Gurtschlossbringer
Die Erfindung betrifft einen Gurtschlossbringer.
Gurtschlossbringer erleichtern das An- und Abschnallen eines Sicherheitsgurtes, indem das Gurtschloss aus einer zurückgezogenen Position, in der es dem Fahrzeuginsassen im normalen Fahrbetrieb nicht im Weg ist, über einen Antrieb reversibel in eine ausgefahrene Position verfahren wird, in der für den Fahrzeuginsassen gut erreichbar ist.
Aus der DE 10 2004 017 457 A1 ist beispielsweise ein Gurtschlossbringer mit einem Spindelantrieb bekannt, bei dem ein Elektromotor eine Spindel in Drehung versetzt, wodurch eine über ein Stahlseil mit dem Gurtschloss gekoppelte Spindelmutter auf der Spindel verschoben wird. Nachteilig hier ist jedoch der aufwendige Aufbau des Gurtschlossbringers.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Gurtschlossbringer mit einer einfachen und kompakten Bauweise zu schaffen. Dies wird erfindungsgemäß mit einem Gurtschlossbringer erreicht, der einen stationär fahrzeugfest anbringbaren Grundkörper und ein am Grundkörper verfahrbar gelagertes Gurtschloss aufweist, wobei am Grundkörper ein Spindelantrieb vorgesehen ist, der das Gurtschloss bewegt und dessen Spindel drehfest mit dem Gurtschloss verbunden ist. Auf diese Weise ist das Gurtschloss direkt und unmittelbar mit dem Spindelantrieb gekoppelt, was sowohl die Zahl der benötigten Bauteile und damit die Herstellungskosten als auch die Baugröße des gesamten Gurtschlossbringers reduziert.
SESTÄYlGUNGS OP E
Die drehfeste Verbindung der Spindel mit dem Gurtschloss wird dadurch erreicht, dass an einem oberen Ende der Spindel ein Befestigungselement angeordnet ist, an dem das Gurtschloss fixiert ist. Die Befestigungsgeometrie am Befestigungselement ist so wählbar, dass Gurtschlösser derselben Bauweise so- wohl mit Gurtschlossbringern als auch für eine feste Befestigung im Fahrzeug verwenden werden können.
Für eine möglichst kompakte Bauweise kann die Spindel mit einem Schlitten verbunden sein, der entlang des Grundkörpers verfahrbar ist und der den Grundkörper zumindest abschnittsweise umschließt. Die Fixierung des Schlittens an der Spindel kann beispielsweise über das Befestigungselement am oberen Ende der Spindel erfolgen. Bei dieser Bauweise ist der Grundkörper zumindest teilweise im Inneren des Schlittens aufgenommen, wodurch auf ein zusätzliches Gehäuse verzichtet werden kann, was die Anzahl der Teile und den benötigten Bauraum weiter reduziert. Bevorzugt weist die Spindel eine Achse auf, wobei der Schlitten in axialer Richtung verfahrbar am Grundkörper geführt ist. Zwischen dem Grundkörper und dem Schlitten ist hierzu insbesondere ein lineares Führungssystem vorgesehen.
Das Befestigungselement und der Schlitten sind bevorzugt fest, das heißt im Wesentlichen spielfrei miteinander verbunden. Am Befestigungselement sind beispielsweise Laschen angeformt, die mit dem Schlitten verschraubt werden, um eine starre Verbindung sowie eine direkte Kraftübertragung zwischen dem Befestigungselement und dem Schlitten sicherzustellen. Eine am Gurtschloss schräg zur Axialrichtung eingeleitete Kraft wird somit über das Befestigungselement in den Schlitten und vom Schlitten über das lineare Führungssystem in den karosseriefesten Grundkörper eingeleitet.
Gemäß einer Ausführungsform des Gurtschlossbringers sind das Befestigungselement und die Spindel miteinander verbunden sowie relativ zueinander begrenzt beweglich. Die Verbindung kann hierzu ein vorgegebenes Spiel aufweisen und/oder elastisch nachgiebig ausgebildet sein. Durch diese begrenzte Beweglichkeit des Befestigungselements relativ zur Spindel lassen sich Fertigungstoleranzen in den Komponenten des Gurtschlossbringers kompensieren. Ferner werden am Gurtschloss schräg zur Axialrichtung eingeleitete Kräfte nicht über den Spindelantrieb, sondern über die feste Verbindung zwischen dem Be-
festigungselement und dem Schlitten vom karosseriefesten Grundkörper aufgenommen. Nachdem toleranzbedingte Zwängungen und Querkräfte somit weitgehend vernachlässigbar sind, ist der Spindelantrieb sehr leichtgängig und weist einen besonders hohen Wirkungsgrad auf. Somit ist ein äußerst energie- effizienter Betrieb des Gurtschlossbringers möglich.
Vorzugsweise ist in dieser Ausführungsform zwischen dem Befestigungselement und der Spindel ein Dämpfungselement, insbesondere ein elastisches Dämpfungselement zur Geräuschdämpfung angeordnet. Das Dämpfungselement ist beispielsweise aus einem Elastomer hergestellt und verhindert bei einer Rela- tivbewegung zwischen Befestigungselement und Spindel unerwünschte Anschlaggeräusche.
Gemäß einer speziellen Ausführungsform ist am oberen Ende der Spindel ein Kopplungskörper angeordnet und fest mit der Spindel verbunden, wobei der Kopplungskörper Fortsätze aufweist, welche mit Spiel in Öffnungen des Befes- tigungselements eingreifen. Auf diese Weise lässt sich mit geringem Aufwand eine hochbelastbare und begrenzt bewegliche Verbindung zwischen dem Befestigungselement und der Spindel realisieren.
Zwischen dem Grundkörper und dem Schlitten kann wenigstens ein Kugelkäfig angeordnet sein, auf dem der Schlitten für eine Linearbewegung entlang des Grundkörpers gelagert ist. Die Verwendung eines oder mehrerer Kugelkäfige, insbesondere in linearer Form mit mehreren entlang einer Gerade aufgereihten Kugeln ermöglicht eine leichtgängige und geräuscharme Lagerung des Schlittens am Grundkörper.
Um die Spindel des Spindelantriebs in Axialrichtung reversibel zu bewegen, kann die Spindelmutter des Spindelantriebs, die die Axialbewegung der Spindel bewirkt, in der gewünschten Drehrichtung angetrieben werden.
Die Spindelmutter ist vorzugsweise am Grundkörper drehbar gelagert.
Beispielsweise kann die Spindelmutter in einem insbesondere senkrecht zur Axialrichtung geteilten Lagerblock aufgenommen sein, was eine einfache Vor- montage des Spindelantriebs vor dessen Befestigung am Grundkörper erlaubt.
Der Lagerblock wird vorzugsweise vom Schlitten umgriffen, sodass auch hier kein separates Gehäuse benötigt wird und die Kompaktheit des gesamten Gurt- schlossbringers erhöht wird.
Im Lagerblock kann auch eine Lagerung für einen die Spindelmutter antrei- benden Elektromotor vorgesehen sein, sodass der gesamte Antrieb am Grundkörper angeordnet werden kann und wenigstens großteils vom Schlitten gegen Umwelteinflüsse geschützt werden kann.
Zur Übertragung der Antriebskraft vom Elektromotor auf die Spindelmutter ist vorzugsweise ein Zwischengetriebe vorgesehen, das mit einem Antriebsritzel des Elektromotors gekoppelt ist und das ein mit der Spindelmutter kämmendes Ritzel aufweist. Auf diese Weise kann in einer kompakten Anordnung eine Kraftübertragung mit der gewünschten Übersetzung erreicht werden. Das Zwischengetriebe ist vorzugsweise ebenfalls am Lagerblock gelagert und kann an diesem vormontiert werden.
Beispielsweise umfasst das Zwischengetriebe zwei auf einer Achse angeordnete Ritzel, von denen eines mit dem Antriebs ritzel des Elektromotors und das andere mit einer Außenverzahnung der Spindelmutter kämmt.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben. In den Zeichnungen zeigen:
Figur 1 einen erfindungsgemäßen Gurtschlossbringer in einer schematischen perspektivischen Darstellung in einer vollständig zurückgezogenen Position;
Figur 2 den Gurtschlossbringer aus Figur 1 in einer vollständig ausgefah- renen Position;
Figur 3 eine schematische perspektivische Darstellung des Gurtschloss- bringers aus Figur 1 ohne den Schlitten;
Figur 4 die in Figur 3 dargestellte Baugruppe in einer Frontansicht;
Figuren 5 und 6 schematische Darstellungen des Spindelantriebs des erfindungsgemäßen Gurtschlossbringers;
Figuren 7 und 8 schematische Darstellungen des Spindelantriebs mit einem Lagerblock und einem Elektromotor;
Figuren 9 und 10 eine Explosionsdarstellung des erfindungsgemäßen Gurtschlossbringers; - Figur 11 einen Ausschnitt eines erfindungsgemäßen Gurtschlossbringers im Bereich einer Anbindung zwischen Gurtschloss und Spindel in Explosionsdarstellung;
Figur 12 den Ausschnitt des Gurtschlossbringers gemäß Figur 11 im zusammengesetzten Zustand; - Figur 13 den Ausschnitt des Gurtschlossbringers gemäß Figur 12 in einer perspektivischen Ansicht mit einem Grundkörper und einem Schlitten;
Figur 14 den Ausschnitt des Gurtschlossbringers gemäß Figur 12 in einer weiteren perspektivischen Ansicht mit einem Schlitten und einem Führungssystem; - Figur 15 eine perspektivische Teilansicht des Gurtschlossbringers gemäß den Figuren 11 bis 14 im zusammengesetzten Zustand;
Figur 16 eine Seitenansicht des Gurtschlossbringers gemäß Figur 15; und
Figur 17 eine Rückansicht des Gurtschlossbringers gemäß Figur 15.
Die Figuren 1 und 2 zeigen einen Gurtschlossbringer 10, der einen fahrzeugfest befestig baren, starren Grundkörper 12 und einen am Grundkörper 12 entlang dessen Axialrichtung A verfahrbar gelagerten Schlitten 14 aufweist. Der Schlitten 14 umgreift den Grundkörper 12 in Umfangsrichtung zumindest teilweise, wobei in diesem Beispiel der Schlitten 14 umfangsmäßig teilweise komplett geschlos- sen ist (siehe auch Figur 9).
Figur 1 zeigt den Gurtschlossbringer 10 in einer vollständig zurückgezogenen Position, wie sie während des normalen Fahrbetriebs eingenommen wird. Figur 2 zeigt den Gurtschlossbringer 10 in der maximal ausgefahrenen Position, die zum An- und Abschnallen des Sicherheitsgurtes eingenommen wird. Die
Verfahrrichtung V, in der ein Gurtschloss 16 durch den Gurtschlossbringer 10 reversibel bewegt wird, fällt mit der Axialrichtung A zusammen.
Am Grundkörper 12 ist hier eine Befestigungsöse 18 ausgebildet, über die die Befestigung des Gurtschlossbringers 10 am Fahrzeug erfolgt. Der Grundkörper 12 weist eine Rückenplatte 20 sowie zwei sich in Axialrichtung A erstreckende Schmalseiten 22 auf, die seitlich von der Rückenplatte 20 abstehen.
Der kastenförmige Schlitten 14 hat zwei Schmalseiten 24, die parallel zu den Schmalseiten 22 des Grundkörpers 12 angeordnet sind. Zwischen der Außensei- te der Schmalseiten 22 und der Innenseite der Schmalseiten 24 sind als Lagerung mehrere Kugelkäfige 26 angeordnet, die in Axialrichtung A frei beweglich in Führungen 28 an den Schmalseiten 22 des Grundkörpers 12 aufgenommen sind. Dies ist auch in den Figuren 3, 4 und 10 dargestellt. Die Kugelkäfige 26 sind hier als lineare Bauteile mit jeweils vier Kugeln ausgebildet und erlauben auf bekann- te Weise eine gleichmäßige und geräuscharme Bewegung des Schlittens 14 entlang des Grundkörpers 12. Es sind insgesamt vier Kugelkäfige 26 vorgesehen, die jeweils an den Außenkanten der Schmalseiten 22 angeordnet sind. Anschläge 30 an den axialen Enden der Schmalseiten 22 verhindern, dass die Kugelkäfige 26 die Führungen 28 verlassen. An den gurtschlossseitigen Enden sind die Anschläge 30 hier durch Niete gebildet, die nach dem Einschieben der Kugelkäfige 26 in die Führungen 28 eingesetzt werden.
Das Gurtschloss 16 wird in und gegen die Verfahrrichtung V reversibel durch einen am Grundkörper 12 angeordneten Spindelantrieb 32 bewegt. Der Spindelantrieb 32 ist beispielsweise in den Figuren 5 und 6 näher dargestellt. Der Spindelantrieb 32 umfasst eine drehbar gelagerte, angetriebene Spindelmutter 34 sowie eine durch Drehung der Spindelmutter 34 entlang der Verfahrrichtung V verschiebbare Spindel 36.
An ihrem gurtschlossseitigen Ende ist die Spindel 36 über ein hier plattenför- miges Befestigungselement 38 drehfest mit dem Gurtschloss 16 verbunden. Um ein Mitdrehen der Spindel 36 mit der Spindelmutter 34 zu verhindern, ist das Befestigungselement 38 drehfest am Schlitten 14 verschraubt, wie bei-
spielsweise Figur 9 zeigt. Hierzu sind in diesem Beispiel zwei Befestigungsösen 40 an einem gurtschlossseitigen Ende des Schlittens 14 vorgesehen.
Die Spindel 36 ist zumindest über den maximalen Verfahrbereich mit einem Gewinde versehen, das in ein Innengewinde der Spindelmutter 34 eingreift, wie es von Spindelantrieben bekannt ist.
Die Spindelmutter 34 ist axial unverschieblich, aber drehbar in einem Lagerblock 42 aufgenommen, der fest mit dem Grundkörper 12 verbunden ist.
Der Lagerblock 42 ist hier vertikal in zwei Abschnitte 42a, 42b unterteilt (siehe Figur 10), zwischen denen die Spindelmutter 34 gelagert ist. In diesem Beispiel ist der Lagerblock 42 über einen Rahmen 44 mit der Rückenplatte 20 des Grundkörpers 12 verschraubt.
Die Spindelmutter 34 wird über einen Elektromotor 46 angetrieben, der ebenfalls am Grundkörper 12 fixiert ist. Der Lagerblock 42, genauer der gurtschloss- ferne Abschnitt 42b des Lagerblocks 42, bildet eine Lagerung für ein gurtschloss- seitiges Ende des Elektromotors 46.
Um den Bauraum in der in das Fahrzeug hinein weisenden Richtung zu reduzieren, ist in diesem Beispiel im Schlitten 14 jeweils in einer Frontplatte 14a und einer Rückenplatte 14b eine Ausnehmung 48 vorgesehen, in die der Elektromotor 46 hineinragt. Auf der Welle des Elektromotors 46 sitzt ein Antriebsritzel 50, das mit einem ersten Ritzel 52 eines Zwischengetriebes 54 kämmt. Das Zwischengetriebe 54 weist ein zweites Ritzel 56 auf, das mit dem ersten Ritzel 52 auf einer gemeinsamen Welle angeordnet ist. Das zweite Ritzel 56 kämmt mit einer Außenverzahnung 58 an der Spindelmutter 34, wodurch eine Drehbewegung des Ritzels 50 in gewünschter Übersetzung auf die Spindelmutter 34 übertragen werden kann. Alle Verzahnungen sind hier als Schrägverzahnungen ausgebildet. Die Welle des Zwischengetriebes 54 ist ebenfalls im Lagerblock 42 gelagert, wie in Figur 10 zu erkennen ist.
Die Welle des Elektromotors 46, die des Zwischengetriebes 54 und die Spin- del 36 sind parallel zueinander ausgerichtet.
Der Spindelantrieb 32 kann mit dem Elektromotor 46 im Lagerblock 42 zu einer separaten Baugruppe vormontiert werden, wie in den Figuren 7 und 8 dargestellt ist.
Außerdem sind in diesem Beispiel zwei Positionssensoren 60 zur Erfassung einer Spindelposition vorgesehen. Die Positionssensoren 60 sind ebenfalls am Grundkörper 12 montiert.
Die Figuren 11 bis 17 zeigen eine weitere Ausführungsform des Gurtschlossbringers 10, umfassend den stationär fahrzeugfest anbringbaren Grundkörper 12 und das am Grundkörper 12 verfahrbar gelagerte Gurtschloss 16, wobei der Spindelantrieb 32 das Gurtschloss 16 bewegt und die Spindel 36 des Spindelantriebs 32 drehfest mit dem Gurtschloss 16 verbunden ist.
Ferner ist die Spindel 36 mit dem Schlitten 14 verbunden und weist eine Achse auf, wobei der Schlitten 14 in axialer Richtung A verfahrbar am Grundkörper 12 geführt ist. Analog zur Ausführungsform gemäß den Figuren 1 bis 10 ist das Befestigungselement 38 an einem oberen Ende der Spindel 36 angeordnet und das Gurtschloss 16 zum Beispiel durch Schrauben oder Niete am Befestigungselement 38 fixiert, das heißt starr mit dem Befestigungselement 38 verbunden.
In der Ausführungsform des Gurtschlossbringers 10 gemäß den Figuren 1 bis 10 ist das Befestigungselement 38 auch mit der Spindel 36 starr verbunden, insbesondere verschweißt.
Hingegen sind das Befestigungselement 38 und die Spindel 36 in der Ausführungsform des Gurtschlossbringers 10 gemäß den Figuren 11 bis 17 nicht starr aneinander befestigt, sondern so miteinander verbunden, dass sie relativ zueinander begrenzt beweglich bleiben. Die Verbindung zwischen dem Befestigungselement 38 und der Spindel 36 kann hierzu ein vorgegebenes Spiel aufweisen und/oder elastisch nachgiebig ausgebildet sein.
Der Gurtschlossbringer 10 gemäß den Figuren 1 bis 17 unterscheidet sich von der Ausführungsform gemäß den Figuren 1 bis 10 im Wesentlichen nur durch die Art der Verbindung zwischen der Spindel 36 und dem Befestigungselement 38. Daher wird nachfolgend hauptsächlich auf diesen Unterschied sowie
die daraus resultierenden Vorteile eingegangen und im Übrigen auf die obige Figurenbeschreibung verwiesen.
Die Figur 11 zeigt eine Explosionsansicht des Gurtschlossbringers 10 im Bereich einer Anbindung zwischen dem Gurtschloss 16 und der Spindel 36. Das Befestigungselement 38 ist hier als Blechformteil ausgeführt, welches Öffnungen 62 zur Kopplung mit der Spindel 36 aufweist. Konkret ist das Blechformteil zumindest im Bereich eines Kopplungsabschnitts doppellagig ausgeführt, wobei die Blechlagen im Kopplungsabschnitt voneinander beabstandet sind, um die Öffnungen 62 zu bilden. Am oberen, das heißt dem Gurtschloss 16 zugewandten Ende 64 der Spindel 36 ist ein Kopplungskörper 66 angeordnet und fest mit der Spindel 36 verbunden, insbesondere mit der Spindel 36 verpresst und/oder verschweißt. Der Kopplungskörper 66 weist Fortsätze 68 auf, welche sich quer zur Axialrichtung A erstrecken und mit Spiel in die Öffnungen 62 des Befestigungselements 38 eingreifen. Auf diese Weise lässt sich mit geringem Aufwand eine hoch belastbare und begrenzt bewegliche Verbindung zwischen dem Befestigungselement 38 und der Spindel 36 realisieren.
Zur Geräuschdämpfung sind zwischen den Fortsätzen 68 des fest mit der Spindel 36 verbundenen Kopplungskörpers 66 und dem Befestigungselement 38 Dämpfungselemente 70 angeordnet. Die Dämpfungselemente 70 sind bevorzugt elastisch ausgebildet und können zum Beispiel aus Gummi oder einem anderen geeigneten Elastomer hergestellt sein.
Gemäß den Figuren 11 und 12 sind die Dämpfungselemente 70 als Elastomerkappen ausgebildet und auf die Fortsätze 68 des Kopplungskörpers 66 aufgesteckt. Dadurch verhindern die Elastomerkappen bei einer beliebigen Relativbewegung zwischen dem Befestigungselement 38 und der Spindel 36 unerwünschte Anschlaggeräusche.
Die Dämpfungselemente 70 reduzieren ein freies Spiel zwischen den Fortsätzen 68 und den Öffnungen 62, wobei das freie Spiel unter Umständen auch vollständig eliminiert wird. Die begrenzte Relativbewegung zwischen dem Befestigungselement 38 und der Spindel 36 wird dann ausschließlich über eine Verformung der Dämpfungselemente 70 sichergestellt.
Die Figur 13 zeigt den Ausschnitt des Gurtschlossbringers 10 gemäß Figur 12, wobei zusätzlich der Grundkörper 12 und der Schlitten 14 dargestellt sind.
Der Schlitten 14 und das Befestigungselement 38 sind fest, das heißt im Wesentlichen spielfrei miteinander verbunden. Hierzu sind am Befestigungselement 38 Laschen 72 angeformt, die mit dem Schlitten 14 verschraubt werden, um eine starre Verbindung sowie eine direkte Kraftübertragung zwischen dem Befestigungselement 38 und dem Schlitten 14 sicherzustellen. Die Laschen 72 verhindern insbesondere ein Mitdrehen der Spindel 36 mit der Spindelmutter 34 und haben damit dieselbe Funktion wie die in Figur 9 gezeigten Befestigungsösen 40 am gurtschlossseitigen Ende des Schlittens 14.
Gemäß Figur 14 wird eine am Gurtschloss 16 wirkende Kraft F über das Befestigungselement 38 in den Schlitten 14 eingeleitet. Quer zur Axialrichtung A wirkende Kraftkomponenten werden vom Schütten 14 über ein lineares Führungssystem 74 direkt in den karosseriefesten Grundkörper 12 eingeleitet, wo- hingegen in Axialrichtung A wirkende Kraftkomponenten vom Schlitten 14 auf den Spindelantrieb 32 übertragen werden.
Das lineare Führungssystem 74 weist die als Profilschienen 76, 78 ausgebildeten Führungen 28 auf und erlaubt in Axialrichtung A eine möglichst reibungsarme Verschiebung des Schlittens 14 relativ zum Grundkörper 12, wohingegen es quer zur Axialrichtung A eine Kraftübertragung ermöglicht.
In der Ausführungsform gemäß Figur 14 umfasst das lineare Führungssystem 74 eine fest mit dem Schütten 14 verbundene Profilschiene 76, eine fest mit dem Grundkörper 12 verbundene Profilschiene 78 sowie wenigstens einen zwischen den Profilschienen 76, 78 angeordneten Kugelkäfig 26. Alternativ ist auch eine Ausbildung des linearen Führungssystem 74 denkbar, wie sie oben anhand der Figuren 3, 4 und 10 beschrieben ist. Dabei können statt der dargestellten, besonders reibungsarmen Rollführung durch Kugelkäfige 26 selbstverständlich auch lineare Führungssysteme 74 mit Gleitführung zum Einsatz kommen.
Durch die (begrenzte) Beweglichkeit des Befestigungselements 38 relativ zur Spindel 36 lassen sich Fertigungstoleranzen in den Komponenten des Gurtschlossbringers 10 kompensieren. Ferner werden am Gurtschloss 16 quer zur Axialrichtung A wirkende Kraftkomponenten nicht über den Spindelantrieb 32,
sondern über den Schlitten 14 und das lineare Führungssystem 74 in den karosseriefesten Grundkörper 12 eingeleitet. Der Spindelantrieb 32 nimmt lediglich Kraftkomponenten auf, die in Axialrichtung A, das heißt in Verfahrrichtung V des Gurtschlosses 16 wirken. Die Figuren 15 bis 17 zeigen Ansichten des zusammengebauten Gurtschloss- bringers 10 im Bereich der Anbindung zwischen dem Gurtschloss 16 und der Spindel 36. Dabei wird deutlich, dass das Befestigungselement 38 sowohl mit dem Gurtschloss 16 als auch mit dem Schlitten 14 starr verbunden ist. Die Verbindung zwischen dem Befestigungselement 38 und der Spindel 36 bzw. dem mit der Spindel 36 fest verbundenen Kopplungskörper 66 erlaubt hingegen sowohl in Axialrichtung A als auch in radialer Richtung R eine begrenzte Relativbewegung. Diese Relativbewegung ergibt sich dabei aus einem freien Spiel und/oder einer Verformung der Dämpfungselemente 70.
Aufgrund dieser Befestigung des Gurtschlosses 16 können Fertigungstole- ranzen kompensiert und Belastungen des Spindelantriebs 32 quer zur Axialrichtung A vermieden werden. Der Spindelantrieb 32 ist dadurch sehr leichtgängig und weist eine geringe Reibung sowie einen hohen Wirkungsgrad auf.