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Elektrischer Schalter mit Löschung des Lichtbogens durch einen selbst erzeugten Druckluft- oder Druckgasstrom.
Bei elektrischen Schaltern für hohe Abschaltleistungen ist es bekannt, die Unterbrechungsstelle in einer als Druckkammer ausgebildeten Schaltkammer anzuordnen und den Unterbrechungslichtbogen durch hindurchgeleitete Druckluft oder Druckgas zu löschen. Ferner ist es auch bei Schaltern mit Liehtbogenlöschung durch einen Druckgasstrom bekannt, die Kontakte in einer vollkommen geschlossenen Kammer anzuordnen und den Druck des Löschgases durch den Unterbrechungslichtbogen selbst zu erzeugen. Bei Freigabe der Kammeröffnung durch den beweglichen Schaltstift strömt dann das Druckgas aus der Druckkammer aus und löscht hiedurch den Lichtbogen. Hiebei tritt jedoch der Nachteil auf, dass die Absperrung der Druckkammer gegen den Aussenraum durch den beweglichen Schalterkontakt gebildet wird, wodurch der Druck des Löschgases von der Schalterkontaktbewegung abhängig ist.
Die Absperrung der Druekkammer wird also, unabhängig von dem in der Druckkammer herrschenden Druck, in demselben Augenblick aufgehoben, in welchem der bewegliehe Schalterkontakt die Druckkammer verlässt. Hiedurch wird verhindert, dass insbesondere bei kleinen Stromstärken ein zur raschen Löschung des Schaltlichtbogens ausreichender Gasstrom überhaupt entstehen kann.
Man hat auch vorgeschlagen, in einer Druckkammer durch den Schaltlichtbogen eine Flüssigkeit zum Verdampfen zu bringen, wodurch zunächst in der Druckkammer ein hoher Dampfdruck hervorgerufen wird. Die Druckkammer besitzt zwei längliche Teile, bei deren Verschiebung gegeneinander zwei Austrittsöffnungen für die hochgespannten Dämpfe freigegeben werden. Es erfolgt also eine Expansion auf Atmosphärendruck, was die Löschung des Lichtbogens zur Folge hat. Ein derartiger Schalter muss aber nicht nur immer wieder von neuem mit Schaltflüssigkeit versehen werden, sondern hat auch den Nachteil, dass eine rasche und zuverlässige Löschwirkung durch die angegebenen Mittel keineswegs sichergestellt ist.
Durch den Gegenstand der Erfindung sind diese Nachteile vermieden. Die Erfindung besteht darin, dass bei einem Schalter mit Löschung des Unterbrechungslichtbogens durch einen Druckgasstrom, dessen Druck durch den Lichtbogen selbst in einer Druckkammer erzeugt wird, wobei die Druckkammer mit einem einstellbaren Absperrorgan versehen ist, das so angeordnet ist, dass das ausströmende Druckgas die in der Druckkammer liegende Unterbrechungsstelle bestreichen muss und durch dessen Einstellung bewirkt wird, dass die Ausströmung erst bei einem bestimmten Überdruck in der Kammer einsetzt.
Die Lichtbogenlöschung kommt danach beim Gegenstand der Erfindung dadurch zustande, dass der durch den Schaltlichtbogen auf Überdruck gebrachte gasförmige Inhalt der Schaltkammer bei einem bestimmten Überdruck durch das Absperrorgan hindurch aus der Kammer ausströmt und dabei die Unterbrechungsstelle bestreicht. Die auf die Unterbrechungsstelle zugerichtete Gasströmung gewährleistet eine besonders rasche und sichere Lichtbogenlöschung.
Zur schnelleren Entwicklung der zur Löschung erforderlichen Strömung kann in der Kammer eine Kälte abgebende und verdunstende Masse dauernd angeordnet sein, durch welche die Temperatur im Innern der Druckkammer dauernd unter die Raumtemperatur herabgedrüekt wird.
Man kann neben den Hauptkontakten der Unterbrechungsstelle in bekannter Weise Hilfskontakte anordnen, die im elektrischen Stromkreis mit den Hauptkontakten in Reihe liegen und die dazu bestimmt
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sind, bei ihrer Trennung einen Teil der Drucksteigerung herbeizuführen, die zur Lichtbogenlöschung erforderlich ist, während die restliche Drucksteigerung durch den bei der Trennung der Hauptkontakte entstehenden Lichtbogen hervorgerufen wird.
Durch den Verschluss der Gasaustrittsstelle der Druckkammer konstanten Volumens durch ein einstellbares Absperrorgan, das so angeordnet ist, dass das ausströmende Medium die Unterbrechungstelle bestreichen muss, und durch dessen Einstellung bewirkt wird, dass die Ausströmung erst bei einem bestimmten Überdruck in der Kammer einsetzt, wird ohne Mitwirkung einer Kompressoranlage oder eines Vorrates an Druckluft oder Pressgas erreicht, dass das beim Auftreten des Sehaltlichtbogens in der Druckkammer entstehende Druckgefälle diejenige Grösse annimmt, die zur Ausbildung eines den Schalt-
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dauernd eine Kälte abgebende und verdunstende Masse vorhanden, durch welche die Temperatur in der Schalterkammer dauernd unter Raumtemperatur herabgedruckt wird, so hat dies zur Folge,
dass die durch den Schaltlichtbogen hervorgerufene Drucksteigerung und damit das erwähnte Druckgefälle wesentlich höhere Werte erreicht als es ohne derartige dauernde Kältewirkung möglich wäre. Denn je niedriger die in der Schaltkammer dauernd aufrechterhaltene Temperatur ist, desto mehr erhöht sich naturgemäss das Gefälle zwischen dem unter der Einwirkung des Lichtbogens im Gasraum auftretenden Höchstdruck und dem vor dem Einsetzen des Lichtbogens-also vor der Kontakttrennung-dort vorhandenen Mindestdruck.
Je höher aber dieses Druckgefälle, desto intensiver fällt im Augenblick, wo das Absperrorgan die Verbindung des Druckkammerinnern mit dem Aussenraum freigibt, die Beblasung der Unterbrechungsstelle durch die sich nun bildende geordnete Gasströmung aus und desto stärker ist die Lösohwirkung dieser Strömung.
Die geschilderte vorteilhafte Wirkung der in der Druckkammer dauernd angeordneten Kälte abgebende Masse tritt nun bei einem mit Luft oder Gas betriebenen behaiter gemäss der Erfindung ein, nicht aber bei Leistungsschaltern bekannter Bauart. So wäre z. B. bei einem Wasserschalter die Anordnung der dauernd vorhandenen Kälte abgebenden Masse wegen der Gefahr des Einfrierens der Flüssigkeitsfüllung nicht zulässig, und beim Pressluftschalter mit äusserer Druckquelle hätte sie keinen Zweck.
Ebensowenig käme für die beabsichtigte Wirkung eine vorübergehende Zuführung eines Kälte erzeugenden Stoffes in Frage, wie sie für andere Schalter zu ganz anderem Zweck vorgeschlagen worden ist.
Verwendet man als Kälte abgebende Masse Kohlensäureschnee, so ergibt sich aus der steten Verdunstung eines Teiles derselben, die eine Folge der unausgesetzt wirksamen Wärmeeinstrahlung ist, bereits vor der Abschaltung ein langsamer Druckanstieg. Der beim Auftreten eines Schaltlichtbogens entstehende, zur Öffnung des Absperrorgans ausreichende Gesamtdruck wird um so schneller erreicht, je näher dieser allmähliche Druckanstieg an den Druckwert heranreicht, auf den das Absperrorgan eingestellt ist, um das zur Herbeiführung einer kräftigen Gasströmung nötige Druckgefälle sicherzustellen.
Es sei jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass für die in der Druckkammer angeordnete verdunstende und Kälte abgebende Masse nicht an sich, sondern nur in Verbindung mit den für den Erfindungsgegenstand wesentlichen Merkmalen Schutz begehrt wird, dass die Druckkammer mit einem einstellbaren Absperrorgan versehen ist, das so angeordnet ist, dass das ausströmende Medium die Unterbrechungsstelle bestreichen muss und durch dessen Einstellung bewirkt wird, dass die Ausströmung erst bei einem bestimmten Überdruck in der Kammer einsetzt.
In der Zeichnung sind fünf Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes schematisch veranschaulich.
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angeordnet, welche die Unterbrechungsstelle des Schalters bilden. Der Kontaktbolzen 21 ist beweglich und wird in der üblichen Weise von aussen her betätigt. Die Wandung 23 der Druckkammer 85 besteht aus einer elektrisch und thermisch isolierenden Masse, z. B. Porzellan. Der feste Kontakt 22 ist durchbohrt, so dass das Druckgas gezwungen wird, beim Ausströmen die Kontaktstelle zu beblasen. Die eigentliche Gasaustrittsöffnung des Schalters ist durch ein mit Gewichts-oder Federwirkung oder beidem ausgerüsteten Absperrorgan 24 abgeschlossen, das sich unter der Wirkung eines Überdruckes von vorausbestimmter Grösse öffnet und sich beim Nachlassen des Druckes im Raum 85 kraftschlüssig wieder schliesst.
Zur Verstärkung der thermischen Isolierung der Druckkammer 85 ist eine Umkleidung 25 angeordnet, und der dadurch gebildete Zwischenraum 26 ist mit Kork oder einem ähnlichen Wärmeisoliermaterial erfüllt. In der Schaltkammer 85 befindet sich noch eine Kälte abgebende und verdunstende Masse 29, z. B. Kohlensäureschnee, die durch Verdunstung an den Gasinhalt des Raumes Kälte abgibt und dabei gleichzeitig die Kontakte 21 und 22 kühl hält. Eine in der Wandung 23 bzw. 25 vorgesehene, durch ein Verschlussstück 31 verschliessbare Öffnung 30 erleichtert der Ergänzung der Kälte abgebenden Masse und die Kontrolle der Schalterkontakte.
Die Wirkungsweise des Schalters ist folgende : Bei der Öffnung der Kontakte 21 und 22 bildet sich in der Druckkammer 85 ein Lichtbogen. Derselbe erzeugt in der in der Druckkammer vorhandenen Luft-oder Gasgemenge eine Drueksteigerung. Durch den Kälteerzeuger 29 wird die Temperatur des Gases,
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ist, je näher also seine Temperatur der absoluten Temperatur liegt. Unter der Wirkung der plötzlichen
Drucksteigerung öffnet sich das an der Druckkammer 85 angebrachte Absehlussorgan 24, so dass das unter sehr starker Kompression stehende Gas mit hoher Geschwindigkeit ausströmt. Dadurch wird der zwischen den Kontakten 21 und 22 stehende Lichtbogen sehr rasch zum Erlöschen gebracht.
Die Druck- kammer 85 bleibt nach der Beendigung des Schaltvorganges und Löschung des Lichtbogens von einer
Gasmenge erfüllt, deren Druck durch das kraftschlüssig geschlossengehaltene Absperrorgan bestimmt ist.
Durch diesen dauernd vorhandenen Mindetsdruck, welcher einen Wert annimmt, der unabhängig vom
Schaltorgan durch die Verdunstung des Kohlensäureschnees aufrechterhalten wird, wird der Lösch- vorgang sehr günstig beeinflusst. Bei der durch den Lichtbogen verursachten Drucksteigerung ist es nämlich von grossem Vorteil, wenn der Anfangswert, von dem die plötzliche Drucksteigerung ausgeht, beträchtlich über Atmosphärendruck liegt. Es braucht dann durch den Lichtbogen dem Gasinhalt der
Druckkammer nur eine geringe Wärmemenge zugeführt werden, um die zur raschen Lichtbogenlöschung erforderliche Gasausströmung zu erzielen. Dieser Vorteil macht sich besonders bei kleineren Absehalt- leistungen geltend.
In der Fig. 2 ist ein Schalter mit zwei Unterbrechungsstellen (einer Haupt-und einer Hilfskontakt- stelle) dargestellt.
In der Druckkammer 32 befindet sich eine mit zwei Kontaktstücken 33 besetzte bewegliche Tra- verse 34, die durch die Antriebsstange 35 betätigt wird. Als Gegenkontakt für die Kontaktstücke 33 dienen die Kontakte 36 und 37. Der Kontakt 36 ist als Buchsenkontakt und der Kontakt 37 als Hohlkontakt ausgebildet. Die Kontakte 36 und 37 sind an der Innenwandung eines die Druckkammer um- schliessenden Gehäuses befestigt, dessen Hohlräume mit einem elektrisch und thermisch isolierenden
Stoff ausgefüllt sind. Ferner befindet sich in der Druckkammer 32 noch ein Kälteerzeuger 39, der Kohlen- säureschnee ist. Die Schaltkammer ist durch die mittels eines Verschlussstückes 41 verschliessbare Öff- nung 41 zugänglich.
Die durch die Bohrung des Kontaktes 37 gebildete Öffnung wird durch ein kraft- schlüssiges Absperrorgan 42 geschlossen gehalten. Die Druckkammer 32 ist mit einer Umkleidung 43 umgeben, die eine thermische Isolierung für die Druckkammer ermöglicht.
Die Wirkungsweise des Schalters ist folgende. Die Löschung des Lichtbogens erfolgt unter ähn- lichen Verhältnissen wie vorher beschrieben. Durch die bekannte Anordnung der in Reihe zur Haupt- kontaktstelle liegenden Hilfskontaktstelle 33,36 wird jedoch die Stromunterbrechung und damit die
Lichtbogenbildung schon vor dem Öffnen der Hauptkontakte eingeleitet. Durch den an der Hilfs- kontaktstelle sich bildenden Lichtbogen wird in der Druckkammer eine wesentliche Drucksteigerung hervorgerufen, schon bevor die Hauptkontakte sich öffnen. Die Drucksteigerung nimmt infolgedessen beim Öffnen der Hauptkontakte bedeutend grössere Werte an, und das Gas strömt um so eher und mit einer um so grösseren Geschwindigkeit aus.
Ohne an der Erfindung etwas zu ändern, kann man den Schalter auch nur mit Luft betreiben.
Anstatt in der Druckkammer einen Vorrat an Kohlensäureschnee aufrechtzuerhalten, der von
Zeit zu Zeit ergänzt werden muss, kann man auch flüssige Kohlensäure in solcher Weise einleiten, dass sie sich beim Eintritt in die Druckkammer in Kohlensäureschnee verwandelt. Fig. 3 zeigt einen Schalter mit einer die Unterbrechungsstelle umschliessenden Druckkammer, die an einen Druckgasbehälter über ein Ventil angeschlossen ist.
In der Druckkammer 44 ist der feste Kontakt 45 und der bewegliche Kontakt 46 angeordnet.
Am unteren Teil der Druckkammer 44 befindet sich eine Eintrittsöffnung 47 (Düse) für das zur Löschung erforderliche Pressgas. Die Druckkammer wird oberhalb des festen Kontaktes 45 durch ein kraft- schlüssige Ventil 48 geschlossen. Durch eine Rohrleitung 49 steht die Druckkammer mit einer mit ver- flüssigtem Gas gefüllten Pressgasflasche 50 in Verbindung. Durch ein Reduzierventil 51 ist der zur Löschung des Lichtbogens erforderliche Druck und die damit verbundene Gasströmung einstellbar.
Die Wirkungsweise des Schalters ist folgende : In der Druckkammer 44 wird durch den Anschluss an die Pressgasflasche 50 ein Druck gebildet. Dieser Druck wird durch das Reduzierventil 51 beim Ein- strömen in die Druckkammer in einer entsprechend geringen Grösse gehalten. Um diesen reduzierten
Druck in der Druckkammer konstant zu halten und einen Druckausgleich zwischen der Pressgasflasche 50 und der Druckkammer 44 zu vermeiden, ist das kraftschlüssige Ventil 48 angeordnet. Es befindet sich also ein stets gleichmässiger Druck in der Druckkammer 44.
Beim Öffnen der Kontakte 45 und 46 erzeugt der Lichtbogen in der Druckkammer 44 eine Druck- steigerung. Durch diese Drucksteigerung wird das Ventil 48 zum Ansprechen gebracht, und es entsteht durch die Austrittssöffnung des Kontaktes 45 eine Gasströmung, die den Lichtbogen zum Erlöschen bringt.
Der Vorteil bei dieser Anordnung liegt in dem stets vorhandenen Druck in der Druckkammer und der damit verbundenen Drucksteigerung und Gasströmung, durch welche die Löschung des Lichtbogens eintritt. Es bedarf also beim Schaltvorgang keinerlei Bedienung eines Ventils, durch welche die zur Löschung des Lichtbogens erforderliche Gasströmung betätigt wird.
Wie die Fig. 4 zeigt, lässt sich die beschriebene Einrichtung, ohne den Gegenstand der Erfindung zu verändern, vorteilhaft auch so ausbilden, dass in der Druckkammer 44 ständig ein Vorrat an Kälte
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abgebende Masse 100 (Kohlensäureschnee) vorhanden ist. Um dies zu erreichen, muss der Druckbehälter 50 mit flüssiger Kohlensäure gefüllt sein und so angeordnet, dass durch seine Austrittsöffnung die flüssige Kohlensäure durch die Verbindungsleitungen 49 hindurchtritt und beim Austritt aus einer in die Druckkammer hineinragenden Düse 47 zu fester Kohlensäure 100 erstarren kann. Vorteilhaft bildet man diese Düse verstellbar aus, um damit die Menge des sich bildenden Schnees regulieren zu können.
Fig. 5 zeigt einen Schalter mit einer die Unterbrechungsstelle umschliessenden Druckkammer, wobei auf dem beweglichen Kontakt ein Kolben und in der Druckkammerwand Kanäle angebracht sind.
In einer Druckkammer 52 ist der bewegliche Kontakt 53 und der feststehende Kontakt 54 angeordnet. Auf dem beweglichen Kontakt sitzt ein Kolben 55, der einen Aufnahmeraum (Behälter) 56 für einen Kälteerzeuger (z. B. Kohlensäureschnee) 57 besitzt. In der Wand der Druckkammer 52 sind Kanäle 58 angeordnet, die sich nach ihrem Austrittsende hin verjüngen und schräg in den der Unterbrechungsstelle des Druckkammer-Innenraumes einmünden. Ferner münden in der Druckkammer zwei Rohrleitungen 59, 59', welche mit einer Leitung 60, die an einem Kohlensäurebehälter angeschlossen ist, in Verbindung stehen. Die Rohrleitung 59'ragt bei geschlossenem Schalter durch einen Schlitz des Führungsteiles des Kolbens 55 hindurch in dessen Innenraum hinein.
Am oberen Teil der Druckkammer 52 ist über dem festen Kontakt 54 ein gegen Federdruck sich öffnendes Ventil 61 angebracht, welches die zwei Austrittsöffnungen 62 und 63 besitzt. Die Öffnung 62 bewirkt einen Austritt des Gases in die Rohrleitung 64, die in einen Sammelbehälter führt, hingegen lässt die Öffnung 63 das Gas durch die Löcher 65 ins Freie treten.
Der Kolben 55 und der feste Kontakt 54 besitzen feine Durchbohrungen 66 und 67, die beim ruhenden Zustand des Schalters im oberen und unteren Teil des Innenraumes der Druckkammer sowie im Ventil 61 einen allmählichen Druckausgleich ermöglichen.
Die beschriebene Einrichtung wirkt wie folgt :
Durch die Leitung 60 tritt an den Eintrittsstellen der Rohre 59,59', die mit Düsen versehen sind, flüssige Kohlensäure in die Druckkammer ein, wo sie sich beim Ausströmen in Kohlensäureschnee 57 verwandelt. Es lagert sich also am Boden der Druckkammer 52 und im Aufnahmeraum 56 des Kolbens 55 Kohlensäureschnee ab. Dieser Kohlensäureschnee verdunstet durch die von aussen wirkende Wärme, und es tritt eine starke Kühlung und Drucksteigerung im oberen und unteren Raum der Druckkammer 52 ein. Diese Druckbildlmg und Kühlung über und unter dem Kolben 55 wird durch die Durchbohrungen 66 ausgeglichen, so dass in der Druckkammer 52 ein gleichmässiger Druck vorherrscht.
Durch die Durchbohrungen 67 erfährt das Ventil 61 ! die Druckverhältnisse der Druckkammer 52 im gleichen Sinne mit. Das Ansteigen des Druckes in der Druckkammer erfolgt nur bis zu einem bestimmten Wert, da bei einem Überdruck das Ventil 61 anspricht und das Gas durch die Austrittsöffnung 62 in die Rohrleitung 64 entweicht, durch welches es in einen Sammelbehälter gelangt.
Bei Betätigen des Schalters wird der Lichtbogen durch den beweglichen Kontakt 53 in die Druckkammer 52 gezogen. Durch die Zufuhr der in dem Lichtbogen vorhandenen Wärmemenge in den oberen Raum der Druckkammer erfolgt daselbst eine grosse Drucksteigerung, die einerseits das Ventil 61 ansprechen lässt und anderseits auf den Kolben 55 einwirkt, der in die untere Hälfte der Druckkammer getrieben wird. Durch die Bewegung des Kolbens wird das in der unteren Hälfte vorrätig gehaltene gekühlte Gas durch die Kanäle 59 in den oberen Druckkammerraum gepresst. Es wird dadurch die durch Drueksteigerung vorhandene Gasströmung, welche über den feststehenden Kontakt 54 und über die Öffnungen 63 und 65 des angesprochenen Ventils 61 besteht, wesentlich gesteigert, und es erfolgt eine schnellere Löschung des Lichtbogens.
Die Leistung des Schalters kann man beträchtlich steigern, wenn der Kolben 55 in der Druckkammer 52 so angeordnet ist, dass er bei seiner durch die Drucksteigerung im oberen Innenraum bedingte Abwärtsbewegung erst einen bestimmten Weg zurückgelegt hat, ehe er die der Unterbreehungsstelle am nächsten liegenden Kanalmündungen freigibt. Es wird dadurch erreicht, dass der Kolben im unteren Raum eine stärkere Kompression erreicht, der eine kräftigere Expansion folgt.
Zur Vereinfachung des Schalters kann man die Erzeugung des Kohlensäureschnees nur an einer Stelle der Druckkammer vornehmen, da die thermischen Vorgänge durch die Durchbohrungen 66 und 67 in dem oberen und unteren Druckraum gleichmässig verteilt werden.
Ohne an der Erfindung etwas zu ändern, kann man die Zufuhr des Kälte abgebenden Mittels weglassen und mit der in der Druckkammer vorhandenen Luft arbeiten. Es erübrigt sich dabei der Rohr- leitungsanschluss für die Kohlensäure, die Durchbohrungen für die Gleichhaltung der thermischen Vorgänge und die Mehrstufigkeit des Ventils.
Ferner kann man die in der Wand der Druckkammer angeordneten Kanäle durch Rohrleitungen, die ausserhalb der Druckkammer geführt werden und in der Druckkammer münden, ersetzen.
Um beim Abblasen des Lichtbogens ein Überspringen desselben an das Ventil 61 zu vermeiden, ist eine triehter-oder hörnerförmige Funkenabziehvorrichtung 67'vorgesehen. Zur Sicherheit kann die innere Wand 68 des Ventils 61 mit einer isolierenden Schicht versehen werden, so dass ein Überschlag des Lichtbogens auf das Ventil nicht möglieh ist. Der bewegliche Kontakt 53 ist so angeordnet, dass er nicht in unmittelbarer Berührung mit dem Kohlensäureschnee gelangt. Es wird dadurch ein Fest-
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takt JJ aufgesetzt.
Die vorstehend beschriebene Erfindung hat gegenüber den bereits bekannten Hochleistungschaltern folgende wichtige Vorteile. Das an der Druckkammer angeordnete, von der Schaltkontaktbewegung unabhängige Absperrorgan ermöglicht infolge der Drucksteigerung, die im Innern der Schaltkammer hervorgerufen wird, das Entstehen einer geordneten Gasströmung, durch welche die Kontaktstelle beblasen und der Lichtbogen gelöscht wird.
Wendet man aber ausserdem noch eine in der Schaltkammer dauernd angeordnete verdunstende und Kälte abgebende Masse an, so erreicht man noch eine erheblich grössere Drucksteigerung in der Sehaltkammer beim Auftreten des Liehtbogens und dementsprechend eine besonders intensive Beblasung. Da der Druck, bei welchem das Absperrorgan anspricht, der Leistung des Schalters entsprechend bemessen werden kann, tritt eine rasche und sichere Löschwirkung schon bei verhältnismässig geringer Wärmeentwicklung in der Sehaltkammer ein. Die Stromart ist ohne Bedeutung, da die durch das Absperrorgan ermöglichte geordnete Gasströmung auch bei Gleichstromabschaltungen eine ebenso sichere Löschwirkung gewährleistet wie bei Weehselstromabschaltungen.
Wendet man als Lösehmedium Kohlensäuregas an, so ergibt sich eine ganz besonders gute Löschwirkung, da in diesem Falle der Erfindungsgegenstand die Vorteile einer geordneten Gasströmung und eine Lichtbogenlöschung durch Kohlensäure vereinigt.
Bei der ganzen Anordnung des Schalters erübrigt sich eine Druekgas- oder Kompressoranlage und die dazugehörigen Ventile und Apparate.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Schalter mit Löschung des Unterbrechungslichtbogens durch einen Druckgasstrom, dessen Druck durch den Lichtbogen selbst in einer Druckkammer erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckkammer mit einem einstellbaren Absperrorgan versehen ist, das so angeordnet ist, dass das ausströmende Druckgas die in der Druekkammer liegende Unterbrechungsstelle bestreichen muss, und durch dessen Einstellung bewirkt wird, dass die Ausströmung erst bei einem bestimmten tiberdruck in der Kammer einsetzt.