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Bekanntlich wird, wenn ein Flüssigkeits-oder Gasstrahl in ein umgebendes flüssiges oder gasförmiges Medium mit hoher Geschwindigkeit eintritt, das umgebende Medium vom Strahl zufolge Injektorwirkung mitgerissen, wobei das umgebende Medium von allen Seiten gleichmässig dem Strahl zuströmt. Wird diese Gleichmässigkeit künstlich gestört, indem das umgebende Medium an einer Seite des Strahles am freien Zutritt zu diesem gehindert wird, so kann das umgebende Medium dem Strahl nur von der gegenüberliegenden Seite zuströmen. Hiedurch entsteht eine Kraftkomponente, welche den Strahl aus seiner bisherigen Richtung auf jene Seite ablenkt, an der das umgebende Medium am Zuströmen gehindert wird.
Das Verfahren gemäss der Erfindung besteht demgemäss darin, dass ein in ein umgebendes flüssiges oder gasförmiges Medium mit grosser Geschwindigkeit eintretender Flüssigkeits-oder Gasstrahl dadurch abgelenkt wird, dass man das umgebende Medium auf derjenigen Seite am freien Zutritt zum austretenden Strahl behindert, nach welcher der Strahl abgelenkt werden soll. Dies kann in einfacher Weise dadurch geschehen, dass an der Austrittsstelle des Strahles auf der Ablenkungsseite eine nach aussen geneigte bzw. gekrümmte Leitfläche, z. B. ein Flügel, angeordnet ist.
Eine auf diese Weise erhaltene Ablenkung eines Strahles erfolgt unter allmählicher Entspannung des austretenden Strahles und praktisch ohne Kraftverbrauch, im Gegensatz zu üblichen Mitteln zur Ablenkung eines Strahles, bei denen der Strahl durch eine Leitfläche zwangsweise in die neue Richtung gedrückt wird, was nur unter Drossel-und Reibungsverlusten vor sich gehen kann.
Die erfindungsgemässe Ablenkung eines Strahles findet verschiedenartige praktische Anwendungen. Vor allem ist ihre Anwendung zur Schalldämpfung, z. B. für den Auspuff von Brennkraftmaschinen oder bei Feuerwaffen, zu nennen. In diesen Fällen wird die Knallwirkung bekanntlich durch das Aufprallen eines mit hoher Geschwindigkeit austretenden Gasstrahles auf die ruhende Aussenluft verursacht. Wird der Gasstrahl gemäss der Erfindung beim Austreten allmählich abgelenkt, so wird dieses Aufprallen und damit die Knallerscheinung weitgehend und wirksam herabgesetzt. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Vortriebseinrichtungen für Fahrzeuge, insbesondere Flugzeuge.
Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise schematisch im Schnitt dargestellt.
Fig. 1 zeigt den (bekannten) geradlinigen Austritt eines Flüssigkeits-oder Gasstrahles 1 aus miner verhältnismässig engen Mündung, z. B. in Form eines Spaltes 2. Hiebei wird das umgebende Medium (Flüssigkeit oder Gas) vom Strahl 1 mitgerissen und strömt diesem von allen Seiten gemäss len Pfeilen 3 zu.
Gemäss Fig. 2 ist auf der einen Seite 5 des Austrittsspaltes 2 ein nach aussen, d. h. vom Spalt weg gerichteter geneigter Flügel 4 vorgesehen, durch den das umgebende Medium auf der Seite 5 am reien Zutritt zum Strahl gehindert ist. Dieses Medium kann daher nur an der gegenüberliegenden - Seite gemäss den Pfeilen 3 zuströmen und diese einseitige Strömung bewirkt eine seitliche, nach links tin gerichtete Kraftkomponente, welche die Umlenkung des Strahles 1 gegen den Flügel 4 hin ver- trsacht.
Gemäss Fig. 3 ist statt der Anordnung eines schrägen Flügels die eine Wand des Spaltes 2, u. zw. tuf der Seite 5, derart verlängert, dass ihre Oberfläche 4 stetig gekrümmt ist und vom Spalt 2 zurückretend verläuft. Die Wirkungsweise ist im Wesen dieselbe wie in Fig. 2. Der Strahl 1 wird wegen der
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einseitigen Zuströmung 3 des umgebenden Mediums gegen die Wandverlängerung J hin abgelenkt, so dass er von deren Oberfläche 4 förmlich geführt wird, trotzdem diese konvex und nicht-wie bei Leitflächen üblich-konkav ist. Auf diese Weise kann eine Strahlumlenkung um einen erheblichen Winkel erzielt werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Ablenkung eines mit grosser Geschwindigkeit in eine umgebende Flüssigkeit oder ein Gas eintretenden Flüssigkeits-oder Gasstrahles, dadurch gekennzeichnet, dass man die umgebende Flüssigkeit (Gas) auf derjenigen Seite am freien Zutritt zum austretenden Strahl behindert, nach welcher der Strahl abgelenkt werden soll.