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Vorrichtung zum Vervielfältigen phonographischer Filme mit Tiefengravierung.
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Vervielfältigen phonographischer Filme mit Tiefengravierung, insbesondere solcher Filme, die mittels eines Werkzeuges graviert wurden, dessen parallel zur Oberfläche und senkrecht zur Bwegungsrichtung des Films verlaufende.
Schneide eine im Vergleich zur Rillentiefe beträchtliche Breite von etwa 2-3 mm aufweist.
Gemäss der Erfindung werden der gravierte und der unbeeindruckte neue Film mit ihren Rück- seiten, die nicht graviert werden sollen, aneinanderliegend zwischen zwei in unveränderlichem Abstand voneinander gehaltenen Werkzeugen hindurchgeführt, von denen das eine ein Wiedergabewerkzeug ist und in die Rinne des gravierten Films eingreift. Das andere Werkzeug ist ein Gravierwerkzeug, das entsprechend den Bewegungen, die den beiden Filmen vom Wiedergabewerkzeug, welches den Wellungen des Rillengrundes folgt, mitgeteilt werden, mehr oder weniger tief in den neuen Film eindringt.
In der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Erfindung beispielsweise dargestellt, u. zw. zeigt
Fig. 1 schematisch die Gesamtanordnung einer Vervielfältigungsvorrichtung, Fig. 2 zeigt schematisch die Arbeitsweise des Wiedergabe-und des Gravierwerkzeuges und Fig. 3 zeigt eine Abänderung der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung.
Der beeindruckte bzw. gravierte Film 1 und der neue Film 2 werden mit ihren Flachseite aufeinandergelegt, welche ungraviert bleiben sollen. Sie laufen dann zwischen den Walzen 3 hindurch über ein feststehendes Werkzeug 5 mit stumpfer Schneide und ein feststehendes Werkzeug 6 mit geschärfter
Schneide, welches nötigenfalls durch eine Batterie B beheizt wird, wobei der Strom durch einen Rheostaten R geregelt wird. Die beiden Werkzeuge 5 und 6 sind in der eingangs beschriebenen Weise ausgebildet und stehen sich genau gegenüber. Das Werkzeug 5 greift in die Rinne des Originalfilms 1. Beide aufeinandergelegten Filme werden durch die Trommel 4 in Bewegung gesetzt, an die sie durch die Walze 4'angedrückt werden.
Die Arbeitsweise ist folgende : Infolge des Passierens des gravierten Films 1 über das feststehende Werkzeug 5 legt sich der neue Film 2 mehr oder minder dicht an das gravierende Werkzeug 6, und es entsteht infolgedessen eine Rinne, deren Vertiefungen genau den Reliefs des Bodens des wiederzugebenden Films entsprechen, wie Fig. 2 zeigt.
Die Filmkopie 2 trägt somit auf dem Boden einer Rinne, deren Tiefe durch Änderung des gegenseitigen Abstandes der beiden festen Werkzeuge 5, 6 nach Wunsch einstellbar ist, eine Tonaufzeichnung, die dort Vertiefungen aufweist, wo die Aufzeichnung auf dem Originalfilm erhaben ist und umgekehrt.
Das Abspielen erfolgt jedoch in gleicher Weise mit Hilfe derselben Apparate wie das des Originalfilms 1, obschon die Aufzeichnungen nicht unter sich identisch sind. Wenn beim Abspielen der Originalfilm 1 die Membran in bestimmter Richtung bewegt, erzeugt der Film 2 eine gleiche oder ähnliche, jedoch umgekehrte Schwingung des Diaphragmas, die erzeugten Laute sind aber in beiden Fällen die gleichen.
Die Breite der durch das Werkzeug 6 gravierten Rinne kann kleiner oder grösser sein als die des Originalfilms 1 ; man kann somit die Intensität der neuen Filmkopie verstärken oder herabsetzen.
Es kann auch eines der beiden Werkzeuge statt fest, beweglich angeordnet und mittels einer Feder oder eines Gewichtes auf den zugehörigen Film gedrückt werden. In Fig. 1 sitzt das gravierende Werkzeug 6 auf einem Hebel 7, welcher bei 8 um das Maschinengestell drehbar ist und an dessen Ende ein Gewicht 9 angebracht ist, welches die Schneide des Werkzeuges 6 ständig mit dem Film 2 in Berührung hält. Infolge des Beharrungsvermögens des beweglichen Werkzeuges können die beiden Gravuren unter
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der Film 1 über das Werkzeug 5 hinweggegangen ist, sondern von den senkrechten Bewegungbeschleunigungen, welche beide Filme durch das Passieren des gravierten Films über das Werkzeug 5 erfahren haben.
Diese Einrichtung erhöht die verhältnismässige Grösse der Wellungen für die hohen Töne ; umgekehrt erhält man eine verhältnismässige Abflachung der Wellungen für die sehrillen Töne, wenn man das gravierende Werkzeug 6 festlegt und das Werkzeug 5 federnd anbringt.
Eine abgeänderte Ausführungsform ist in Fig. 3 dargestellt. Die Filme 1 und 2 laufen zu beiden Seiten einer elastischen leichten Lamelle 10, welche am Gestell 11 der Maschine befestigt ist. Infolge ihrer Elastizität beteiligt sieh die Lamelle an den Auf-und Abbewegungen, die beim Drübergleiten des Films 1 über das Werkzeug 5 entstehen. Die Geschwindigkeit beider Filme braucht aber nicht dieselbe zu sein, und man kann somit beim Abspielen den Film 2 mit einer Geschwindigkeit laufen lassen, die von der, mit welcher der Originalfilm 1 graviert wurde, verschieden ist.
Hiedurch ergibt sich die Möglichkeit, übermässige Steilheit der Wellungen des Originalfilms zu korrigieren. Diese entsteht dadurch, dass die Rinnen des Originalfilms mit zu geringer Bewegunggeschwindigkeit hergestellt werden und führt infolge der zu scharf abgesetzten Wellungen dazu. dass das Wiedergabewerkzeug diesen nicht mehr getreulich zu folgen vermag. Lässt man jedoch den zu beeindruckenden neuen Film mit grösserer, z. B. doppelter Geschwindigkeit laufen, als den gravierten Originalfilm, so erhält man für den neuen Film nur mehr halb so steile Wellungen des Rinnenboden.
Es ist nicht notwendig, dass das gravierende Werkzeug 5 genau dem stumpfen Werkzeug 6 gegen- übersteht, vielmehr kann dasselbe nach hinten, nach 5a verlegt werden, wenn man grössere Wellungen im kopieren Film erhalten will als im Originalfilm, im umgekehrten Falle kann man dasselbe nach vorn, nach 5b, verlegen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Vervielfältigen phonographiseher Filme mit Tiefengravierung, dadurch gekennzeichnet, dass der Originalfihn (1) und ein unbeeindruckter Film (2) mit ihren unbeeindruckt bleibenden Rückseiten aufeinandergelegt und zwischen zwei in unveränderlichem Abstand zueinander angeordneten Werkzeugen (5, 6) von gegebenenfalls verschiedener Breite hindurehgeführt werden, wobei das eine Werkzeug (5), welches in die gravierte Rinne des Originalfilms (1) eingreift, eine stumpfe Schneide besitzt und lediglich dazu dient, beide Filme wesentlich senkrecht zu ihren Oberflächen in Bewegung zu setzen, während das mit dem neuen Film (2) in Berührung stehende Werkzeug (6) eine geschärfte Schneide aufweist.