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Verfahren zur Durchführung von Flächenschliff und Innenschliff mit umlaufenden Sehleifkörpern.
Beim Arbeiten mit umlaufenden Schleifkörpern mit seitlich wirkender Arbeitsfläche, wie solche vorwiegend für den Flächenschliff bestimmt sind, ist man sowohl mit Bezug auf die Umlaufsgeschwindigkeit, wie auch mit Bezug auf die Wandstärke und den Durchmesser der Schleifkörper an gewisse Grenzen gebunden. In der Praxis ist man bisher bei Durchführung des Flächenschliffes über Umlaufgesehwindig- keiten von 25 mlsek nicht hinausgekommen, da die Schleifkörper bei dieser Art des Sehleifens durch Biegung und Verdrehung in besonders ungünstiger Weise beansprucht werden.
Ebenso liegen bei Durchführung. des Innenschliffes besonders ungünstige Arbeitsbedingungen vor. Da die Schleifscheiben für Innenschliff in der Regel klein sind, so sind sie durch die Fliehkraft besonders gefährdet, weil bei gleichbleibender Umfangsgeschwindigkeit und mit abnehmendem Durchmesser der Schleifscheiben, d. h. bei entsprechend zunehmender Tourenzahl die gefährlichen Ringspannungen an der Aehsenbohrung wachsen. Bei einigermassen langer Bohrung hängt die Schleifscheibe weit über, wodurch der die Schleifscheibe tragende Maschinenteil leicht zu schädlichen Schwingungen neigt. Durch diese und andere Umstände ist auch beim Innensehliff die Grösse der zulässigen Umlaufgeschwindigkeit beschränkt.
Auch das Gewicht der Schleifscheibe macht sich bei grösseren Umlaufgeschwindigkeiten ungünstig bemerkbar.
Es hat sich nun gezeigt, dass man sowohl Flächenschliff, wie auch Innenschliff mit erheblich höheren Umlaufgeschwindigkeiten als den bisher als zulässig erachteten Höchstgeschwindigkeiten von 25 m/sek für Flächenschliff mit sogenannten Topfseheiben und von 35 misez für Innenschliff durchführen und hiedurch besondere Vorteile erzielen kann, wenn man von Hohlräumen (Zellen) gleichmässig durchsetzte Schleifkörper verwendet, deren spezifisches Gewicht bei Verwendung von Korund als Schleifmaterial unter 1'9 kgjclm3 und bei Verwendung von Siliziumcarbid als Schleifmaterial unter 1'7 kgjdm3 liegt.
Zur Durchführung des Fläehensehliffes und Innenschliffes nach der Erfindung können Schleifscheiben verwendet werden, deren spezifisches Gewicht erheblich unter den vorstehend genannten oberen Grenzen liegt. Das spezifische Gewicht der anzuwendenden Schleifscheiben kann z. B. bei Verwendung von Korund und Kunstharzen nach Art des Bakelits als Bindemittel zwischen 1#16 und 0#7 und bei Verwendung von Siliziumearbid und dem gleichen Bindemittel zwischen 1'07 und 0'6 liegen.
Bei Verwendung keramischer Bindungsmittel kann das spezifische Gewicht bei Scheiben, die aus Korund hergestellt sind, z. B. zwischen 1'8 und 1#0 und bei Scheiben, die aus Siliciumcarbid hergestellt sind, zwischen 1'55 und 0#9 liegen. Diese Umlaufgeschwindigkeiten können z. B. mehr als 45 mises, z. B. 60 bis 90 mjsek und darüber betragen.
Die bisher zur Metallbearbeitung verwendeten Schleifkörper hatten durchweg ein spezifisches Gewicht, welches bei Verwendung von Korund über 2#0 kg /dm3 und bei Verwendung von Siliciumcarbid über 1'8 kgjdm3 lag, Da das spezifische Gewicht des Schleifkorns selbst praktisch stets das gleiche ist, so kommen also erfindungsgemäss Schleifscheiben zur Verwendung, deren Gefüge so aufgelockert ist, dass ihr spezifisches Gewicht unterhalb des spezifischen Gewichtes der bisher für Flächenschliff und Innenschliff angewendeten Schleifscheiben liegt.
Die erfindungsgemäss anzuwendenden Schleifscheiben mit gelockerter Struktur können nach den verschiedensten Verfahren hergestellt sein, beispielsweise derart, dass ein verformbares Gemisch von
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Schleifkorn und Bindemitteln mit Gasblasen entwickelnden Stoffen versetzt wurde und die von Hohlräumen durchsetzte Masse verformt und durch Massnahmen, wie Erhitzen, verfestigt wurde. Die Schleifkörper können weiterhin auch hergestellt sein aus Mischungen von Schleifkorn und Bindemitteln, die ihre hohlraumdurchsetzte Struktur erlangt haben durch Einverleibung von Formgebilden, wie Kugeln,
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durch Verbrennen, Verdampfen u. dgl. wieder entfernt wurden. Schliesslich haben sich auch noch bekannte Ausführungsformen von Schleifkörpern, welche zwecks Auflockerung in ihrer aus Schleifmaterial, z. B.
Korund und Bindemitteln bestehenden Masse von Einlagerungshohlkörpern, wie Hohlglasperlen, durchsetzt sind, als geeignet erwiesen. In allen diesen Fällen muss natürlich bei der Auswahl dieser Körper für das Verfahren gemäss der Erfindung dafür Sorge getragen werden, dass die Schleifkörper das gewünschte spezifische Gewicht besitzen. In diesen Fällen hat man dafür Sorge zu tragen, dass Schleifkörper von dem gewünschten spezifischen Gewicht erreicht werden.
Das Schleifen mit hohen Umlaufgeschwindigkeiten unter Verwendung von Schleif körpern niedrigen spezifischen Gewichtes bietet erhebliche Vorteile. Infolge der grossen Umlaufgeschwindigkeiten erzielt man eine erhebliche Verbesserung der Schleifwirkung. Durch die infolge Erhöhung der Umlaufgeschwindigkeit ermöglichte Erniedrigung der Schleifkräfte wird eine geringere Beanspruchung und Durchfederung des Schleifwerkzeuges und dessen Trägers erzielt. Hiedurch kann man höhere Arbeitsgenauigkeit als bisher erreichen.
Nachteilige Temperatursteigerungen treten trotz Erhöhung der Umlaufgeschwindigkeit nicht auf.
Es war zu befürchten, dass durch die Auflockerung der Struktur der Schleifscheiben die Bruchgefahr, insbesondere bei sehr raschem Umlauf der Scheiben sich erhöhen würde. Es hat sich aber überraschender-
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anzuwendenden Scheiben die Umlaufgeschwindigkeit weit über das bisher zulässige Mass hinaus steigern, ohne dass ein Zerpringen der Schleifkörper stattfindet.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Durchführung von Flächen-und Innenschliff mit umlaufenden, aus Schleifmaterial. wie Korund oder Siliciumearbid und Bindemitteln hergestellten Sehleifkörpern, dadurch gekenn- zeichnet, dass Sehleifkörper, deren spezifisches Gewicht bei Verwendung von Korund unter 1'9 kg/ < d! und bei Verwendung von Siliciumcarbid unter 1'7 kg/dm3 liegt, mit Umlaufgeschwindigkeiten über
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