AT155460B - Verfahren zur Verwertung der Abgase in Schwefelkohlenstoffanlagen. - Google Patents
Verfahren zur Verwertung der Abgase in Schwefelkohlenstoffanlagen.Info
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<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Verwertung der Abgase in Schwefelkohlenstoffanlageu. Bekanntlich lässt sieh bei der Umsetzung zwischen Kohle und Schwefel, wie sie in den gebräueh- lichen Retorten vor sich geht. das Auftreten erheblicher Mengen Schwefelwasserstoff nicht vermeiden. Dieser wird dadurch zum Hauptbestandteil der Abgase, welche aus dem Sehwefelkohlenstoffbetrieb selbst oder aus der Rektifizieranlage in die Umgebung der Fabriken entweichen. Solehe Abgase ent- halten ausserdem noch Reste von nicht kondensiertem Schwefelkohlenstoff und kleinere Mengen anderer Verbindungen wie Kohlenoxysulfid, Kohlendioxyd usw. Um eine Verunreinigung der Luft in der Umgebung zu verhüten und um die wirtschaftlich wertvollen Bestandteile wiederzugewinnen, müssen die Abgase daher Reinigungsverfahren unterzogen werden. In der Regel werden die Gase nach dem Waschen mit Lösungsmitteln, welche einen Teil des Schwefelkohlenstoffes zurückhalten, einer Oxydation unterworfen, um den Schwefelwasserstoff in Schwefeldioxyd überzuführen, das man dann ohne weiteres in die Luft entweichen lässt. Auf diese Weise geht jedoch der Schwefel des Schwefelwasserstoffes ebenfalls verloren und die Rauchgassehäden in der Nachbarschaft werden zwar vermindert, aber nicht aufgehoben. Nach einem andern Verfahren schickt man die Abgase in Klausöfen, wo der Schwefelwasserstoff bei ungenügendem Luftzutritt in Gegenwart von Katalysatoren erhitzt und so unter Abscheidung von elementarem Schwefel zersetzt wird. Vorteilhafter liesse sich der Schwefelwasserstoff jedoch für die Herstellung von Sulfiden, wie z. B. Sehwefelammonium verwenden, angesichts der verhältnismässig hohen Kosten des zur Darstellung von Ammonsulfid erforderlichen Schwefelwasserstoffes. Dieser Weg wurde bereits wiederholt beschritten, jedoch bisher ohne Erfolg, wegen der Schwierigkeit, den Schwefelwasserstoff vollständig zu reinigen, namentlich vom Schwefelkohlenstoff. Die vorgeschlagenen Verfahren erwiesen sieh entweder als unvollkommen oder erforderten derartigen Materialaufwand, dass der Nutzen der Wiedergewinnung dadurch aufgehoben wurde. So hat man beispielsweise schon vorgeschlagen, den in den Abgasen enthaltenen Schwefelkohlenstoff durch Tiefkühlung abzutrennen, doch hielt man es nicht für möglich, auf diese Weise eine vollständige Abtrennung zu erwirken. Es wurde nun überraschenderweise gefunden, dass sich die Abtrennung praktisch vollständig erreichen lässt, wenn man für die Tiefkühlung Temperaturen von mindestens 40 bis 600 C unter dem Nullpunkt verwendet. Bei noch tieferen Temperaturen lässt sich eine restlose Abscheidung erreichen. Bei einer so energischen Kühlung der Abgase gelingt es, den Schwefelkohlenstoff restlos in Form feinster Tröpfchen zu kondensieren, welche sich mittels be- sonderer apparativer Einrichtungen von dem Schwefelwasserstoff abtrennen lassen. Hiebei wurde weiters gefunden, dass der bei diesem Verfahren hinterbleibende Schwefelwasserstoff, gegebenenfalls nach vorherigem Waschen mit geeigneten Lösungsmitteln, welche die geringen Mengen anderer beigemengte Gase zurückhalten, einen genügenden Reinheitsgrad besitzt, der ih ohneweiters fÜr dir DarsteJ1ung beliebiger Sulfide verwendbar macht. Das Verfahren ermöglicht also nicht nur die restlose Abscheidung des Schwefelkohlenstoffes, sondern auch die gleiehzeitige Verwertung des rüekständigen Schwefel- wasserstoffes. <Desc/Clms Page number 2> Beispiel : In einer Schwefelkohlenstoff-Fabrik mit einer Leistung von etwa 11} (X tä"-Iieli sei ein Abgas folgender Zusammensetzung zu reinigen : EMI2.1 Der Schwefelkohlenstoffgehalt des Abgases wied durch Tiefkühlung bis -500 auf 0'3% herabgesetzt. Beim nachfolgenden Waschen mit Schwefelbariumlösung wird das gesamte Kohlendioxyd gebunden und das Kohlenoxysulfid in Schwefelwasserstoff zerlegt. Das aus dem Wasehturm austretende Gas ist daher praktisch rein, während anderseits die Wiedergewinnung des Schwefelkohlenstoffes als voll- ständig angesehen und eine Ausbeute von 500 kg täglich, d. h. etwa 5% der Gesamterzeugung, erreicht werden kann. Das Verfahren führt also einerseits zur Verwertung eines Gases, das bisher in den Schwefel- kohlenstoff-Fabriken als schädliches Abfallprodukt betrachtet wurde, anderseits zu einer wesentlich verbesserten und verbilligten Wiedergewinnung des Schwefelkohlenstoffes gegenüber den bisherigen Arbeitsweisen. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Verwertung der Abgase in Sehwefelkohlenstoffanlagen unter Verwendung von Tiefkühlung, dadurch gekennzeichnet, dass die Gase zwecks praktisch vollständiger Abtrennung des mitgerissenen Schwefelkohlenstoffes auf mindestens 40-50 C unter dem Nullpunkt abgekühlt werden und der hiebei verbleibende, vom Schwefelkohlenstoff befreite Schwefelwasserstoff in an sich bekannter Weise zur Darstellung von Sulfiden verwendet wird.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gase nach Abtrennung des Schwefelkohlenstoffes mit geeigneten Lösungsmitteln gewaschen werden zwecks Abtrennung des Kohlendioxyds und des Kohlenoxysulfids.
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