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Bei der Kontrolle der Eigenschaften (z. B. Reinheitsgrad, Teilchengrösse, Farbe usw. ) von festen Stoffen, welche in Flüssigkeiten verteilt sind, verfuhr man bisher in der Weise, dass man der Stoffsuspension Proben entnahm, welche auf die jeweils für die Beurteilung des Stoffes wichtigen Eigenschaften untersucht wurden. Dieses Verfahren hat aber naturgemäss verschiedene Mängel. Die Probenahme wie die Untersuchungen selbst sind umständlich und erfordern viel Zeit und Mühe. Es ist daher auf diesem Wege oft nicht möglich, die gewünschten Feststellungen mit der erforderlichen Schnelligkeit leicht und bequem durchzuführen. Anderseits fehlt diesem Verfahren die bei vielen Prozessen (z.
B. wenn bei einem Reinigungsprozess der jeweils vorhandene Reinheitsgrad fortlaufend geprüft werden soll) erforderliche Kontinuität der Beobachtung, so dass eine sehr grosse Anzahl von Proben genommen und untersucht werden muss.
Diese Nachteile werden durch das neue Verfahren vollkommen behoben, welches in der Hauptsache darin besteht, dass die stoffhaltige Flüssigkeit oder ein in geeigneter Weise abgezweigte Teil derselben in dünner Schicht an einer Lichtquelle vorübergeleitet wird, welche diese Schicht durchleuchtet und sie durch eine Glasscheibe in allen Einzelheiten zu beobachten gestattet. Man erhält dabei fortlaufend ein klares Bild des in der Flüssigkeit verteilten Stoffes und kann sich mit einem Blick über dessen Beschaffenheit unterrichten, also z. B. feststellen, ob der Stoff Verunreinigungen enthält (bei Zellstoffaufsehwemmungen z. B. Splitter, Späne, Äste usw. ) oder welche Grösse, oder welche Farbe die einzelnen Stoffteilchen besitzen, welche Beschädigungen sie aufweisen usw.
Man kann auf diese Weise also beispielsweise auch den Wirkungsgrad einer bestimmten mechanischen oder chemischen Behandlung des Stoffes feststellen und ihn danach in der gewünschten Weise beeinflussen. Ebenso ist es nach diesem Verfahren möglich, in denkbar einfacher Weise während des Betriebes laufend die Veränderungen hinsichtlich Zusammen-
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Es sind bereits Verfahren und Vorrichtungen bekannt, welche zum Anzeigen von festen Stoffteilchen dienen, die in Gasen oder Luft äusserst fein verteilt sind. Dabei werden aber die Stoffteilchen nicht nach ihrer Beschaffenheit untersucht, sondern es soll lediglich, wie z. B. bei Rauchgasen in Luft, ihre Anwesenheit angezeigt werden. Es handelt sich also um eine Art Reinheitsprüfung der Gase. bei welcher in den Gasstrom ein Liehtkegel geworfen wird, in dessen Bereich die im Gasstrom vorhandenen festen Teilchen durch Reflexion der Strahlen aufleuchten, was von einem Beobachter seitlich gegen dunklen Hintergrund beobachtet werden kann.
Bei der neuen Erfindung werden dagegen die Eigenschaften von in Flüssigkeiten suspendierten festen Teilchen unmittelbar beobachtet, wobei der Strom der Stoffsuspension in möglichst dünner Schicht an einer Lichtquelle vorbeigeleitet und von ihr vollkommen durchleuchtet wird.
Die Zeichnung zeigt in schematischer Darstellung die beispielsweise Ausfiihrungsform einer zur Durchführung des Verfahrens dienenden Vorrichtung, wie sie z. B. für die Prüfung der Aufschwemmungen
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Vorrichtung im Schnitt und Fig. 2 die Vorderansicht.
Zwei im spitzen Winkel zueinander angeordnete flache Kasten a und b werden von der Stoffsuspension in Richtung der Pfeile durchflossen, indem der Stoff am unteren Ende des Kastens a, wo dieser
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mit der Stoffzuleitung c verbunden ist, eintritt, darin emporsteigt und über dessen oberen Rand bei d in den Kasten b überfliesst, um an dessen unterem Ende in das Stoffableitungsrohr e zu gelangen und zur Hauptmenge des Stoffes zurückzukehren. Die Vorder-/und Rückwand g des Kastens a wird von Glas-
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leuchtete Stoffmasse an der Vorderwand t beobachtet werden kann.
Der Kasten b kann oben zur Hälfte geöffnet sein, desgleichen die Stelle, wo die beiden Kasten a und b zusammentreffen, also bei d. Am unteren Ende des Kastens a kann man zwecks Stauung der eintretenden Stoffsuspension eine Stauleiste i anbringen. Die Stoffsuspension wird in einer solchen Geschwindigkeit durch den Kasten a geleitet, dass man die einzelnen Stoffteilchen und etwaige Verunreinigungen deutlich erkennen kann. Bei Appara- turen, wie Stoffsortierern, Kegelmühlen usw., welche die stoffhaltige Flüssigkeit kontinuierlich durchfliesst und deren Wirkungsgrad durch laufende Kontrolle der Eigenschaften des Stoffes festgestellt werden soll. wird die Vorrichtung einfach in die Ableitung eingeschaltet.
Dagegen kann man bei Apparaturen. die partieweise beschickt werden, innerhalb deren aber die Stoffsuspension fortlaufend bewegt wird (z. B. Schlämmapparate, Mahl-und Bleichholländer u. dgl. ), einen Teil der Stoffsuspension an der Apparatur selbst in geeigneter Weise abzweigen und die Kontrollvorrichtung in diese Abzweigleitung einschalten.
Die in der Zeichnung dargestellte trichterförmige Erweiterung an der Stelle des Einlaufs der Stoff-
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licht wird.
Man kann auch zwecks besserer Unterscheidung innerhalb oder ausserhalb des erleuchteten Bent- achtungsfeldes Vergleichs-oder Standardmuster der betreffenden Stoffsuspension anbringen. welche die jeweils gewünschten Eigenschaften veranschaulichen.
In ähnlicher Weise, wie es oben für Faserstoffe beschrieben ist, kann das Verfahren bei allen mög-
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aufsehlämmungen, Erdfarben und anderen Farbstoffen, Suspensionen verschiedener Stoffe pflanzlicher oder tierischer Herkunft, die einem Reinigung-, Zerkleinerungs-oder sonstigen Prozess unterworfen werden usw.
Die Durchleuchtung der Stoffsuspension kann unter Umständen auch indirekt erfolgen. wenn man den von der Suspension durchströmten Kasten mit einer auf der Innenseite spiegelnden Rückwand versieht.
Die Flüssigkeitsströmung, die in dem angeführten Beispiel in der Richtung von unten nach oben angegeben ist, kann natürlich in jeder beliebigen Richtung erfolgen, so z. B. in waagrechter oder schräger Richtung oder (insbesondere bei spezifisch schweren Substanzen) von oben nach unten.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur laufenden Kontrolle der Beschaffenheit von in Flüssigkeit verteilten festen Stoffen aller Art, dadurch gekennzeichnet, dass man die Stoff Suspension oder einen in geeigneter Weise abgezweigten Teil derselben zwischen Wänden, von welchen wenigstens eine durchsichtig ist, die andere durchsichtig oder reflektierend sein kann, an einer Lichtquelle derart vorbeiführt, dass sie vollkommen durchleuchtet wird und in ihren Einzelheiten beobachtet werden kann.