Beschreibung
Halbleiterchip mit einer Metallbeschichtungsstruktur und Ver¬ fahren zur Herstellung desselben
Die Erfindung betrifft einen Halbleiterchip mit einer Metall¬ beschichtungsstruktur und ein Verfahren zur Herstellung der¬ selben. Dazu ist die Metallbeschichtungsstruktur auf der ak¬ tiven Oberseite des Halbleiterchips oberhalb von Passivie- rungsschichten angeordnet. Diese Metallbeschichtungsstruktur weist kupferhaltige Leiterbahnen und Kontaktanschlussflächen zu Kontaktflächen der Halbleiterelemente des Halbleiterchips auf. Dabei übernimmt eine kupferhaltige Metalllage die Haupt¬ last der Stromzuführung und weist entsprechend dicke Leiter- bahnquerschnitte auf. Diese kupferhaltigen Lagen der Metall¬ bahnen werden zur besseren Stromtragfähigkeit bei Leistungs¬ halbleitertechnologien anstelle der sonst üblichen Aluminium¬ lage eingesetzt.
Eine derartige kupferhaltige stromführende Lage der Leiter¬ bahnen kann über die Hälfte der aktiven Oberseite des Halb¬ leiterchips bedecken. Um einen Korrosionsschutz des Kupfers und um ein Bonden von entsprechend dicken Aluminiumdrähten zu ermöglichen, ist diese kupferhaltige Metalllage von einer Folge von Metalllagen aus NiP/Pg/Au bedeckt. Um eine Diffusi¬ on des Kupfers in die darunter liegenden Passivierungsschich- ten der Halbleiterchipoberfläche zu vermeiden, ist darüber hinaus eine unterste Lage' aus einem kupferdiffusionshemmenden Material, wie Wolfram und/oder Titan, auf der Passivierungs- schicht des Halbleiterchips angeordnet.
Das besondere Kennzeichen derartiger Metallbeschichtungen des Halbleiterchips sind spiegelglatte Oberflächen, um eine geo-
metrisch und topographisch exakte Beschichtungsstruktur zu ermöglichen und einen sicheren Korrosionsschutz für die stromführende Kupferlage zu gewährleisten. Derartige spiegel¬ glatte Oberflächen aus Metall haben den Nachteil einer schlechten Pressmassenhaftung für eine polymeren Kunststoff¬ gehäusemasse auf der spiegelglatten metallbeschichteten Chip¬ oberseite. Dadurch besteht die Gefahr einer Delamination zwi¬ schen der Kunststoffgehäusemasse und der spiegelglatten Ober¬ fläche der Leiterbahnen auf der Chipoberseite. Dies kann zur Folge haben, dass die Metallisierung und/oder die Chip-
Passivierung insbesondere bei thermischen Wechselbelastungen beschädigt werden. An den delaminierten Chipoberflächen kann Feuchtigkeit eindiffundieren, die unter anderem zu Leckströ¬ men und sogar zu Kurzschlüssen zwischen benachbarten Leiter- bahnen führen kann. Außerdem kann eine Feuchtigkeitsdiffusion im Falle von Mikrorissen in der Passivierungsschicht weiter in den Chip eindringen und dort zu Chip-Fehlfunktionen füh¬ ren.
Die schlechte Pressmassenhaftung auf der Chipoberseite, die üblicherweise bei spiegelglatten Aluminiummetallisierungen auftritt, kann durch Aufbringen einer Polymerschicht, bei¬ spielsweise eines Photoimids, oder durch andere Standardma߬ nahmen zur Verbesserung der Adhäsion zwischen der Chipober- fläche und der umgebenden Kunststoffpressmasse nur deshalb bei spiegelglatten Aluminiummetallisierungen und/oder Edelme- tallisierungen erfolgreich überwunden werden, weil die Metal¬ lisierungen eine extrem geringe Topologie aufweisen. Diese Metallisierungen sind nämlich üblicherweise weniger als 1 μm dick, sodass die Schichtdickenstufen auf der Halbleiterchip¬ oberseite zwischen Leiterbahnen und Passivierungsschicht ver¬ nachlässigbar klein gegenüber der Dicke der polymeren Adhäsi- onsbeschichtungen sind.
Bei der extrem starken Topologie der Kupferleitungslagen mit Höhendifferenzen teilweise über 5 μm ist jedoch die Übertrag¬ barkeit dieses Polymerprozesses zur Verbesserung der Adhäsion problematisch. Das Polyimid verteilt sich schwierig und nicht vollständig in alle Gräben, welche die Metallisierungsstruk¬ tur mit einer derartigen Dicke verursacht. Dadurch können Hohlräume beim Aufbringen des Polyimids entstehen, in denen sich wiederum Feuchtigkeit ansammeln kann, was zu den oben erwähnten Nachteilen führen kann. Darüber hinaus wäre es not¬ wendig, beim Aushärten des Polyimids SpezialÖfen für die kup- ferhaltige Metallisierung vorzusehen, um Kontaminationen zu Standardscheiben, die lediglich Aluminiumleiterbahnen aufwei¬ sen, zu vermeiden. Auch der Versuch, die Pressmassen an bei- spielsweise die obersten Edelmetalllagen in ihrer Haftungsei¬ genschaft anzupassen, ist problematisch, zumal diese Edelme¬ talle, wie Palladium und Gold, von vornherein für eine Press¬ massenhaftung ungeeignet erscheinen.
Ein Aufbringen von speziellen galvanisch abgeschiedenen Kera¬ mikschichten, wie sie aus der Druckschrift DE 101 48 120.9 bekannt sind, können praktisch nicht auf der Halbleiter- Waferebene aufgebracht werden, um sie gleichmäßig auf allen Chipoberflächen anzubringen, da diese Prozesse zwar für den endmontierten Halbleiterchip geeignet sind, aber für einen Halbleiterwafer ein Kontaminationsrisiko für Anlagen und Ge¬ räte darstellen.
Es besteht jedoch der Bedarf, gleichzeitig für mehrere HaIb- leiterchips auf Halbleiter-Waferebene diese Metallbeschich- tungsflächen mit kupferhaltigen Lagen, geeignet für ein Wei¬ terverarbeiten, vorzusehen, bevor der Halbleiterwafer in ein-
zelne Halbleiterchips aufgetrennt wird, ohne zusätzliche Pro¬ zessschritte vorzunehmen.
Aufgabe der Erfindung ist es, die Pressmassenhaftung von Chipoberflächen mit hohem Flächenanteil an kupferhaltigen spiegelglatten Metallbeschichtungsstrukturen zu verbessern und einen Halbleiterchip mit einer Metallbeschichtungsstruk- tur anzugeben, welcher die Gefahr einer Delamination zwischen einer Metallisierungsbeschichtungsstruktur und einer Kunst- stoffgehäusemasse vermindert. Darüber hinaus ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren anzugeben, mit dem eine Metall- beschichtungsstruktur mit verbesserter Pressmassenhaftung auf einem Halbleiterwafer für eine Vielzahl von Halbleiterchips parallel und gleichzeitig hergestellt werden kann.
Diese Aufgabe wird mit dem Gegenstand der unabhängigen An¬ sprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Erfindungsgemäß wird ein Halbleiterchip mit einer Metallbe- schichtungsstruktur auf der aktiven Oberseite des Halbleiter¬ chips geschaffen, bei dem die Metallbeschichtungsstruktur kupferhaltige Leiterbahnen und Kontaktanschlussflächen sowie edelmetallhaltige Bondflächen auf der Oberseite des Halblei- terchips aufweist. Dazu weist die Metallbeschichtungsstruktur mehrere übereinander angeordnete Metalllagen auf. Eine kup- ferhaltige untere Metalllage bildet die Leiterbahnen und die Kontaktanschlussflächen, während eine mittlere Lage Nickel und/oder Nickelphosphid aufweist und die untere Metalllage bedeckt. Die oberen Metalllagen aus Edelmetallen, wie Palla¬ dium und/oder Gold, bedecken zumindest die Bondflächenberei¬ che des Halbleiterchips. Dabei weist die mittlere Nickel- und/oder Nickelphosphidlage eine rauhe Grenzfläche zu einer
die Metallbeschichtungsstruktur umgebenden Kunststoffgehäuse- masse und/oder zu den oberen Metalllagen auf.
Dieser Halbleiterchip hat den Vorteil, dass entgegen der Ten- denz bei dem Aufbringen von Metalllagen auf einen Halbleiter- wafer keine spiegelglatten Metalloberflächen bereitgestellt werden, sondern für diese Halbleiterchips mit besonderer Haftfähigkeit zu einer Kunststoffpressmasse der Halbleiterwa- fer mit einer rauhen Metalloberfläche der Metallbeschich- tungsstruktur versehen wird. Erfindungsgemäß wird diese rauhe Metalloberfläche durch die mittlere Nickel und/oder Nickel- phosphid aufweisende Metalllage realisiert. Dabei hat der Halbleiterchip den Vorteil, dass für das Aufbringen dieser Metalllagen keine Sonderprozesse oder Zusatzprozesse erfor- derlich sind. Auch kann auf ein Aufbringen von Polyimiden verzichtet werden, was die Fertigungsprozesse vereinfacht. Auch das komplexe Aufbringen von galvanisch abgeschiedenen Keramikschichten kann unterbleiben. Vielmehr kann dieser Halbleiterchip mit vollkommen konventionellen Metallisierun- gen versehen werden mit dem einzigen Unterschied, dass auf eine spiegelblanke Abscheidung von Nickel auf der kupferhal- tigen Lage der Leiterbahnen verzichtet wird. Vielmehr wird eine rauhe Oberfläche der mittleren Metalllage aus Nickel o- der Nickelphosphid erfindungsgemäß vorgesehen, um damit die große Fläche von über der Hälfte des Halbleiterchips für eine intensive Haftung der umgebenen Kunststoffpressmasse zu ge¬ winnen.
Beim Aufbringen der Edelmetalllage auf diese rauhe nickelhal- tige Lage hat sich darüber hinaus überraschenderweise heraus¬ gestellt, dass die Bondfähigkeit der Edelmetalllagen in kei¬ ner Weise unter der nun praktizierten Rauhigkeit der Grenz¬ schicht der darunter angeordneten Nickellage vermindert wird.
Vielmehr konnte überraschend festgestellt werden, dass die Bondfähigkeit verbessert wird, wobei mit einem verminderten Bondanpressdruck gearbeitet werden kann, da die rauhen Spit¬ zen der Nickelbeschichtung, die sich auch in der Edelmetall- läge abbilden, ein intensives Bonden von Bonddrähten auf der Edelmetalllage fördern. Somit kann die Beschichtungsreihen- folge für die mehrlagigen Leiterbahnen mit einer kupferhalti- gen Metalllage beibehalten werden, ohne dass ein selektives Freihalten von Bondflächen mit spiegelblanken Oberflächen für ein konventionelles Bonden erforderlich ist.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Rauhigkeit der Grenzfläche der mittleren Metalllage aus Ni¬ ckel und/oder Nickelphosphid galvanisch in einem Frontend- Prozess durch Variation der Stromdichten beim Abschalten des Nickels auf einem Halbleiterwafer gebildet. Dabei können ver¬ schiedene Strukturen der rauhen Oberfläche des Nickels reali¬ siert werden, die entweder mehr kugelförmige Konturen aufwei¬ sen oder dentritische Konturen zeigen oder stachelförmige o- der faserige Konturen bilden. In allen Fällen wird die Veran¬ kerung der Kunststoffgehäusemasse auf oder an der rauhen Grenzschicht derart verbessert, dass weder eine Polyimid- schicht erforderlich wird noch andere spezielle Übergangs¬ schichten zur Haftverbesserung im Bereich der kupferhaltigen Metallisierung erforderlich werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Rauhigkeit der mittleren Metalllage so groß, dass eine hohe Haftfähigkeit zu der Kunststoffgehäusemasse vorhanden ist und die Rauhigkeit der Grenzfläche der mittleren Metalllage so gering ist, dass die Bondbarkeit der Bondflächen noch nicht beeinträchtigt wird. Zwischen diesen beiden Grenzzuständen ergibt sich jedoch für die Rauhigkeit der Nickelschicht ein
weites Feld, zumal die Bondfähigkeit erst bei extrem hoher Rauhigkeit beeinträchtigt wird und die Haftfähigkeit zu der Kunststoffgehäusemasse erst nachlässt, wenn praktisch eine spiegelblanke Oberfläche der mittleren Metalllage verwirk- licht wird.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung liegt die Dicke du der kupferhaltigen Metalllage der Metall- beschichtungsstruktur zwischen 2 μm ≤ du ≤ 50 μm. Bei dieser extremen großen Dicke für eine Metallisierungsstruktur sind wie oben erwähnt herkömmliche haftvermittelnde Beschichtungen aus Polyimid oder anderen Haftvermittlern nicht ohne Probleme zu verwirklichen. Demgegenüber lässt sich bei der erfindungs¬ gemäßen Metallbeschichtung eine Verankerung zwischen Metall- beschichtungsstrukturen und Kunststoffgehäusemasse sicher¬ stellen. Selbst das Aufbringen der obersten Edelmetalllagen vermindert nicht die Rauhtiefe der darunter angeordneten mittleren Metalllage aus einem nickelhaltigen Material. Die Gesamtdicke d0 der oberen Metalllagen liegt vorzugsweise zwi- sehen 0,1 μm ≤ do ≤ 1,0 μm. Eine derart hauchdünne Metalllage kann die rauhe Struktur der mittleren Nickelschicht nicht einebnen. Vielmehr bleibt die Kontur der mittleren Metalllage erhalten und wird eventuell noch durch die oberen Metalllagen verstärkt.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung liegt die Dicke der mittleren Rauhtiefe tm zwischen 0,05 μm ≤ tm ≤ 1,00 μm. Diese mittlere Rauhtiefe tm in einem derartigen Bereich zwischen 50 nm und 1.000 nm hat den Vorteil, dass ei- ne intensive Verzahnung und Verankerung der Kunststoffgehäu¬ semasse in der Grenzfläche der rauhen Nickelschicht sicherge¬ stellt ist. Die Dicke dm der mittleren Metalllage aus Nickel
und/oder Nickelphosphid liegt vorzugsweise zwischen 0, 1 μm ≤ dm ≤ 1, 00 μm.
Für eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Metallbe- Schichtungsstruktur auf dem erfindungsgemäßen Halbleiterchip ist es vorgesehen, dass zwischen der kupferhaltigen Metallla¬ ge der Kontaktanschlussflächen und den Kontaktflächen des Halbleiterchips, die mit den Elektroden von Halbleiterelemen¬ ten des Halbleiterchips in Verbindung stehen, eine diffusi- onshemmende Wolfram und/oder Titan aufweisende Metalllage an¬ geordnet ist. Diese Wolfram und/oder Titan aufweisende Me¬ talllage soll verhindern, dass kupferhaltige Metalllagen im Bereich der Kontaktflächen des Halbleiterchips das Halblei¬ termaterial kontaminieren. Für die anderen Oberflächenberei- che des Halbleiterchips ist zwischen der kupferhaltigen Me¬ talllage der Leiterbahnen und den Passivierungsschichten der Oberseite des Halbleiterchips eine Wolfram und/oder Titan aufweisende Metalllage als Diffusionsbarriere angeordnet. Ei¬ ne derartige Diffusionsbarriere soll verhindern, dass Kupfe- rionen in Passivierungsschichten eindringen und an oberflä¬ chennahen PN-Übergängen die Raumladungszone vermindern und/oder die Sperrfähigkeit der PN-Übergänge beeinträchtigen.
Weiterhin ist es vorgesehen, dass die Querschnitte der Lei- terbahnen der Metallbeschichtungsstruktur derartige Dimensio¬ nen aufweisen, dass die Leiterbahnen in der Lage sind, Sour- ce- oder Emitterströme von Leistungshalbleiterchips zu füh¬ ren. Dazu ist es erforderlich, dass der Querschnitt der kup¬ ferhaltigen Lage, wie oben bereits erwähnt, mit einer ent- sprechend hohen Dicke zwischen 2 μm und 50 μm ausgeführt wird. Gleichzeitig soll die Metallbeschichtungsstruktur einen Flächenanteil ΔF der aktiven Oberseite des Halbleiterchips von über 50 % bedecken, d. h. ΔF ≥ 50 %.
Halbleiterbauteile mit derartigen Halbleiterchips sind insbe¬ sondere für den Bereich der Leistungsbauteile vorgesehen. Diese Halbleiterbauteile haben den Vorteil, dass die Gefahr 5 einer Delamination von Kunststoffgehäusemasse von der Metall- beschichtungsstruktur vermindert ist. Gleichzeitig wird damit verhindert, dass sich Mikrorisse in der Kunststoffgehäusemas- se oder in Grenzfläche zwischen Kunststoffgehäusemasse und Metallbeschichtungsstruktur ausbilden, durch die Feuchtigkeit 10 diffundieren und die Funktionalität des Halbleiterbauteils beeinträchtigen könnte.
Ein Verfahren zur Herstellung mehrerer Halbleiterchips mit einer Metallbeschichtungsstruktur aus mehreren Metalllagen
15 weist die nachfolgenden Verfahrensschritte auf. Zunächst wird ein Halbleiterwafer mit in Zeilen und Spalten angeordneten Halbleiterchippositionen, die Halbleiterelektrodenflächen auf den aktiven Oberseiten der Halbleiterchippositionen aufwei¬ sen, hergestellt.
20.
Danach können Passivierungsschichten auf die aktiven Obersei¬ ten der Halbleiterchippositionen unter Freilassen der Halb¬ leiterelektrodenflächen aufgebracht werden. Dann können die Halbleiterelektrodenflächen durch Beschichten zu Kontaktflä-
25 chen verstärkt werden. Nun folgt ein selektives galvanisches oder chemisches Abscheiden einer unteren Kupfer oder Kupfer¬ legierung aufweisenden Metalllage. Dabei werden Leiterbahnen, Kontaktanschlussflächen auf den Kontaktflächen und Bondflä¬ chenbereiche gebildet. Danach erfolgt ein selektives galvani-
30 sches Abscheiden einer rauhen Nickelbeschichtung als mittlere Metalllage auf der unteren Metalllage. Auf die mittlere Me¬ talllage können dann obere Metalllagen einer Palladium und/oder einer Edelmetall aufweisenden Beschichtung mindes-
tens in den Bondflächenbereichen aufgebracht werden. Nach diesem mehrlagigen Beschichten wird der Halbleiterwafer zu einzelnen Halbleiterchips getrennt.
Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass durch das Abscheiden einer rauhen Nickelbeschichtung als mittlere Lage einer Me- tallbeschichtungsstruktur auf dem Halbleiterchip bzw. dem Halbleiterwafer eine Grenzschicht geschaffen wird, die bei nachfolgenden Schritten, wie dem Einbetten des Halbleiter- chips in eine Kunststoffgehäusemasse eine zuverlässige Veran¬ kerung und Haftung zwischen den Metalloberflächen der Ver¬ drahtungsstruktur der einzelnen Halbleiterchips und der Kunststoffgehäusemasse trotz extrem starker Topologie der Verdrahtungsstruktur sicherstellt. Somit ermöglicht das rauhe Nickel auf der Chipoberseite eine gegenüber dem Stand der
Technik verbesserte Pressmassenhaftung. Da das Erzeugen der rauhen Oberfläche der Halbleiterchips bzw. des Halbleiterwa- fers in den Frontend-Prozess mit einbezogen werden kann, kann auf weitere zusätzliche Haftvermittler und die damit verbun- denen zusätzlichen Prozessschritte. verzichtet werden. Es wird somit eine Chipoberfläche erhalten, die eine sehr gute Haf¬ tung zur Kunststoffgehäusemasse aufweist, so dass eine derar¬ tige Frontend-Technologie ohne das Aufbringen eines polymeren Haftvermittlers, wie einer Polyimidschicht, gesteigerten An- forderungen des Marktes in Bezug auf Qualität und Preis ent¬ sprechen kann.
In einem weiteren Durchführungsbeispiel des Verfahrens wird nach dem Aufbringen der Passivierungsschichten und nach dem Verstärken der Halbleiterelektrodenflächen zu Kontaktflächen auf die gesamte Oberfläche des Halbleiterwafers ein elekt¬ risch leitendes Material gebracht, um die Oberfläche für ein galvanisches Abscheiden der kupferhaltigen Schicht zu präpa-
rieren. Dabei wird die gesamte Oberfläche in einen elektrisch leitenden Zustand durch physikalisches Abscheiden eines e- lektrisch leitenden Materials mittels Sputtern oder Aufdamp¬ fen oder Plasmabeschichten überführt. Dieses Aufbringen einer elektrisch leitenden Schicht kann mit dem Aufbringen eines diffusionshemmenden Metalls verbunden werden, indem noch vor dem Aufbringen der kupferhaltigen Metalllage der Halbleiter- wafer und damit die Halbleiterchippositionen mit Wolfram und/oder Titan beschichtet werden, die als Diffusionsbarrie- ren für Kupferionen und Kupferatome bekannt sind.
Diese metallischen Beschichtungen erfüllen somit zwei Funkti¬ onen, einerseits sorgen sie dafür, dass galvanisch eine meh¬ rere Mikrometer dicke Kupferschicht abgeschieden werden kann und andererseits lassen sie keine Kupferionen und Kupferatome in die darunter liegenden Passivierungs- bzw. Oxidschichten eindiffundieren. Damit schützen die Wolfram- und/oder die Ti¬ tanlagen insbesondere die Raumleitungszonen des Halbleiterma¬ terials, die sich bis an die Oberfläche erstrecken und damit besonders gefährdet sind.
In einem weiteren Durchführungsbeispiel des Verfahrens werden nach dem Abscheiden eines elektrisch leitenden Materials auf der gesamten Oberfläche die Bereiche der Oberfläche mit einer Photolackschicht geschützt, auf denen keine untere kupfer- oder kupferlegierungshaltige Metalllage abgeschieden werden soll. Solange diese Photolackstruktur auf dem Halbleiterwafer ist, können sämtliche Metalllagen, die selektiv aufeinander zu einer Metallbeschichtungsstruktur aufzubringen sind, mit den unterschiedlichsten Verfahren aufgebracht werden. Auch stromlose Abscheideverfahren für die weiteren Metalllagen sind möglich. Nachdem die oberste Lage, die in diesem Fall aus einer Palladium- und/oder Edelmetallschicht besteht,
strukturiert und selektiv auf die nicht von Photolack ge¬ schützten Bereiche des Halbleiterwafers aufgebracht ist, kann die Photolackschicht entfernt werden. Anschließend kann die darunter angeordnete leitende Beschichtung aus vorzugsweise Wolfram und/oder Titan selbstjustierend entfernt werden, wo¬ bei hier als Maske die fertiggestellte Metallbeschichtungs- struktur dient.
Reicht die Leitfähigkeit einer Wolfram- und/oder Titanbe- Schichtung nicht aus, um ausreichend Strom für die galvani¬ sche Abscheidung zur Verfügung zu stellen, so kann auch auf der gesamten Oberseite des Halbleiterwafers auf der Wolfram- und/oder Titanlage eine dünne Kupferlage als Vorbeschichtung oder Keimschicht für das Abscheiden der unteren Kupferlage aufgebracht werden. Diese kupferhaltige Keimschicht kann am Schluss des Prozesses nach dem Entfernen des Photolacks mit der darunter liegenden Wolfram- und/oder Titanlage ebenfalls entfernt werden.
Die Erfindung wird nun anhand der .beigefügten Figuren näher erläutert.
Figuren 1-8 zeigen schematische Querschnitte durch einen Oberseitenbereich eines Halbleiterwafers bzw. Halbleiterchips nach Fertigungsschritten für eine Metallbeschichtungsstruktur;
Figur 1 zeigt einen schematischen Querschnitt eines
Oberseitenbereichs mit Passivierungsschichten und frei liegender Kontaktfläche auf einem
Halbleiterwafer in einer Halbleiterchippositi¬ on;
Figur 2 zeigt einen schematischen Querschnitt des O- berseitenbereichs gemäß Figur 1 nach ganzflä¬ chigem Aufbringen einer diffusionshemmenden Metalllage und einer kupferhaltigen Vorbe- schichtung;
Figur 3 zeigt einen schematischen Querschnitt des O- berseitenbereichs gemäß Figur 2 nach Aufbrin¬ gen einer strukturierten Photolackschicht;
Figur 4 zeigt einen schematischen Querschnitt des O- berseitenbereichs gemäß Figur 3 nach galvani¬ scher Abscheidung einer Kupfer aufweisenden unteren Metalllage in Gräben der Photolack¬ schicht;
Figur 5 zeigt einen schematischen Querschnitt des O- berseitenbereichs gemäß Figur 4 nach Aufbrin¬ gen einer Nickel aufweisenden rauhen mittleren Metalllage;
Figur 6 zeigt einen schematischen Querschnitt des O- berseitenbereichs gemäß Figur 5 nach Entfernen der Photolackschicht;
Figur 7 zeigt einen schematischen Querschnitt des 0- berseitenbereichs gemäß Figur 6 nach Entfernen der ganzflächigen Metalllagen;
Figur 8 zeigt einen schematischen Querschnitt des 0- berseitenbereichs gemäß Figur' 7 nach Fertig¬ stellung der Metallbeschichtungsstruktur und
Auftrennen des Halbleiterwafers in einzelne Halbleiterchips;
Figur 9 zeigten einen schematischen Querschnitt einer Grenzfläche zwischen einer Nickel aufweisenden mittleren Metalllage und einer Kunststoffge¬ häusemasse eines Halbleiterbauteils.
Die Figuren 1-8 zeigen schematische Querschnitte durch einen Oberseitenbereich 16 eines Halbleiterwafers bzw. eines Halb¬ leiterchips 1 nach Fertigungsschritten für eine Metallbe- schichtungsstruktur 2. Komponenten mit gleichen Funktionen in den Figuren 1-8 werden mit gleichen Bezugszeichen gekenn¬ zeichnet und nicht mehrfach erörtert.
Figur 1 zeigt einen schematischen Querschnitt eines Obersei¬ tenbereichs 16 mit Passivierungsschichten 14 und frei liegen¬ den Kontaktflächen 15 auf einem Halbleiterwafer in einer Halbleiterchipposition 23. Die Kontaktfläche 15 ist auf einer Halbleiterelektrodenfläche 13 angeordnet, die über Leiterbah¬ nen mit entsprechenden Elektroden der Halbleiterelemente, beispielsweise einer integrierten Schaltung, in Verbindung steht. Die leitende Schicht 26, welche die frei liegende Kon¬ taktfläche 15 mit der vergrabenen Halbleiterelektrodenfläche 13 verbindet, ist aus einem elektrisch leitenden Material hergestellt, das sowohl ein hoch dotiertes Halbleitermateri¬ al, wie Polysilicium oder ein Metall, sein kann. Die frei liegende Kontaktfläche 15 ist umgeben von einer Isolations¬ schicht 17 aus Siliciumdioxid, die unmittelbar auf der akti- ven Oberseite 3 des Halbleiterchips 1 angeordnet ist, und ei¬ ner Passivierungsschicht 14, die beispielsweise Silicium- nitrid aufweist, die die aktive Oberfläche 3 des Halbleiter¬ chips 1 schützt.
Figur 2 zeigt einen schematischen Querschnitt des Oberseiten¬ bereichs 16 gemäß Figur 1 nach ganzflächigem Aufbringen einer diffusionshexnmenden Metalllage 22 und einer kupferhaltigen Vorbeschichtung 24 auf die Gesamtfläche 19 eines Halbleiter- wafers. Die diffusionshemmende Metalllage 22 dieser Ausfüh¬ rungsform der Erfindung ist eine aufgesputterte Schicht, die auf den gesamten Halbleiterwafer aufgebracht werden kann und somit auch in dieser Halbleiterchipposition 23 vorliegt. Auf diese wenige Nanometer dicke diffusionshemmende Metalllage 22 aus Wolfram und/oder Titan wird eine gut elektrisch leitende und kupferhaltige Vorbeschichtung 24 aufgebracht, um bei den nachfolgenden Verfahrensschritten im Galvanikprozess eine entsprechend dicke untere Kupfer aufweisende Metalllage 22 zu schaffen.
Figur 3 zeigt einen schematischen Querschnitt des Oberseiten¬ bereichs 16 gemäß Figur 2 nach Aufbringen einer strukturier¬ ten Photolackschicht 21. Diese Photolackschicht 21 begrenzt einerseits die Leiterbahnbreite, die auf der Vorbeschichtung 24 abgeschieden werden soll, und außerdem begrenzt sie die einzelnen Positionen der über die Leiterbahnen zu verbinden¬ den Kontaktflächen 15 des Halbleiterchips 1.
Derartige strukturierte Photolackschichten 21 werden mit Hil¬ fe der sog. Photolithographie eingebracht, indem beispiels¬ weise eine nicht ausgehärtete Schicht vollständig den Halbleiterwafer bedeckt und eine Vorvernetzung durch Belich¬ tung von Metallbereichen der Photolackschicht 21 folgt, die beim anschließenden Entwicklungsprozess nicht durch entspre¬ chende Entwickler oder Lösungsmittel angegriffen werden, so- dass nur die Bereiche des Photolacks, die galvanisch mit ei¬ ner unteren Kupferlage zu versehen sind, frei von Photolack
entwickelt werden. Dabei werden Gräben 25 in der Photolackbe- schichtung gebildet, die anschließend galvanisch mit entspre¬ chenden Metalllagen zu Kontaktanschlussflächen 5 aufgefüllt werden können. In einem anschließendem Aushärteschritt kann der Photolack weiter vernetzt werden, sodass er in einem Gal¬ vanikbad die Struktur beibehält.
Figur 4 zeigt einen schematischen Querschnitt des Oberseiten¬ bereichs 16 gemäß Figur 3 nach galvanischer Abscheidung einer Kupfer aufweisenden unteren Metalllage 8 in den Gräben 25 der Photolackschicht 21. In dieser Durchführung des Verfahrens wird dafür der Photolack 21 in einer Dicke D aufgebracht, die dicker ist als die Gesamtdicke dG der aufeinander gestapelten Metalllagen 8, 22 und 24.
Figur 5 zeigt einen schematischen Querschnitt des Oberseiten¬ bereichs 16 gemäß Figur 4 nach Aufbringen einer Nickel auf¬ weisenden rauhen mittleren Metalllage 9. Dabei wird in einem von dem galvanischen Kupferbad getrennten galvanischen Bad für Nickel das Nickel mit unterschiedlicher Stromdichte abge¬ schieden, so dass durch die Variation der Stromdichte keine glatte Nickeloberseite aufgebaut wird, sondern eine relativ zerklüftete rauhe Oberseite 18 des abgeschiedenen Nickels als rauhe Grenzfläche 11 der rauhen Nickelbeschichtung 18 ent- steht. Da die Dicke D der Photolithographieschicht 21 dicker ist als die Gesamtdicke dG der Metalllagen, kann die struktu¬ rierte Photolackschicht 21 auch für ein selektives Abscheiden der rauhen Nickelbeschichtung 18 dienen.
Figur 6 zeigt einen schematischen Querschnitt des Oberseiten¬ bereichs 16 gemäß Figur 5 nach Entfernen der Photolackschicht 21. Die mittlere Rauhtiefe tm der rauhen Grenzfläche 11 be¬ trägt zwischen 0,05 μm ≤ tm ≤ 1,00 μm. Die Dicke du der dar-
unter angeordneten unteren kupferhaltigen Metalllage 8 der Metallbeschichtungsstruktur liegt zwischen 2 μm ≤ du ≤ 50 μm und die Dicke dm der mittleren Metalllage 9 aus Nickel be¬ trägt 0,1 μm ≤ dm ≤ 1,00 μm.
Figur 7 zeigt einen schematischen Querschnitt des Oberseiten¬ bereichs 16 gemäß Figur 6 nach Entfernen der ganzflächigen Metalllagen 22 und 24. Da die Dicke dieser Metalllagen 22 und 24 sehr gering ist und nur im Bereich von einigen Nanometern liegt, kann zum Wegätzen dieser ganzflächigen Beschichtungen 22 und 24 die vorhandene Struktur dicker metallischer Lagen eine Ätzmaske bilden, sodass kein weiterer Justageschritt er¬ forderlich ist. Zum Schutz der rauhen Nickelbeschichtung 18 vor Korrosion wird diese mit einer dünnen Palladium- und/oder Edelmetallbeschichtung versehen. Durch diese oberen Metallla¬ gen 10 aus einer dünnen Palladium- und/oder Edelmetallbe¬ schichtung im Bereich von wenigen Nanometern bis zu einem Mikrometer wird die Rauheit der Nickelbeschichtung 18 bzw. die rauhe Grenzfläche 11 der Nickelbeschichtung auf der Ober- fläche der Palladium- und/oder Edelmetalllage widergespie¬ gelt. Ein Bonden auf dieser rauhen Bondfläche 6 ist unproble¬ matisch, zumal der Anpressdruck auf die Spitzen der rauhen Grenzfläche 11 um ein vielfaches höher ist, als auf eine spiegelglatte Metalloberfläche.
Figur 8 zeigt einen schematischen Querschnitt des Oberseiten¬ bereichs 16 gemäß Figur 7 nach Fertigstellung der Metallbe¬ schichtungsstruktur 2 und nach Auftrennen des Halbleiterwa- fers in einzelne Halbleiterchips 1. Der Korrosionsschutz so- wohl für das Kupfer als auch für das Nickel wird dadurch ge¬ währleistet, dass rund um die Oberflächen der Leiterbahnen 4 bzw. der Kontaktanschlussflächen 15 aus kupferhaltigem bzw. nickelhaltigem Material nun eine Edelmetallbeschichtung auf-
gebracht ist. Dieses Aufbringen auch auf die Randseiten 27 und 28 der Metalllagen 7 erfordert wieder einen photolack- technischen Justageschritt.
Figur 9 zeigt einen schematischen Querschnitt einer Grenzflä¬ che 11 zwischen einer Nickel aufweisenden mittleren Metallla¬ ge 9 und einer Kunststoffgehäusemasse 12. Auf eine Edelme- tallbeschichtung kann in Bereichen, die von der Kunststoffge¬ häusemasse 12 abgedeckt werden, verzichtet werden, zumal die Verzahnung zwischen der Kunststoffgehäusemasse 12 und der rauhen Grenzfläche 11 der mittleren Metalllage 9 aus Nickel intensiv ist, wie es diese aus einer REM-Aufnähme gewonnene schematische Darstellung zeigt. Dabei kann die rauhe Grenz¬ fläche 11 unterschiedliche Strukturen von kugelförmig über faserartig bzw. whiskermäßig bis hin zu dentritischen Formen aufweisen.