Bezeichnung der Erfindung
Variabler Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine
Beschreibung
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft einen variablen Ventiltrieb einer Brennkraftmaschine mit einer Einrichtung, die zu einem betriebsartabhängigen Sekundärhub wenigs¬ tens eines Gaswechselventils für ein internes Abgasrϋcksaugen dient. Ein der¬ artig ausgebildeter Ventiltrieb bildet vorzugsweise die mechanische Grundlage zur Umsetzung von homogenen Selbstzündungsbrennverfahren.
Hintergrund der Erfindung
Ein Ventiltrieb mit einem betriebsartabhängigen Sekundärhub des Gaswech¬ selventils ist bereits für eine Einrichtung vorgeschlagen, die als Motorbremse bei luftverdichtenden Brennkraftmaschinen dienen soll. Motorbremsen werden als sicherheitsrelevante Ergänzung zur Betriebsbremse üblicherweise als Dau¬ erbremse bei Nutzfahrzeugen eingesetzt und basieren auf dem Prinzip,. 'dass das Schleppmoment der sich im Schubbetrieb befindlichen und nicht befeuer¬ ten Brennkraftmaschine durch Erhöhung der Ladungswechselarbeit erheblich gesteigert werden kann und das Fahrzeug dadurch abgebremst wird. Hierzu wird das Auslassventil während derA/erdichtungsphase nochmals geöffnet, so dass die Zylinderladung nicht gasfederartig komprimiert, sondern unter Aufbrin- gung von Ausschiebearbeit in den Auslasskanal geschoben wird. So ist in der DE 40 07 287 A1 eine Motorbremse beschrieben, bei der ein Rollenstößel ei¬ nen Nocken abgreift, der neben einer konventionellen Nockenerhebung sowie
einem Grundkreis eine Nockeneinformung aufweist, die sich -in Nockendreh¬ richtung betrachtet- an die Nockenerhebung anschließt. Der Rolienstößel ist über ein integriertes hydraulisches Ventilspielausgleichselement hinaus hydrau¬ lisch verlängerbar, indem er eine Kammer aufweist, die sich mit Hydraulikmittel füllt, während der Rollenstößel die Nockeneinformung durchfährt. Der Zu- und Abfluss von Hydraulikmittel zu bzw. aus der Kammer wird über ein Hydraulik¬ ventil gesteuert, welches bei aktivierter Motorbremse in der Phase, in der der Nockenfolger aus der Nockeneinformung auf den Grundkreis austaucht, ge¬ schlossen ist. In diesem Fall erzeugt der Rollenstößel einen zusätzlichen Hub während der Verdichtungsphase. Im befeuerten Betrieb der Brennkraftmaschi¬ ne kann sich die Kammer hingegen über das dann offene Hydraulikventil wie¬ der leeren, so dass sich der Rollenstößel beim Ausfahren aus der Nockenein¬ formung wieder auf seine ursprüngliche Länge verkürzt und keinen zusätzli¬ chen Hub am Auslassventil erzeugt.
Nachteilig am Rollenstößel der vorgenannten Schrift ist dessen aufwändiger Aufbau, da ein Innengehäuse, das den Kolben des hydraulischen Ventilspiel- ausgleichselements in einer hohlzylindrischen Ausnehmung führt, auch an sei¬ nem Außenumfang hochpräzise bearbeitet werden muss, um die Kammer leck- spaltartig zur Umgebung abzudichten.
Aufgabe der Erfindung
Gegenüber dem bekannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Ventiltrieb zu schaffen, der ein internes Rücksaugen von Ab¬ gas in ausreichender Menge und mit .ausreichend genauer und vollvariabel ein¬ stellbarer Dosierung ermöglicht, um Insbesondere eine Brennkraftmaschine mit so genannter homogener Selbstzündung zu betreiben. Der Ventiltrieb soll ü- berdies einfach und somit kostengünstig herstellbar ist.
Zusammenfassung der Erfindung
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein kostengünstig herzustel¬ lender Ventiltrieb, der zur Abgasrϋcksaugung dient. Dies ist insbesondere die Voraussetzung für einen Betrieb der Brennkraftmaschine bei homogener und sich selbst zündender Ladung. Ein derartiges, auch als HCCl-Verfahren (Ho- mogenous Charge Compression Ignition) bezeichnetes Brennverfahren ist so¬ wohl bei selbst gezündeten Diesel-Brennkraftmaschinen als auch bei fremd gezündeten Otto-Brennkraftmaschinen zumindest im Teillastbetrieb der Brenn- kraftmaschine hauptsächlich zum Zweck der Emissionsreduzierung einsetzbar. Der durch Brennbeginn, -Schwerpunkt und -dauer, maximalen Zylinderdruckan¬ stieg sowie Spitzendruck gekennzeichnete Verbrennungsablauf wird beim HCCl-Verfahren im Wesentlichen durch Steuerung der Ladungszusammenset¬ zung und des Ladungstemperaturverlaufs festgelegt. Es zeigt sich, dass bei diesem Brennverfahren eine hohe Ladungstemperatur zur Steuerung des Zündzeitpunktes erwünscht ist. Ein sehr wirksames Mittel zur Erhöhung der Ladungstemperatur ist die Erhöhung des Restgasgehalts, d.h. die Erhöhung des Gehalts an nicht ausgespültem oder ausgespültem und in den Zylinder wieder rückgeführten Abgas des vorhergehenden Verbrennungszyklus in der Zylinderladung für den nächsten Verbrennungszyklus. Dabei muss der Rest¬ gasgehalt auf den Betriebspunkt der Brennkraftmaschine vollvariabel ange- passt werden können, wobei Restgasmengen von 60% der Zylinderladung und mehr erforderlich sein können. Restgasanteile können in dieser Höhe nicht mehr über eine interne Abgasrückführung durch konventionelle VentiJüber- schneidung oder über eine Einrichtung zur externen Abgasrückführung bereit¬ gestellt werden. Überdies reagiert das HCCl-Verfahren mit unakzeptablen Verbrennungsabläufen äußerst sensibel auf Änderungen der Ladungseigen¬ schaften, so dass neben der Bereitsfellung von Restgas in der benötigten Men¬ ge ebenfalls eine verbrennungszyklustreue, hochpräzise und zylinderindividuel- Ie Dosierung des Restgasanteils erforderlich ist.
Durch die erfindungsgemäßen Merkmale liegt ein variabler Ventiltrieb mit we¬ nigstens einem Einlass- und wenigstens einem Auslassventil vor, von denen zumindest ein Gaswechselventil mit einem von wenigstens einem Nocken be¬ aufschlagten Nockenfolger in Wirkverbindung steht. Dies schließt somit auch einen Ventiltrieb ein, bei dem der Nockenfolger durch Koppelmittel umschaltbar ausgebildet ist und Hübe mehrerer Nocken in Abhängigkeit von seinem Kop¬ pelzustand selektiv auf das Gaswechselventil überträgt. Aber auch Ventiltriebe, die den Hub des Gaswechselventil mittels einem Nocken und weiteren Ver¬ stellelementen kontinuierlich variieren, sollen im Schutzumfang eingeschlossen sein.
Der Nockenfolger ist auf einem hydraulischen Ventilspielausgleichselement abstützbar gelagert, wobei dieses mit einem Hydraulikmittelzulaufpfad sowie mit einem durch Absperrmittel verschließbaren Hydraulikmittelablaufpfad ver- bunden ist. Ein Hochdruckraum des Ventilspielausgleichselements, welcher durch eine innere Mantelfläche und eine innere Stirnseite eines hohlzylindri- schen Gehäuses sowie einer Stirnseite eines im Gehäuse längsbeweglich ge¬ führten Kolbens begrenzt ist, steht über eine im Gehäuse befindliche Durch¬ gangsöffnung mit dem Hydraulikmittelablaufpfad in Verbindung. Der Nocken hat relativ zu einem Grundkreis eine Nockenerhebung und eine Nockeneinfor¬ mung, wobei die Nockenerhebung außerhalb des Grundkreises liegt und einen Primärhub des Gaswechselventils erzeugt und die Nockeneinformung innerhalb des Grundkreises liegt, in die der Nockenfolger bei hydraulischer Längung des Hochdruckraums eintaucht.
In einer Betriebsart, in der die Brennkraftmaschine mit der erfindungsgemäßen Abgasrücksaugung betrieben wird, erfolgen der Primärhub und der Sekundär¬ hub des zumindest einen Gaswechselventils. Voraussetzung hierfür ist, dass das Absperrmittel geschlossen ist, sobald der Nockenfolger aus der Nockenein- formung auf den Grundkreis austaucht. In diesem Fall bleibt das Hydraulikmittel im Hochdruckraum eingeschlossen, und der gegenüber der Nockeneinformung
erhabene Grundkreis stellt eine zusätzliche Nockenerhebung dar, die den Se¬ kundärhub erzeugt.
In einer anderen Betriebsart der Brennkraftmaschine erfolgt lediglich der Pri- märhub des zumindest einen Gaswechselventils. Dabei ist das Absperrmittel geöffnet, sobald der Nockenfolger aus der Nockeneinformung auf den Grund¬ kreis austaucht. In dieser Betriebsart erfährt das Gaswechselventil keinen Se¬ kundärhub, da sich der Hochdruckraum über das geöffnete Absperrmittel so¬ lange entleert, bis der Ventiltrieb eine hydraulische Länge aufweist, die dem Grundkreis des Nockens entspricht.
Somit wird die Grundfunktion des hydraulischen Ventilspielausgleichselements, nämlich Spiel im Ventiltrieb automatisch auszugleichen, gleichzeitig auch dazu verwendet, den Ventiltrieb bei Eintauchen des Nockenfolgers in die Nockenein- formung hydraulisch zu verlängern. Diese Zusatzfunktion bedeutet seitens des hydraulischen Ventilspielausgleichselements nur einen minimalen Mehrauf¬ wand, da lediglich eine zusätzliche Durchgangsöffnung in den Hochdruckraum erforderlich ist.
Insbesondere für einen Betrieb der Brennkraftmaschine im homogenen Selbst- zündungsbrennverfahren ist es gemäß Anspruch 2 notwendig, dass die Dauer des Sekundärhubs und somit die Menge an rückgeführtem Abgas vollvariabel mit einem beliebig wählbarem Zeitpunkt, zu dem das Absperrmittel geöffnet wird, einstellbar ist. Überdies ist es nach den Ansprüchen 8 und 9 zweckmäßig vorgesehen, dass die Dauer des Sekundärhubs für jeden Zylinder der Brenn¬ kraftmaschine individuell und für jede Umdrehung des Nockens von einem Steuergerät neu berechnet und neu einstellbar ist.
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In einer Variante nach Anspruch 3 ist es vorgeschlagen, dass der Sekundärhub an einem Auslassventil erfolgt, welcher teilweise oder vollständig innerhalb des
Hubs des Einlassventils liegt. In dieser bevorzugten Ausgestaltung wird bereits in den Auslasskanal ausgeschobenes Abgas während des Ansaugtakts der
Brennkraftmaschine über das dann nochmalig geöffnete Auslassventil in den Brennraum rückgesaugt.
Es kann laut Anspruch 4 aber auch zweckmäßig sein, dass der Sekundärhub an einem Einlassventil erfolgt, welcher teilweise oder vollständig innerhalb des Hubs des Auslassventils liegt. In dieser alternativen Ausgestaltung wird Abgas im Ausschiebetakt der Brennkraftmaschine in den Einlasskanal ausgeschoben und während des Ansaugtakts in den Brennraum rückgesaugt.
Eine Kombination dieser vorgenannten Möglichkeiten ist in Anspruch 5 vorge¬ schlagen. Demnach kann es zur Einstellung von Menge und Temperatur des Restgases vorteilhaft sein, sowohl Abgas aus dem Einlasskanal als auch aus dem Auslasskanal rückzusaugen.
Der erfindungsgemäße Ventiltrieb lässt sich nach Anspruch 6 besonders ein¬ fach an einem Schlepphebelventiltrieb darstellen, dessen hydraulisches Ventil- spielausgleichselement als Abstützelement ausgebildet ist, das den Nockenfol- ger in Form eines Schlepphebel schwenkbar lagert und in einer hohlzylindri- schen Ausnehmung der Brennkraftmaschine ruhend gelagert ist. Das Abstütz- element weist zwischen dem Hochdruckraum und einem sphärischen Ende zur Lagerung des Schlepphebels einen Vorraum auf, der mittels wenigstens eines Durchtritts des Gehäuses mit dem in die Ausnehmung mündenden Hydraulik¬ mittelzulaufpfad und bei geöffnetem Rückschlagventil mit dem Hochdruckraum verbunden ist. Der Hochdruckraum ist seinerseits über die Durchgangsöffnung des Gehäuses mit dem in die Ausnehmung mündenden Hydraulikmittelablauf- -pfad verbunden. Zwischen dem Hydraulikmittelzulaufpfad und dem Hydraulik¬ mittelablaufpfad befindet sich ein durph Gehäuse und Ausnehmung gebildeter Dichtspalt.
Eine weitere zweckmäßige Ausgestaltung sieht laut Anspruch 7 die Verwen¬ dung eines elektrohydraulischen 2/2-Wege-Ventils als einfaches und preis¬ günstiges Absperrmittel für den Hydraulikmittelablaufpfad vor. Es ist jedoch
auch an den Einsatz von gleichwirkenden Absperrmitteln wie beispielsweise elektrohydraulische Proportionalventile oder elektrohydraulische 3/2-Wege- Ventile gedacht.
In Anspruch 10 ist vorgeschlagen, dass die Kraft eines Federmittels den No- ckenfolger in Richtung der Nockeneinformung beaufschlagt. Dies unterstützt die hydraulische Längung des Ventilspielausgleichselements.
In zweckmäßiger Fortbildung der Erfindung ist es gemäß Anspruch 11 vorge- sehen, dass der Hydraulikmittelzulaufpfad mit einer Hydraulikmittelförderein¬ richtung, deren Ausgangsdruckniveau höher als das einer Schmierölpumpe für den Schmierölkreislauf der Brennkraftmaschine ist, in Verbindung steht. Hier¬ durch ist eine Versorgung des hydraulischen Ventilspielausgleichselements mit ausreichendem Volumenstrom an Hydraulikmittel sichergestellt, so dass in der Betriebsart mit Abgasrücksaugung auch bei höheren Drehzahlen der Brenn¬ kraftmaschine ein schnelles und vollständiges Auffüllen des Hochdruckraums gewährleistet ist.
Als Hydraulikmittel wird nach Anspruch 12 der Einfachheit halber das Schmieröl der Brennkraftmaschine verwendet. Denkbar ist demgegenüber aber auch die Verwendung beliebig anderer geeigneter Fluide in einem Hydraulikmittelkreis¬ lauf, der dann vom Schmierölkreislauf der Brennkraftmaschine zu separieren wäre.
Die Erfindung wird an nachstehendem Ausführungsbeispiel näher erläutert.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
In beiliegenden Zeichnungen ist ein Schlepphebel-Ventiltrieb für ein Auslass- ventil als Ausführungsbeispiel für den erfindungsgemäßen Ventiltrieb in ver¬ schiedenen Winkelstellungen des Nockens dargestellt. Es zeigen:
Figur 1 einen erfindungsgemäßen Ventiltrieb mit einem Längs¬ schnitt durch ein Abstützelement zum Zeitpunkt des Ventil- schließens nach Durchfahren der Nockenerhebung,
Figur 2 den Ventiltrieb nach Fig. 1 zu einem Zeitpunkt, in dem der
Schlepphebel vollständig in die Nockeneinformung einge¬ taucht ist,
Figur 3 den Ventiltrieb nach Fig. 1 zu einem Zeitpunkt während des Sekundärhubs,
Figur 4 ein Steuerdiagramm der Brennkraftmaschine mit Sekun¬ därhub an einem Auslassventil.
Ausführliche Beschreibung der Zeichnungen
Die Figur 1 zeigt einen als Schlepphebel 1 ausgebildeten Nockenfolger 2, der auf einem als Abstützelement 3 ausgebildeten hydraulischen Ventilspielaus- gleichselement 4 in Hubrichtung eines Gaswechselventils 5 schwenkbar gela¬ gert ist. Der Schlepphebel 1 wird in an sich bekannter Weise über einen No¬ cken 6 mittels einer mit dem Schlepphebel 1 verbundenen und drehbar gela¬ gerten Rolle 7 in Betätigungsrichtung des Gaswechselventils 5 angetrieben. Selbstverständlich kann anstelle der Rolle 7 auch eine mit dem Schlepphebel 1 starr verbundene Gleitfläche als Nockenkontakt vorgesehen sein.
Der Nocken 6 rotiert in dem Ausfühπjngsbeispiel im Uhrzeigersinn und weist relativ zu einem Grundkreis 8 eine töockenerhebung 9 und eine Nockeneinfor¬ mung 10 auf. Die Nockenerhebung 9 liegt außerhalb des Grundkreises 8 und erzeugt einen Primärhub des Gaswechselventils 5. Die Nockeneinformung 10 liegt innerhalb des Grundkreises 8.
Das Abstützelement 3 ist in einer hohlzylindrischen Ausnehmung 11 der Brenn¬ kraftmaschine ruhend gelagert und mit einem Hydraulikmittelzulaufpfad 12 so¬ wie einem Hydraulikventil 13 als Absperrmittel 14 verbunden, durch das ein Hydraulikmittelablaufpfad 15 verschließbar ist. Ein Hochdruckraum 16 des Ven- tilspielausgleichselements 3, welcher durch eine innere Mantelfläche 17 und eine innere Stirnseite 18 eines hohlzylindrischen Gehäuses 19 sowie einer Stirnseite 20 eines im Gehäuse 19 längsbeweglich geführten Kolbens 21 be¬ grenzt ist, steht über eine im Gehäuse 19 befindliche Durchgangsöffnung 22 mit dem Hydraulikmittelablaufpfad 15 in Verbindung.
Dabei ist es von untergeordneter Bedeutung, ob die Durchgangsöffnung 22 an der inneren Mantelfläche 17, wie dargestellt, in den Hochdruckraum 16 mündet oder ob die Durchgangsöffnung 22 an der inneren Stirnseite 18 in den Hoch¬ druckraum 16 mündet. Es muss lediglich sichergestellt sein, dass die Durch- gangsöffnung 22 zwecks einem widerstandsarmen Abfluss von Hydraulikmittel aus dem Hochdruckraum 16 über einen ausreichend großen Querschnitt mit dem Hydraulikmittelablaufpfad 15 in Verbindung steht. Weiterhin befindet sich zwischen einer Innenwandung 23 der Ausnehmung 11 und einer äußeren Man¬ telfläche 24 des Gehäuses 19 ein Dichtspalt 25, der einen hydraulischen Kurz- Schluss zwischen dem Hydraulikmittelzulaufpfad 12 und dem Hydraulikmittelab¬ laufpfad 15 verhindert. Ein solcher hydraulischer Kurzschluss hätte zur Folge, dass sich der Hochdruckraum 16 über den Hydraulikmittelzulaufpfad 12 entlee¬ ren könnte.
Die Versorgung des Abstützelements 3 mit Hydraulikmittel ist rein schematisch dargestellt. Hierzu zählen der Hydraulikmittelzulaufpfad 12, der Hydraulikmit¬ telablaufpfad 15, das Hydraulikventil ,1,3 sowie eine Hydraulikmittelfördereinrich- tung 26, die identisch mit der Schmierölpumpe der Brennkraftmaschine sein kann. Die Hydraulikmittelfördereinrichtung 26 kann aber auch zur Schmieröl- pumpe parallel oder mit dieser in Reihe geschaltet sein. In all diesen Fällen ist das Hydraulikmittel zur Versorgung des Abstützelements 3 identisch mit dem Schmieröl der Brennkraftmaschine. Eine weitere alternative Ausgestaltung be-
steht darin, dass das Hydraulikmittel ein vom Schmieröl der Brennkraftmaschi¬ ne verschiedenes Fluid ist. In diesem Fall erfolgt dann die Versorgung des Ab¬ stützelements 3 in einem vom Schmierölkreislauf der Brennkraftmaschine se¬ parierten Hydraulikmittelkreislauf. Sofern die Hydraulikmittelfördereinrichtung 26 nicht identisch mit der Schmierölpumpe der Brennkraftmaschine ist, ist es vorteilhaft, dass das Ausgangsdruckniveau der Hydraulikmittelfördereinrichtung 26 höher ist als das der Schmierölpumpe. So ist in der Betriebsart mit Abgas- rücksaugung auch bei höheren Drehzahlen der Brennkraftmaschine ein schnel¬ les und vollständiges Auffüllen des Hochdruckraums 16 gewährleistet.
Die Versorgung des Hochdruckraums 16 mit Hydraulikmittel erfolgt in an sich bekannter Art und Weise: der Kolben 21 des Abstützelements 3 weist einen Vorraum 27 auf, der mittels Durchtrittsöffnungen 28 des Gehäuses 19 und des Kolbens 21 mit dem in die Ausnehmung 11 mündenden Hydraulikmittelzulauf- pfad 12 und bei geöffnetem Rückschlagventil 29 mit dem Hochdruckraum 16 verbunden ist. Das Rückschlagventil 29 ist in die Stirnseite 20 des Kolbens 21 integriert. Ein Federmittel 30 bewirkt, dass das Ventilspielausgleichselement 4 stets die Bestrebung hat, den Ventiltrieb durch Auseinandertreiben von Kolben 21 und Gehäuse 19 hydraulisch zu verlängern, um mechanisches Ventilspiel auszugleichen.
Auch die innerhalb des Grundkreises 8 befindliche Nockeneinformung 10 wird vom Ventilspielausgleichselement 4 als mechanisches Ventilspiel interpretiert. In Fig. 2 befindet sich der Nocken 6 in einer Winkelposition, in der sich die RoI- Ie 7 des Schlepphebels 1 vollständig in der Nockeneinformung 10 befindet. Dabei ist das Ventilspielausgleichselement 4 unter Vergrößerung des Hoch¬ druckraums 16 entsprechend weit ausgefahren. Nach Austauchen der Rolle 7 aus der Nockeneinformung 10 befindet sich die Rolle 7 auf dem Grundkreis 8, wobei in der Darstellung gemäß Fig. 3 ein Sekundärhub des Gaswechselventils 5 erfolgt.
Die Ausbildung des Sekundärhubs des Gaswechselventils 5 hängt von Winkel¬ positionen des Nockens 6 ab, zu denen das Hydraulikventil 13 öffnet und schließt. Dieser Zusammenhang ist in Fig. 4 anhand von Ventilhüben "VL" in einem schematischen Steuerzeitendiagramm der Brennkraftmaschine exem- plarisch für einen mit "SL-EX" bezeichneten Sekundärhub an einem Auslass¬ ventil dargestellt. Der als PL-EX bezeichnete Primärhub des Auslassventils endet bei "EXC" nach dem oberen Totpunkt "TDC" der Brennkraftmaschine, während ein Einlassventil bereits mit einem Primärhub "PL-IN" geöffnet ist. Ein unterer Totpunkt der Brennkraftmaschine ist mit "BDC" bezeichnet.
"EXC" ist die frühest mögliche Winkelposition des Nockens 6, an dem das Hyd¬ raulikventil 13 öffnet, da sonst der Hydraulikmitteldruck im Hochdruckraum 16 während des Primärhubs des Auslassventils zusammenbrechen und das Aus¬ lassventil nicht mehr vom Nocken 6 kontrolliert schließen würde. Für den Fall, dass kein Sekundärhub am Auslassventil erfolgen soll, schließt das Hydraulik¬ ventil 13 frühestens zur Winkelposition "HVC", um ein Verkürzen des Ventil- spielausgleichselements 4 auf eine dem Grundkreis 8 entsprechende hydrauli¬ sche Länge zu gewährleisten.
Sofern ein Sekundärhub des Auslassventils erfolgt, endet dieser spätestens zur Winkelposition des Nockens 6 "SLC", wobei ein Abbruch des Sekundärhubs spätestens zur Winkelposition "HVO" durch Öffnen des Hydraulikventils 13 ein¬ geleitet wird.
Für den erneuten Primärhub des Auslassventils ist das Hydraulikventil 13 spä¬ testens zu der mit "EXO" bezeichneten Winkelposition des Nockens 6 wieder geschlossen.
Die Figuren 1-3 sowie das Steuerzeitendiagramm nach Fig. 4 gelten bei ent- sprechender Modifizierung der Winkelposition der Nockeneinformung 10 ana¬ log auch für einen Sekundärhub am Einlassventil oder für eine Kombination von Sekundärhüben am Ein- und Auslassventil.
Liste der Bezugszahlen und -zeichen
1 Schlepphebel
2 Nockenfolger
3 Abstützelement
4 Ventilspielausgleichselement
5 Gaswechselventil
6 Nocken
7 Rolle
8 Grundkreis
9 Nockenerhebung
10 Nockeneinformung
11 Ausnehmung
12 Hydraulikmittelzulaufpfad
13 Hydraulikventil
14 Absperrmittel
15 Hydraulikmittelablaufpfad
16 Hochdruckraum
17 innere Mantelfläche
18 innere Stirnseite
19 Gehäuse
20 Stirnseite
21 Kolben
22 Durchgangsöffnung
23 Innenwandung
24 äußere Mantelfläche
25 Dichtspalt
26 Hydraulikmittelfördereinrichtung
27 Vorraum
28 Durchtrittsöffnung
29 Rückschlagventil
30 Federmittel
VL Ventilhub
TDC Oberer Totpunkt
BDC Unterer Totpunkt PL-EX Primärhub des Auslassventils
PL-IN Primärhub des Einlassventils
SL-EX Sekundärhub des Auslassventils
SLC Spätestes Ende des Sekundärhubs des Auslassventils
EXC Auslassventil Schließzeitpunkt = Frühester Öffnungswinkel des Hydraulikventils
HVO Spätester Öffnungswinkel des Hydraulikventils
HVC Frühester Schließwinkel des Hydraulikventils
EXO Auslassventil Schließzeitpunkt = Spätester Schließwinkel des Hydraulikventils