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Elektrisches Messgerät
Die Erfindung betrifft ein Messgerät, insbesondere für elektrische Ferndrehzahlmessung, bei welchem zwei oder drei flache, kreisförmig gebogene Pole deckungsgleich so übereinander angeordnet sind, dass die Kraftlinien senkrecht aus der Fläche der Pole austreten. Sie besteht darin, dass diese Pole in an sich bekannter Weise an rechteckigen Jochteilen ansetzen und dass die den Magnetfluss erregenden Teile, also entweder Spule mit Weicheisenkern oder Dauermagnete, so flach ausgebildet sind, dass sie nicht oder nicht wesentlich stärker sind als der von der Drehspule benötigte Luftspalt und zwischen den an die Pole anschliessenden Jochteilen Platz finden.
Die Polschenkel sind im Falle einer Verwendung einer Erregerspule, d. h. für Wechselstrommessungen, an ihren den Polen abgewendeten Enden magnetisch geschlossen, und der Raum zwischen den Schenkeln dient zur Unterbringung der Erregerwicklung. Der magnetische Schluss an den Enden der Schenkel kann entweder durch Umbiegen oder durch Zwischenlage von Eisenstückchen erzielt werden.
Das deckungsgleiche Übereinanderliegen der Schenkel hat zur Folge, dass das Feld im wirksamen Luftspalt zwischen den Polen einen praktisch gleichmässigen Verlauf erhält, was sich bei entgegengesetzt gerichteten Schenkeln und engem Luftspalt nicht ohne weiteres erzielen lässt. Benutzt man Gleichstrom zur Messung, so dient als Spannungsmesser gewöhnlich ein Drehspuleninstrument. Bei Benutzung als Gleichstrommesser werden an Stelle der Erregerwicklung und der Zwischenlagen die Zwischenräume zwischen den Polschenkeln durch tellerartige Magnete von hochkoerzitivem Material ausgefüllt.
Bei der erfindungsgemässen Ausbildung des Messinstrumentes hat man noch den besonderen Vorzug, dass das Instrument in den gleichen baulichen Abmessungen für Gleichstrom und Wechselstrom hergestellt werden kann, so dass damit ein Einheitstyp für beide Stromarten geschaffen ist, bei dem lediglich das Magnetsystem für die Umschaltung auf die andere Stromart auszuwechseln ist. Gleichzeitig hat das neue Instrument den Vorteil geringster baulicher Abmessungen und geringster Streuung und einer sehr hohen Empfindlichkeit, da infolge der geringen Streuung praktisch der gesamte Kraftfluss nutzbar gemacht werden kann. Auch lässt es in bequemer Weise zu, die Eichkurve in irgendeiner gewünschten Richtung zu verändern.
Es ist bei Lautsprechern auch bekannt, Magnetsysteme zu verwenden mit tellerartigen Magneten, bei denen jedoch nur der eine Polschuh ringförmig, der andere dagegen in Form eines Bolzens ausgebildet war, welcher in den ringförmigen Pol hineinragte. Abgesehen von dem ganz andersartigen Zweck der Lautsprecher gegenüber Messinstrumenten ist bei dem geschilderten Polsystem auch der Kraftlinienverlauf ein anderer als bei zwei ringförmig flach übereinanderliegenden Polschuhen. Während bei dem Lautsprechersystem die Kraftlinien konzentrisch zu dem Mittelpunkt der Stirnfläche des zylindrischen Polschuhes verlaufen, verlaufen sie bei der Ausführung nach der Erfindung senkrecht zu der erwähnten Richtung.
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Für elektrische Messsysteme hat die neue Ausführung mit deckungsgleichen übereinanderliegenden Polblechen und tellerartigen Magneten oder an ihrer Stelle angeordneten Spulen bedeutende Vorteile wegen der geringen Streuung und der sehr gedrungenen Bauart.
Für die Ausführung als Gleichstrommessgerät genügt es bereits mitunter, als Magnetsystem zwei der hakenförmigen Polbleche mit dazwischenliegendem plattenförmigem Magneten zu verwenden. Hierbei wird nur die eine Längsseite der Drehspule von den Kraftlinien getroffen. Um jedoch beide Längsseiten der Drehspule auszunutzen, werden in einer bevorzugten Ausführungsform zwei derartige Systeme aufeinandergelegt mit entgegengesetztem magnetischem Fluss. Hierdurch wird das äussere Feld, welches an sich schon sehr gering war, noch weiter herabgesetzt. Diese Anordnung ergibt sich, wenn man, wie oben erwähnt, nach Beseitigung des Eisenschlusses am Ende der Schenkel statt der Erregerwicklung der Wechselstromausführung zwei plattenförmige Magnete einschiebt.
Zur Erhöhung des nutzbaren Flusses können die Polschuhe einander etwas geändert werden, wobei gleichzeitig auch die Streuung noch abnimmt.
Weiterhin kann man in bequemer Weise zwei selbständige Messsysteme, die ihrerseits aus mehreren übereinanderliegenden Magnetsystemen mit Drehspule bestehen können, zu einem Quotientenmessgerät, bei dem also die verschiedenen Systeme von verschiedenen elektrischen
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Streuung, welches den bekannten Kreuzspul-, Kreuzeisen oder Kreuzfeldinstrumenten entspricht. Während die bekannten Quotientenmesser durch das Übereinanderanordnen mehrerer Systeme eine grosse Bauhöhe erhalten mussten, wird das erfindungsgemässe Gerät als Quotientenmesser kaum höher als eins der sonst üblichen Einzelinstrumente.
Die Erfindung wird an Hand der Zeichnungen noch näher erläutert.
Abb. i stellt einen senkrechten Schnitt durch ein Wechselstrommessgerät bzw. ein Gleichstromgerät mit Erregerspulen dar.
Die Drehspule 5 ist an der Achse 8 befestigt und dreht sich um den kreisringartigen Kopf des Kernes 2, der aus einzelnen Blechen zusammengesetzt ist. Oberhalb und unterhalb des Kernes befinden sich, getrennt durch den Luftspalt, die Aussenpole 3 und i, die aus Blechen der gleichen Form gebildet sind. Die Bleche tragen auf der einen Seite einen Schlitz 17, der zum Einbringen der'Spule bzw. Achse in die Mittelbohrung der Blechpakete dient. Kern und Pole sind hier also hakenförmig geformt (s. Abb. 2). Auf dem geraden Teil des mittleren Blechpaketes, welches die Form eines flachen Tellers hat, ist in der Verlängerung des Luftspaltes die Erregerspule 4 aufgebracht.
Die Polbleche können mit abwechselnd rechts und links liegenden Schlitzen oder Hakenöffnungen gelagert sein, so dass die wirksamen Pole aus vollständig eisengeschlossenen Kreisringen bestehen (Abb. 3). Die Bleche können aber auch sämtlich den Schlitz an einer einzigen Stelle haben. Eine vorteilhafte Ausführung ist auch die, bei welcher die mittleren Bleche vollständig eisengeschlossen sind, während die oberen und unteren Pole je einen Schlitz 17 aufweisen. Die Lage der Schlitze und die sonstige Ausbildung der Pole richten sich sinngemäss nach dem gewünschten Kraftlinienverlauf entlang dem Winkelweg der Spule. Ist der mittlere, von der Spule umfasste Pol ein vollständig eisengeschlossener Ring, so erfolgt der Zusammenbau zweckmässig in der Weise, dass die Bleche wie bei Transformatorspulen nacheinander in die fertige Drehspule eingelegt werden.
Die äusseren Enden der Blechpakete sind an. der der Spule 5 abgewendeten Seite vorteilhaft umgebogen, so dass von den inneren nach den äusseren Blechpaketen ein guter magnetischer Schluss vorhanden ist. Die Luftspalten 6 und 7 werden zweckmässig durch besondere unmagnetische Distanzstücke 14, 15 festgelegt, um die Eichung des Instrumentes ungeändert zu erhalten. Auf der Achse 8 sind zwei Spiralfedern 9, 10 befestigt, welche die Stromführung zur Drehspule g bilden ; die Erregerspule 4 und die Drehspule 5 werden wie bei den üblichen Dynamometerinstrumenten in Reihe oder parallel geschaltet. Der Nullpunkt kann entweder an einem der Schlitze 17 liegen oder in der Mittelstellung oder am ungeschlitzten Ende des Kreisrings. Je nach der Polung erfolgt ein Ausschlag nach rechts oder links.
Durch eine einfache Umschaltvorrichtung kann man auch die Drehrichtung umkehren, wobei der Nullpunkt sich in der Mitte befindet.
Die geschilderte Konstruktion gestattet in besonders einfacher Weise die Kompensation der Widerstandsänderungen der Kupferwicklungen von Erreger-und Drehspule, welche bei Erwärmung dieser Wicklungen auftreten. Zu diesem Zweck werden die Zwischenstücke 14, 15, welche den Polabstand festlegen, gleichzeitig dazu benutzt, als Kompensatoren zu dienen, indem man sie aus Chromnickel herstellt. Chromnicke1 hat eine temperaturabhängige Permeabilität. Die Distanzstücke 14, 15 bilden einen Nebenschluss zum Erregerfeld, so dass z. B. bei erhöhter Temperatur die Widerstandszunahme des Kupfers durch die infolge der Temperatur ebenfalls auftretende Erhöhung des wirksamen Magnetfeldes im Luftspalt wieder ausgeglichen
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wird. Der Zusammenbau des Instrumentes gestaltet sich, sehr einfach.
Die Achse 8 mit der an ihr befestigten Drehspule 5 wird durch das Loch in der Grundplatte und in der Dämpfungskammer hindurchgesteckt und zwischen den oben und unten lagernden Bügelarmen mittels der Lagerschräubchen eingespannt. In die so festgehaltene Drehspule werden nunmehr die Hakenenden der einzelnen Bleche des Kernes und der Pole eingeführt. Hierbei kann die Spule auf den Kern leicht aufgeschoben werden. Sämtliche Bleche werden durch Schräubchen 16 unter Vermittlung der Distanzstücke zusammengehalten.
Ein anderer Weg, um mit der dargestellten Konstruktion die Widerstandsänderungen der Spulen auszugleichen, besteht darin, die Eisensorten und die Lamellierung des Eisens derart zu wählen, dass die im Eisen entstehenden Wirbelströme und Hysteresisverluste, die temperaturbedingten Kupferverluste ganz oder teilweise ausgleichen. Die Wirkung kann noch dadurch erhöht werden, dass man einen konstanten Vorwiderstand benutzt, dessen Wert aber bei Benutzung der obigen Massnahmen erheblich kleiner als bisher üblich gehalten werden kann.
Zur Erzielung der zur Kompensation erforderlichen Eisenverluste werden die fein geblätterten Poleisen aus Blechen zusammengesetzt, die eine ganz bestimmte Stärke haben, etwa i mm oder 1, 5 mm statt der gebräuchlichen 0, 3 bis 0, 5 mm. Es kann ein Teil der Poleisen fein geblättert, ein anderer Teil weniger fein geblättert sein. Überdies lassen sich bei dem gleichen Poleisen Bleche von untereinander verschiedener Stärke verwenden. Zur Erleichterung der Ausbildung von Wirbelströmen kann ferner das einzelne Blech mit einem elektrisch leitenden Überzug, beispielsweise Kupfer, von bestimmter Stärke versehen werden.
Die genaue Ermittlung der günstigsten Werte ist Sache des Versuchs. Die Polbleche können auch miteinander leitend verbunden oder gegeneinander isoliert sein. Bei einem Ausführungsbeispiel gemäss den Abb. i und 2 erwies es sich als vorteilhaft, die äusseren Poleisen i und 3 dreifach zu blättern mit etwa 0, 5 mm Blechstärke, während der innere Pol 2 (obwohl vom gleichen Querschnitt wie die beiden äusseren zusammen) nur drei Bleche aufweist, beispielsweise von je i mm Stärke.
Die oben beschriebene zweite Methode zur Kompensierung der Widerstandsänderungen der Wicklungen ist im allgemeinen vorzuziehen, da sie in der Fabrikation leichter beherrscht werden kann. Die erzielte Genauigkeit ist eine sehr hohe. Durch eine derartige Ausführung wird erreicht, dass bei Temperaturen von bis-r-60 der Temperaturfehler praktisch beseitigt ist, obwohl das Verhältnis des Kupferwiderstandes zum Vorschaltwiderstand nur 3 : 5 zu betragen braucht, während der Vorwiderstand bisher mindestens den fünf-bis zehnfachen Wert besitzen musste.
Die dargestellte Konstruktion macht es möglich, einen Drehwinkel von über 270 zu erzielen, während die üblichen Drehspuleninstrumente bekanntlich nur einen Drehbereich von unter 1800 aufwiesen (gewöhnlich unter 120 ).
Als Dämpfung wird vorzugsweise in an sich bekannter Weise eine Luftdämpfung 12, 13 vorgesehen. Der Zeiger II ist in üblicher Weise mit an der Achse 8 befestigt.
Sehr vorteilhaft lässt sich die Magnetkonstruktion auch für Gleichstrominstrumente benutzen, wenn man für die Erzielung des permanenten Magnetismus Eisensorten heranzieht, die als Nickel-Aluminium-Legierungen oder Michima-Stahl bekannt sind. Dieses Material wird an Stelle der in Abb. i dargestellten Wicklung 4 zwischen die Eisenplatten i bis 3 eingebracht, wie dies bei der weiter unten noch zu besprechenden Abb. 4 angedeutet ist. Das Material wird zweckmässig als massive Platten verwendet oder aber pulverförmig. Das Pulver wird in den Zwischenraum hineingestopft unter Verwendung eines Bindemittels (Schellack, Kunstharz usw. ). Die Magnetisierung dieser tellerartigen Platten aus magneti- schem Stoff erfolgt in der Weise, dass jeweils an der Oberseite des Tellers der eine Magnetpol, an der Unterseite der andere sich befindet.
Die vorliegende Konstruktion (für Gleich-oder Wechselstrom) kann selbstverständlich auch zu allen anderen Messzwecken benutzt werden, die bei dynamometrischen Instrumenten durch Änderung der Wicklung und Schaltung möglich sind, z. B. für Leistungsmessungen. Der einfache Aufbau gestattet ohne weiteres, mehrere Messsysteme mit einer gemeinsamen Achse zu vereinigen, z. B. für Zweiphasen-und Dreiphasenmessungen. Bei Anordnung von zwei Messsystemen auf einer Achse lassen sich Quotientenmesser und Differenzmesser herstellen, die sich gegenüber ähnlichen Konstruktionen mit Dreheisenmesswerk durch besonders kleinen Leistungsverbrauch auszeichnen.
Ein Beispiel für einen Quotientenmesser zeigt Abb. 4, wobei Messsysteme für Gleichstrom zugrunde gelegt sind. Jedes Einzelmesssystem besitzt dabei zwei tellerartige Magnete 4 bzw. 24 übereinander, wobei die Richtung des Magnetismus bei den beiden Magneten jedes Paares entgegengesetzt verläuft. Es entstehen daher in einem Messsystem genau so wie bei
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der Ausführung nach Abb. i zwei magnetische Flüsse, die durch die äusseren Bleche i und 3 (bei Betrachtung des oberen Messsystems) in die Polschuhe austreten und durch den Luftspalt hindurch in den Polschuh der mittleren Bleche 2 wieder eintreten. Gerade für Gleichstrommessungen hat das neue Instrument ganz besondere Vorteile, denn wie man erkennt, ist die Streuung eines solchen flachen Magneten ein Minimum.
Ebenfalls ein Minimum ist der magnetische Widerstand des Luftspaltes, da die Polschuhe mit ihren Breitseiten einander gegenüberliegen. Die geringe Streuung ist besonders da von hohem Wert, wo sich das Instrument in der Nähe von Kompassen, z. B. im Schiffsverkehr, bei Flugzeugen usw., befindet.
Die Magnetmasse, wird ebenfalls äusserst gering, das Instrument dadurch leicht und handlich.
Ausserdem gestattet diese Konstruktion die Benutzung des gleichen Systems zur Gleichstromund Wechselstrommessung. Es brauchen dann lediglich statt einer Spule zwei permanente Magnete eingesetzt zu werden. Gleichstrominstrumente in Verbindung mit Gleichstromgeneratoren sind bei Tachometern besonders dann vorteilhaft, wenn sie auch die Drehrichtung anzeigen sollen. Dies ist z. B. bei Schiffsmaschinen sehr wertvoll, bei denen sowohl vorwärts als auch rückwärts gefahren werden muss.
Das zweite, aus den Teilen 21, 22... bis 30 gebildete Messsystem ist zweckmässig um 1800 gegen das erste Magnetsystem verschoben, es liegt jedoch so, dass die Öffnungen in der Mitte der hakenartigen Polschuhe konzentrisch zu denen des ersten Systems liegen, jedoch axial gegen dasselbe verschoben sind, auf jeden Fall so, dass die Achse 8 beiden Systemen gemeinsam ist.
Zu beachten ist, dass bei einem Quotientenmesser die Pole des zweiten Magnetsystems an ihren hakenförmigen Enden anders gestaltet sind als die des ersten Systems, während bei dem ersten System (vgl. Abb. 5) der Querschnitt des Eisens über den ganzen Drehwinkel praktisch gleichförmig verläuft, nimmt er bei dem zweiten System (s. Abb. 6) nach dem Ende zu kontinuierlich ab, so dass der Haken in eine Spitze ausläuft. Man erreicht auf diese Weise, dass die Richtkraft des einen Systems im wesentlichen konstant bleibt, diejenige des andern nach einer entsprechenden willkürlichen Funktion zu-oder abnimmt, so dass man den Verlauf der Richtkraft und damit die Teilungscharakteristik von vornherein dem jeweiligen Verwendungszweck anpassen kann. Derartige Massnahmen sind an sich bekannt und werden als solche nicht als neu beansprucht.
Im Grenzfall können, wie dies ebenfalls bekannt ist, die Leitpole so ausgebildet werden, dass das Drehmoment bis auf Null erniedrigt wird. Die Spule 25 des zweiten Systems ist ebenfalls wie die des ersten an der Achse 8 befestigt, jedoch entsprechend der Lage der Magnetsysteme um 1800 versetzt. Ferner liegen. die hakenförmigen Polschuhe bei beiden Systemen spiegelbildlich zueinander. Da bei Stromfluss in den Spulen 5 bzw. 25 auf jede Spule durch das Feld des zugehörigen Magneten eine Drehkraft ausgeübt wird, die Kräfte aber ungleich von der Drehstellung sich ändern, so stellt sich der mit der Achse 8 verbundene Zeiger ii stets in eine Lage ein, welche dem Verhältnis der Ströme in den beiden Spulen entspricht.
Durch entsprechende Wahl der Kurvenform der hakenartigen Polschuhe hat man es in der Hand, praktisch jede gewünschte Abhängigkeit der Einstellkraft vom Drehwinkel und damit dem einzelnen Fall angepasste Teilungscharakteristik zu erzielen.
Zur Stromzuführung für die Spule 5 dienen zwei spiralförmige Bändchen 9 und IO, die in an sich bekannter Weise aus Gold oder Silber bestehen-und eine Richtkraft nicht ausüben.
Entsprechende Bändchen 29 und 30 bilden die Stromzuführung zur Spule 25. Die Achse 8 wird mit Hilfe von Stellschrauben 18 gelagert. Die Magnetpole werden durch Schrauben 16 zusammen mit den Magnetkörpern aufeinandergepresst. Schliesslich ist zur Erzielung einer genügenden Dämpfung eine Luftkammer 13 angeordnet, in welcher ein Windflügel 12 sich bewegt. Diese Luftkammer liegt zweckmässig zwischen den-beiden Messsystemen, weil hierdurch eine magnetische gegenseitige Beeinflussung verhindert wird.
Die Wände 15 der Luftkammer dienen gleichzeitig als Tragplatten für die Magnetsysteme sowie zur Befestigung der Stützwinkel 19 und 20 für die Befestigung der Achse 8.
In den Abb. 7 und 8 sind die Kraftverhältnisse in einem derartigen Messinstrument veranschaulicht.
In Abb. 7 ist als Ordinate das Drehmoment, als Abszisse der Drehwinkel a aufgetragen.
Die Kurve II stellt den Drehmomentverlauf desjenigen Magnetsystems dar, bei dem der Polschuh in eine Spitze ausläuft. Wie man erkennt, steigt das Drehmoment mit zunehmendem Drehwinkel praktisch von dem Wert Null aus gleichmässig an. Das Drehmoment des andern Systems I bleibt dagegen im wesentlichen über den ganzen Drehbereich konstant und ist
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jetzt der Strom in dem einen, System beispielsweise dem mit veränderlichem Drehmoment (Kurve II) konstant, steigt aber-in dem andern System der Strom und damit das Drehmoment
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auf den Wert I zu an, so gibt es offenbar nur für die Drehstellung 2 einen Gleichgewichtszustand zwischen beiden Drehsystemen.
Bei einem weiteren Anstieg des Stromes in dem System J bei ungeändertem System II würde sich beispielsweise die Drehstellung zu ergeben.
In der Abb. 8 ist nun dargestellt, wie sich die Verhältnisse gestalten, wenn beide Ströme, sowohl im System I als auch im System II, sich gleichzeitig nach derselben Funktion ändern.
In diesem Fall verlagern sich nicht nur die für das System I kennzeichnenden Drehmomentengeraden, sondern auch diejenigen des Systems II. Ist beispielsweise bei einem Gleichgewichtszustand in der Drehstellung a, das Drehmoment der einen Spule gleich dem der Geraden I"a, so entspricht der Schnittpunkt mit der entsprechenden Drehmomentengeraden I /des anderen Magnetsystems dem Ausschlag 3'Steigt jetzt die Speisespannung, so hebt sich die Gerade l'3 etwa bis in die Lage I g, gleichzeitig erhöht sich aber die Neigung der Drehmomentenkurve des andern Systems von der Lage IF in die II". Wie man ohne weiteres erkennt, entspricht der neue Schnittpunkt der alten Drehstellung x.
Die Anzeige des Instruments ist somit unabhängig von der absoluten Höhe der Einzelströme. Da im Gegensatz vu bisher bekannten Systemen der Schnittpunkt der Drehmomentengeraden unter einem verhältnismässig grossen Winkel stattfindet, ist die stabilisierende Kraft der Zeigereinstellung sehr ausgeprägt.
Die Anwendungsgebiete der neuen Instrumente sind infolge der vielfachen Verwendbarkeit von Quotientznmessgeräten ausserordentlich zahlreich. Besonders vorteilhaft eignen sie sich, wie bereits eingangs angedeutet, für die Temperaturmessung, wofür beispielsweise eine an sich bekannte Schaltung von Widerständen nach einer Wheatstone-Brücke vorgesehen ist. In dem Nullzweig der Brücke liege die Spule I des Messsystems, direkt an der Stromquelle die Spule II, gegebenenfalls mit entsprechendem Vorwiderstand. Der erste Widerstand möge temperaturemplindlich sein.
Sind für eine bestimmte Temperatur die Ströme in I und II so abgeglichen, dass das Messinstrument einen bestimmten Ausschlag zeigt, so wird bei einer Änderung der Temperatur der Strom in der Spule I sich ebenfalls ändern und damit auch das Stromverhältnis I, II, so dass das Instrument durch einen entsprechend anderen Ausschlag die neue Temperatur anzeigt. Ändert sich statt des ersten Widerstandes aber die Speisespannung, so hebt sich infolge des gleichzeitigen Einflusses auf I und II deren Wirkung auf die Anzeige wieder auf.
Obwohl das in der Abb. 4 dargestellte Gerät bereits eine sehr zusammengedrängte Bauart aufweist, lässt sich bei Bedarf die Baugrösse noch weiter verringern. So kann man z. B. die Luftkammer 13 in gleicher Höhe oder gar oberhalb des Magnetsystems 1, 2,3 unterbringen, wo noch verhältnismässig viel freier Raum vorhanden ist. Ferner kann man gegebenenfalls die Magnetsysteme, statt sie um 1800 gegeneinander zu versetzen, auch unmittelbar untereinander anordnen und dabei gegebenenfalls die beiden unmittelbar benachbarten Magnetkörper miteinander zu einem einzigen vereinigen, derart, dass etwa im ganzen drei übereinanderliegende Magnetkörper entstehen und die beiden Spulen in ihrem Querschnitt zusammen achtförmig aussehen.
Schliesslich kann man in an sich bekannter Weise noch einen Schritt weitergehen und sich auf ein einziges Doppelmagnetsystem beschränken, welches mit zwei verschiedenartig ausgebildeten, spiegelbildlich einander gegenüberliegenden Magnetpolen ausgerüstet ist.
Ein solches System ist beispielsweise in den Abb. 9 und 10 schematisch dargestellt. Entsprechend dem zur Verfügung stehenden Drehwinkel von etwa : den man in diesem Falle noch durch 2 dividieren muss, sind zwei Spulen in einem Winkel von 1350 zueinander ange-
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können die Polbleche zweiteilig ausgeführt sein, was den Zusammenbau erleichtert.
Wie man erkennt, ist notgedrungen der Drehbereich dieses Instrumentes um die Hälfte kleiner als in den vorher beschriebenen Fällen, jedoch immer noch grösser als bei den üblichen Kreuzspulinstrumenten.
Lässt man die beiden Spulen einen kleineren Winkel als 1350 einschliessen, so dass sich die von den beiden Spulen überstrichenen Winkel teilweise überdecken, wie dies bei den bisher bekannten Kreuzspulinstrumenten der Fall ist, so kann der Gesamtausschlagwinkel noch über 1350 gesteigert wel'den, wobei allerdings ein Verlust an Einstellkraft mit in Kauf genommen werden muss.
Gewisse Gesichtspunkte können noch für die Ausbalancierung des Gerätes, insbesondere bei denen gemäss Abb. 4, Berücksichtigung finden. So können beispielsweise die Spulen 5 und 25 in einem solchen Winkel zueinander angeordnet werden, dass sich das bewegliche System, bestehend aus Achse 8, Zeiger II, Windflügel 12 und den beiden Spulen, vollkommen statisch ausgleicht.
Weiterhin kann es vorteilhaft sein, um den Schlitz 17 (Abb. 5 und 6) möglichst eng halten
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\zu können und dadurch einen möglichst grossen Drehwinkel zu erhalten, etwa an der Stelle s einen Schirm aus magnetischem Material anzuordnen, welcher von der benachbarten Kante der Magnetpole einen solchen Abstand besitzt und eine solche Stärke und Ausdehnung aufweist, dass das an dieser Stelle austretende Streufeld, welches naturgemäss eine anziehende Wirkung auf die Spule entgegengesetzt zu der gewollten Richtung ausüben würde, abgeschirmt wird. Gleichzeitig stellt dieses Schirmblech einen Nebenschluss für das Magnetfeld her, dessen Betrag durch Nähern oder Entfernen geändert werden kann und damit in gewissen Grenzen eine Regelung des Nutzflusses und damit eine Eichung gestattet.
Eine weitere Verbesserung kann noch dadurch erzielt werden, dass man, sofern die Mög- lichkeit besteht, durch Annähern. der Polschuhflächen aneinander den Luftspalt zwischen ihnen verringert und dadurch den Magnetfluss erhöht. Sinngemäss das gleiche wird erzielt, wenn der Magnet etwas stärker gehalten wird als die Weite des Luftspaltes.
Für manche Zwecke ist es unerwünscht, wenn ein Anzeigegerät bei Leerlauf sich infolge
Fehlens einer Richtkraft auf jeden beliebigen Wert einstellen kann. Man kann diesem Mangel auch im vorliegenden Fall natürlich gleich dadurch abhelfen, dass man eine restliche mechanische Richtkraft-zulässt, welche eben ausreicht, um den Zeiger aus dem Blickfeld
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PATENTANSPRÜCHE : i.
Elektrisches Messgerät, insbesondere für elektrische Drehzahlmessung, bei welchem zwei oder drei flache, kreisförmig gebogene Pole deckungsgleich so übereinander angeordnet sind, dass die Kraftlinien senkrecht aus der Fläche der Pole austreten, dadurch gekennzeichnet, dass diese Pole in an sich bekannter Weise an rechteckigen Jochteilen ansetzen und dass die den Magnetfluss erregenden Teile, also entweder Spule mit Weicheisenkern oder Dauermagnete, so flach ausgebildet sind, dass sie nicht oder nicht wesentlich stärker sind als der von der Drehspule benötigte Luftspalt und zwischen den an die Pole anschliessenden Jochteilen Platz finden.