Fahrerassistenzsystem und Verfahren zum Ausgeben einer erweiterten Warninformation im Fahrzeug
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Vorrichtung und ein Verfahren zum Ausgeben einer situationsbedingten, erweiterten Warninformation im Fahrzeug.
Es ist bekannt, bei einer Ermittlung einer kritischen Betriebssituation eines Fahrzeugs und/oder bei Ermittlung einer kritischen Fahrsituation im Fahrzeug eine Warninformation im Fahrzeug auszugeben. Beispielsweise kann durch einen Einparkassistenten mithilfe geeigneter Sensorvorrichtungen, wie z.B. Ultraschallsensoren, eine Annäherung des Fahrzeugs an ein Objekt ermittelt werden. In Reaktion auf die ermittelte Annäherung kann ein entsprechendes optisches und/oder akustisches Warnsignal im Fahrzeuginnenraum ausgegeben werden. Auch beim hochautomatisierten bzw. vollautomatisierten Fahren ist es bekannt, eine Warninformation im Fahrzeug auszugeben, wenn der Nutzer des Fahrzeug die Fahrzeugsteuerung situationsbedingt übernehmen muss (Take Over Request). Dazu ist beispielsweise bekannt, die Warninformation in einer Anzeigeeinrichtung des Fahrzeugs, z.B. im Kombiinstrument und/oder im Head-up-Display auszugeben. Einige dieser Warninformationen können allerdings durchaus kritisch sein, so dass eine sofortige Erfassung dieser durch den Fahrzeuginsassen erforderlich ist, so dass in diesem Fall eine erweiterte Warninformation im Fahrzeug erforderlich werden kann. Gleichzeitig kann es ein Fahrzeugführer und/oder weitere Fahrzeuginsassen als störend empfinden, wenn unbegründet zu viele Informationsausgaben im Fahrzeug erfolgen.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Lösung bereitzustellen, die situationsbedingt eine erweiterte Warninformation im Fahrzeug ausgibt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Die vorstehend genannte Aufgabe wird durch ein Fahrerassistenzsystem zum Ausgeben einer situationsbedingten, erweiterten Warninformation in einem Fahrzeug gelöst, umfassend: eine Erfassungseinheit die eingerichtet ist, eine Warninformationsausgabe in einer Informationsausgabeeinheit im Fahrzeug zu erfassen; eine Sensoreinheit die eingerichtet ist, einen Aufmerksamkeitsgrad eines Fahrers des Fahrzeugs zu ermitteln;
eine Steuereinheit, die eingerichtet ist, bei ermitteltem geringen Aufmerksamkeitsgrad des Fahrers des Fahrzeugs eine Ausgabeeinheit im Fahrzeug derart zu steuern, dass eine erweiterte Warninformationsausgabe im Fahrzeug durch die Ausgabeeinheit erfolgt.
Der Begriff Fahrzeug umfasst im Rahmen des Dokuments mobile Verkehrsmittel, die dem Transport von Personen (Personenverkehr), Gütern (Güterverkehr) oder Werkzeugen (Maschinen oder Hilfsmittel) dienen. Insbesondere umfasst der Begriff Fahrzeug Kraftfahrzeuge sowie Kraftfahrzeuge, die zumindest teilweise elektrisch angetrieben sein können (Elektroauto, Hybridfahrzeuge).
Das Fahrzeug kann von einem Fahrzeugführer gesteuert werden. Darüber hinaus oder alternativ dazu kann das Fahrzeug ein zumindest teilweise automatisiert fahrendes Fahrzeug sein. Unter dem Begriff „automatisiertes fahrendes Fahrzeug“ bzw. „automatisiertes Fahren“ kann im Rahmen des Dokuments ein Fahren mit automatisierter Längs- oder Querführung oder ein autonomes Fahren mit automatisierter Längs- und Querführung verstanden werden. Bei dem automatisierten Fahren kann es sich beispielsweise um ein zeitlich längeres Fahren auf der Autobahn oder um ein zeitlich begrenztes Fahren im Rahmen des Einparkens oder Rangierens handeln. Der Begriff „automatisiertes Fahren“ umfasst ein automatisiertes Fahren mit einem beliebigen Automatisierungsgrad. Beispielhafte Automatisierungsgrade sind ein assistiertes, teilautomatisiertes, hochautomatisiertes oder vollautomatisiertes Fahren. Diese Automatisierungsgrade wurden von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) definiert (siehe BASt-Publikation „Forschung kompakt“, Ausgabe 11/2012). Beim assistierten Fahren führt der Fahrer dauerhaft die Längs- oder Querführung aus, während das System die jeweils andere Funktion in gewissen Grenzen übernimmt. Beim teilautomatisierten Fahren übernimmt das System die Längs- und Querführung für einen gewissen Zeitraum und/oder in spezifischen Situationen, wobei der Fahrer das System wie beim assistierten Fahren dauerhaft überwachen muss. Beim hochautomatisierten Fahren übernimmt das System die Längs- und Querführung für einen gewissen Zeitraum, ohne dass der Fahrer das System dauerhaft überwachen muss; der Fahrer muss aber in einer gewissen Zeit in der Lage sein, die Fahrzeugführung zu übernehmen. Beim vollautomatisierten Fahren kann das System für einen spezifischen Anwendungsfall das Fahren in allen Situationen automatisch bewältigen; für diesen Anwendungsfall ist kein Fahrer mehr erforderlich. Die vorstehend genannten vier Automatisierungsgrade entsprechen den SAE-Level 1 bis 4 der Norm SAE J3016 (SAE - Society of Automotive Engineering). Ferner ist in der SAE J3016 noch der SAE-Level 5 als höchster Automatisierungsgrad vorgesehen, der in der Definition der BASt nicht enthalten ist. Der
SAE-Level 5 entspricht einem fahrerlosen Fahren, bei dem das System während der ganzen Fahrt alle Situationen wie ein menschlicher Fahrer automatisch bewältigen kann.
Das Fahrzeug umfasst eine Erfassungseinheit. Die Erfassungseinheit ist eingerichtet, eine Warninformationsausgabe mit Bezug auf eine Warninformation im Fahrzeug zu erfassen.
Die Warninformationsausgabe kann sich auf eine beliebige Warninformationsausgabe im Fahrzeug beziehen. Beispielsweise kann die Warninformationsausgabe ein oder mehrere der folgenden Warninformationsausgaben umfassen: ein Hands-on-Request, bei dem ein Fahrer des Fahrzeugs bei einem zumindest teilautonomen Fahrmodus aufgefordert wird, die Hände ans Lenkrad zu nehmen; ein Take-over- Request, bei dem ein Fahrer des Fahrzeugs bei einem zumindest teilautonomen Fahrmodus die Führung des Fahrzeugs wieder zu übernehmen; eine Anfahrtserinnerung, bei der dem Fahrer des Fahrzeugs - umfassend ein entsprechendes Fahrerassistenzsystem - darauf hingewiesen wird, dass die Ampel auf Grün geschaltet hat. Ein solches Fahrerassistenzsystem erfasst mithilfe von Außensensoren die Ampelschaltung und kann beim Umschalten der Ampel auf „Grün“ bzw. „Fahrerlaubnis“ eine entsprechende Anfahrtserinnerung ausgeben; eine Sicherheitsstatusanzeige, beispielsweise wenn aufgrund von Witterungsverhältnissen und/oder Systemausfällen ein Fahrerassistenzsystem des Fahrzeugs ausfällt; und/oder
- jede weitere beliebige Warninformationsausgabe im Fahrzeug.
Jeder dieser Warninformationsausgaben kann eine geeignete Ausgabecharakteristik zugeordnet sein, die eine physikalisch messbare Eigenschaft umfasst und aus dem Stand der Technik bekannt ist.
Das Fahrzeug umfasst eine Sensoreinheit, die eingerichtet ist, einen Aufmerksamkeitsgrad eines Fahrers des Fahrzeugs zu ermitteln.
Das Fahrzeug umfasst zudem eine Steuereinheit.
Erfasst die Erfassungseinheit eine Warninformationsausgabe im Fahrzeug und ermittelt die Sensoreinheit einen geringen Aufmerksamkeitsgrad des Fahrers des Fahrzeugs, ist die Steuereinheit eingerichtet, eine von der Informationsausgabeeinheit unterschiedliche Ausgabeeinheit im Fahrzeug derart zu steuern, dass eine erweiterte
Warninformationsausgabe im Fahrzeug erfolgt, die der Fahrer des Fahrzeugs trotz des ermittelten geringen Aufmerksamkeitsgrad erfassen kann.
Vorteilhafter Weise kann somit dem Fahrer des Fahrzeugs situationsbedingt, also in dem Fall, dass eine Warninformationsausgabe über die Informationsausgabeeinheit im Fahrzeug ausgegeben wird, er diese aber aufgrund des ermittelten geringen Aufmerksamkeitsgrades nicht erfassen kann, eine erweiterte Warninformationsausgabe im Fahrzeug ausgegeben werden, so dass dieser zu jedem Zeitpunkt die Warninformation erfassen kann.
Vorzugsweise umfasst das die Informationsausgabeeinheit:
- ein Kombiinstrument des Fahrzeugs; und/oder
- ein Infotainmentsystem des Fahrzeugs; und/oder
- ein Head-up-Display des Fahrzeugs.
Die Informationsausgabeeinheit des Fahrzeugs kann dabei ein Kombiinstrument des Fahrzeugs umfassen, über die die Warninformationsausgabe erfolgt, und/oder ein Infotainmentsystem des Fahrzeugs, über das die Warninformationsausgabe erfolgt; und/oder ein Head-up-Display des Fahrzeugs, über das die Warninformationsausgabe erfolgt. Die Informationsausgabeeinheit kann beliebige weitere Systeme im Fahrzeug umfassen, die eingerichtet sind, eine Warninformation im Fahrzeug auszugeben, beispielsweise eine akustische und/oder haptische Warninformationsausgabe.
Vorzugsweise umfasst die Sensoreinheit eine Innenraumkamera, wobei das Ermitteln des Aufmerksamkeitsgrad des Fahrers des Fahrzeugs durch die Kamera das Ermitteln einer Blickrichtung des Fahrers des Fahrzeugs umfasst; und wobei das Ermitteln des geringen Aufmerksamkeitsgrads des Fahrers des Fahrzeugs ein Ermitteln einer von der Informationsausgabeeinheit abgewandten Blickrichtung des Fahrers des Fahrzeugs umfasst.
Die Sensoreinheit kann eine oder mehrere Innenraumkameras umfassen, die eingerichtet sind, Bilddaten im inneren des Fahrzeugs zu erfassen. Die Innenraumkameras können beispielsweise ein oder mehrere Kameras zur automatischen Erkennung einer Blickrichtung des Fahrers des Fahrzeugs umfassen. Dabei kann/können die Kamera/s zur automatischen Erkennung der Blickrichtung des Fahrers des Fahrzeugs unter Verwendung entsprechender technischer Bildanalysesysteme durchzuführen. Dazu kann insbesondere auch die Position der Informationsausgabeeinheit, über welche die Warninformationsausgabe des Fahrzeugs
erfolgt, berücksichtigt werden. Somit kann die Sensoreinheit den geringen Aufmerksamkeitsgrad des Fahrers des Fahrzeugs durch ein Ermitteln einer von der Informationsausgabeeinheit abgewandten Blickrichtung des Fahrers ermitteln.
Vorteilhafter Weise kann somit sichergestellt werden, dass eine erweiterte Warninformationsausgabe im Fahrzeug situationsbedingt erfolgt, wenn der Fahrer des Fahrzeugs aufgrund einer von der Informationsausgabeeinheit abgewandten Blickrichtung die Warninformationsausgabe im Fahrzeug nicht erfassen kann. Dadurch wird die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht. Gleichzeitig wird vermieden, dass eine erweiterte Warninformationsausgabe im Fahrzeug erfolgt, wenn der Fahrer des Fahrzeugs aufgrund einer der Informationsausgabeeinheit zugewandten Blickrichtung des Fahrers des Fahrzeugs die Warninformationsausgabe erfasst. Dadurch werden störende redundante Warninformationsausgaben im Fahrzeug verhindert.
Vorzugsweise umfasst die Ausgabeeinheit eine Innenraumbeleuchtung des Fahrzeugs.
Die Innenraumbeleuchtung des Fahrzeugs kann eine beliebige, in dem Fahrzeug vorgesehene Möglichkeit zum Beleuchten des Fahrzeuginnenraums umfassen, insbesondere eine Innnenraumleuchte, eine Hintergrundbeleuchtung und/oder eine Ambientebeleuchtung. Dies ist besonders vorteilhaft, da die Ambientebeleuchtung im Fahrzeug häufig im gesamten Fahrzeuginnenraum angebracht ist. Somit kann die erweiterte Warninformationsausgabe in jeder beliebigen, durch die Sensoreinheit erfassten Blickrichtung des Fahrzeugs erfolgen. Dadurch wird sichergestellt, dass der Fahrer des Fahrzeugs die erweiterte Informationsausgabe im Fahrzeug erfassen kann.
Vorzugsweise ist die Steuereinheit eingerichtet, die Ausgabeeinheit derart zu steuern, dass die Innenraumbeleuchtung des Fahrzeugs in der durch die Kamera ermittelten Blickrichtung des Fahrers des Fahrzeugs eine erweiterte Warninformationsausgabe erfolgt, die einer der durch die Erfassungseinheit erfassten Warninformationsausgabe entsprechenden Ausgabecharakteristik entspricht.
Die Ausgabecharakteristik ist eine physikalisch messbare Eigenschaft. Die physikalisch messbare Eigenschaft kann umfassen: eine Farbe, ein Farbspektrum, eine Leuchtintensität und/oder eine Leuchtintensitätsänderung. Jeder erweiterten Warninformationsausgabe kann eine Ausgabecharakteristik zugeordnet werden, die der Ausgabecharakteristik der Warninformationsausgabe der Informationsausgabeeinheit entspricht bzw. zugeordnet ist.
So kann beispielsweise fest definiert und/oder von einem Nutzer des Fahrzeugs festgelegt sein, dass: bei der Warninformationsausgabe für ein Hands-on-Request die erweiterte
Warninformationsausgabe ein pulsierendes, oranges leuchten umfasst; beim der Warninformationsausgabe für ein Take-over-Request die erweiterte
Warninformationsausgabe ein rotes blinken umfasst; bei der Warninformationsausgabe für eine Anfahrtserinnerung die erweiterte
Warninformationsausgabe einen Farbwechsel von Rot über Gelb nach Grün umfasst; etc.
Es handelt sich bei den vorgenannten erweiterten Warninformationsausgaben lediglich um beispielhafte erweiterte Warninformationsausgaben, die beliebig modifiziert, angeordnet, und/oder erweitert werden können.
Vorteilhafter Weise kann somit der Fahrer des Fahrzeugs durch die Ausgabecharakteristik der erweiterten Warninformationsausgabe die Ausgabecharakteristik der Warninformationsausgabe erfassen, ohne den Blick auf diese wenden zu müssen. Somit wird die Sicherheit im Straßenverkehr weiter erhöht.
Gemäß einem zweiten Aspekt wird die zugrundeliegende Aufgabe durch ein Verfahren zum Ausgeben einer situationsbedingten, erweiterten Warninformation in einem Fahrzeug gelöst, umfassend:
Erfassen, über eine Erfassungseinheit, einer Warninformationsausgabe in einer Informationsausgabeeinheit des Fahrzeugs;
Ermitteln, über eine Sensoreinheit, eines Aufmerksamkeitsgrads eines Fahrers des Fahrzeugs; und bei ermitteltem geringen Aufmerksamkeitsgrad des Fahrers des Fahrzeugs:
Steuern, durch eine Steuereinheit, einer Ausgabeeinheit im Fahrzeug derart, dass eine erweiterte Warninformationsausgabe im Fahrzeug durch die Ausgabeeinheit erfolgt.
Vorzugsweise umfasst die Informationsausgabeeinheit:
- ein Kombiinstrument des Fahrzeugs; und/oder
- ein Infotainmentsystem des Fahrzeugs; und/oder
- ein Head-up-Display des Fahrzeugs.
Vorzugsweise umfasst die Sensoreinheit eine Innenraumkamera:
wobei das Ermitteln des Aufmerksamkeitsgrad des Fahrers des Fahrzeugs durch die Innenraumkamera das Ermitteln einer Blickrichtung des Fahrers des Fahrzeugs umfasst; und wobei das Ermitteln des geringen Aufmerksamkeitsgrads des Fahrers des Fahrzeugs ein Ermitteln einer von der Informationsausgabeeinheit abgewandten Blickrichtung des Fahrers des Fahrzeugs umfasst.
Vorzugsweise umfasst die Ausgabeeinheit eine Innenraumbeleuchtung des Fahrzeugs.
Vorzugsweise ist die Steuereinheit eingerichtet, die Ausgabeeinheit wobei das Ermitteln des Aufmerksamkeitsgrad des Fahrers des Fahrzeugs durch die Innenraumkamera das Ermitteln einer Blickrichtung des Fahrers des Fahrzeugs umfasst; und wobei das Ermitteln des geringen Aufmerksamkeitsgrads des Fahrers des Fahrzeugs ein Ermitteln einer von der Informationsausgabeeinheit abgewandten Blickrichtung des Fahrers des Fahrzeugs umfasst
Diese und andere Aufgaben, Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden aus dem Studium der folgenden detaillierten Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen und der beiliegenden Figuren verdeutlicht. Es ist ersichtlich, dass - obwohl Ausführungsformen separat beschrieben werden - einzelne Merkmale daraus zu zusätzlichen Ausführungsformen kombiniert werden können.
Fig. 1 zeigt schematisch ein Fahrerassistenzsystem zum Ausgeben einer situationsbedingten, erweiterten Warninformation in einem Fahrzeug;
Fig. 2 zeigt ein beispielhaftes Verfahren zum Ausgeben einer situationsbedingten, erweiterten Warninformation in einem Fahrzeug.
Figur 1 zeigt schematisch ein Fahrerassistenzsystem zum Ausgeben einer situationsbedingten, erweiterten Warninformation in einem Fahrzeug 100.
Das Fahrerassistenzsystem umfasst eine Erfassungseinheit 120 die eingerichtet ist, eine Warninformationsausgabe in einer Informationsausgabeeinheit im Fahrzeug 100 zu erfassen. Die Warninformationsausgabe kann sich auf eine beliebige Warninformationsausgabe im Fahrzeug 100 beziehen. Beispielsweise kann die Warninformationsausgabe ein oder mehrere der folgenden Warninformationsausgaben umfassen:
ein Hands-on-Request, bei dem ein Fahrer des Fahrzeugs 100 bei einem zumindest teilautonomen Fahrmodus aufgefordert wird, die Hände ans Lenkrad zu nehmen; ein Take-over- Request, bei dem ein Fahrer des Fahrzeugs 100 bei einem zumindest teilautonomen Fahrmodus die Führung des Fahrzeugs 100 wieder zu übernehmen; eine Anfahrtserinnerung, bei der dem Fahrer des Fahrzeugs 100 - umfassend ein entsprechendes Fahrerassistenzsystem - darauf hingewiesen wird, dass die Ampel auf Grün geschaltet hat. Ein solches Fahrerassistenzsystem erfasst mithilfe von Außensensoren die Ampelschaltung und kann beim Umschalten der Ampel auf „Grün“ bzw. „Fahrerlaubnis“ eine entsprechende Anfahrtserinnerung ausgeben; eine Sicherheitsstatusanzeige, beispielsweise wenn aufgrund von Witterungsverhältnissen und/oder Systemausfällen ein Fahrerassistenzsystem des Fahrzeugs 100 ausfällt; und/oder
- jede weitere beliebige Warninformationsausgabe im Fahrzeug 100.
Jeder dieser Warninformationsausgaben kann eine geeignete Ausgabecharakteristik zugeordnet sein, die eine physikalisch messbare Eigenschaft umfasst und aus dem Stand der Technik bekannt ist.
Die Informationsausgabeeinheit des Fahrzeugs 100 kann dabei ein Kombiinstrument des Fahrzeugs 100 umfassen, über die die Warninformationsausgabe erfolgt, und/oder ein Infotainmentsystem des Fahrzeugs 100, über das die Warninformationsausgabe erfolgt; und/oder ein Head-up-Display des Fahrzeugs 100, über das die Warninformationsausgabe erfolgt. Die Informationsausgabeeinheit kann darüber hinaus oder alternativ dazu beliebige weitere Systeme im Fahrzeug 100 umfassen, die eingerichtet sind, eine Warninformation im Fahrzeug 100 auszugeben, beispielsweise eine akustische und/oder haptische Warninformationsausgabe. Über die Informationsausgabeeinheit kann die Warninformationsausgabe umfassend die geeignete Ausgabecharakteristik auf aus dem Stand der Technik bekannte Weise ausgegeben werden.
Das System umfasst eine Sensoreinheit 110, die eingerichtet ist, einen Aufmerksamkeitsgrad eines Fahrers des Fahrzeugs 100 zu ermitteln.
Die Sensoreinheit 110 kann eine oder mehrere Innenraumkameras umfassen, die eingerichtet sind, Bilddaten im inneren des Fahrzeugs 100 zu erfassen. Die Innenraumkameras können beispielsweise ein oder mehrere Kameras zur automatischen Erkennung einer Blickrichtung des Fahrers des Fahrzeugs 100 umfassen. Dabei
kann/können die Kamera/s zur automatischen Erkennung der Blickrichtung des Fahrers des Fahrzeugs 100 unter Verwendung entsprechender technischer Bildanalysesysteme durchzuführen. Dazu kann insbesondere auch die Position der Informationsausgabeeinheit, über welche die Warninformationsausgabe des Fahrzeugs erfolgt, berücksichtigt werden. Somit kann die Sensoreinheit 110 einen geringen Aufmerksamkeitsgrad des Fahrers des Fahrzeugs durch ein Ermitteln einer von der Informationsausgabeeinheit abgewandten Blickrichtung des Fahrers ermitteln.
Das System umfasst zudem eine Steuereinheit 130.
Erfasst die Erfassungseinheit 120 eine Warninformationsausgabe im Fahrzeug 100 und ermittelt die Sensoreinheit 110 einen geringen Aufmerksamkeitsgrad des Fahrers des Fahrzeugs 100, ist die Steuereinheit 130 eingerichtet, eine von der Informationsausgabeeinheit unterschiedliche Ausgabeeinheit 140, 150, 160, 170 im Fahrzeug 100 derart zu steuern, dass eine erweiterte Warninformationsausgabe im Fahrzeug 100 erfolgt, die der Fahrer des Fahrzeugs 100 trotz des ermittelten geringen Aufmerksamkeitsgrad erfassen kann.
Die Ausgabeeinheit 140, 150, 160, 170 kann eine Innenraumbeleuchtung des Fahrzeugs100 umfassen. Die Innenraumbeleuchtung des Fahrzeugs 100 kann eine beliebige, in dem Fahrzeug 100 vorgesehene Möglichkeit zum Beleuchten des Fahrzeuginnenraums umfassen, insbesondere eine Innnenraumleuchte, eine Hintergrundbeleuchtung und/oder eine Ambientebeleuchtung. Dies ist besonders vorteilhaft, da die Ambientebeleuchtung im Fahrzeug 100 häufig im gesamten Fahrzeuginnenraum angebracht ist. Somit kann die erweiterte Warninformationsausgabe in jeder beliebigen, durch die Sensoreinheit erfassten Blickrichtung des Fahrzeugs 100 erfolgen. Dadurch wird sichergestellt, dass der Fahrer des Fahrzeugs 100 die erweiterte Informationsausgabe im Fahrzeug 100 erfassen kann.
Vorteilhafter Weise kann somit sichergestellt werden, dass eine erweiterte Warninformationsausgabe im Fahrzeug 100 über die Ausgabeeinheit 140, 150, 160, 170 erfolgt, wenn der Fahrer des Fahrzeugs 100 aufgrund einer von der Informationsausgabeeinheit abgewandten Blickrichtung die Warninformationsausgabe im Fahrzeug 100 nicht erfassen kann. Dadurch wird die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht. Gleichzeitig wird vermieden, dass eine erweiterte Warninformationsausgabe im Fahrzeug 100 durch die Ausgabeeinheit 140, 150, 160, 170 erfolgt, wenn der Fahrer des Fahrzeugs 100 aufgrund einer der Informationsausgabeeinheit zugewandten Blickrichtung des Fahrers
des Fahrzeugs 100 die Warninformationsausgabe erfasst. Dadurch werden störende redundante Warninformationsausgaben im Fahrzeug 100 verhindert.
Die Steuereinheit 130 kann eingerichtet, die Ausgabeeinheit 140, 150, 160, 170 derart zu steuern, dass die Ausgabeeinheit 140, 150, 160, 170 des Fahrzeugs 100 in der durch die Sensoreinheit 110 ermittelten Blickrichtung des Fahrers des Fahrzeugs 100 eine erweiterte Warninformationsausgabe erfolgt, die einer der durch die Erfassungseinheit 120 erfassten Warninformationsausgabe entsprechenden Ausgabecharakteristik entspricht.
Die Ausgabecharakteristik ist eine physikalisch messbare Eigenschaft. Die physikalisch messbare Eigenschaft kann umfassen: eine Farbe, ein Farbspektrum, eine Leuchtintensität und/oder eine Leuchtintensitätsänderung. Jeder erweiterten Warninformationsausgabe kann eine Ausgabecharakteristik zugeordnet werden, die der Ausgabecharakteristik der Warninformationsausgabe der Informationsausgabeeinheit entspricht bzw. zugeordnet ist.
So kann beispielsweise fest definiert und/oder von einem Nutzer des Fahrzeugs festgelegt sein, dass: bei der Warninformationsausgabe für ein Hands-on-Request die erweiterte
Warninformationsausgabe ein pulsierendes, oranges leuchten umfasst; beim der Warninformationsausgabe für ein Take-over-Request die erweiterte
Warninformationsausgabe ein rotes blinken umfasst; bei der Warninformationsausgabe für eine Anfahrtserinnerung die erweiterte
Warninformationsausgabe einen Farbwechsel von Rot über Gelb nach Grün umfasst; etc.
Es handelt sich bei den vorgenannten erweiterten Warninformationsausgaben lediglich um beispielhafte erweiterte Warninformationsausgaben, die beliebig modifiziert, angeordnet, und/oder erweitert werden können.
Vorteilhafter Weise kann somit der Fahrer des Fahrzeugs 100 durch die Ausgabecharakteristik der erweiterten Warninformationsausgabe die Ausgabecharakteristik der Warninformationsausgabe erfassen, ohne den Blick auf die Informationsausgabeeinheit wenden zu müssen. Somit wird die Sicherheit im Straßenverkehr weiter erhöht.
Figur 2 zeigt ein computerimplementiertes Verfahren 200 zum Ausgeben einer situationsbedingten, erweiterten Warninformation in einem Fahrzeug 100, das von einem Fahrerassistenzsystem wie mit Bezug auf Figur 1 beschrieben ausgeführt werden kann.
Das Verfahren 200 umfasst:
Erfassen 210, über eine Erfassungseinheit 120, einer Warninformationsausgabe in einer Informationsausgabeeinheit des Fahrzeugs 100;
Ermitteln 220, über eine Sensoreinheit 110, eines Aufmerksamkeitsgrads eines Fahrers des Fahrzeugs 100; und bei ermitteltem geringen Aufmerksamkeitsgrad des Fahrers des Fahrzeugs 100:
Steuern 230, durch eine Steuereinheit 130, einer Ausgabeeinheit 140, 150, 160, 170 im Fahrzeug 100 derart, dass eine erweiterte Warninformationsausgabe im Fahrzeug 100 durch die Ausgabeeinheit 140, 150, 160, 170 erfolgt.
Die Informationsausgabeeinheit kann umfassen:
- ein Kombiinstrument des Fahrzeugs 100; und/oder
- ein Infotainmentsystem des Fahrzeugs 100; und/oder
- ein Head-up-Display des Fahrzeugs 100.
Die Sensoreinheit 110 kann eine Innenraumkamera umfassen: wobei das Ermitteln 220 des Aufmerksamkeitsgrad des Fahrers des Fahrzeugs 100 durch die Innenraumkamera das Ermitteln einer Blickrichtung des Fahrers des Fahrzeugs 100 umfasst; und wobei das Ermitteln des geringen Aufmerksamkeitsgrads des Fahrers des Fahrzeugs 100 ein Ermitteln einer von der Informationsausgabeeinheit abgewandten Blickrichtung des Fahrers des Fahrzeugs 100 umfasst.
Die Steuereinheit 130 kann eingerichtet sein, die Ausgabeeinheit 140, 150, 160, 170 derart zu steuern, dass die Innenraumbeleuchtung des Fahrzeugs 100 in der durch die Innenraumkamera ermittelten Blickrichtung des Fahrers des Fahrzeugs 100 eine erweiterte Warninformationsausgabe erfolgt, die einer der durch die Erfassungseinheit 120 erfassten Warninformationsausgabe entsprechenden Ausgabecharakteristik entspricht.