AT16021B - Verfahren zur Gewinnung keimfreier, hochwirksamer Bakterien-Stoffwechselprodukte. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung keimfreier, hochwirksamer Bakterien-Stoffwechselprodukte.

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AT16021B
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Roland Dr Graszberger
Arthur Dr Schattenfroh
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Roland Dr Graszberger
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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



   Österreichische PATENTSCHRIFT   Nr.   16021. 



  DR. ROLAND   GRASZBERGER   UND   DR.   ARTHUR SCHATTENFROH,   BEIDE IN WTEN.   



  Verfahren zur Gewinnung keimfreier, hochwirksamer Bakterien-Stoffwechselprodukte. 



     Die bisher üblichen   Methoden zur Gewinnung von Bakterien-Stoffwechselprodukten bestanden darin, dass man Kulturen von Bakterien in flüssigen Nährböden durch Filter aus festem   Materiale-Chamberland-Kicselgur-Pukallfilter   u. a. filtrierte. Hiebei werden bei gutem Filtermaterialo und entsprechend häufiger Reinigung des Filters bezw. nicht allzu lang fortgesetzter Benützung eines und desselben Exemplares keimfreie Filtrate erzielt. 



   Dieses Verfahren ist jedoch nicht in allen Fällen anwendbar. Es ist bekannt, dass hochmolekular zusammengesetzte organische Stoffe wie der Blutfarbstoff völlig oder zum Teil in den Poren des festen Filters zurückgehalten werden. Gewiss trifft dies auch für eine Reihe von Bakteriengiften zu. 



   So ist es erwiesen, dass stark giftige Kulturen von Gonokokken und Rauschbrandbazillen durch die Filtration durch feste Filter zum grössten Teile unwirksam oder jedenfalls in ihrer Giftigkeit stark   heral) gemindert werden. Eine Reihe   anderer Bakteriengifte, wie das Diphtherie-, das   Totanusgift   scheinen unbehindert die festen Filter zu passieren. 



   Ausser der   Zurückhaltung   der gelösten Gifte durch die engen Poren der festen Filter auf mechanischem Wege spielt für Bakteriengifte, die dem Sauerstoff gegenüber   empfind-   lich sind, wie das Toxin der   Rauschbrandbazillen,   zweifellos auch die bei der Filtration durch feste Filter erfolgende innige Vermengung mit der Porenluft eine Rolle und ist es auch aus diesem Grunde wünschenswert, für die Filtration der Toxine ein anderes,   schonenderes   Verfahren in Anwendung zu bringen. das freilich auch die Bakterien-und   Sporenkoime   sicher zurückzuhalten imstande sein   muss.   



   Ein solches Verfahren   beruht   auf einer Filtration bei kombinierter Verwendung von   "losen" Filtersubstanzen - so   genannt im Gegensatz zu den Filtern, wie Kreide, Bimssteinpulver-und porösen oder wasserdurchlässig gemachten Materialien, wie Papier, Stoff. Watte, siebförmig durchbrochenen Metallplättchen in der Weise, dass eine aus den zuerst genannten Stoffen bestehende Filterschichte von den an zweiter Stelle eingeführten   Materialien gestützt   und durch sie getragen wird. 



   Am besten wird in folgender Weise vorgegangen. 



   Ein sterilisierter   Glastrichter   oder ein anderes passendes steriles Gefäss wird in seinem unteren Teile durch einen Wattepfropf verschlossen. Hierauf wird erst heisses
Wasser, dann fein   geschlämmte sterilisierte und   ausgekochte Kreideaufschwemmung in nicht zu grosser Menge vorsichtig aufgegossen. 



   In kürzester Zeit fliesst ein völlig klares Filtrat ab, indem die Kreidepartikelehen die feinsten Poren der luftfrei   gemachten   Watte verstopfen und, indem sie sich rings um die
Glaswand völlig dicht anlegen, eine für körperliche   Elemente vollkommen undurchlässige     Schlammschichte bilden. Ist Selbstdichtung   des   Kreidefilters eingetreten,   so ist letzteres für die Filtration von Bakterienkulturen geeignet, die dann in der gewöhnlichen Weise vor- genommen wird. 



     Die Verlässlichkeit   des erwähnten Verfahrens hinsichtlich der keimfreien Filtration 
 EMI1.1 
 

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 Mikroorganismen, wie Bac. prodigious, Sporen des Milzbrandbazillus, den   Kulturnttssig-     keiten zugesetzt,   in völlig sicherer Weise nitriert wurden. Anderseits konnte festgestellt werden, dass im Vergleiche mit den Leistungen der festen Filter die Gifte des Rauschbrandbazillus in 50-100 fach höherer Konzentration bei dem beschriebenen Verfahren gewonnen werden. Was die Neuheit des Verfahrens betrifft, so sei hier bemerkt, dass schon von den verschiedensten Gesichtspunkten aus ähnliche Prozeduren in Anwendung kamen. 



   So filtrieren die Chemiker bakterientrübe Harne zum Zwecke mechanischer Klärung schon seit langem unter Zusatz von Bimssteinpulver durch Papierfilter und auch unter den Wasser-Kleinfiltern beruht manches System auf der Verwendung von losen Filtersubstanzen. Das bekannte   Mikromembranniter   von   Breyer verwendet feingeschlammten   Asbest   als Filtermateriale.   Auch bei der Filtration antitoxischer Sera kamen gelegentlich   schlämmbare   Filtermaterialien, wie Aluminiumhydroxid in   A. nwendung (Aronson), doch war   hier der Effekt ein wenig günstiger, indem das Aluminiumhydroxid die Antitoxine zurUckhielt. 



   Das   Hervorstechendste   des neuen Verfahrens ist darin zu suchen, dass, wie aus dem angeführten Beispiele   erhellt,   es sich um eine ganz bestimmte Anwendungsweise bestimmter Filtermaterialien, speziell Kreide, handelt, dass ausschlie'sslich Bakterienkulturen zum Zwecke der Gewinnung ihrer Stoffwechsel produkte filtriert werden und dass dieses Verfahren gestattet, wirksame und absolut keimfreie Filtration zu erzielen, somit der Effekt desselben als intfgrierende Eigenschaft angesehen werden muss.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Gewinnung keimfreier und hochwirksamer Bakterien-Stoffwechselprodukte, dadurch gekennzeichnet, dass flüssige Bakterienkulturen durch eine Filterschichte von Kreide oder anderen schlämmbaren bezw. geschlämmten Stoffen, wie Magncsiumkarbonat, Schwerspat, denen poröse oder wasserdurchlässig gemachte Materialien als Träger dienen, filtriert werden.
AT16021D 1901-05-18 1901-05-18 Verfahren zur Gewinnung keimfreier, hochwirksamer Bakterien-Stoffwechselprodukte. AT16021B (de)

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