   Zur Herstellung eines Verbandes oder Pflasters gemäss der Erfindung wird beispielsweise eine erwärmte Lösung von Agar-Agar mit den zur Züchtung von Penicillium-Kulturen üblichen Nähr-und Wirkstoffen versetzt und in geeignete sterilisierte Schalen, z. B. Petrischalen von 5 bis 10 cm Durchmesser oder in quadratischen Schalen von beispielsweise 5 bis 10 cm Seitenlänge, in der Höhe einer mehrere Millimeter, z. B. etwa 4 mm hohen Schicht, eingegossen. 



  Zweckmässig wird vor dem Eingiessen der AgarAgarlösung sterilisierte Gaze in die Schalen derart eingelegt, dass die Gaze von der Agar-Agarlösung durchdrungen und in dieser Weise in die sich verfestigende Gelschichte eingebettet wird. Vorteilhaft wird die Länge der Gazestreifen derart gewählt, dass am inneren Schalenrand freie Enden des Trägerstoffes nach aufwärts stehen, an welchen das Pflaster bzw. der Verband mit einer Pinzette oder mit den Fingern aus der Schale gehoben und gehandhabt werden kann. 



   Der aus der Gelschichte bestehende feste Nährboden wird mit einer Reinkultur von Penicillium notatum oder anderen therapeutisch wirksame Stoffe bildenden Mikroorganismen beimpft. Die Kulturen werden sodann auf dem festen Nährboden in an sich bekannter Weise vermehrt bzw. entwickelt. 
Im Zeitpunkt der therapeutischen Anwendung des Verbandes oder Pflasters wird der Verschluss der Schalen beseitigt, die Gelschicht, welche das
Pflaster oder den Verband darstellt, mit Hilfe der freien Trägerenden aus der Schale herausgehoben und mit der Penicilliumkultur unmittelbar auf die
Haut oder Wunde aufgelegt und dort befestigt. 



   Dies kann z. B. durch Fixierung der freien Träger- enden auf der Haut mit Hilfe von Mastix oder durch darüber gelegte elastische Binden erfolgen. Die
Pflaster und Verbände gemäss der Erfindung be- sitzen, wie klinische Versuche gezeigt haben, eine hervorragende Wirkung. Während man bisher zur Behandlung von Hautschäden und Wunden mit Penicillin, entweder Lösungen von isoliertem
Penicillin verwendet oder ein trockenes Pulver von   Kalziumsa1zen   des Penicillins   aufgestäubt   hat, wird im vorliegenden Fall die therapeutische
Wirkung durch die unmittelbare Aufnahme des im Nährboden gebildeten Penicillins bzw. in der
Kultur vorhandenen erzielt, ohne dass die zeitraubende und schwierige Isolierung des Penicillins notwendig ist.

   Dazu kommt noch, dass die
Gelschichte, welche den Verband bzw. das Pflaster bildet, gleichzeitig eine Kühlung der Haut und Wunden bewirkt und dass sie ferner imstande ist, Feuchtigkeit aufzunehmen, was insbesondere bei der Behandlung von wässernden Wunden von Bedeutung ist. Weiterhin äussern die Verbände und Pflaster gemäss der Erfindung weder eine chemische noch eine mechanische Reizwirkung, da die verwendeten Gele biologisch neutral sind und sich zufolge des Quellungsvermögens des Geles keinerlei Kanten bilden können. 



   In der Zeichnung sind in Fig. 1 und 2 schematisch Ausführungsformen von Pflaster bzw. Verbänden gemäss der Erfindung dargestellt, u. zw. in Fig. 1 im Schnitt und in Fig. 2 in Draufsicht. Fig. 3 zeigt das Pflaster bzw. den Verband gemäss den Fig. 1 und 2 steril verschlossen in der Entwicklungsschale. 



   1 ist die Mikroorganismen enthaltende Reinkultur, z. B. Penicillium notatum, 2 die den Nährboden für   1   bildende Gelschichte, z. B. aus AgarAgar, und 3 der z. B. aus Gaze bestehende Träger für die Gelschichte, der durch die Gelschichte 2 verläuft und mit aus dieser vorstehenden lappenförmigen Enden 4 ausgestattet ist. Das Pflaster bzw. der Verband kann, wie in Fig. 2 

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 mit vollen Linien dargestellt, runde Form besitzen oder, wie in der gleichen Figur mit strichpunktierten Linien angedeutet, auch viereckig sein. 



   In Fig. 3 stellt 5 die Schale dar, in der nach dem Einlegen des Trägers 3 die Gelschichte 2 eingegossen und hierauf die Impfung derselben mit der Reinkultur 1 vorgenommen wird und in der auch die Entwicklung bzw. Vermehrung dieser Kultur stattfindet. 6 ist ein auf die Schale 5 passender Deckel, der auf letztere aufgesetzt und z. B. durch Umwicklung eines mit Klebemittel versehenen Streifens in der Verschlusslage gehalten wird. Bei Gebrauch des Pflasters bzw. 



  Verbandes wird dieser Verschlussstreifen entfernt, der Deckel 6 abgehoben, worauf durch Erfassen der hervorstehenden Trägerenden 4 das Pflaster bzw. der Verband aus der Schale   5   herausgehoben werden kann, ohne die Kultur 1 berühren zu müssen. 



     PATENTANSPRÜCHE   : 
1. Verband oder Pflaster, bestehend aus einer kohaerenten Schichte eines wasserhaltigen Geles, das gleichzeitig einen Nährboden für therapeutisch wirksame Stoffe bildende Mikroorganismen, insbesondere Schimmelpilze von der Art des Penicillium notatum darstellt und eine Reinkultur solcher Mikroorganismen enthält.

Claims (1)

  1. 2. Verband oder Pflaster nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gelschichte durch die Einlage eines Trägerstoffes, wie Gaze, verstärktist, wobei zweckmässig aus der Gelschichte herausragende Enden des Trägers vorgesehen sind.
    3. Verband oder Pflaster nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass er mit zuoberst liegender Reinkultur (1) auf dem Boden EMI2.1 Behälter angeordnet ist, wobei die aus der Gelschichte (2) vorstehenden Enden (4) des Trägerstoffes an dem Rand des Unterteiles des Behälters hochgezogen sind.
    4. Verfahren zur Herstellung eines Verbandes oder Pflasters nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine warme wässerige Lösung eines feste Nährböden bildenden Kolloides, wie z. B. Agar-Agar, die Nähr-und Wirkstoffe enthält, in sterilisierte Schalen, in welche allenfalls Trägerstoffe, wie Gaze mit hervorstehenden Enden, eingelegt sind, gegossen, mit einer Reinkultur der wirksamen Mikroorganismen beimpft und die Kultur unter sterilen Bedingungen vermehrt wird.
AT162976D 1946-12-21 1946-12-21 Verband oder Pflaster AT162976B (de)

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