AT162954B - Verfahren zur Reinigung von Kohlengas - Google Patents
Verfahren zur Reinigung von KohlengasInfo
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Reinigung von Kohlengas Bei der bisher üblichen Kohlengasreinigung mittels Reinigermasse besteht der erhebliche Nach- teil, dass die ausgebrauchte und regenerierte Reinigermasse, wie natürliche Raseneisenerze, Luxmasse od. dgl., nach relativ kurzer Zeit nicht mehr für die Gasreinigung in Verwendung genommen werden kann, sondern als Abfall- produkt an Schwefelsäurefabriken od. dgl. ab- gestossen werden muss. Die Ursache hiefür liegt vor allem darin, dass die im Rohgas bis zu einem Gehalt von 50 bis 100 g, maximal sogar 150/100 vorhandene Blausäure zumindest zum Grossteil von der Reinigermasse absorbiert wird. Bei der stetigen oder von Zeit zu Zeit durchgeführten Regeneration der Masse durch einen geringen Luftzusatz zum Rohgas kann dann der Anteil der Masse, der die Blausäure absorbiert hat, nicht mehr reaktiviert werden, sondern es wird nur jener Anteil der Masse wieder aktiv, an den Schwefelwasserstoff gebunden war. Sobald die Masse einen Gehalt von 50 bis 60% Schwefel und daneben etwa 8 bis 10% Berlinerblau infolge Cyanabsorption aufweist, ist sie erfahrungsgemäss nicht mehr brauchbar und muss durch frische Masse ersetzt werden. Würde man aus einer solchen inaktiv gewordenenMasse durch ein Schwefellösungsmittel, z. B. Schwefelkohlenstoff, den Schwefel herauslösen, so erhielte man eine Masse mit einem Blausäuregehalt von etwa 20%. Diese extrahierte Masse zeigt aber in der Praxis eine verhältnismässig bedeutend verringerte Aktivität für die Gasreinigung, da die Blausäure beim Absorptionsvorgang vor allem die aktivsten Stellen der Masse bevorzugt und damit einer eventuellen Regenerierung dauernd entzieht. Aktive Stellen frischer Masse, die anfänglich von Schwefelwasserstoff blockiert waren, werden bei der nachfolgenden Regenerierung zwar wieder frei, sind aber ausser einer eventuell neuerlichen Umsetzung mit Schwefelwasserstoff gleichzeitig einer dann endgültigen Blockierung durch Blausäure ausgesetzt. Mit der Zeit wird somit der grösste Anteil der Masse an aktiven Stellen durch Blausäure dauernd unwirksam, u. zw. in einem höheren Masse, als es dem Verhältnis von Blausäure zu Schwefelwasserstoff im Rohgas entspricht. Ein weiterer Mangel der üblichen Gasreinigung besteht darin, dass von der Gasreinigermasse nur ein Teil der Blausäure absorbiert wird, so dass stets ein Rest von etwa 20 bis 30 g Blausäure/ 100 m3 im Kohlengas verbleibt. Diese Blausäure verursacht zum nicht geringen Teil die bedeuten- den Korrosionsschäden, die am Gasbehälter im Rohrnetz und in den Gasmessern im Haushalt auftreten. Es ist bereits bekannt, der Schwefelwasserstoffentfernung aus dem Gase ausser einer Ammoniak- wäsche auch eine Cyanwäsche vorzuschalten, in welch letztere die Blausäure durch eine Ammo- niumpolysulfidlösung absorbiert wird. Statt eine solche Lösung gesondert herzustellen, genügt es, als Waschflüssigkeit für die Cyanwäsche eine wässerige Schwefelsuspension zu verwenden. Wird dem üblichen Ammoniakwäscher ein Cyanwäscher vorgeschaltet, der mit einer solchen Suspension beschickt wird, so lösen sich Ammoniak und Schwefelwasserstoff aus dem Rohgas in dieser Suspension in einem solchen Ausmass auf, dass sich das gebildete Ammoniumsulfid mit dem Schwefel zu einer Polysulfidlösung von für den Auswaschprozess genügend grosser Konzentration umsetzt. Die so gebildete Polysulfidlösung nimmt Blausäure aus dem Rohgas fast schlagartig unter Bildung von Ammoniumrhodanid auf. Die Auswaschung kann je nach Bauart des verwendeten Cyanwäschers und Berührungsdauer des Gases mit der Waschlösung leicht bis auf 0-01 g Blausäure/100 m3 und auch darunter erfolgen. Die Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur Reinigung von Kohlengas, bei dem Schwefelwasserstoff durch eine Nassreinigung und eine dieser nachgeschaltete Trockenreinigung aus dem Gas entfernt wird, und besteht darin, dass der in der Trockenreinigung anfallende Schwefel für eine der nassen Schwefelwasserstoffreinigung vorgeschalteten Cyanwäsche verwendet wird. Durch Verwendung des aus der Reinigermasse extrahierten Schwefels für die Schwefelsuspension der Cyanwäsche wird letztere in enge Beziehung zur Schwefelwasserstoffentfernung gebracht und der bei dieser anfallende Schwefel im Rahmen des gesamten Reinigungsverfahrens nutzbringend <Desc/Clms Page number 2> verwertet. Eine Zufuhr von Schwefel von auswärts zur Cyanwäsche entfällt somit, so dass sich das Verfahren besonders wirtschaftlich gestaltet. Die nach dem erfindungsgemässen Verfahren mit Schwefel aufgesättigte Reinigermasse weist gegenüber einer Masse im Reinigerbetrieb üblicher Art den grossen Vorteil auf, nicht durch Blauverbindungen verunreinigt bzw. dauernd inaktiviert zu sein. Es ist deshalb in diesem Falle lohnend, die Masse nach Extraktion des Schwefels wieder völlig aktiv frisch einzusetzen. Der bei dieser Extraktion anfallende Schwefel kann ohne besondere Reinigung sofort im Cyanwäscher Verwendung finden. Wenn keine sonstige Verwertung dieses Schwefels erwünscht ist, wird die Zweiteilung der SchwefelwasserstoffReinigung zweckmässig so vorgenommen, dass der gesamte bei der Extraktion der Reinigermasse anfallende Schwefel im Cyanwäscher zur Absorption von Blausäure verwendet wird. Die Bemessung der extrahierten Schwefelmenge erfolgt durch entsprechende Einstellung der vorgeschalteten Schwefelwasserstoffwäsche, indem einzelne Einheiten dieser Wäsche je nach Bedarf zu-oder abgeschaltet werden. Gemäss der Reaktionsgleichung : EMI2.1 benötigt ein Mol (= 27g) Blausäure 1 Atom (= 32 g) Schwefel. Normalerweise rechnet man mit einem Gehalt von etwa 50 g Blausäure und 500g Schwefelwasserstoff/100 m3 Rohgas ; die 50 g Blausäure benötigen also gemäss obigem Re- aktionsschema etwa 60 Schwefel, entsprechend etwa 15% des Schwefelgehaltes im Rohgas. Beispiel : Ein Kohlengas enthielt nach Passieren eines Teerabscheiders pro 100 m3 : 589 g Schwefelwasserstoff, 486 g Ammoniak und 54'8 g Blausäure. Das Gas enthielt nach Durchgang durch den Cyanwäscher 0#031 g Blausäure, 525 g Schwefelwasserstoff und 417 g Ammoniak, während die entsprechenden Gehalte nach Durchgang durch den Ammoniakwäscher zu EMI2.2 als Polysulfidschwefel gelöst. PATENTANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Reinigung von Kohlengas, bei dem Schwefelwasserstoff durch eine Nassreinigung und eine dieser nachgeschaltete Trockenreinigung aus dem Gas entfernt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der in der Trockenreinigung anfallende Schwefel für eine der nassen Schwefelwasserstoffreinigung vorgeschaltete Cyanwäsche verwendet wird.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Nassreinigung des Gases von Schwefelwasserstoff derart eingestellt wird, dass der anfallende Schwefel im wesentlichen der für die Cyanwäsche erforderlichen Schwefelmenge entspricht.
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