Beschreibung
Verfahren zur Herstellung optoelektronischer Bauelemente und oberflächenmontierbares optoelektronisches Bauelement
Es wird ein Verfahren zur Herstellung optoelektronischer Bauelemente angegeben. Darüber hinaus wird ein
oberflächenmontierbares optoelektronisches Bauelement
angegeben .
Diese Patentanmeldung beansprucht die Priorität der deutschen Patentanmeldung 10 2015 107 588.1, deren Offenbarungsgehalt hiermit durch Rückbezug aufgenommen wird. Ein Verfahren zur Aufbringung einer Konverterschicht auf einem Halbleiterchip ist zum Beispiel aus der Druckschrift WO 2014/001149 AI bekannt.
Eine zu lösende Aufgabe besteht darin, ein Verfahren zur Herstellung optoelektronischer Bauelemente anzugeben, mit dem eine Konverterschicht homogen auf Halbleiterchips aufgebracht wird und mit dem gleichzeitig Seitenflächen der
Halbleiterchips verspiegelt werden. Eine weitere zu lösende Aufgabe besteht darin, ein optoelektronisches Bauelement mit verspiegelten Seitenflächen und einer homogenen
Konverterschicht anzugeben.
Diese Aufgaben werden unter anderem durch das Verfahren und den Gegenstand der unabhängigen Patentansprüche gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind
Gegenstand der abhängigen Patentansprüche.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform umfasst das Verfahren zur Herstellung optoelektronischer Bauelemente einen Schritt A) , in dem ein Träger und eine Mehrzahl optoelektronischer Halbleiterchips bereitgestellt werden. Der Träger kann zum Beispiel ein Metallträger oder Glasträger oder
Halbleiterträger oder Kunststoffträger sein. Jeder
Halbleiterchip weist dabei Kontaktelemente zur externen elektrischen Kontaktierung auf. Die Kontaktelemente sind auf einer Kontaktseite des Halbleiterchips angeordnet. Bevorzugt sind alle Kontaktelemente, die zur externen Kontaktierung des Halbleiterchips nötig sind, auf einer einzigen Seite des Halbleiterchips, nämlich der Kontaktseite, angeordnet.
Insbesondere sind die Kontaktelemente im unmontierten Zustand des Halbleiterchips frei zugänglich.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform umfasst das Verfahren einen Schritt B) , bei dem die Halbleiterchips lateral
nebeneinander auf dem Träger aufgebracht werden. Die laterale Richtung ist dabei durch die Haupterstreckungsrichtung des Trägers bestimmt. Die Halbleiterchips werden dabei bevorzugt so aufgebracht, dass die Kontaktseiten jeweils dem Träger zugewandt sind. Die Kontaktelemente sind also nach dem
Aufbringen bevorzugt von dem Träger bedeckt. Gemäß zumindest einer Ausführungsform umfasst das Verfahren einen Schritt C) , bei dem eine elektrisch leitende Schicht auf zumindest Teilbereiche der nicht vom Träger bedeckten Seiten der Halbleiterchips aufgebracht wird. Bevorzugt werden dabei alle nicht vom Träger überdeckten Seiten der
Halbleiterchips von der elektrisch leitenden Schicht
überdeckt, bevorzugt vollständig und/oder formschlüssig überdeckt. Besonders bevorzugt ist die elektrisch leitende Schicht auf dem Träger und auf den Halbleiterchips
zusammenhängend, durchgehend und unterbrechungsfrei
ausgebildet. Es handelt sich dann bei der elektrisch
leitenden Schicht auf der Mehrzahl der Halbleiterchips um eine einzige Schicht. Insbesondere wird die elektrisch leitende Schicht direkt auf die Halbleiterchips aufgebracht, befindet sich mit den Halbleiterchips dann also in direktem Kontakt. In diesem Fall werden zuvor keine weiteren Schichten auf die Halbleiterchips aufgebracht. Das Aufbringen der elektrisch leitenden Schicht kann
beispielsweise über ein Sputterverfahren oder über Aufdampfen oder über Atomlagenabscheidung, im Englischen Atomic Layer Deposition, kurz ALD, oder chemische Gasphasenabscheidung, im Englischen Chemical Vapor Deposition, kurz CVD, oder
physikalische Gasphasenabscheidung, im Englischen Physical Vapor Deposition, kurz PVD, erfolgen.
Die Dicke der elektrisch leitenden Schicht beträgt
beispielsweise zumindest 20 nm oder 100 nm oder 300 nm.
Alternativ oder zusätzlich ist die Dicke der elektrisch leitenden Schicht höchstens 2 ym oder 1 ym oder 500 nm. Unter der Dicke der elektrisch leitenden Schicht wird dabei bevorzugt die maximale oder mittlere oder minimale Dicke entlang der gesamten Ausdehnung der elektrisch leitenden Schicht verstanden.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform wird in einem Schritt D) eine Schutzschicht auf zumindest Teilbereiche von quer zur Kontaktfläche verlaufenden Seitenflächen der Halbleiterchips aufgebracht. Die Schutzschicht ist bevorzugt elektrisch isolierend oder nicht leitend. Beispielsweise weist die
Schutzschicht ein Polymer oder ein Acrylat oder ein Omocer oder ein Epoxidharz oder einen Fotolack oder einen
Kunststoff, wie einen weißen Kunststoff, auf oder besteht daraus. Möglich ist hier zum Beispiel ein Silikon oder Harz mit darin eingebrachten Titandioxidpartikeln. Die
Schichtdicke der Schutzschicht auf den Seitenflächen ist vor oder nach einem etwaigen Vereinzelungsprozess der
Halbleiterchips zum Beispiel zumindest 10 ym oder 20 ym oder 50 ym. Alternativ oder zusätzlich ist die Schutzschicht auf den Seitenflächen höchstens 100 ym oder 80 ym oder 70 ym. Gemäß zumindest einer Ausführungsform wird in einem Schritt
E) eine Konverterschicht elektrophoretisch auf der elektrisch leitenden Schicht abgeschieden, insbesondere direkt und/oder formschlüssig auf der elektrisch leitenden Schicht
abgeschieden. Die Konverterschicht ist dazu eingerichtet, im bestimmungsgemäßen Betrieb zumindest einen Teil einer von den Halbleiterchips emittierten Strahlung in Strahlung eines anderen Wellenlängenbereichs zu konvertieren.
Die Halbleiterchips emittieren im Betrieb beispielsweise sichtbares Licht zwischen einschließlich 400 nm und 800 nm oder Licht im UV-Bereich zwischen einschließlich 200 nm und 400 nm. Die Konverterschicht konvertiert die vom
Halbleiterchip emittierte Strahlung beispielsweise in
sichtbares Licht, wie rotes und/oder gelbes und/oder grünes und/oder blaues Licht. Insbesondere ist denkbar, dass die Konverterschicht eine Vollkonversion der aus den
Halbleiterchips emittierten Strahlung bewirkt.
Zur elektrophoretischen Abscheidung der Konverterschicht wird der Träger mit den Halbleiterchips beispielsweise in ein
Elektrophoresebad getaucht, das zum Beispiel mit organischen Lösungsmitteln und Konverterpartikeln versetzt ist. Durch Anlegen einer elektrischen Spannung an das Elektrophoresebad
wandern die abzuscheidenden Konverterpartikel zu der
insbesondere freiliegenden, elektrisch leitenden Schicht und setzen sich auf dieser ab. Auf diese Weise bildet sich die Konverterschicht, die bevorzugt in direktem Kontakt mit der elektrisch leitenden Schicht ist.
Insbesondere ist die durch das Elektrophoreseverfahren abgeschiedene Konverterschicht zusammenhängend, durchgehend und unterbrechungsfrei auf der elektrisch leitenden Schicht ausgebildet. Die Konverterschicht bedeckt bevorzugt die
Bereiche oder Seiten der Halbleiterchips, die nicht vom
Träger oder der Schutzschicht überdeckt sind, teilweise oder vollständig. Insbesondere wird also im Schritt E) jeweils eine vom Träger abgewandte Strahlungsaustrittsseite der
Halbleiterchips von der Konverterschicht bedeckt.
Als Materialien für Konverterpartikel der Konverterschicht eignen sich beispielsweise Granate, wie
(Y, Lu, Gd, Tb)3(Al]__x, Gax) 5O12 : Ce3+ oder dotierte
Siliziumnitride, wie (Ca, Ba, Sr) 2Si5Ng : Eu24", oder dotierte Siliziumaluminiumnitride, wie (Ca, Sr) AIS1N3 : Eu24" oder
Sr(Ca, Sr) Si2Al2N6 :Eu2+ oder (Sr, Ca) AlSiN3*Si2N20 : Eu2+ oder (Ca, Sr) AI ( ]__4x/3 ) Si ( ]_+x) N3 : Ce (x=0,2-0,5), oder
Siliziumoxinitride, wie (Ba, Sr, Ca) Si202N2 : Eu2 + oder
AE2_x_aRExEuaSi1_y04_x_2yNx oder AE2_x_aRExEuaSi1_y04_x_2yNy, oder dotierte Siliziumoxide, wie (Ba, Sr, Ca) 2Si04 : Eu2 + oder CagMg (S1O4) 4C12 :Eu2+, wobei AE ein Erdalkalimetall und RE ein Seltenerd-Metall ist. Die Konverterpartikel haben beispielsweise Korngrößen von zumindest 100 nm oder 1 ym oder 10 ym. Alternativ oder zusätzlich sind die Korngrößen höchstens 50 ym oder 20 ym oder 1 ym.
Neben der Konverterschicht können auch weitere Schichten, zum Beispiel mit Materialien zur Lichtstreuung und/oder mit
Farbpigmenten, auf der elektrisch leitenden Schicht
abgeschieden werden, insbesondere elektrophoretisch
abgeschieden werden. Auch können Materialien zur
Lichtstreuung und/oder Farbpigmente gemeinsam mit den
Konverterpartikeln in einem gemeinsamen Elektrophoreseprozess abgeschieden werden. Gemäß zumindest einer Ausführungsform wird in einem Schritt
F) die elektrisch leitende Schicht aus Bereichen zwischen der Konverterschicht und den Halbleiterchips entfernt. Das
Entfernen kann beispielsweise über einen protischen
Reaktionspartner und/oder ein Lösungsmittel erfolgen. Dabei wird die elektrisch leitende Schicht unterhalb der
Konverterschicht strukturell verändert und/oder herausgelöst. Insbesondere wird durch das Herauslösen oder das strukturelle Verändern der elektrisch leitenden Schicht erreicht, dass zumindest 90 % oder 95 % oder 99 % der aus dem Halbleiterchip austretenden elektromagnetischen Strahlung in die
Konverterschicht gelangen. Eine zuvor möglicherweise
vorhandene Strahlungsabsorbierende Wirkung der elektrisch leitenden Schicht wird durch das Entfernen bevorzugt
reduziert oder eliminiert.
Jedes mit diesem Verfahren hergestellte optoelektronische Bauelement umfasst dann beispielsweise genau einen
Halbleiterchip mit der darauf aufgebrachten Konverterschicht und der auf zumindest Teilbereichen der Seitenflächen der Halbleiterchips verbleibenden elektrisch leitenden Schicht. Bevorzugt sind dabei Halbleiterschichten des Halbleiterchips durch eine Isolierungsschicht an den Seitenflächen von der
elektrisch leitenden Schicht isoliert, sodass spätere
Kurzschlüsse während des Betriebs vermieden werden.
In mindestens einer Ausführungsform umfasst das Verfahren zur Herstellung optoelektronischer Bauelemente einen Schritt A) , in dem ein Träger und eine Mehrzahl optoelektronischer
Halbleiterchips bereitgestellt wird, wobei jeder
Halbleiterchip Kontaktelemente zur externen elektrischen Kontaktierung aufweist, die auf einer Kontaktseite des
Halbleiterchips angeordnet sind. In einem Schritt B) werden die Halbleiterchips lateral nebeneinander auf dem Träger aufgebracht, wobei beim Aufbringen die Kontaktseiten dem Träger zugewandt werden. In einem Schritt C) wird eine elektrisch leitende Schicht auf zumindest Teilbereiche der nicht vom Träger bedeckten Seiten der Halbleiterchips aufgebracht, wobei die elektrisch leitende Schicht
zusammenhängend ausgebildet ist. In einem Schritt D) wird eine Schutzschicht auf zumindest Teilbereiche von quer zur Kontaktfläche verlaufenden Seitenflächen der Halbleiterchips aufgebracht. In einem Schritt E) wird eine Konverterschicht auf der elektrisch leitenden Schicht elektrophoretisch abgeschieden, wobei die Konverterschicht dazu eingerichtet ist, im bestimmungsgemäßen Betrieb zumindest einen Teil einer von den Halbleiterchips emittierten Strahlung in Strahlung eines anderen Wellenlängenbereichs zu konvertieren. Die elektrisch leitende Schicht wird in einem Schritt F) aus Bereichen zwischen der Konverterschicht und den
Halbleiterchips entfernt. Der hier beschriebenen Erfindung liegt insbesondere die Idee zugrunde, Halbleiterchips mit einem Konverterelement in Form einer dünnen Konverterschicht über ein elektrophoretisches Verfahren zu bedecken. Durch die dünne Konverterschicht sind
die thermischen Eigenschaften der fertigen Bauelemente gegenüber Bauelementen mit dicken Konverterelementen
verbessert. Insbesondere kommt es dann zu einer weniger starken Aufheizung der Halbleiterchips oder der
Konverterelemente, wodurch typische Temperatureffekte, wie Verfärbungen und Rissbildungen im Konverterelement oder Verschiebung der Farbkoordinaten oder Effizienzeinbrüche, reduziert werden können. Außerdem hat eine dünne
Konverterschicht gegenüber zum Beispiel einem dicken
Konverterverguss den Vorteil, dass weniger Strahlung in
Richtung der Rückseite, zum Beispiel in Richtung eines
Anschlussträgers, emittiert wird.
Weiterhin wird bei der Erfindung ausgenutzt, dass zur elektrophoretischen Abscheidung eine elektrisch leitende Schicht, wie eine Metallschicht, verwendet wird. Diese elektrisch leitende Schicht kann zum Beispiel spiegelnd für eine von den Halbleiterchips im Betrieb emittierte Strahlung sein. Dadurch, dass die Seitenflächen der Halbleiterchips im Schritt D) mit der Schutzschicht bedeckt werden, wird zum einen vermieden, dass sich die Konverterschicht auf den
Seitenflächen der Halbleiterchips absetzt, zum anderen schützt die Schutzschicht bevorzugt die elektrisch leitende Schicht im Schritt E) vor einem Ablösen, sodass die
elektrisch leitende Schicht nach dem Schritt E) immer noch die Seitenflächen bedeckt und bevorzugt verspiegelt.
Insgesamt bietet das Verfahren also eine homogene Abscheidung von Konverterschichten auf Halbleiterchips und ein
Verspiegeln von Seitenflächen der Halbleiterchips in nur wenigen Prozessschritten.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform werden die Schritte A) bis F) in der angegebenen Reihenfolge durchgeführt.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform verhindert die
Schutzschicht im Schritt F) ein Entfernen der elektrisch leitenden Schicht in den von der Schutzschicht überdeckten Bereichen. Bevorzugt wird die elektrisch leitende Schicht in Bereichen unter der Schutzschicht im Schritt E) nahezu überhaupt nicht strukturell verändert oder herausgelöst, sodass in diesen Bereichen zum Beispiel zumindest 90 % oder 95 % oder 100 % der ursprünglich ausgebildeten elektrisch leitenden Schicht erhalten bleiben.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform bleiben die von der Schutzschicht bedeckten Bereiche der elektrisch leitenden Schicht im Schritt E) frei von der Konverterschicht.
Insbesondere kommt es in diesen Bereichen zu keinem direkten Kontakt der Konverterschicht und der elektrisch leitenden Schicht. Bevorzugt sind die Seitenflächen der Halbleiterchips oder zumindest die von der Schutzschicht bedeckten Bereiche der Seitenflächen der Halbleiterchips bei den fertigen
Bauelementen also nicht von der Konverterschicht überdeckt.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform ist die elektrisch leitende Schicht spiegelnd für eine im Betrieb vom
Halbleiterchip erzeugte Strahlung. Zum Beispiel weist die elektrisch leitende Schicht eine Reflektivität für diese Strahlung von zumindest 80 % oder 90 % oder 95 % auf. Dabei kann die Reflektivität beispielsweise eine mittlere, über das gesamte Emissionsspektrum des Halbleiterchips gemittelte Reflektivität sein. Es ist auch möglich, dass die
Reflektivität bei der Wellenlänge angegeben ist, bei der das
Emissionsspektrum des Halbleiterchips ein globales Intensitätsmaximum aufweist.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform wird die elektrisch leitende Schicht im Schritt C) auf alle nicht vom Träger bedeckten Seiten der Halbleiterchips aufgebracht. Bevorzugt überdeckt die elektrisch leitende Schicht während oder nach dem Schritt C) alle diese Seiten, insbesondere die
Seitenflächen der Halbleiterchips zu zumindest 90 % oder 95 % oder 99 % oder vollständig.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform werden im Schritt D) zwischen zwei benachbarten Halbleiterchips befindliche
Freiräume mit der Schutzschicht aufgefüllt. In den Freiräumen kann der Träger vor dem Auffüllen frei liegen. Insbesondere handelt es sich bei der Schutzschicht um ein Vergussmaterial, mit dem die Freiräume vollständig aufgefüllt werden können. Die Schutzschicht wird dabei bevorzugt ringsum die
Halbleiterchips angeordnet, sodass zumindest jeweils eine oder alle Seitenflächen der Halbleiterchips jeweils zu zumindest 90 % oder 95 % oder 100 % von der Schutzschicht bedeckt werden.
Die Schutzschicht beziehungsweise das Vergussmaterial kann beispielsweise durch eines der folgenden Verfahren zwischen den Bauelementen eingebracht und/oder strukturiert werden: Photolithographie, Laserdirektschreiben, Laserablation,
Abformtechnologie, wie Prägen, Mikrosprühauftragung,
Siebdruck, Tampondruck, Jetten, Dispensen, Spritzgießen, englisch Inj ection-Molding, Spritzpressen, englisch Transfer- Molding, Sprühtechnik, Folientechnik.
Die Schutzschicht kann nach dem Vereinzeln der
Halbleiterchips wieder von den Halbleiterchips abgelöst werden. Alternativ verbleibt die Schutzschicht auch in den fertigen Bauelementen auf den Seitenflächen der
Halbleiterchips.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform bleibt im Schritt D) jeweils eine der Kontaktseite der Halbleiterchips
gegenüberliegende Strahlungsaustrittseite teilweise oder vollständig frei von der Schutzschicht. Die
Strahlungsaustrittsseite ist insbesondere die Seite, die im Schritt E) teilweise oder vollständig von der
Konverterschicht überdeckt wird. Gemäß zumindest einer Ausführungsform ist auf dem Träger eine Verbindungsschicht aufgebracht. Beim Aufbringen im Schritt B) werden die Kontaktelemente beispielsweise so tief in die Verbindungsschicht eingedrückt, dass die Kontaktelemente im Schritt C) vor einer Bedeckung mit der elektrisch leitenden Schicht und somit vor der Gefahr von Kurzschlüssen geschützt sind. Dazu werden die Kontaktelemente beispielsweise
vollständig in die Verbindungsschicht eingedrückt. Die
Verbindungsschicht ist also bevorzugt verformbar und/oder elastisch .
Insbesondere erstreckt sich die Verbindungsschicht
durchgehend und zusammenhängend entlang des Trägers und weist keine Unterbrechungen zwischen den Halbleiterchips oder im Bereich der Halbleiterchips auf. Die Verbindungsschicht hat beispielsweise eine Dicke von zumindest 2 ym oder 5 ym oder 10 ym. Alternativ oder zusätzlich hat die Verbindungsschicht eine Dicke von höchstens 30 ym oder 20 ym oder 15 ym.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform weist die
Verbindungsschicht ein thermoplastisches Material auf oder besteht daraus. Thermoplaste sind insbesondere Kunststoffe, die sich in einem bestimmten Temperaturbereich verformen lassen. Zum Aufbringen der Halbleiterchips auf dem Träger kann also die Verbindungsschicht bevorzugt auf eine
entsprechende Temperatur gebracht werden, so dass die
Kontaktelemente in die Verbindungsschicht eingedrückt werden können. Die Erfinder haben herausgefunden, dass
Verbindungsschichten, zum Beispiel aus thermoplastischen Materialien, auch einen besonders guten Schutz der
Kontaktelemente vor insbesondere nasschemischen Prozessen bieten . Gemäß zumindest einer Ausführungsform werden die
Halbleiterchips nach dem Schritt F) von dem Träger abgelöst, beispielsweise durch entsprechendes Erwärmen der
Verbindungsschicht oder des Trägers. Die Halbleiterchips mit der Konverterschicht können nach dem Ablösen oder vor dem Ablösen vom Träger vereinzelt werden, beispielsweise entlang von Trennungsebenen durch das Vergussmaterial in Form der Schutzschicht. Auf diese Weise werden einzelne
optoelektronische Bauelemente erzeugt. Die Kontaktelemente der Halbleiterchips liegen bei den fertigen Bauelementen bevorzugt frei und sind frei zugänglich.
Insbesondere sind die vom Träger abgelösten und vereinzelten Bauelemente auch ohne weitere Vergussmaterialien, also auch ohne die Schutzschicht, mechanisch selbsttragend und stabil ausgebildet. Die optoelektronischen Bauelemente sind in ihren Abmessungen bevorzugt an die Abmessungen der Halbleiterchips angepasst, weichen also in ihren lateralen und/oder
vertikalen Abmessungen um weniger als 10 % oder 5 % oder 1 % von den entsprechenden Abmessungen der Halbleiterchips ab.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform überdeckt die
Konverterschicht nach dem Schritt E) die
Strahlungsaustrittsseiten der Halbleiterchips zu zumindest 90 % oder 95 % oder 99 % oder vollständig.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform wird im Schritt F) die elektrisch leitende Schicht mittels eines nasschemischen Prozesses entfernt.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform weist die elektrisch leitende Schicht zumindest ein Metall oder eine
Metalllegierung auf oder besteht daraus. Mögliche Metalle sind zum Beispiel: AI, Ag, Au, Ti, Pt, Li, Na, Ka, Ru, Cs, Be, Ca, Mg, Sr, Ba, Sc, Si, Ga, Sn. Möglich ist aber auch, dass die elektrisch leitende Schicht ein leitfähiges
transparentes Material, wie ITO oder ZnO, umfasst oder daraus besteht.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform wird im Schritt F) das Metall der elektrisch leitenden Schicht durch eine chemische Reaktion teilweise oder vollständig in ein Salz aus dem
Metall umgewandelt. Dazu kann die elektrisch leitende Schicht beispielsweise mit einem protischen Reaktionspartner in
Kontakt gebracht werden und anschließend mit einem
Lösungsmittel herausgewaschen werden. Ein solches Verfahren ist beispielsweise aus der Druckschrift WO 2014/001149 AI bekannt.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform ist der
Stoffmengenanteil des Salzes in der Konverterschicht nach dem
Schritt F) zumindest 0,001 % oder 0,01 % oder 0,1 %.
Alternativ oder zusätzlich beträgt der Stoffmengenanteil des Salzes höchstens 2 % oder höchstens 1 % oder 0,5 %. Dabei kann das Salz tatsächlich innerhalb der Konverterschicht verteilt sein und/oder eine separate Schicht unterhalb der Konverterschicht bilden. Im letzteren Fall wird diese
separate Schicht zum Beispiel als Teil der Konverterschicht betrachtet . Gemäß zumindest einer Ausführungsform weist die
Konverterschicht nach dem Abscheideprozess im Schritt E) eine homogene Schichtdicke mit maximalen Dickenschwankungen von 20 % oder 10 % oder 5 % oder 3 % oder 1 % um einen Mittelwert der Schichtdicke auf. Der Mittelwert der Schichtdicke wird beispielsweise entlang der gesamten Ausdehnung der
Konverterschicht bestimmt. Durch eine solch homogene
Schichtdicke kann eine besonders hohe Farborthomogenität entlang der gesamten Strahlungsaustrittsfläche der
Halbleiterchips realisiert werden.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform beträgt die
Schichtdicke der Konverterschicht nach dem Schritt F) höchstens 70 ym oder 50 ym oder 30 ym. Alternativ oder zusätzlich beträgt die Schichtdicke nach dem Schritt F) zumindest 10 ym oder 20 ym oder 30 ym. Unter der Schichtdicke wird dabei beispielsweise die maximale oder mittlere
Schichtdicke der Konverterschicht verstanden.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform verläuft die
Konverterschicht nach dem Schritt F) auf jedem einzelnen Halbleiterchip, insbesondere auf der
Strahlungsaustrittsfläche, durchgehend, zusammenhängend und unterbrechungsfrei .
Gemäß zumindest einer Ausführungsform ist die
Konverterschicht aus einem Pulver von Konverterpartikeln gebildet. Die Konverterschicht ist also frei von einem
Bindemittel, wie einem Silikon oder einem Harz, das die einzelnen Konverterpartikel miteinander verbindet. Bevorzugt ist der Stoffmengenanteil der Konverterpartikel in der
Konverterschicht zumindest 90 % oder 95 % oder 99 %. Die Konverterschicht für sich alleine genommen ist beispielsweise porös und/oder bröckelig und/oder zerbrechlich und/oder mechanisch instabil. Insbesondere ist die Konverterschicht nicht keramisch und/oder nicht gesintert. Die
Konverterschicht kann zum Beispiel auf dem Halbleiterchip über Van-der-Waals-Kräfte zumindest vorübergehend formstabil gehalten sein.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform wird die
Konverterschicht nach dem Schritt E) mit einer Kapselschicht umgeben, zum Beispiel formschlüssig umgeben. Die
Kapselschicht kann in direktem Kontakt mit der
Konverterschicht sein und verhindert bevorzugt ein späteres Abblättern oder Abbröckeln oder Ablösen der Konverterschicht von den Halbleiterchips. Dies ist insbesondere deshalb vorteilhaft, da die Konverterschicht bevorzugt aus einem Pulver von Konverterpartikeln besteht. Die Kapselschicht weist beispielsweise ein Silikon oder Parylen oder Harz auf oder besteht daraus. Die Schichtdicke der Kapselschicht auf der Konverterschicht beträgt beispielsweise zumindest 100 nm oder 500 nm oder 1 ym. Alternativ oder zusätzlich ist die Schichtdicke der Kapselschicht höchstens 500 ym oder 300 ym oder 100 ym oder 10 ym. Insbesondere kann es sich bei der Kapselschicht auch um einen Verguss, beispielsweise um einen Silikonverguss , handeln, der auf den Halbleiterchips mit der Konverterschicht aufgebracht ist.
Es ist aber auch möglich, zwischen der Kapselschicht und der Konverterschicht noch eine dünne Fixierungsschicht zur
Fixierung der Konverterpartikel oder der Konverterschicht auf den Halbleiterchips anzuordnen. Die Fixierungsschicht basiert beispielsweise auf einem Polymer und hat eine Dicke zwischen einschließlich 100 nm und 1 ym.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform umfasst die
Kapselschicht ein transparentes Material oder besteht daraus. Insbesondere ist das transparente Material für die von dem Halbleiterchip und/oder für die von dem Konverterelement emittierte Strahlung zu zumindest 80 % oder 90 % oder 95 % durchlässig . Gemäß zumindest einer Ausführungsform ist der Träger eine Leiterplatte, auf der die Halbleiterchips im Schritt B) elektrisch angeschlossen und mechanisch dauerhaft befestigt werden. Wird eine solche Leiterplatte als Träger verwendet, verbleibt der Träger bevorzugt auf den Halbleiterchips, wird also nicht nach dem Schritt F) von den Halbleiterchips abgelöst. Bei der Leiterplatte kann es sich beispielsweise um ein Aktivmatrixelement handeln, über das die einzelnen
Halbleiterchips einzeln und unabhängig voneinander
angesteuert werden können.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform ist auf dem Träger für jeden Halbleiterchip ein Schutzrahmen, zum Beispiel aus einem gegen nasschemische Prozesse resistenten Kunststoff,
aufgebracht. Beim Aufbringen im Schritt B) werden die
Halbleiterchips dann bevorzugt so auf dem Träger platziert, dass die Kontaktelemente teilweise oder vollständig von dem entsprechenden Schutzrahmen umgeben sind. Insbesondere soll
der Schutzrahmen ein Bedecken der Kontaktelemente mit der elektrisch leitenden Schicht im Schritt C) verhindern.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform handelt es sich bei den Halbleiterchips um sogenannte Volumenemitter mit einem
Aufwachssubstrat und einer auf dem Aufwachssubstrat
gewachsenen Halbleiterschichtenfolge. Das Aufwachssubstrat bildet dabei gleichzeitig die stabilisierende Komponente in dem Halbleiterchip; weitere Stabilisierungsmaßnahmen sind dann nicht nötig. Das Aufwachssubstrat kann beispielsweise Saphir oder Silizium oder Germanium oder SiC oder GaN
aufweisen oder daraus bestehen. Die Halbleiterschichtenfolge basiert beispielsweise auf einem III-V-Verbindungs- Halbleitermaterial , insbesondere auf AlInGaN oder AlGaAs . Außerdem weist die Halbleiterschichtenfolge bevorzugt eine aktive Schicht auf, die zumindest einen pn-Übergang und/oder eine Quantentopfstruktur aufweist.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform sind die
Kontaktelemente auf einer dem Aufwachssubstrat abgewandten Seite der Halbleiterschichtenfolge angeordnet. Es kann sich also bei den Halbleiterchips um sogenannte Flip-Chips, insbesondere Saphir-Flip-Chips, handeln. Gemäß zumindest einer Ausführungsform sind die
Halbleiterchips jeweils Dünnfilmhalbleiterchips mit einem den Halbleiterchip stabilisierenden Substrat und einer auf dem Substrat aufgebrachten Halbleiterschichtenfolge. Das Substrat ist dabei vom Aufwachssubstrat der Halbleiterschichtenfolge unterschiedlich, und das Aufwachssubstrat ist entfernt. Das Substrat selbst bildet dann zum Beispiel alleine die
stabilisierende Komponente des Halbleiterchips, ohne dass Reste eines Aufwachssubstrats zur Stabilisierung beitragen
oder beitragen müssen. Die Kontaktelemente sind in diesem Fall bevorzugt auf einer der Halbleiterschichtenfolge
abgewandten Seite des Substrats aufgebracht.
Darüber hinaus wird ein oberflächenmontierbares
optoelektronisches Bauelement angegeben. Das
optoelektronische Bauelement kann insbesondere mit dem hier beschriebenen Verfahren hergestellt werden. Das heißt, sämtliche in Verbindung mit dem Bauelement offenbarten
Merkmale sind auch für das Verfahren offenbart und umgekehrt.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform weist das
oberflächenmontierbare optoelektronische Bauelement einen optoelektronischen Halbleiterchip mit freiliegenden
Kontaktelementen zur externen elektrischen Kontaktierung des Bauelements auf. Die Kontaktelemente sind dabei auf einer gemeinsamen Kontaktseite des Halbleiterchips angeordnet.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform ist auf einer der
Kontaktseite gegenüberliegenden Strahlungsaustrittsseite eine durchgehend, zusammenhängend und unterbrechungsfrei
ausgebildete Konverterschicht aufgebracht, insbesondere direkt aufgebracht, wobei die Konverterschicht die
Strahlungsaustrittsseite zu zumindest 90 % überdeckt.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform ist eine Kapselschicht auf die Konverterschicht aufgebracht und bedeckt die
Konverterschicht vollständig und umschließt diese.
Insbesondere umgibt die Kapselschicht die Konverterschicht formschlüssig und/oder ist mit der Konverterschicht in direktem Kontakt.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform ist eine elektrisch leitende Schicht auf quer zu der Kontaktseite verlaufenden Seitenflächen des Halbleiterchips aufgebracht, insbesondere direkt aufgebracht. Bevorzugt überdeckt die elektrisch leitende Schicht alle Seitenflächen jeweils zu zumindest 90 %.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform ist die
Konverterschicht dazu eingerichtet, im bestimmungsgemäßen Betrieb des Bauelements zumindest einen Teil einer von dem Halbleiterchip emittierten Strahlung in Strahlung eines anderen Wellenlängenbereichs zu konvertieren.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform weist die
Konverterschicht entlang ihrer gesamten lateralen Ausdehnung auf dem Halbleiterchip eine homogene Schichtdicke auf mit maximalen Dickenschwankungen von 5 % um einen Mittelwert der Schichtdicke . Gemäß zumindest einer Ausführungsform beträgt die
Schichtdicke der Konverterschicht höchstens 70 ym.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform ist die
Konverterschicht ein Pulver aus Konverterpartikeln, das durch die Kapselschicht auf dem Halbleiterchip gehalten wird.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform weist die elektrisch leitende Schicht eine Schichtdicke zwischen einschließlich 100 nm und 500 nm auf. Die Reflektivität der elektrisch leitenden Schicht für eine von dem Halbleiterchip emittierte Strahlung beträgt zum Beispiel zumindest 80 %.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform weist die
Konverterschicht ein Salz eines Metalls auf, dessen
Stoffmengenanteil in der Konverterschicht zwischen
einschließlich 0,001 % und 2 % beträgt.
Gemäß zumindest einer Ausführungsform ist auf die spiegelnde, metallische Schicht und damit auf die Seitenflächen der
Halbleiterchips eine Schutzschicht aufgebracht, die
unterbrechungsfrei rings um den Halbleiterchip verläuft. Die Schutzschicht weist zum Beispiel einen weißen Kunststoff auf oder besteht daraus.
Nachfolgend wird ein hier beschriebenes Verfahren zur
Herstellung optoelektronischer Bauelemente sowie ein hier beschriebenes oberflächenmontierbares optoelektronisches Bauelement unter Bezugnahme auf Zeichnungen anhand von
Ausführungsbeispielen näher erläutert. Gleiche Bezugszeichen geben dabei gleiche Elemente in den einzelnen Figuren an. Es sind dabei jedoch keine maßstäblichen Bezüge dargestellt; vielmehr können einzelne Elemente zum besseren Verständnis übertrieben groß dargestellt sein.
Es zeigen: Figuren 1A bis 2 Querschnittsansichten verschiedener
Verfahrensschritte zur Herstellung von
Ausführungsbeispielen optoelektronischer Bauelemente, Figuren 3A bis 3C Ausführungsbeispiele eines
oberflächenmontierbaren optoelektronischen Bauelements in Querschnittsansicht,
Figuren 4A und 4B jeweils ein Leuchtmittel in
Querschnittsansicht mit einer Mehrzahl von optoelektronischen Bauelementen, Figur 5 Strahlungscharakteristika verschiedenerer
optoelektronischer Bauelemente.
Figur 1A zeigt einen ersten Verfahrensschritt zur Herstellung von Ausführungsbeispielen optoelektronischer Bauelemente 100. Dabei werden ein Träger 2, beispielsweise ein Glasträger, und Halbleiterchips 1 bereitgestellt. Die Halbleiterchips 1 umfassen ein Substrat 13 und eine darauf aufgebrachte
Halbleiterschichtenfolge 14. Bei dem Substrat 13 handelt es sich beispielsweise um ein Aufwachssubstrat für die
Halbleiterschichtenfolge 14. Das Substrat 13 ist
beispielsweise ein Saphirsubstrat, auf dem eine AlInGaN- Halbleiterschichtenfolge 14 aufgewachsen ist. Eine dem
Aufwachssubstrat 13 abgewandte Seite der
Halbleiterschichtenfolge 14 ist als Kontaktseite 12
ausgebildet, auf der Kontaktelemente 10, 11 zur externen elektrischen Kontaktierung der Halbleiterschichtenfolge 14 beziehungsweise des Halbleiterchips 1 angebracht sind.
Eine der Kontaktseite 12 abgewandte Seite des Halbleiterchips 1 ist jeweils als Strahlungsaustrittsseite 16 ausgebildet, über die im Betrieb ein Großteil, zum Beispiel zumindest 90 %, der vom Halbleiterchip 1 erzeugten Strahlung, emittiert wird. Die Kontaktseite 12 und die Strahlungsseite 16 sind über quer zur Kontaktseite 12 verlaufende Seitenflächen 15 miteinander verbunden.
Im Verfahrensschritt der Figur 1A werden die Halbleiterchips 1 auf den Träger 2 aufgebracht, wobei die Kontaktseiten 12
dem Träger 2 zugewandt sind. Auf dem Träger 2 ist außerdem eine durchgehend und zusammenhängend ausgebildete
Verbindungsschicht 20 aufgebracht, die beispielsweise aus einem thermoplastischen Material besteht.
In dem in Figur 1B gezeigten Verfahrensschritt sind die
Halbleiterchips 1 auf dem Träger 2 lateral nebeneinander angeordnet, wobei die Kontaktelemente 10, 11 in die
Verbindungsschicht 20 eingedrückt, insbesondere vollständig eingedrückt, und in der Verbindungsschicht 20 eingebettet sind. Auf diese Weise werden die Kontaktelemente 10, 11 durch die Verbindungsschicht 20 vor Einflüssen aus weiteren
Verfahrensschritten geschützt. Zum Beispiel wurden die
Halbleiterchips 1 soweit eingedrückt, dass das
Aufwachssubstrat 13 die Verbindungsschicht 20 berührt. Dazu sind beispielsweise die Verbindungsschicht 20 und/oder der Träger 2 und/oder die Halbleiterchips 1 auf eine bestimmte Temperatur erwärmt, bei der sich die Halbleiterchips 1 in die Verbindungsschicht 20 eindrücken lassen. Vorliegend wurde der Träger 2 auf zirka 80 °C, die Halbleiterchips 1 auf zirka 200 °C erwärmt.
Außerdem ist in Figur 1B erkennbar, dass die Halbleiterchips 1 lateral zueinander beabstandet sind, also zwischen den Halbleiterchips 1 Zwischenräume gebildet sind, in denen der Träger 2 oder die Verbindungsschicht 20 freiliegt.
Im Verfahrensschritt der Figur IC ist gezeigt, wie eine elektrisch leitende Schicht 4, zum Beispiel aus einem Metall, wie AI oder Ag, formschlüssig und direkt auf die
Halbleiterchips 1 und den Träger 2 aufgebracht wird. Die elektrisch leitende Schicht 4 wird dabei als durchgehend, zusammenhängend und unterbrechungsfrei ausgebildete Schicht
aufgebracht, die alle Seiten der Halbleiterchips 1, die nicht vom Träger 2 überdeckt sind, bedeckt. Auch die Bereiche des Trägers 2 zwischen den Halbleiterchips 1 sind von der
elektrisch leitenden Schicht 4 bedeckt.
Das Aufbringen der elektrisch leitenden Schicht 4 kann beispielsweise über ein Sputterverfahren oder über Verdampfen oder über Atomlagenabscheidung erfolgen. Vorliegend weist die elektrisch leitende Schicht 4 beispielsweise eine
Schichtdicke zwischen einschließlich 20 nm und 2 ym auf.
Insbesondere hat die elektrisch leitende Schicht 4 eine
Reflektivität für eine von den Halbleiterchips 1 emittierte Strahlung von zumindest 80 %. In Figur 1D ist ein Verfahrensschritt gezeigt, bei dem zwischen die Halbleiterchips 1 eine Schutzschicht 7 in Form eines Vergussmaterials eingebracht wird. Das Einbringen der Schutzschicht 7 kann beispielsweise über Jetten oder Transfer Molding oder Injection Molding erfolgen. Bei der
Schutzschicht 7 handelt es sich beispielsweise um einen weißen Kunststoff. Die Schutzschicht 7 ist soweit zwischen den Halbleiterchips 1 aufgefüllt, dass die Seitenflächen 15 und die darauf aufgebrachte elektrisch leitende Schicht 4 vollständig von der Schutzschicht 7 bedeckt werden. Dabei umformt die Schutzschicht 7 die Halbleiterchips 1 seitlich und umschließt diese vollständig.
Außerdem ist in Figur 1D gezeigt, wie eine Konverterschicht 5 auf die Halbleiterchips 1 aufgebracht wird. Die
Konverterschicht 5 wird dabei bevorzugt nach dem Aufbringen der Schutzschicht 7 aufgebracht. Das Aufbringen der
Konverterschicht 5 erfolgt über ein Elektrophoreseverfahren, wie es zum Beispiel in der Druckschrift WO 2014/001149 AI
beschrieben ist. Dabei setzt sich die Konverterschicht 5 nur auf den nicht von der Schutzschicht 7 überdeckten Bereichen der elektrisch leitenden Schicht 4 ab, vorliegend also nur auf den Strahlungsaustrittsseiten 16 der Halbleiterchips 1. Auf den Strahlungsaustrittsseiten 16 verläuft die
Konverterschicht 5 jeweils zusammenhängend, durchgehend und unterbrechungsfrei .
Die Konverterschicht 5 ist bevorzugt aus einem Pulver von Konverterpartikeln gebildet, ist also verbindungsmittelfrei . Ferner beträgt eine Schichtdicke der Konverterschicht 5 bevorzugt höchstens 70 ym. Die Bereiche zwischen den
Halbleiterchips 1, die mit der Schutzschicht 7 befüllt sind, sind nicht von der Konverterschicht 5 überdeckt.
In Figur IE ist ein weiterer Verfahrensschritt gezeigt, in dem die zwischen den Halbleiterchips 1 und der
Konverterschicht 5 angeordnete elektrisch leitende Schicht 4 entfernt wurde. Das Entfernen kann beispielsweise über einen nasschemischen Prozess erfolgen, wobei das Metall der
elektrisch leitenden Schicht 4 in ein Salz des Metalls umgewandelt wird. Außerdem kann das Salz zumindest teilweise durch ein Lösungsmittel aus der Konverterschicht 5 entfernt sein .
In Figur IE erfolgt ein Entfernen der elektrisch leitenden Schicht überwiegend oder ausschließlich im Bereich der
Strahlungsaustrittsseite 16. Die Seitenflächen 15 der
Halbleiterchips 1 bleiben nach wie vor von der elektrisch leitenden Schicht 4 bedeckt, insbesondere vollständig
bedeckt. Die Schutzschicht 7 schützt in dem Verfahrensschritt die elektrisch leitende Schicht 4 vor dem nasschemischen Prozess .
In Figur 1F ist ein zusätzlicher Zwischenschritt gezeigt, bei dem die Schutzschicht 7 von den Seitenflächen 15 wieder entfernt wird, insbesondere vollständig entfernt wird. Dies kann wiederum durch ein Lösungsmittel erfolgen. Der Schritt des Entfernens der Schutzschicht 7 ist optional.
Im Verfahrensschritt der Figur IG ist der Träger 2 von den Halbleiterchips 1 abgelöst, die Halbleiterchips 1 sind aber nach wie vor durch das Vergussmaterial in Form der
Schutzschicht 7 miteinander verbunden.
Im Verfahrensschritt der Figur 1H wird außerdem die
Verbindungsschicht 20 von den Kontaktseiten 12
beziehungsweise den Kontaktelementen 10, 11 der
Halbleiterchips 1 abgelöst. Das Ablösen des Trägers 2
und/oder der Verbindungsschicht 20 kann beispielsweise durch Erwärmen der Halbleiterchips 1, des Trägers 2 oder der
Verbindungsschicht 20 erfolgen. Im Ausführungsbeispiel der Figur II werden die nach wie vor miteinander verbundenen Halbleiterchips 1 auf einen
Zwischenträger aufgebracht, wobei die Konverterschichten 5 der Halbleiterchips 1 dem Zwischenträger zugewandt werden. Auf dem Zwischenträger werden die Halbleiterchips 1 dann entlang von Trennungsebenen, hier dargestellt durch
gestrichelte Linien, durch die Schutzschicht 7 und die elektrisch leitende Schicht 4 hindurch vereinzelt. Auf diese Weise entstehen einzelne oberflächenmontierbare,
optoelektronische Bauelemente, die jeweils einen
Halbleiterchip 1, eine Konverterschicht 5 und verspiegelte Seitenflächen 15 aufweisen.
In Figur 2 ist ein alternativer Verfahrensschritt gezeigt, der im Wesentlichen dem Verfahrensschritt der Figur 1B entspricht. Im Unterschied zu Figur 1B ist auf dem Träger 2 nun aber keine Verbindungsschicht 20 aufgebracht, dafür weist der Träger 2 in Figur 2 für jeden Halbleiterchip 1 einen
Schutzrahmen 21 auf, der beispielsweise auf einem Kunststoff basiert. Der Schutzrahmen 21 erfüllt dabei im Wesentlichen die gleiche Aufgabe wie die Verbindungsschicht 20 und soll die Kontaktelemente 10, 11 während weiterer
Verfahrensschritte schützen.
In Figur 2 ist außerdem der Träger 2 als eine Leiterplatte ausgebildet, auf der Anschlussbereiche 200, 201 ausgebildet sind. Die Anschlussbereiche 200, 201 sind dabei mit den
Kontaktelementen 10, 11 elektrisch leitend verbunden, sodass über den Träger 2 die Halbleiterchips 1 elektrisch
angeschlossen sind. Bei dem Träger 2 handelt es sich
beispielsweise um ein Aktivmatrixelement, über das jeder Halbleiterchip 1 elektrisch einzeln und unabhängig
voneinander angesteuert werden kann.
In Figur 3A ist ein Ausführungsbeispiel eines
oberflächenmontierbaren optoelektronischen Bauelements 100 gezeigt. Das Bauelement 100 entspricht im Wesentlichen einem der Bauelemente 100, die über die Verfahrensschritte 1A bis II hergestellt wurden. Allerdings ist bei dem Bauelement 100 der Figur 3A die Schutzschicht 7 von den Seitenflächen 15 wieder abgelöst, sodass die elektrisch leitende Schicht 4 nach außen freiliegt. Es ist auch möglich, dass zum Beispiel eine dünne Passivierungsschicht auf die elektrisch leitende
Schicht 4 aufgebracht ist und die elektrisch leitende Schicht 4 vor äußeren Einflüssen schützt.
In Figur 3A überragt die Konverterschicht 5 den
Halbleiterchip 1 lateral, also parallel zur
Strahlungsaustrittsseite 16. Dabei schließt die
Konverterschicht 5 lateral bündig mit der elektrisch
leitenden Schicht 4 ab.
Außerdem ist in Figur 3A erkennbar, dass die Konverterschicht 5 mit einer Kapselschicht 6 überzogen ist, die die
Konverterschicht 5 vollständig umschließt. Die Kapselschicht 6 soll dabei ein Abbröseln oder ein Abbröckeln der
Konverterschicht 5, welche überwiegend als ein Pulver
gebildet ist, verhindern. Beispielsweise ist die
Kapselschicht 6 dabei aus einem transparenten, insbesondere klarsichtigen Material, wie S1O2 oder Silikon, gebildet.
In Figur 3B sind die Abmessungen des Bauelements der Figur 3A dargestellt. Im oberen Teil des Bildes ist der ursprüngliche Halbleiterchip 1 gezeigt, bevor auf diesen eine elektrisch leitende Schicht 4 beziehungsweise eine Konverterschicht 5 aufgebracht ist. Die laterale Abmessung des Halbleiterchips 1 parallel zur Kontaktseite 12 beträgt zirka 1015 ym. Die vertikale Abmessung senkrecht zur Kontaktseite 12 beträgt zirka 100 ym. Im unteren Teil der Figur 3B ist das optoelektronische
Bauelement 100 der Figur 3A gezeigt und mit den Abmessungen des Halbleiterchips 1 verglichen. Zu erkennen ist, dass die lateralen Abmessungen des Bauelements 100 um weniger als 1 % von den lateralen Abmessungen des Halbleiterchips 1
abweichen. Insbesondere weist die elektrisch leitende Schicht 4 eine Schichtdicke von weniger als 500 nm auf den
Seitenflächen 15 des Halbleiterchips 1 auf. Die auf der
Strahlungsaustrittsseite 16 aufgebrachte Konverterschicht 5 hat eine Dicke von zirka 20 ym.
Im Ausführungsbeispiel der Figur 3C ist im Unterschied zu Figur 3A auf den Seitenflächen 15 beziehungsweise auf der elektrisch leitenden Schicht 4 nach wie vor die Schutzschicht 7 aufgebracht. Die Schutzschicht 7 verläuft dabei vollständig lateral rings um den Halbleiterchip 1 und bedeckt die
Seitenflächen 15 beispielsweise zu zumindest 90 %. Die
Schichtdicke der Schutzschicht 7 auf dem Halbleiterchip 100 beträgt zum Beispiel zwischen einschließlich 50 ym und
100 ym. Die Schutzschicht 7 kann eine zusätzliche
reflektierende Wirkung für eine vom Halbleiterchip 1
emittierte Strahlung haben und verspiegelt neben der
elektrisch leitenden Schicht 4 die Seitenflächen 15 des
Halbleiterchips 1.
In Figur 4A ist ein Leuchtmittel dargestellt, bei dem auf einem Träger 2 eine Mehrzahl von hier beschriebenen
optoelektronischen Bauelementen 100 aufgebracht ist. Anders als in den Figuren 1A bis II ist der Träger 2 nun kein temporärer Träger, der wieder von den Halbleiterchips 1 abgelöst wird, vielmehr verbleibt der Träger 2 dauerhaft auf den optoelektronischen Bauelementen 100. Das Leuchtmittel der Figur 4A kann zum Beispiel über die Verfahrensschritte der
Figuren 1A bis II hergestellt sein, lediglich das Ablösen des Trägers 2 entfällt.
Der Träger 2 kann zum Beispiel ein Aktivmatrixelement oder eine Leiterplatte, kurz PCB, oder eine Metallkernplatine sein. Über dem Träger 2 können die einzelnen Bauelemente 100 zum Beispiel elektrisch angeschlossen sein. Insbesondere kann durch das Leuchtmittel der Figur 4A ein Display realisiert
sein, bei dem jedes Bauelement ein Pixel bildet. Durch die Verspiegelung der Seitenflächen 15 der Halbleiterchips 1 können die einzelnen Pixel des Leuchtmittels optisch
eindeutig voneinander separiert sein.
Figur 4B zeigt wie Figur 4A ein Leuchtmittel mit einer
Mehrzahl von optoelektronischen Bauelementen 100 auf einem Träger 2. Im Unterschied zu Figur 4A sind die Halbleiterchips 1 aber nun keine Volumenemitter mit einem
Saphiraufwachssubstrat 13 und einer darauf aufgewachsenen Halbleiterschichtenfolge 14. Vielmehr ist in Figur 4B von jedem einzelnen Halbleiterchip 1 das Aufwachssubstrat
abgelöst und stattdessen ist die Halbleiterschichtenfolge 14 auf ein neues Substrat 13 aufgebracht. Das Substrat 13 bildet nun statt des Aufwachssubstrats die stabilisierende
mechanische Komponente der Halbleiterchips 1. Beispielsweise ist das Substrat 13 aus Metall oder einem Halbleitermaterial gebildet. Die Halbleiterchips 1 der Figur 4B werden allgemein als Dünnfilmhalbleiterchips bezeichnet.
In Figur 5 ist die Strahlungscharakteristik einer Mehrzahl von optoelektronischen Bauelementen verglichen. Im oberen linken Teil der Figur 5 ist ein sogenannter UX:3-Chip
dargestellt, der im Wesentlichen einem Dünnfilmhalbleiterchip entspricht. Auf dem Dünnfilmhalbleiterchip ist eine
Konverterschicht 5 aufgebracht. Im rechten Teil des Bildes ist die Strahlungscharakteristik des UX3-Chips gezeigt, wobei zu erkennen ist, dass diese nahezu einer Lambert ' sehen
Verteilung folgt.
Im mittleren Teil auf der linken Seite der Figur 5 ist ein wie in Figur 3A gezeigtes optoelektronisches Bauelement
gezeigt (s-FC half) . Die Strahlungscharakteristik des s-FC half-Bauelements kommt der des UX:3-Chips sehr nahe.
Im unteren Teil auf der linken Seite der Figur 5 ist ein ähnliches Bauelement wie in Figur 3A gezeigt, bei dem nun aber zusätzlich auch Seitenflächen der Konverterschicht 5 mit der elektrisch leitenden Schicht 4 überdeckt sind (s-FC- full) . Der Unterschied zum s-FC half-Bauelement bezüglich der Strahlungscharakteristik ist nur gering.
Die Erfindung ist nicht durch die Beschreibung anhand der Ausführungsbeispiele auf diese beschränkt. Vielmehr umfasst die Erfindung jedes neue Merkmal sowie jede Kombination von Merkmalen, was insbesondere jede Kombination von Merkmalen in den Patentansprüchen beinhaltet, auch wenn diese Merkmale oder diese Kombinationen selbst nicht explizit in den
Patentansprüchen oder Ausführungsbeispielen angegeben sind.
Bezugs zeichenliste
1 Halbleiterchip
2 Träger
4 elektrisch leitende Schicht
5 Konverterschicht
6 KapselSchicht
7 Schutzschicht
10 Kontaktelernent
11 Kontaktelernent
12 Kontaktseite
13 Substrat
14 Halbleiterschichtenfolge
15 Seitenfläche des Halbleiterchips 1
16 Strahlungsaustrittsseite
20 Verbindungsschicht
21 Schutzrahmen
100 optoelektronisches Bauelement
200 Anschlussbereich
201 Anschlussbereich