AT119237B - Fixierungsmittel für histologische Zwecke. - Google Patents

Fixierungsmittel für histologische Zwecke.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Fixierungsmittel für histologische Zwecke. 



   Zur Herstellung mikroskopischer Präparate von tierischen oder pflanzlichen Geweben müssen diese in mikroskopisch dünne Schnitte zerlegt werden. Um diese Zerlegung (durch Mikrotome) zu ermöglichen, müssen die Gewebe vorher in   sehneidefähigen   Zustand gebracht werden, d. h. gehärtet, oder, wie der Fachausdruck lautet, fixiert werden. 



   Dieses Fixieren geschieht durch sogenannte   Fixierungsflüssigkeiten.   Diese Fixierungsflüssigkeiten, deren älteste der Alkohol ist, sind alle in erster Linie   Eiweissfäller.   Man verwendet heute vor allem Formalin oder eiweissfällende Lösungen von Eisessig, Trichloressigsäure,   Kaliumbichromat,   Sublimat u. a. Zur Erzielung guter Schnitte, wie sie namentlich für die neuere Krebsdiagnostik notwendig sind, gehört eine einwandfreie Fixierung, bei der die neben der Eiweissfällung in der Regel eintretende Schrumpfung oder
Quellung des Gewebes durch Zusatz entweder von Neutralsalzen, wie z. B. Kochsalz oder Natriumsulfat, oder von Kohlenhydraten, wie z. B. Rohrzucker, zur   Fixierungsflüssigkeit   nach Möglichkeit eingeschränkt werden. 



   Eine gute   Fixierul1gsflüssigkeit   muss verschiedenen Anforderungen entsprechen. Die wichtigste Anforderung ist
1. Erhaltung der morphologischen Beschaffenheit des Gewebes unter Vermeidung von Quellung und Schrumpfung des Gewebes als Ganzes, sowie von   Gewebs-bzw. Zellteilen.   



   Dieser Anforderung kommen die gebräuchlichen Fixierungsmittel mehr oder weniger gut nach. 



  Diejenigen unter ihnen, welche dieser Bedingung am vollkommensten entsprechen, sind in ihrer Zusammensetzung zumeist ziemlich kompliziert und daneben von begrenzter Haltbarkeit. 



   Eine weitere Anforderung, die namentlich in letzter Zeit für die histologische Carzinomdiagnose erhöhte Bedeutung gewonnen hat, ist
2. die Erhaltung der chemischen Beschaffenheit des Gewebes, in erster Linie der von Unna so   bezeichneten "sauren" Eiweisse,   worunter namentlich die   Nuldeine   des Kernchromatins zu verstehen sind. Gerade die vom Standpunkt der ersten Bedingung besten Fixierungsmittel stören fast durchwegs durch ihren hohen Gehalt an   Trichloressigsäure   usw. die   färberiselie   Darstellung der sauren Eiweisse. 



  Nur ganz vereinzelte Fixierungsflüssigkeiten, wie vor allem das   Carnoysche   Gemisch, das aus Chloroform, Alkohol und Essigsäure besteht, kommen beiden Bedingungen vollkommen nach. Zu diesen beiden, den Zweck der Fixierung betreffenden Bedingungen hat der Erfinder in seinen Untersuchungen eine dritte, die   Durchführung   der Fixierung betreffende praktische Bedingung hinzugefügt :
Für die wissenschaftliche Laboratoriumsarbeit spielt die komplizierte Zusammensetzung und die geringe Haltbarkeit der Fixierungsflüssigkeiten keine grosse Rolle.

   Wo es sich aber um praktische Arbeiten handelt, wo der behandelnde Arzt im Hause des Patienten oder selbst im Sanatorium kleine Gewebsstücke zu diagnostischen Zwecken exzidiert bzw. kürettiert und sie, in eine Fixierungsflüssigkeit eingelegt, dem Pathologen zur Diagnose übersendet, kann nur eine Fixierungsflüssigkeit in Betracht kommen, die entweder dauernd haltbar ist, oder mühelos jederzeit und überall hergestellt werden kann. Heute werden solche Exzisionen in Formalin oder in Alkohol eingelegt-beides Fixierungen, die der Bedingung morphologischer und chemischer Konservierung nur teilweise und unvollkommen entsprechen. Dieser Übelstand ist gerade in letzter Zeit besonders störend geworden, da die moderne histologische Krebsdiagnostik grosse Anforderungen an die tadellose Konservierung der zu untersuchenden Gewebe stellt. 



   Erfinder hat daher als weitere Bedingung für eine allgemein brauchbare Fixierungsflüssigkeit aufgestellt : 

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3. Die Fixierungsflü. ssigkeit muss jederzeit und ohne Schwierigkeit aus einem bereitgehaltenen haltbaren   Substanzgemisch   durch Auflösen in Wasser ohne Zusatz anderer   Flüssigkeiten   herstellbar sein. Durch diese Bedingung fallen alle Kombinationen weg, die a) Alkohol, Formalin, Essigsäure   usw.,   b) Hygroskopische Substanzen, wie z. B.   Trichloressigsäure   enthalten. Es bleiben nur haltbare, 
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 alle Substanzen ausgeschaltet werden, die die sauren Eiweisse in bezug auf ihre Färbbarkeit verändern. 



  Solche Neutralsalzgemische sind auch bisher schon verwendet worden, z. B. in der Zenkerschen Lösung. 



  Sie bestehen aus :
1. einem Bestandteil, der Quellung und Schrumpfung verhindert,
2. einem Bestandteil, der   kräftig   eiweissfällend wirkt. 



   Als solcher ist bisher fast immer Sublimat in grösseren Mengen verwendet worden, was den Nachteil hat, dass das Gewebe spröde wird und dass Niederschläge entstehen, deren Entfernung zwar möglich, aber unter Umständen zeitraubend ist. Erfinder ist nun auf Grund von Versuchen daraufgekommen, als   eiweissfällenden   Zusatz Uranylsalze, u. zw. in kleinsten Mengen bezogen auf das Gesamtvolumen der fertigen Lösung zu verwenden. Uranylazetat ist bisher schon von Schenk, Friedenthal und Poll und Kollmer verwendet worden, aber entweder in sehr hoher Konzentration, in der es starke Schrumpfung verursacht, oder bloss als Zusatz zu andern starken Fixierungsmitteln. Versuche haben gezeigt, dass kleinste Mengen, wie z. B.   0'06% zu   einer Neutralsalzlösung genügen, um eine optimale Fixierung zu erzielen. 



  Zur Verstärkung dieser Wirkung dienen kleinste Mengen von Sublimat,   wie z.   B. 0'05%. Eine weitere Verbesserung besteht darin, dass man als Schrumpfung und Quellung verhindernde Neutralsalze solche Zusätze verwendet, die ihrerseits selbst   eiweissfällende   Eigenschaften haben,   z. B. Bichromate   oder Magnesiumsalze Solche   Zusammensetzungen gewähren   vom morphologischen Standpunkte optimale   Erhaltung der Gewebsstruktur,   vom chemischen Standpunkt vollkommene Erhaltung der Färbbarkeit, auch der sauren Eiweisse und lassen sich ausserdem, da sie nur aus haltbaren, nicht hygroskopischen Metall- 
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Claims (1)

  1. verhindernden Neutralsalz, bzw. einer Mischung solcher Salze mit einem solchen Zusatz von Uranylsalzen und gegebenenfalls Sublimat, dass die Menge jedes dieser Zusätze 20% der Neutralsalzmenge nicht übersteigt.
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