Beschreibung
Schallwandler und Verfahren zum Betrieb des Schallwandlers
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schallwandler
(engl.: „Transducer"). Ein derartiges Bauelement ist
beispielsweise zur Erzeugung eines akustischen Signals aus einem elektrischen Signal und/oder umgekehrt ausgebildet. Es kann sich insbesondere um einen Ultraschall-Wandler handeln, bei dem das akustische Signal eine Frequenz oberhalb des menschlichen Hörbereichs aufweist. Derartige Schallwandler werden heutzutage für viele Mess-Aufgaben eingesetzt,
insbesondere zur Distanzmessung. Ein bekanntes Anwendungs beispiel ist die Einparkhilfe in PKWs, die heute größtenteils durch Laufzeitmessung mit Ultraschall-Wandlern in der
hinteren Stoßstange vorgenommen wird. Der typische
Frequenzbereich solcher Anwendungen in Luft reicht etwa von 30 kHz bis 100 kHz.
Ein Schallwandler ist ein resonantes Bauelement, das
üblicherweise bei seiner niedrigsten Resonanzfrequenz
betrieben wird. Bei der meist verwendeten Laufzeit- Distanzmessung gibt der Schallwandler, beispielsweise
elektrisch angesteuert von einem ASIC in einem Schaltkreis, einen kurzen akustischen Burst mit seiner Betriebsfrequenz ab. Das akustische Signal wird an einem Objekt zurück zum Schallwandler reflektiert, der nun das reflektierte
akustische Signal aufnimmt, daraus ein elektrisches
Empfangssignal erzeugt und dieses der Auswerteeinheit, beispielsweise dem ASIC, zur Auswertung der Laufzeit zuführt.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen
verbesserten Schallwandler und ein Verfahren zum Betrieb eines derartigen Schallwandlers anzugeben.
Gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung weist ein Schallwandler ein erstes piezoelektrisches Element auf. Das erste piezoelektrische Element ist dazu ausgebildet, ein elektrisches Signal in eine Verformung umzuwandeln oder umgekehrt. Das erste piezoelektrische Element weist erste Außenelektroden auf. Insbesondere können die ersten
Außenelektroden mit der Betriebsfrequenz des Schallwandlers angesteuert werden, wobei sich das erste piezoelektrische Element verformt. Das piezoelektrische Element kann mit einer Membran gekoppelt sein oder selbst als Membran ausgebildet sein. Durch die Verformung des ersten piezoelektrischen
Elements kann eine Membranschwingung hervorgerufen werden, wodurch ein akustisches Signal erzeugt wird. Das akustische Signal wird beispielsweise zurückreflektiert und führt zur Verformung des ersten piezoelektrischen Elements, wodurch ein elektrisches Empfangssignal erzeugt wird. Üblicherweise entspricht die Betriebsfrequenz, d.h., die Frequenz der an das erste piezoelektrische Element angelegten Spannung, der akustischen Resonanzfrequenz des Schallwandlers.
In einer Ausführungsform weist der Schallwandler eine Membran auf, mit der das erste piezoelektrische Element derart verbunden ist, dass es bei geeigneter elektrischer
Ansteuerung die Membran in Schwingung versetzt. Auf diese Weise wird ein akustisches Signal erzeugt. Die Membran ist insbesondere schwingfähig gelagert, beispielsweise im
Randbereich fest gelagert und in einem mittleren Bereich beweglich. Das erste piezoelektrische Element ist
beispielsweise an einer Unterseite der Membran befestigt. Das
erste piezoelektrische Element ist beispielsweise nur an der Membran angeordnet, insbesondere befestigt, aber nicht am Trägerkörper. Insbesondere weist das erste piezoelektrische Element eine geringere laterale Erstreckung als die Membran auf .
Der Vorteil einer Separierung von schwingfähiger Membran und piezoelektrischem Element ist es, dass die Membran in ihrem Material und ihrer Struktur variabel gefertigt werden kann und die Ansteuerung der Membran unabhängig von der Umgebung vorgenommen werden kann. Beispielsweise kann die Membran einteilig mit einem Trägerkörper ausgebildet sein. Das piezoelektrische Element kann dann nachträglich an der
Membran befestigt werden.
In einer weiteren Ausführungsform ist das erste
piezoelektrische Element selbst als Membran ausgebildet. Das piezoelektrische Element ist insbesondere schwingfähig gelagert, beispielsweise im Randbereich fest gelagert und in einem mittleren Bereich vertikal beweglich.
Es kann auch eine Kombination der beiden Ausführungsformen vorliegen, so dass das piezoelektrische Element schwingfähig gelagert ist und zusätzlich von einer Membran bedeckt ist.
Der Schallwandler weist zusätzlich zu den ersten
Außenelektroden wenigstens eine zweite Außenelektrode auf.
Die zweite Außenelektrode ist beispielsweise an einem zweiten piezoelektrischen Element des Schallwandlers angeordnet. Es ist auch möglich, die zweite Außenelektrode am ersten
piezoelektrischen Element anzuordnen. Die wenigstens eine zweite Außenelektrode dient zur gezielten Einstellung elektroakustischer Eigenschaften des Schallwandlers.
Beispielsweise dient die zweite Außenelektrode zur Einstellung der Resonanzfrequenz, Anti-Resonanzfrequenz und/oder Güte des Schallwandlers. Die zweite Außenelektrode ist separat von den ersten Außenelektroden ansteuerbar.
Beispielsweise ist ein zweites piezoelektrisches Element mit einer separaten zweiten Ansteuerung verbunden. Durch die zweite Ansteuerung kann an das zweite piezoelektrische
Element ein anderes elektrisches Signal oder eine andere Terminierung als an das erste piezoelektrische Element angelegt werden. Beispielsweise sind zwei zweite
Außenelektroden separat von den ersten Außenelektroden vorhanden. Es kann auch nur eine zusätzliche zweite
Außenelektrode vorhanden sein.
Das zweite piezoelektrische Element bildet beispielsweise mit dem ersten piezoelektrischen Element eine gestapelte
Anordnung. Beispielsweise ist das zweite piezoelektrische Element an der Seite des ersten piezoelektrischen Elements angeordnet, die ins Innere des Ultraschallwandlers zeigt. Im Fall einer separaten Membran ist beispielsweise die Membran an einer ersten Seite des ersten piezoelektrischen Elements angeordnet und das zweite piezoelektrische Element ist an einer gegenüberliegenden zweiten Seite des ersten
piezoelektrischen Elements angeordnet.
Das zweite piezoelektrische Element kann als separater Körper ausgebildet sein oder integral mit dem ersten
piezoelektrischen Element ausgebildet sein. Beispielsweise weist bei einer integralen Ausbildung das erste
piezoelektrische Element erste Außenelektroden zur Erzeugung eines akustischen Signals aus einem elektrischen Signal oder umgekehrt auf und weist zudem wenigstens eine zweite
Außenelektrode zur Einstellung der elektroakustischen
Eigenschaften auf. Durch eine unterschiedliche Positionierung der Außenelektroden können hier während der Polung des
Schallwandlers die den Außenelektroden zugeordneten Bereiche polarisiert werden. Die Bereiche dienen im Betrieb zur
Erzeugung des elektrischen oder akustischen Signals oder zur Einstellung der elektroakustischen Eigenschaften. Alle hier beschriebenen Eigenschaften für einen Schallwandler mit einem ersten und einem zweiten piezoelektrischen Element gelten auch für einen Schallwandler, bei dem das zweite
piezoelektrische Element und das erste piezoelektrische
Element integral ausgebildet sind.
Beispielsweise sind die ersten Außenelektroden zur
Ansteuerung mit einer Betriebsfrequenz ausgebildet, die der Frequenz eines erzeugten akustischen Signals entspricht. Die Ansteuerung der zweiten Außenelektrode wird je nach den gewünschten elektroakustischen Eigenschaften gewählt.
Die zweite Außenelektrode ist beispielsweise dazu
ausgebildet, eine piezoelektrische Verformung zu erzeugen und dadurch eine Zug- oder Druckkraft auf die Membran
auszuüben. Insbesondere kann sich das erste oder zweite piezoelektrische Element bei Anlegen einer Spannung radial dehnen oder kontrahieren. Beispielsweise ist das zweite piezoelektrische Element mit der schwingfähigen Membran derart gekoppelt, dass die Verformung auf die Membran
übertragen wird. Dadurch kann die Steifigkeit der Membran und damit die Resonanzfrequenz, Anti-Resonanzfrequenz und/oder Güte der Membran verändert werden.
In einer Ausführungsform ist das zweite piezoelektrische Element nur mit einem Teilbereich der Membran, beispielsweise
mit einem Randbereich der Membran, verbunden. Es kann sich hierbei um einen Auflagebereich der Membran handeln. Es ist auch möglich, die Verbindung über ein Kopplungselement herzustellen, das die Verformung des zweiten piezoelektri schen Elements auf die Membran überträgt. Das zweite
piezoelektrische Element kann auch direkt, beispielsweise durch Kleben, mit der Membran verbunden sein.
In einer weiteren Ausführungsform ist das zweite
piezoelektrische Element direkt an der Membran, beispiels weise an einer Unterseite der Membran, befestigt. Das zweite piezoelektrische Element kann beispielsweise vollflächig an der Membran befestigt sein. Im Fall, dass die Membran durch das erste piezoelektrische Element gebildet ist, ist somit das zweite piezoelektrische Element am ersten piezoelektri schen Element befestigt.
Das zweite piezoelektrische Element ist beispielsweise in Form eines Plättchens ausgebildet. Das zweite piezoelektri sche Element kann auch in einen Trägerkörper des Schall wandlers integriert sein oder diesen bilden. Beispielsweise ist das zweite piezoelektrische Element als Hohlzylinder ausgebildet. In einer weiteren Ausführungsform kann
alternativ oder zusätzlich das erste piezoelektrische Element in einem Trägerkörper integriert sein.
Die elektroakustischen Eigenschaften des Schallwandlers können durch die elektrische Ansteuerung des zweiten
piezoelektrischen Elements gezielt angepasst werden.
Beispielsweise wird eine elektrische Ansteuerungsart während der Herstellung des Schallwandlers festgelegt oder die
Ansteuerungsart wird im Betrieb dynamisch angepasst.
Zur Einstellung der elektroakustischen Eigenschaften wird das zweite piezoelektrische Element beispielsweise niederohmig terminiert, hochohmig terminiert, mit einer elektrischen Gleichspannung oder mit einer elektrischen Wechselspannung beaufschlagt. Beispielsweise wird das erste piezoelektrische Element mit einer elektrischen Wechselspannung beaufschlagt und das zweite piezoelektrische Element mit einer
elektrischen Wechselspannung verschobener Phasenlage
beaufschlagt .
Durch das zweite piezoelektrische Element können
beispielsweise Änderungen der Eigenschaften des Schall wandlers aufgrund von Umgebungsbedingungen wie z.B.
Betriebstemperatur oder aufgrund der Lebensdauer, wie z.B. Alterung von Klebestellen oder von Dämpfungsmaterial, ausgeglichen werden. Auf diese Weise können weitgehend konstante Mess-Ergebnisse erreicht werden. Zudem können auch Fertigungstoleranzen durch spezifische Ansteuerung des zweiten piezoelektrischen Elements ausgeglichen werden.
Beispielsweise wird durch die Ansteuerungsart die
Resonanzfrequenz zum Wert der ursprünglichen Resonanzfrequenz oder zu einer gewünschten Resonanzfrequenz hin verschoben.
Die zur gewünschten Verschiebung erforderliche Ansteuerung des zweiten piezoelektrischen Elements wird beispielsweise in einem Kalibrierverfahren bestimmt.
Darüber hinaus ermöglicht das zweite piezoelektrische
Element, den Schallwandler für bestimmte Betriebsarten zu optimieren. Beispielsweise kann der Schallwandler durch die Ansteuerung des zweiten piezoelektrischen Elements für den Betrieb auf große Distanzen optimiert sein. Dabei wird beispielsweise die Ansteuerung derart gewählt, dass der
Schallwandler eine hohe Güte, eine lange Zeitkonstante
und/oder eine hohe Schalldruckamplitude aufweist. Durch eine geänderte Ansteuerung des zweiten piezoelektrischen Elements kann der Schallwandler für den Betrieb auf geringe Distanzen optimiert sein. Dabei wird beispielsweise die Ansteuerung derart gewählt, dass der Schallwandler eine niedere Güte, eine kürzere Zeitkonstante und/oder eine niedere
Schalldruckamplitude aufweist. Auf diese Weise kann die erforderliche Totzeit zwischen Sende- und Empfangsmodus des Schallwandlers verkürzt werden. Die Ansteuerungsart kann beispielsweise dauerhaft festgelegt sein oder im Betrieb dynamisch geändert werden.
Darüber hinaus ist es möglich, die Eigenschaften des
Schallwandlers während dem Aussenden und Empfang des Signals durch Veränderung der Ansteuerung des zweiten
piezoelektrischen Elements zu verändern. Beispielsweise kann die Resonanzfrequenz und/oder Anti-Resonanzfrequenz abhängig vom Sende- und Empfangsmodus angepasst werden.
Darüber hinaus ist es möglich, durch die spezifische
Ansteuerung des zweiten piezoelektrischen Elements das akustische Signal mit einer Kennung zu versehen. Insbesondere können mehrere baugleiche Schallwandler im gleichen
Raumbereich eingesetzt werden und dabei die akustischen
Signale durch unterschiedliche Kennungen voneinander
unterschieden werden. Beispielsweise können die Resonanz frequenzen der Schallwandler durch die Ansteuerungsart differieren, so dass Schallwandler bei unterschiedlichen Betriebsfrequenzen betrieben werden können. Eine Kennung kann auch durch eine Frequenzmodulation der akustischen Signale erzeugt werden.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Betrieb eines Schallwandlers angegeben. Es handelt sich dabei insbesondere um den vorgehend
beschriebenen Schallwandler. Der Schallwandler kann auch Teil einer Anordnung mehrerer Schallwandler sein. Im Verfahren wird die zweite Außenelektrode derart angesteuert, dass die elektroakustischen Eigenschaften des Schallwandlers gezielt eingestellt werden. Insbesondere kann durch die Ansteuerung die Resonanzfrequenz, Anti-Resonanzfrequenz und/oder Güte des Schallwandlers eingestellt werden.
Damit wird es beispielsweise ermöglicht, umgebungs- oder alterungsbedingte Verschiebungen der Resonanzfrequenz des Schallwandlers auszugleichen.
Beispielsweise entspricht die nun vorliegende
Resonanzfrequenz einer fest eingestellten Betriebsfrequenz des Schallwandlers. Somit liegt bei einer zeitgleichen
Ansteuerung der ersten Außenelektroden die Betriebsfrequenz nun bei der Resonanzfrequenz des Schallwandlers.
In einer weiteren Ausführungsform wird die zweite
Außenelektrode derart angesteuert, dass die Anti- Resonanzfrequenz auf einen gewünschten Wert verschoben wird. Beispielsweise kann nach Aussenden eines akustischen Signals die Anti-Resonanzfrequenz zum Wert der beim Aussenden
vorliegenden Resonanzfrequenz hin verschoben werden. Auf diese Weise kann der Empfang eines zurückreflektierten
Signals optimiert werden.
Die oben beschriebenen Betriebsvarianten können auch
miteinander kombiniert werden.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung weist eine Anordnung mehrere der vorgehend beschriebenen
Schallwandler auf. Die Anordnung kann insbesondere als
Einparkhilfe für Kraftfahrzeuge ausgebildet sein. Die
Schallwandler können dabei jeweils die gleiche Bauform aufweisen. Die zweiten Außenelektroden der Schallwandler sind unterschiedlich voneinander ansteuerbar.
Auf diese Weise können die elektroakustischen Eigenschaften der Schallwandler je nach der gewählten Ansteuerung des zweiten piezoelektrischen Elements unterschiedlich sein.
Damit erhalten die akustischen Signale eine eigene Kennung und sind somit voneinander unterscheidbar. Beispielsweise unterscheiden sich die Schallwandler aufgrund der
unterschiedlichen Ansteuerung des zweiten piezoelektrischen Elements in ihrer Resonanzfrequenz. In diesem Fall können die Schallwandler mit unterschiedlichen Betriebsfrequenzen, entsprechend ihren Resonanzfrequenzen, betrieben werden, so dass auch die akustischen Signale unterschiedliche Frequenzen aufweisen. Dies ermöglicht es, mehrere baugleiche Schall wandler im selben Raumbereich effizient einsetzten zu können.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Betrieb der Anordnung aufweisend mehrere Schallwandler angegeben. Dabei wird wenigstens eines der zweiten piezoelektrischen Elemente anders angesteuert als ein anderes der zweiten piezoelektrischen Elemente. Somit weisen wenigstens zwei Schallwandler, insbesondere baugleiche
Schallwandler, andere elektroakustische Eigenschaften wie z.B. eine andere Resonanzfrequenz, Anti-Resonanzfrequenz und/oder Güte auf. Dies ermöglicht es beispielsweise, die Schallwandler bei unterschiedlichen Betriebsfrequenzen, entsprechend ihren jeweiligen Resonanzfrequenzen, zu
betreiben. Es können hier auch alle zweiten piezoelektrischen Elemente unterschiedlich angesteuert sein, so dass alle
Schallwandler eine individuelle Kennung aufweisen. Die
Ansteuerungsarten des zweiten piezoelektrischen Elements können beispielsweise wie vorgehend beschrieben gewählt sein.
Die Beschreibung der hier angegebenen Gegenstände ist nicht auf die einzelnen speziellen Ausführungsformen beschränkt. Vielmehr können die Merkmale der einzelnen Ausführungsformen - soweit technisch sinnvoll - miteinander kombiniert werden.
Im Folgenden werden die hier beschriebenen Gegenstände anhand von schematischen Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
Figur 1 eine Ausführungsform eines Schallwandlers in
ExplosionsdarStellung,
Figur 2 Schnittbild des Schallwandlers aus Figur 1,
Figur 3 eine weitere Ausführungsform eines Schallwandlers im Schnittbild,
Figur 4 eine weitere Ausführungsform eines Schallwandlers im Schnittbild,
Figur 5 einen Messaufbau aufweisend zwei piezoelektrische
Elemente für einen Schallwandler im Schnittbild,
Figur 6 ein Ablaufdiagramm einer Betriebsart des
Schallwandlers in schematischer Darstellung,
Figur 7 eine Anordnung mehrerer Schallwandler in schematischer Ansicht.
Vorzugsweise verweisen in den folgenden Figuren gleiche
Bezugszeichen auf funktionell oder strukturell entsprechende Teile der verschiedenen Ausführungsformen.
Figur 1 zeigt eine Ausführungsform eines Schallwandlers 1 in Explosionsdarstellung. Figur 2 zeigt diesen Schallwandler 1 im Längsschnitt.
Der Schallwandler 1 ist zur Erzeugung von Schallwellen aus einem elektrischen Eingangssignal ausgebildet. Insbesondere kann es sich um Schallwellen oberhalb des menschlichen
Hörbereichs, insbesondere im Ultraschallbereich handeln. Der Schallwandler 1 kann zur Distanzmessung, beispielsweise für eine Einparkhilfe in Kraftfahrzeugen eingesetzt werden. Dazu sendet der Schallwandler ein kurzes akustisches Signal aus, das an einem Objekt zurück reflektiert wird, nimmt das reflektierte Signal auf und wandelt dieses in ein
elektrisches Signal um. Daraus kann die Laufzeit des
akustischen Signals und damit die Distanz zum reflektierenden Gegenstand bestimmt werden.
Der Schallwandler 1 weist eine Membran 2 zur Erzeugung von Schallwellen aus ihrer Schwingung auf. Die Membran kann als Material beispielsweise Aludur aufweisen. Die Membran 2 ist schwingfähig gelagert. Die Schwingung der Membran 2 kann beispielsweise durch ein erstes piezoelektrisches Element 3 erzeugt werden, welches ein elektrisches Eingangssignal in eine mechanische Verformung umwandelt und dadurch eine
Bewegung der Membran 2 erzeugt.
Das erste piezoelektrische Element 3 weist beispielsweise eine Piezokeramik auf oder besteht aus einer Piezokeramik .
Das erste piezoelektrische Element 3 kann eine Scheibenform aufweisen. Das erste piezoelektrische Element 3 ist
beispielsweise starr an der Membran 2 befestigt, beispiels weise an eine innen liegende Seite der Membran 2 geklebt.
Das erste piezoelektrische Element 3 wird über eine
elektrische Ansteuerung 4, 5, insbesondere über elektrische Kontaktelemente beispielsweise in Form von Drähten,
angesteuert. Zur Weiterkontaktierung an von außen zugängliche Anschlüsse werden beispielsweise dünne Drähte verwendet, die eine geringe Eigenmasse besitzen und die mechanische
Vibration des piezoelektrischen Elements 3 nicht wesentlich beeinflussen oder weiterleiten.
Zur Aussendung eines akustischen Signals wird das erste piezoelektrische Element 3 durch eine elektrische Spannung, beispielsweise eine burstartigen Wechselspannung, zu einer Schwingung im Wesentlichen in radialer Richtung angeregt. Dadurch wird eine räumliche Verformung, insbesondere eine Wölbung der Membran 2 und dabei eine Vibration erzeugt. Diese Bewegung der Membran 2 erzeugt den emittierten Luftschall, beispielsweise im Ultraschall-Frequenzbereich.
Der Schallwandler 1 weist ein zweites piezoelektrisches Element 6 zur Variation der Eigenschaften des Schallwandlers auf. Das zweite piezoelektrische Element 6 weist
beispielsweise eine Piezokeramik auf oder besteht aus einer Piezokeramik. Es kann sich hierbei um dasselbe Material handeln wie beim ersten piezoelektrischen Element 3.
Das zweite piezoelektrisches Element 6 weist eine zweite Ansteuerung 7, 8, beispielsweise über zwei Kontaktelemente in Form von Drähten auf, über die im Betrieb eine elektrische Steuerspannung angelegt werden kann. Insbesondere kann durch das zweite piezoelektrische Element 6 die Resonanzfrequenz, die Anti-Resonanzfrequenz und/oder die Güte des
Schallwandlers 1 mittels der an das zweite piezoelektrische Element 6 angelegten elektrischen Steuerspannung und/oder Terminierung im Betrieb variiert werden.
Das zweite piezoelektrische Element 6 ist beispielsweise in Form eines Plättchens ausgeführt. Das zweite piezoelektrische Element kann eine zentrale Öffnung aufweisen, um eine
ungestörte Schwingung der Membran 2 zu gewährleisten.
Das zweite piezoelektrische Element 6 ist mit der Membran 2 gekoppelt, um dessen Eigenschaften zu ändern. Insbesondere kann das zweite piezoelektrisches Element 6 dazu ausgebildet sein, die mechanische Steifigkeit der Membran 2 zu ändern. Beispielsweise ist die Membran 2 an das zweite piezoelektri sche Element 6 starr gekoppelt, beispielsweise direkt an dem zweiten piezoelektrisches Element 6 befestigt. Hierzu kann die Membran 2 in seinem Randbereich am zweiten piezoelektri schen Element 6 durch Kleben befestigt sein. Optional kann die Membran 2 über ein Kopplungselement 9 mit dem zweiten piezoelektrischen Element 2 gekoppelt sein, beispielsweise über das hier abgebildete Kopplungselement 9 in Form eines Rings. Somit wird die Bewegung des zweiten piezoelektrischen Elements 6 über das Kopplungselement 9 an die Membran 2 übertragen. Beispielsweise ist die Membran 2 am
Kopplungselement 9 befestigt und das Kopplungselement 9 ist am zweiten piezoelektrischen Element 6 befestigt,
beispielsweise durch Kleben. Das Kopplungselement 9 bildet hier auch eine Auflagefläche für die Membran 2.
Es ist auch möglich, das Kopplungselement 9 derart
auszubilden, dass eine mechanische Übersetzung der Verformung des zweiten piezoelektrischen Elements auf die Membran 2 erfolgt, um beispielsweise größere Verformungen zu erreichen. Beispielsweise weist das Kopplungselement eine Hebelfunktion auf .
Durch Anlegen einer elektrischen Spannung an das zweite piezoelektrische Element 6 kann sich das zweite
piezoelektrische Element 6 in radialer Richtung ausdehnen oder zusammenziehen. Dadurch wird auf die Membran 2 eine Zugkraft ausgeübt, die je nach angelegter Spannung stärker oder schwächer sein kann. Die Höhe der Zugkraft beeinflusst die Resonanzfrequenz der Membran 2. Somit kann die
Resonanzfrequenz des Schallwandlers über die elektrische Ansteuerungsart des zweiten piezoelektrischen Elements 6 verändert werden.
Der Schallwandler 1 weist weiterhin einen Träger 10 auf, der beispielsweise einen Trägerkörper 11 mit rechteckigem oder rundem Querschnitt aufweist. Der Trägerkörper 11 ist
beispielsweise als Hohlzylinder ausgebildet. Der Träger 10 kann einen Boden 12, insbesondere ein Bodenplatte aufweisen, der mit dem Trägerkörper 11 verbunden ist. Der Boden 12 ist beispielsweise starr mit dem Trägerkörper 11 verbunden, beispielsweise durch Kleben.
Das zweite piezoelektrische Element 6 ist beispielsweise am Träger 10 befestigt. Die Befestigung ist beispielsweise eine weiche, elastische Verbindung, so dass die Verformung des
zweiten piezoelektrischen Elements 6 nicht auf den Träger 10 übertragen wird.
Der Schallwandler 1 kann einen akustischen Absorber 13 zur Ausbildung einer gewünschten Richtcharakteristik aufweisen. Der Absorber 13 füllt beispielsweise Hohlräume im
Schallwandler 1 aus. Beispielsweise ist der Absorber 13 als Schaum ausgebildet, der durch viele kleine Hohlräume
Reflexionen des Schalls erzeugt und damit die Ausbreitung des Schalls durch den Absorber 13 hindurch reduziert.
Der Schallwandler 1 kann zudem auch verschiedene Resonatoren aufweisen, so dass sich zusätzlich zur Eigenfrequenz der Membran weitere Resonanzfrequenzen ergeben. Beispielsweise kann ein Hohlraumresonator durch die Ausbildung eines
geeigneten Hohlraums unter der Membran, z.B. ein ungefüllter Hohlraum im Trägerkörper 11, vorhanden sein. Auf diese Weise kann der Schallwandler 1 eine zweite Resonanz aufweisen, die beispielsweise nahe an der genutzten Membranresonanz liegt. Zwischen den beiden Resonanzfrequenzen kann über eine gewisse Bandbreite ein flacher Verlauf der Impedanz erreicht werden. Dies kann für die Anwendung nützliche Eigenschaften
hervorbringen, beispielsweise eine hohe Schalldruckamplitude kombiniert mit einer kurzen Zeitkonstante .
Es ist auch möglich, den Schwingungsmodus durch spezifische Bauformen des Körpers 10 zu verändern. Beispielsweise kann bei entsprechender Materialverteilung über die Membran und zwei dicke Seitenflächen des Körpers 10 eine Schwingung ähnlich einer Stimmgabel erreicht werden.
Figur 3 zeigt eine weitere Ausführungsform eines
Schallwandlers 1 im Längsschnitt. Im Unterschied zur
Ausführungsform der Figur 1 übernimmt hier das erste
piezoelektrische Element 3 die Funktion der Membran 2.
Das erste piezoelektrische Element 3 liegt dabei im
Randbereich auf dem Trägerkörper 11 auf, so dass das erste piezoelektrische Element 3 eine Schwingung in horizontaler Richtung ausbilden und Schallwellen erzeugen kann. Das erste piezoelektrisches Element 3 ist entsprechend mit
Elektrodenflächen versehen und wird über eine erste
Ansteuerung 4, 5 angesteuert.
Es kann zusätzlich eine Beschichtung oder Membran am ersten piezoelektrischen Element 3 aufgebracht sein, insbesondere an einer Außenseite des Schallwandlers 1. Dies kann zum Schutz des piezoelektrischen Elements 3 vor äußeren Einflüssen und/oder zum Schutz der Umwelt vor dem Elektrodenmaterial des piezoelektrischen Elements 3 dienen. In diesem Fall sollte die Beschichtung oder Membran so ausgebildet sein, dass sie die Schwingung des ersten piezoelektrischen Elements 3 möglichst wenig behindert.
Das zweite piezoelektrische Element 6 ist mit dem ersten piezoelektrischen Element 3 verbunden, so dass durch
elektrische Ansteuerung des zweiten piezoelektrischen
Elements 6 eine Verformung des ersten piezoelektrischen
Elements 3 erzeugt werden kann. Auf diese Weise kann die Resonanzfrequenz des ersten piezoelektrischen Elements 3 gezielt verändert werden. Beispielsweise ist das zweite piezoelektrische Element 6 am ersten piezoelektrischen
Element 3 durch Kleben befestigt. Es ist auch möglich, das zweite piezoelektrische Element 6 durch Bonden oder andere Verbindungstechniken am ersten piezoelektrischen Element 3 zu befestigen. Das zweite piezoelektrische Element 6 kann auch
durch gemeinsame Sinterung mit dem zweiten piezoelektrischen Element 3 verbunden sein. Es kann sich hier auch um einen integralen Körper handeln.
In der vorliegenden Ausführungsform erstreckt sich das zweite piezoelektrische Element 6 nur über einen lateral zentralen Bereich des ersten piezoelektrischen Elements 3 und liegt nicht auf dem Trägerkörper 11 auf. In einer alternativen Ausführungsform kann sich das zweite piezoelektrische Element 6 lateral über das gesamte erste piezoelektrische Element 3 erstrecken und auf dem Trägerkörper 11 aufliegen. In diesem Fall führen das erste piezoelektrische Element 3 und das zweite piezoelektrische Element 6 eine gemeinsame Schwingung aus. Es kann auch das zweite piezoelektrische Element 6 auf dem ersten piezoelektrischen Element 3 aufliegen. Es kann auch eine separate Membran auf dem Trägerkörper 11 aufliegen und beide piezoelektrischen Elemente 3, 6 können an der
Membran befestigt sein und nicht aufliegen.
Es sind verschiedene Ansteuerungsarten möglich. Je nach der gewählten Ansteuerungsart kann eine Eigenschaft des
Schallwandlers gezielt gesteuert werden.
Gemäß einer ersten Variante wird das zweite piezoelektrische Element 6 über die zweite Ansteuerung 7, 8 mit einer
elektrischen Gleichspannung beaufschlagt, so dass eine
Dehnung oder Kontraktion des zweiten piezoelektrischen
Elements 6 entsteht. Dadurch wird auf das erste
piezoelektrische Element 3 eine entsprechende mechanische Spannung ausgeübt, wodurch die Eigenresonanzfrequenz und/oder Güte dieser Anordnung verändert wird. Beispielsweise hat sich durch Messungen der elektrischen Impedanz gezeigt, dass bei
Anlegen einer Spannung, die elektrische Resonanzfrequenz leicht verschiebbar ist und die Güte reduziert werden kann.
Gemäß einer zweiten Variante wird das zweite piezoelektrische Element 6 elektrisch hochohmig terminiert, während das erste piezoelektrisches Element 3 mit einer Wechselspannung
angesteuert wird. In diesem Fall wird die Schwingung nicht durch die Ansteuerung des zweiten piezoelektrischen Elements 6 verändert. Die im zweiten piezoelektrischen Element 6 erzeugte Spannung kann hier für Mess- und Regelzwecke
verwendet werden.
Gemäß einer dritten Variante wird das zweite piezoelektrische Element 6 elektrisch niederohmig terminiert. In diesem Fall ändern sich die elastischen Eigenschaften des zweiten
piezoelektrischen Elements 6 und damit auch die elastischen Eigenschaften des ersten piezoelektrischen Elements 3.
Insbesondere kann durch die niederohmige Terminierung im Vergleich zur hochohmigen Terminierung eine deutliche
Verschiebung der Resonanzfrequenz erreicht werden.
Gemäß einer vierten Variante wird das zweite piezoelektrische Element 6 im Betrieb des Schallwandlers 1 mit einer
Wechselspannung mit verschobener Phasenlage im Vergleich zur am ersten piezoelektrisches Element 3 angelegten Wechsel spannung beaufschlagt. Die Phasenlage ist beispielsweise um 180° verschoben. Beispielsweise ist die Frequenz der
angelegten Wechselspannungen gleich. Bei einer derartigen Ansteuerung wird eines der piezoelektrischen Elemente 3, 6 kontrahiert, während sich das andere der piezoelektrischen Elemente 3, 6 ausdehnt. Beispielsweise sind die
piezoelektrischen Elemente 3, 6 elektrisch in Reihe
geschaltet .
Verglichen mit der zweiten Variante (hochohmige Terminierung) führt eine derartige Ansteuerung zu einer größeren Amplitude bzw. es genügt eine geringere Ansteuerspannungsamplitude aus, um eine bestimmte Auslenkung der Membran 2 zu erzeugen. Es hat sich gezeigt, dass auch die elektrische Lastkapazität der beiden piezoelektrischen Elemente 3, 6 verglichen mit der
Kapazität eines einzelnen piezoelektrischen Elements
vermindert, z.B. halbiert, wird. Darüber hinaus kann hier eine Verschiebung der Resonanzfrequenz zu kleineren Werten erreicht werden.
Gemäß einer fünften Variante wird das zweite piezoelektrische Element 6 im Betrieb des Schallwandlers 1 mit einer Wechsel spannung gleicher Phasenlage wie das erste piezoelektrische Element 3 betrieben. Beispielsweise ist auch die Frequenz gleich, so dass die Verschaltung einer elektrischen
Parallelschaltung entspricht. Auf diese Weise kann die
Resonanzstelle vermindert oder zum Verschwinden gebracht werden .
Figur 4 zeigt eine weitere Ausführungsform eines
Schallwandlers 1 im Längsschnitt.
Die Membran 2 ist hier einteilig mit einem Träger 10
ausgebildet. Der Trägerkörper 11 des Trägers 10 ist als
Hohlkörper, insbesondere zylindrischer Hohlkörper
ausgebildet. Die Membran 2 bildet einen Deckel für den
Trägerkörper 11. Der Trägerkörper 11 und die Membran 2 weisen beispielsweise als Material Aludur auf oder bestehen aus Aludur. Beispielsweise ist der Trägerkörper 11 gemeinsam mit der Membran 2 durch Fließpressen oder Fräßen hergestellt.
Der Träger 10 kann einen Boden 12 aufweisen. Im Träger 10 kann ein akustischer Absorber 13 vorhanden sein.
Die Membran 2 ist beispielsweise dünner ausgebildet als der Trägerkörper 11, so dass die Schwingfähigkeit der Membran 2 gewährleistet ist.
An einer Unterseite der Membran 2 ist ein erstes
piezoelektrisches Element 3 und darunterliegend ein zweites piezoelektrisches Element 6 befestigt. Das erste
piezoelektrische Element 3 dient dabei insbesondere zur
Anregung oder Aufnahme einer Schwingung der Membran 2. Das zweite piezoelektrische Element 6 dient zur Einstellung elektroakustischer Eigenschaften des Schallwandlers. Das erste piezoelektrische Element 3 wird über eine erste
Ansteuerung 4, 5 und das zweite piezoelektrische Element 6 über eine zweite Ansteuerung 7, 8 angesteuert, insbesondere mit einer Spannung beaufschlagt.
In Figur 5 wird ein Messaufbau zur Messung der elektrischen Eigenschaften einer Anordnung gezeigt, bei der an einem ersten piezoelektrischen Element 3 ein zweites
piezoelektrisches Element 6 durch einen Klebstoff 18
befestigt ist. Beide piezoelektrischen Elemente 3, 6 weisen als Material PZT auf. Der Durchmesser der Anordnung der beiden piezoelektrische Elemente 3, 6 beträgt 7,2 mm und die Dicke beträgt 0,4 mm. Die piezoelektrischen Elemente 3, 6 weisen vorliegend dieselbe laterale Erstreckung auf.
Die im Messaufbau vorliegende Anordnung kann mit der
gezeigten Struktur und den Abmessungen in einem Schallwandler in einem Kraftfahrzeug eingesetzt werden. Beispielsweise kann
ein entsprechender Aufbau in einem Schallwandler der Figur 3 oder Figur 4 vorliegen.
Der Aufbau eignet sich beispielsweise für eine
Ausführungsform, bei der eine zusätzliche Membran zur
Erzeugung und/oder Aufnahme eines akustischen Signals
vorhanden ist. In diesem Fall ist der Durchmesser der
Anordnung beispielsweise kleiner als die Membran, so dass nur die Membran in ihrem Randbereich auf einem Trägerkörper gelagert ist und die Anordnung nur an der Membran befestigt ist .
Weiterhin kann der Aufbau auch bei einer Ausführungsform eingesetzt werden, bei der wenigstens eines der
piezoelektrischen Elemente eine Membran zur Erzeugung
und/oder Aufnahme eines akustischen Signals bildet. In diesem Fall weist beispielsweise das zweite piezoelektrische Element 6 einen geringeren Durchmesser auf als das erste
piezoelektrische Element 3, so dass das erste
piezoelektrische Element 3 im Randbereich auf einem
Trägerkörper schwingfähig gelagert ist und das zweite
piezoelektrische Element 6 nur am ersten piezoelektrischen Element 3 befestigt ist, aber nicht auf dem Trägerkörper gelagert ist. Es können auch beide piezoelektrischen Elemente 3, 6 schwingfähig auf einem Trägerkörper gelagert sein.
Beispielsweise weisen beide piezoelektrischen Elemente 3, 6 in diesem Fall denselben Durchmesser auf.
Das erste piezoelektrisches Element 3 weist zwei
Außenelektroden 14, 15 auf, die über die erste Ansteuerung 4, 5 mit einer Spannung beaufschlagt werden. Zudem erfolgt über die erste Ansteuerung 4, 5 eine Messung der elektrischen Impedanz und damit der elektrischen Resonanz und Anti-
Resonanz. Das zweite piezoelektrische Element 6 weist
ebenfalls zwei Außenelektroden 16, 17 auf, die über die zweite Ansteuerung 7, 8 elektrisch kontaktiert werden. Die in der Mitte liegenden Außenelektroden 15, 16 können auch über ein gemeinsames Kontaktelement kontaktiert, beispielsweise geerdet sein.
Es hat sich bei den elektrischen Messungen gezeigt, dass bei einer Änderung der Terminierung des zweiten piezoelektrischen Elements 6 von hochohmig nach niederohmig, entsprechend der Stellung des Schalters 19 von „auf" nach „zu", die
Resonanzfrequenz bei 50 kHz um einige kHz erniedrigt werden kann, wobei die elektrische Güte auf demselben Wert bleibt.
Figur 6 zeigt ein Ablaufdiagramm möglicher Betriebsarten des Schallwandlers der vorgehend beschriebenen Figuren. Es kann sich hier um eine Ansteuerung während eines Sende- und/oder Empfangsbetriebs oder auch um einen Betrieb zur Kalibrierung des Schallwandlers handeln.
In einem ersten Schritt A weist der Schallwandler eine
Resonanzfrequenz fp auf. Beispielsweise ist der Schallwandler zum Betrieb bei einer Betriebsfrequenz fß ausgelegt. Die Betriebsfrequenz fß kann der Resonanzfrequenz fp entsprechen oder davon verschieden sein kann. Das zweite piezoelektrische Element ist bei der vorliegenden Resonanzfrequenz fp
beispielsweise hochohmig terminiert. Das zweite
piezoelektrische Element 6 kann auch anderweitig angesteuert sein. Im Sendemodus kann das erste piezoelektrische Element 3 in Schritt B mit einer Betriebsfrequenz fß betrieben werden. Bei einer Kalibrierung wird beispielsweise die
Resonanzfrequenz fß gemessen und eine Abweichung von einer gewünschten Resonanzfrequenz ermittelt.
In einem darauffolgenden Schritt B wird die Ansteuerung S des zweiten piezoelektrischen Elements 6 verändert,
beispielsweise niederohmig terminiert oder anderweitig angesteuert. Durch die Ansteuerung des zweiten
piezoelektrisches Elements wird die Resonanzfrequenz iß des Schallwandlers zu einem Wert fp verschoben. Beispielsweise wird die Resonanzfrequenz zur Betriebsfrequenz fß hin
verschoben. Zusätzlich oder stattdessen kann auch die Anti- Resonanzfrequenz f^R zu einem Wert
' verschoben werden. Beispielsweise wird die Anti-Resonanzfrequenz zur
Betriebsfrequenz fß hin verschoben. Der Schallwandler 1 wird in Schritt B im Sendemodus beispielsweise mit einer
Betriebsfrequenz fß betrieben oder ist im Empfangsmodus bereit für den Empfang eines akustischen Signals.
Im Folgenden werden verschiedene Szenarien im Detail
beschrieben .
Beispielsweise kann sich die Resonanzfrequenz und/oder Güte eines Schallwandlers, beispielsweise aufgrund von
Umgebungsbedingungen wie heiße oder kalte Temperatur, ändern. In diesem Fall passt die Resonanzfrequenz und/oder Güte nicht mehr zur voreingestellten Betriebsfrequenz fß (Schritt A) . Durch eine geeignete Ansteuerung des zweiten
piezoelektrischen Elements kann die Resonanzfrequenz und/oder Güte wieder auf den ursprünglichen Wert gebracht werden
(Schritt B) . Somit kann eine Änderung der Resonanzfrequenz und/oder Güte ausgeglichen werden. Auf diese Weise kann die Empfindlichkeit des Schallwandlers beim Empfang eines Echos und der messbare Distanzbereich auf einem gewünschten Wert gehalten werden. Somit kann die System-Performanz zuverlässig
auf einem optimalen Wert gehalten und entsprechend spezifi ziert werden.
Zusätzlich oder alternativ dazu ist es bei einem derartigen Aufbau möglich, die Effizienz des Schallwandlers 1 sowohl beim Aussenden von Schall und beim Empfang von Schall zu optimieren. Die günstigsten Betriebspunkte liegen hier bei der Resonanzfrequenz bzw. bei der Anti-Resonanzfrequenz und somit bei leicht unterschiedlichen Frequenzen, beispielsweise können sich die Frequenzen im Betriebsbereich bei 60 kHz um 1,5 kHz unterscheiden. Nach Aussenden eines Signals (Schritt A) kann durch geeignete Ansteuerung S des zweiten
piezoelektrisches Elements 6 die Anti-Resonanzfrequenz zur Resonanzfrequenz hin verschoben werden (Schritt B) , so dass die Effizienz sowohl beim Aussenden und auch beim Empfangen des Signals optimiert ist. Alternativ kann auch die
Resonanzfrequenz zur Anti-Resonanzfrequenz verschoben werden.
Zusätzlich oder alternativ dazu ermöglicht eine Verschiebung der Resonanzfrequenz und/oder der Anti-Resonanzfrequenz des Schallwandlers 1 auch eine Verkürzung der Zeit, in der zwischen dem Aussenden eines Signals und dem Empfang des Echos dar Schallwandler 1 nicht empfangsbereit ist. Die
Wartezeit zwischen Aussenden und Empfang des Echos beruht zumeist darauf, dass der Schallwandler 1 eine hohe Güte im Betriebsfrequenzbereich hat, so dass nach Einschalten des elektrischen Sendesignals einige Schwingungszyklen vergehen bis die volle akustische Amplitude erreicht ist. Wird das elektrische Sendesignal abgeschaltet, dauert es wiederum einige Zeit bis die Vibration der Membran abklingt und der Schallwandler 1 für den Empfang des Echos bereit ist. Eine hohe Güte ist jedoch für die elektrisch-akustische Wandlung vorteilhaft und gewünscht.
Bei dem beschriebenen Schallwandler 1 kann die Zeit zwischen Aussenden und Empfangsbereitschaft dadurch reduziert werden, dass nach Aussenden eines Signal-Bursts (Schritt A) das zweite piezoelektrische Element 6 derart angesteuert wird, dass die Resonanzfrequenz verschoben wird. Damit wird die Frequenz der abklingenden Schwingung des gesendeten Signals verschoben, so dass diese Frequenz von der Frequenz des ankommenden Echos verschieden ist. Beispielsweise werden die Resonanzfrequenz und Anti-Resonanzfrequenz zu einer tieferen Frequenz hin verschoben, um gemäß der vorgehend beschriebenen Ansteuerungsart zu erreichen, dass die Anti-Resonanzfrequenz bei der Resonanzfrequenz liegt. Durch die zusätzliche
Verwendung von Filtern kann beispielsweise selektiv die
Sendefrequenz durchgelassen werden, so dass durch das abklingende Signal die Messung nicht gestört wird und die Wartezeit zum Empfang verkürzt wird. Dies ermöglicht auch eine Verringerung einer minimal messbaren Distanz. Zudem wird es ermöglicht, die Zeit zur Empfangsbereitschaft zu verkürzen ohne die Güte des Schallwandlers zu verringern.
Zusätzlich oder alternativ dazu ist es bei einem derartigen Aufbau möglich, fertigungsbedingte Streuungen der Resonanz frequenz durch geeignete Ansteuerung des zweiten
piezoelektrischen Elements 6 auszugleichen. In diesem Fall wird der Schallwandler 1 beispielsweise in Schritt A
hergestellt und es wird eine Ansteuerungsart des zweiten piezoelektrischen Elements 6 bestimmt, die die
Resonanzfrequenz zu einem gewünschten Sollwert hin
verschiebt. Im Betrieb (Schritt B) wird dann der
Schallwandler 1 mit der gewählten Ansteuerungsart des zweiten piezoelektrischen Elements 6 betrieben. Somit entfällt ein
teures Aussortieren von Schallwandlern, die fertigungsbedingt nicht die gewünschte Resonanzfrequenz aufweisen.
Somit kann durch die Art der Terminierung, beispielsweise hochohmig oder niederohmig die Resonanzfrequenz, Anti- Resonanzfrequenz und/oder Güte des Schallwandlers gesteuert oder auch schnell umgeschaltet werden.
Dies ermöglicht beispielsweise bei einer Anordnung mehrerer räumlich benachbarter Schallwandler der gleichen Bauweise das ausgegebene Signal mit einer Kennung zu versehen, so dass die Signale unterscheidbar sind. Beispielsweise kann bei einer Anordnung mehrerer räumlich benachbarter Schallwandler einer der Schallwandler gemäß der zweiten Variante (hochohmige Terminierung) und einer der Schallwandler gemäß der dritten Variante (niederohmige Terminierung) angesteuert werden. Es können auch die Ansteuerungen zwischen allen Varianten variiert werden oder bei mehreren Schallwandlern verschiedene Ansteuerungsarten für die verschiedenen Schallwandler genutzt werden .
Figur 7 zeigt eine Anordnung 100 aufweisend mehrere
Schallwandler 101-104 in schematischer Ansicht.
Die Anordnung 100 kann auch mehr oder weniger als die vier gezeigten Schallwandler 101-104 aufweisen. Die Schallwandler 101-104 werden im gleichen Raumbereich betrieben.
Beispielsweise handelt es sich um eine Einparkhilfe in einem PKW. Die Schallwandler 101-104 sind beispielsweise an
verschiedenen Positionen einer hinteren Stoßstange
angeordnet. Die Schallwandler 101-104 können beispielsweise jeweils den in den Figuren 1 bis 4 beschriebenen Aufbau aufweisen. Insbesondere weist jeder der Schallwandler 101-104
ein erstes piezoelektrisches Element 113-143 und ein zweites piezoelektrisches Element 116-146 auf. Insbesondere können die Schallwandler 101-104 gleich aufgebaut sein.
Die Schallwandler 101-104 können aufgrund der Ansteuerung des zweiten piezoelektrischen Elements 116-146 bei der gleichen Frequenz gleichzeitig betrieben werden, ohne dass eine gegenseitige Störung auftritt. Insbesondere kann das
jeweilige erste piezoelektrisches Element 113-143 bei allen Schallwandlern 101- 104 mit der gleichen Frequenz angesteuert werden. Das jeweilige zweite piezoelektrische Element 116-146 wird unterschiedlich angesteuert, beispielsweise nach den verschiedenen vorgehend beschriebenen Ansteuerungsvarianten.
Auf diese Weise erhält die von einem Schallwandler
ausgesendete Schallwelle eine Kennung je nach Betriebsweise des jeweiligen zweiten piezoelektrischen Elements 116-146. Insbesondere wird die Betriebsfrequenz des jeweiligen ersten piezoelektrischen Elements 113-143, die beispielsweise bei der Resonanzfrequenz des Schallwandlers liegt, verändert.
Dies ermöglicht es, die gleich aufgebauten Schallwandler 101- 104 bei unterschiedlichen Betriebsfrequenzen, die
beispielsweise der jeweiligen Resonanzfrequenz entsprechen, zu betreiben und so die Signale unterscheidbar zu halten. Es ist somit nicht nötig, unterschiedliche Bautypen von
Schallwandlern 101-104 in der Anordnung 100 zu verwenden.
Alternativ können die Schallwandler 101-104 bei der gleichen Betriebsfrequenz betrieben werden, wobei die ausgesendeten und empfangenen Signale dann aufgrund ihrer Güte, Amplitude oder anderer Eigenschaften unterscheidbar sind. Die
Steuerbarkeit der Eigenschaften des Schallwandlers erlaubt es, das erste piezoelektrisch Element nicht nur mit
konstanten Betriebsfrequenzen während eines Signal-Bursts anzusteuern, sondern auch die Betriebsfrequenz während eines Signal-Bursts zu verändern. Beispielsweise kann bei einem Schallwandler die Frequenz von hoch auf niedrig, von niedrig auf hoch oder von hoch auf niedrig und wieder hoch geändert werden. Entsprechend kann das zweite piezoelektrische Element veränderlich angesteuert sein. Beim Empfang erlaubt die
Signalverarbeitung dann die getrennte Auswertung der
einzelnen Signale.
Beispielsweise ermöglicht ein derartiger Aufbau, eine
Wiederholrate, d.h., die Rate von ausgesandten Signal-Bursts eines einzelnen Schallwandlers, mit zunehmender Anzahl an Schallwandlern konstant hoch zu halten, zumindest bis die Anzahl unterschiedlicher Kennungen der Ansteuerung des zweiten piezoelektrischen Elements ausgeschöpft ist.
Üblicherweise müssen derartige Anordnungen aus Schallwandlern gleichen Bautyps im Zeitmultiplex betrieben werden, wobei nur der erste Schallwandler ein Signal aussendet, die Echo- Laufzeit für die maximale Messdistanz abgewartet wird und dann der zweite Schallwandler ein Signal aussendet usw. In diesem Fall wird die mögliche Abtastrate mit der Anzahl an Schallwandlern geringer.
Bezugszeichenliste
1 Schallwandler
2 Membran
3 erstes piezoelektrisches Element
4, 5 erste Ansteuerung
6 zweites piezoelektrisches Element
7, 8 zweite Ansteuerung
9 Kopplungselement
10 Träger
11 Trägerkörper
12 Boden
13 Absorber
14 erste Außenelektrode
15 erste Außenelektrode
16 zweite Außenelektrode
17 zweite Außenelektrode
18 Klebstoff
19 Schalter
20 Seitenfläche
100 Anordnung
110, 120, 130, 140 Schallwandler
113, 123, 133, 134 erstes piezoelektrisches Element
116, 126, 136, 146 zweites piezoelektrisches Element fp Resonanzfrequenz
fp' geänderte Resonanzfrequenz
fAR Anti-Resonanzfrequenz
fAp geänderte Anti-Resonanzfrequenz
fß Betriebsfrequenz
S Ansteuerungsart des zweiten piezoelektrisches Elements