<Desc/Clms Page number 1>
Kombination eines htörschutzkondensators mit einem Berührungssehutzkondensator.
In der modernen Hochfrequenztechnik spielt die Frage der Entstörung eine ausschlaggebende
Rolle. Neben den normalen Störschutzkondensatoren, die einen hochfrequenten Kurzschluss für die symmetrischen Störspannungen bilden sollen, werden aber in der Entstörungstechnik noch Kondensatoren benötigt, die zur Ableitung der unsymmetrischen Komponente zwischen den einen Netzpol des Stromversorgungsnetzes und das Gehäuse geschaltet werden.
Da diese Kondensatoren eine Verbindung von Metallteilen, die der Berührung zugänglich sind, mit der Spannungsquelle darstellen, müssen sie, um eine Gefährdung von Menschenleben zu verhindern, besonderen Bedingungen hinsichtlich der Grösse der Kapazität und Betriebssicherheit entsprechen.
Die Betriebssicherheit dieser Berührungssehutzkondensatoren wurde bisher dann als vollkommen angenommen, wenn der Kondensator für eine genügend hohe Betriebs-bzw. Prüfspannung gebaut war.
In der Praxis müssen aber, wie oben gesagt, neben den Berührungsschutzkondensatoren meist räumlich benachbart die eigentlichen Störschutzkondensatoren untergebracht werden. Man hat zur Erzielung einer Verbilligung Kombinationen von gewöhnlichen Störschutzkondensatoren mit Berührungsschutzkondensatoren in einem Wickel ausgebildet und diese in ein Gehäuse eingebaut.
Für Berührungsschutzkondensatoren, die ohne Kombination mit andern Einzelkapazitäten in einem Gehäuse untergebracht sind, ist die oben angegebene Forderung bezüglich der Prüfspannung ausreichend, nicht aber in dem Falle der Vereinigung mit einem Störschutzkondensator.
Gemäss der vorliegenden Erfindung wird nun bel einem Wickelkondensator mit mehreren fest aufeinandergewickelten Kapazitäten mit bei Arbeitstemperatur nicht flüssigem Zusatzdielektrikum dann, wenn eine der Kapazitäten als Berührungssehutzkapazität verwendet wird, vorgeschlagen, diese durch zusätzliche Zwischenlagen, z. B. Pressspan, Glimmer oder Metallfolie, mechanisch besonders zu schützen. Dieser Schutz trägt im besonderen Masse zur Erhöhung der Betriebssicherheit bei. Der wahre Sicherheitsgrad eines Aggregates tritt erst dann hervor, wenn anormale Umstände auftreten. Als anormaler, aber praktisch gelegentlich auftretender Fall ist der Durchschlag eines gewöhnlichen Störschutzkondensators zu bezeichnen. An sich vermindert der blosse Durchschlag eines Störschutzkondensators den Sicherheitsgrad des Aggregates nicht.
Da jedoch in den bisherigen Ausführungen Störschutz- und Beruhrungsschutzkondensatoren ohne besonderen Schutz unmittelbar aufeinandergewickelt waren, hat ein Durchschlag des Störschutzkondensators eine erhebliche Schädigung des Berührungssehutzkondensators in mechanischer Weise zur Folge, die in ungünstigen Fällen zu seiner Zerstörung führen kann ; d. h. der Sicherheitsgrad der bisherigen Kombinationen wurde nicht durch die Güte des Berührungsschutzkondensators, wie sie eigentlich sein sollte, sondern durch die Güte des Störschutzkondensators bestimmt.
Durch die nachfolgenden Beispiele soll der Erfindungsgedanke etwas näher ausgeführt werden.
Fig. la und b stellt einen Kondensatorwickel in Quer-und Längsschnitt dar. Auf den Dorn cl wird zunächst ein Wickel 1 aufgebracht, der beispielsweise als Störschutzkondensator verwendet werden soll. Hierum wird nun eine besondere Zwischenlage 2 gelegt, die eine Zerstörung des jeweils andern Kondensators desselben Wickels bei Durchschlag des einen verhindern soll. Der Berührungsschutzkonden- sator bildet den aussen herumliegenden Wickel 3. Woraus die Zwischenlage im einzelnen besteht, ist für den Erfindungsgedanken zunächst gleichgültig. Sie kann beispielsweise durch eine Reihe von
<Desc/Clms Page number 2>
Papierzwisehenlagen gebildet werden oder durch ein besonderes eingefügtes Stück Isoliermaterial, z. B. Pressspan, Glimmer od. dgl.
Sie kann auch durch eine geeignet angeordnete Metalltrennwand
EMI2.1
den Berührungssehutzkondensator darstellt, wird durch die Folien e und t nebst der zugehörigen Iso- lationssehieht gebildet und die Zuführung der Spannung erfolgt an den Fahnen g und h. Die erfindung- gemässe Trennung der beiden auf einem Wickel aufgebrachten Kapazitäten erfolgt nun beispielsweise in der Weise, dass, wie in der Figur durch den Zwischenraum angedeutet, zwischen dem Wickel 1 und 3, nachdem die Folien a und b zu Ende sind, eine Reihe von Windungen blossen Isoliermaterials aufgebracht sind und erst dann mit dem Einlegen neuer Folien für den Wickel 3 begonnen wird. Statt dessen kann auch, wie oben angegeben, die Isolation durch ein besonderes eingefügtes Stück Pressspan oder Metall- . folieod dd, herbeigeführt werden, dessen Länge dann z.
B. nur, je nach der Stärke, reichlich eine Windung zu betragen braucht. In der Fig. 2 ist dies durch die gestrichelte Linie angedeutet.
Fig. 3 gibt noch ein Beispiel, wie der erfindungsgemässe besondere Schutz des Berührungsschutz- kondensators auch dann durchgeführt werden kann, wenn für die beiden Kapazitäten desselben Wickels eine gemeinsame Folie verwendet wird. Fig. 2 geht bezüglich des Wickelvorganges dadurch in Fig. 3 über, dass man die Folien bund t aus einem einzigen Stück macht und die Abgriffahnen d und h dann zusammenfallen (Fig. 3, t). Zwischen die Folienbänder a und e wird dann zur Isolation in der in der
Figur dargestellten Weise ein besonderes Stück Isoliermaterial oder Metallfolie eingefügt.
Der Erfindungsgedanke kann selbstverständlich auch dann angewendet werden, wenn auf dem- selben Wickel noch andere Kapazitäten vorhanden sind. Es ist dann nur erforderlich, die Berührung- sehutzkapazität vorher und hinterer besonders zu schützen.
Es sei erwähnt, dass man schon Kondensatoren aus mehreren in einem Wickel untergebrachten
Kapazitäten hergestellt hat. Auch hat man dabei bereits zwischen den einzelnen Kapazitäten gerillte
Zwischenlagen vorgesehen, die einen Durchfluss von Kühlmitteln, z. B. 01, zuliessen. Diese Konden- satoren können jedoch infolge ihrer durch den Aufbau bedingten Grösse nicht als Entstörungs- kondensatoren Verwendung finden, bei welchen die einzelnen Kapazitäten fest aufeillandergewickelt und die mit einem bei Arbeitstemperatur nicht fliissigem Zusatzdielektrikum getränkt sein müssen.
Ein besonderer Schutz in der angegebenen Weise ist auch dann vorteilhaft, wenn neben dem Berührungssehutz-und dem Störschutzkondensator noch andere Einbauelemente vorhanden sind, z. B. Widerstände, Sicherungen u. dgl.
PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Elektrischer Wickelkondensator mit mehreren fest aufeinandergewickelten Kapazitäten mit bei Arbeitstemperatur nicht flüssigem Zusatzdielektrikum, dadurch gekennzeichnet, dass bei Ver- wendung einer Kapazität als Berührungssehutzkondensator diese durch zusätzliche Zwischenlagen, z. B. Pressspan, Glimmer oder Metallfolie, mechanisch besonders geschützt ist.