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Elektrischer Widerstand.
Die Erfindung bezieht sich auf einen elektrischen Widerstand und besteht aus einem von Kohle oder Graphit durchsetzten zusammendrückbaren Gummikörper. Durch Veränderung des Druckes auf den Gummikörper werden die leitenden Kohle-bzw. Graphitteilchen mehr oder weniger miteinander in Berührung gebracht, wodurch sich der Widerstand den Änderungen des Druckes entsprechend ändert und messbar wird.
Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in zwei beispielsweisen Ausführungsformen dargestellt. Es zeigt Fig. 1 eine Seitenansicht und Draufsicht der einen Ausführung, Fig. 2 eine Seitenansicht der zweiten Ausführungsform.
Der elektrische Widerstand besteht aus einem elastischen zusammendrückbaren Gummikörper 1, dessen Inneres von feinem Kohle-oder Graphitpulver durchsetzt ist. Die Elektroden werden durch Metallscheiben 2 gebildet, die gemäss der Ausführungsform nach Fig. 1 durch Einvulkanisieren im Gummi- körper festgehalten werden. Die Elektroden können aber auch, wie Fig. 2 zeigt, durch eine dünne, auf die Elektrodenflächen galvanisch oder durch Aufspritzen aufgebrachte Metallbaut 3 gebildet werden.
Der Gummiwiderstand wird beispielsweise in der Weise hergestellt, dass im Volumsverhältnis 2 : 1 bis 1 : 2 Kohle-bzw. Graphitpulver und Rohgummi miteinander gemischt werden. Das Rohmaterial des Gummis erhält man durch Lösen von Rohgummi in Leichtbenzin, u. zw. z. B. im Volumsverhältnis
1 : 1. Man kann aber auch jede andere Rohgummilösung verwenden, z. B.
Latex u. dgl. Die Mischung wird so weit getrieben bis eine teigartige Masse entsteht, welche in Schichten von 2-4 mm Dicke auf eine Cellophanunterlage aufgetragen und trocknen gelassen wird. Nach ungefähr zwei Tagen nimmt die Mischung einen zähfesten Zustand an und lässt sieh leicht von der Cellophanunterlage abziehen.
Die auf diese Weise erhaltenen Gummiblätter werden entweder zu Zylindern eingerollt oder in Streifen oder Platten aufeinandergelegt, so dass prismatische Körper entstehen. Beim Aufeinanderlegen bilden sich kleine Hohlräume. Diese sind für die Wirkungsweise des Widerstandes nicht schädlich, sondern erhöhen im Gegenteil die Elastizität und daher die Empfindlichkeit. Zwecks Zusammenhaltens werden die entstehenden Zylinder oder prismatischen Körper mit Überzügen von Blech und Isolierband ver- sehen, damit sie bei dem nun folgenden Vulkanisieren ihre Form nicht verändern. Durch die Stärke des Pressdruckes und die Bedingungen beim Vulkanisieren kann man die Eigenschaften des Gummis, wie bekannt, in die gewünschten Bahnen lenken und z. B. die Zusammendrückbarkeit und Porosität regeln. Der Vulkanisienmgsvorgang dauert bei 3 atü zirka Y2 Stunde.
Die vulkanisierten Gummikörper werden auf die gewünschte Form zugeschnitten. Die einzuvulkanisierenden Metallelektroden werden vor dem Vulkanisierungsprozess in die Gummikörper eingedrückt.
Sehr empfindliche und für geringe Drücke geeignete Widerstände erhält man, wenn man fertigen
Schwammgummi mit Kohle-oder Graphitpulver bestreut oder in diese Pulversorten eintaueht und dann mit einer Lösung von Paragummi gleichfalls durch Tauchen überzieht. Diese Widerstände sind sehr weich und von höchster Elastizität. Die Widerstandskurve eines erfindungsgemäss hergestellten Wider- standes verläuft annähernd linear mit grosser Steilheit. Der Widerstand ergibt immer gleichbleibende und daher verlässlich Messresultate bei höchster Empfindlichkeit. Er eignet sich für alle Messzwecke, bei denen als wirksames Mittel Druck zur Anwendung kommt, z. B. Manometer, elektrische Waagen, Flüssigkeitsstandmesser, Sicherheitsventile, elektrische Lotungen für Schiffe, Winddruckmesser, Längenmessinstrumente u. dgl.
Ausserdem ist der Widerstand überall dort geeignet, wo es darauf ankommt, durch Veränderung des Widerstandes elektrische Einrichtungen, z. B. Anzeigevorrichtungen, in Betrieb zu setzen. Ein nach der Erfindung hergestellter Teppich, der an beiden Flächen beispielsweise einen
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aufgespritzten Elektrodenbelag erhält, der in einen Stromkreis eingeschaltet ist, ändert bei Belastung den Widerstand und kann auf diese Weise das unbefugte Betreten eines Raumes durch Schliessen eines Meldestromkreises anzeigen.
Statt Kohle-oder Graphitpulver kann jeder andere gleichwertige leitfähige Stoff verwendet werden.