Backofentür und Türboden dafür
Die Erfindung betrifft eine Backofentür und einen Türboden dafür.
Eine Backofentür und ein Türboden dafür dieser Art sind aus der DE 41 08 816 A1 bekannt. Sie zeigt einen wannenförmigen Türboden, welcher einen flachen Bodenplattenteil und davon zur Türvorderseite hin abgewinkelte Wandteile aufweist. Auf dem vorderen Ende des Türbodens ist eine Glasplatte angeordnet. Durch den Bodenplattenteil ragen Scharnierteile, welche im Türboden befestigt sind. Die DE 36 28 763 C2 zeigt einen Backofen mit einer Backofentür, welche an ihrem unteren Ende durch Scharniere mit dem Backofengehäuse verbunden ist, so dass die Backofentür um eine horizontale Schwenkachse an ihrem unteren Ende zwischen einer vertikalen Schließstellung und einer horizontalen Offenstellung schwenkbar ist. Die Backofentür hat ein Sichtfenster, durch welches eine Person bei geschlossener Tür den Backraum des Backofens beobachten kann.
Ferner ist es aus der Praxis bekannt, auf den beiden Längsseiten des Türbodens die Seitenwandteile treppenförmig abzustufen, so dass jeder Seitenwandteil von einem Bodenplattenteil abgekantet ist und zusätzlich zwei Abkantungen enthält. Eine solche treppenförmige Abstufung der Seitenwandteile dient zur Verstärkung der Formstabilität. Die treppenförmige Abkantung hat jedoch mehrere Nachteile: der Treppenabsatz in jedem Seitenwandteil bedeutet zusätzlichen Materialbedarf und zusätzliches Gewicht. Außerdem kollidiert der Treppenabsatz in den Seitenwandteilen mit anderen, den Seitenwandteilen benachbarten Teilen, und er behindert den Einbau von Elementen in den Türboden wie beispielsweise den Einbau von Türscharnieren oder einer Glasplatte oder anderen Elementen zur Wärmeisolierung.
Durch die Erfindung soll die Aufgabe gelöst werden, eine Möglichkeit zu schaffen, durch welche hohe Seitenwandteile eine große Formstabilität haben. Ferner soll auch bei hoher Formstabilität der von den Seitenwandteilen benötigte Raum- reduziert werden. Gleichzeitig soll es möglich sein, den Bodenplattenteil, von welchem die Seitenwandteile abgekantet sind, mindestens im Bereich der Seitenwandteile oder vorzugsweise über den
gesamten Türbodenplattenteil, flach gestalten zu können, ohne dass der Türbodenteil Verformungen zur Versteifung der Seitenwandteile benötigt. Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung sollen bei einem Türboden, welcher an seinem unteren Ende und/oder an seinem oberen Ende Querwandteile aufweist, auch diese Querwandteile in gleicher vorteilhafter Weise ausgebildet werden können wie die Seitenwandteile.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst.
Demgemäss betrifft die Erfindung einen Türboden einer Backofentür, enthaltend einen Bodenplattenteil und je einen Seitenwandteil an den beiden Längsseiten des Bodenplattenteils, von welchem sie in Richtung zur Türbodenvorderseite hin abgewinkelt sind, wobei der Bodenplattenteil und die beiden Seitenwandteile zusammen ein einstückiges Teil sind und die Seitenwandteile sich im Wesentlichen über die ganze Länge des Bodenplattenteils erstrecken, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Seitenwandteil mit mindestens einer Verstärkungssicke versehen ist, welche eine längliche Form hat und sich mit Abstand vom Bodenplattenteil parallel zu dessen Längsseiten erstreckt.
Die Erfindung hat folgende Vorteile: die Seitenwandteile haben eine hohe Steifigkeit; benötigen wenig Raum; enthalten relativ zu einer treppenförmig abgestuften Wand weniger Material und ein geringeres Gewicht wegen Wegfalls der Stufe; benötigen weniger Raum wegen Wegfalls der Stufe; ermöglichen dadurch ungehinderten Einbau von Teilen in den Türboden wie beispielsweise eine Glasscheibe oder Scharniere; behindern nicht andere Backofenteile am Außenumfang des Türbodens; preiswert herstellbar.
Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten, welche vorteilhafte Weiterbildungen des Gegenstandes von Anspruch 1 sind.
Ferner betrifft die Erfindung eine Backofentür, welche einen solchen Türboden gemäß der Erfindung enthält.
Die Erfindung wird im Folgenden mit Bezug auf die Zeichnungen anhand von bevorzugten Ausführungsformen als Beispiele beschrieben. In den Zeichnungen zeigen
Fig. 1 einen vertikalen Längsschnitt durch einen Türboden gemäß der Erfindung, welcher in vertikaler Schließstellung einer Backofentür dargestellt ist,
Fig. 2 einen Querschnitt längs der Ebene ll-ll von Fig. 1,
Fig. 3 eine unmaßstäbliche perspektivische Rückansicht des Türbodens von Fig. 1 , zusätzlich je mit einer Verstärkungssicke auch in einem oberen Querwandteil und in einem unteren Querwandteil,
Fig. 4 schematisch eine Seitenansicht eines Backofens mit einer in Schließstellung dargestellten Backofentür nach der Erfindung, welche einen Türboden nach der Erfindung enthält.
Der in den Zeichnungen dargestellte Türboden 2 hat eine Rückseite 4, welcher einer Backofenöffnung zugewandt ist, einer Vorderseite 6, ein oberes Ende 8 und ein unteres Ende 10.
Der Türboden 2 enthält einen Bodenplattenteil 12 und je einen Seitenwandteil 14 bzw. 16 an den beiden Längsseiten 17 bzw. 18 des Bodenplattenteils 12, von welchem sie in Richtung zur Türbodenvorderseite 6 hin abgewinkelt (abgekantet) sind. Die Seitenwandteile 14 und 16 erstrecken sich im Wesentlichen über die ganze Länge des Bodenplattenteils 12. Vorzugsweise sind von den oberen und unteren Querseiten 19 bzw. 20 des Bodenplattenteils 12 Querwandteile 22 bzw. 24 nach vorne abgewinkelt (abgekantet). Die Querwandteile 22 und 24 erstrecken sich im Wesentlichen über die gesamte Breite des Bodenplattenteils 12. Die Querwandteile 22 und 24 sind an ihren seitlichen Enden vorzugsweise mit den Längswandteilen 14 und 16 verbunden, vorzugsweise indem sie miteinander ununterbrochene Wandecken 26, 27, 28, 29 bilden. Vorzugsweise bestehen der Bodenplattenteil 12, die Seitenwandteile 14 und 16 und die Querwandteile 22 und 24 zusammen aus einem einzigen unterbrechungsfreien Stück, welches vorzugsweise durch ein Tiefziehverfahren geformt ist, bei welchem vorzugsweise auch die Wandecken 26, 27, 28, und 29 vollständig oder mindestens in ihrem an den Bodenplattenteil 12 angrenzenden Bereich unterbrechungsfrei ausgebildet werden.
Jeder Seitenwandteil 14 und 16 ist mit einer Verstärkungssicke 32 bzw. 34 versehen, welche eine stabartig längliche Form hat und sich mit Abstand von dem Bodenplattenteil 12 parallel zu dessen Längsseiten 17 und 18 erstreckt.
Die Verstärkungssicken 32 und 34 erstrecken sich vorzugsweise durchgehend je bis in die Nähe des oberen Endes 8 und bis in die Nähe des unteren Endes 10 der Seitenwandteile 14 und 16.
Gemäß anderer, nicht gezeigter Ausführungsform, kann jeder Seitenwandteil 14 und 16 anstelle von einer einzigen Verstärkungssicke 32 bzw. 34 auch zwei oder mehr solcher Verstärkungssicken aufweisen, welche parallel und mit Abstand voneinander angeordnet sind. Auch können mehrere Verstärkungssicken in Wandlängsrichtung nacheinander angeordnet sein. Wesentlich ist in allen Fällen, dass die Verstärkungssicken die Seitenwandteile 14 und 16 in den Bereichen verstärken, wo sie beim Betätigen der Tür besonders belastet werden. Diese Bereiche sind insbesondere in der halben Türlänge (Türhöhe) und nahe des unteren Türbodenendes 10, wo der Türbodenteil 12 mit zwei Öffnungen 36 bzw. 38 versehen ist, durch welche je ein Scharnierelement 40 hindurchragt. Die beiden Öffnungen 36 und 38 haben seitlich Abstand voneinander. Die Scharnierelemente 40 sind in bekannter Weise an den Seitenwandteilen 14 bzw. 16 schwenkbar befestigt, wobei eine Tür-Schwenkachse 42 definiert wird, und an einem Backofenkörper 44 einhängbar oder anderweitig befestigbar.
Die Seitenwandteile 14 und 16 sind mit Ausnahme der mindestens einen Verstärkungssicke 32 bzw. 34 vorzugsweise flach ausgebildet, mindestens zwischen der Verstärkungssicke und dem Bodenplattenteil 12. Gemäß den Figuren 1 und 2 können die Seitenwandteile 14 und 16 und/oder die Querwandteile 22 und 24 an ihrem nach vorne zeigenden Endabschnitt 46 schräg nach außen abgebogen sein. Dies ergibt eine weitere Erhöhung der Steifigkeit dieser Seitenwandteile und der Querwandteile, ohne dass seitlich viel Raum benötigt wird und ohne dass mehr Material benötigt wird.
Die Querwandteile 22 und 24 können in gleicher weise wie die Seitenwandteile 14 und 16 je mindestens eine Verstärkungssicke 52 bzw. 54 enthalten, welche stabartig länglich ausgebildet ist und sich in Türbodenquerrichtung jeweils bis in die Nähe der
Seitenwandteile 14 und 16 erstreckt, und parallel zur oberen bzw. unteren Querseite 19 bzw. 20 des Bodenplattenteils 12, mit Abstand von diesem.
Die in dieser Beschreibung verwendeten Ausdrücke, dass sich die Verstärkungssicken 32, 34, 53, 54 jeweils bis „in die Nähe" der oberen unteren Wandecken 26, 27, 28, 29, bzw. „bis in die Nähe" der Seitenwandteile 14, 16 erstrecken, bedeutet, dass sie sich bis in die Wandecken 26, 27, 28, 29 erstrecken können, dass sie jedoch auch einen Abstand davon haben können. Bei bevorzugten Ausführungsformen betragen die Abstände von den Wandecken oder von den Wandteilenden zwischen 1 ,0 cm und 10,0 cm.
Der Bodenplattenteil 12 ist vorzugsweise über seinem gesamten Bereich flach ausgebildet. Er kann durchgehend geschlossen sein oder entsprechend Fig. 3 mit einer Sichtfensteröffnung 56 versehen sein. Es kann an oder nahe bei der Sichtfensteröffnung eine Prägung aufweisen. Vorzugsweise ist der Bodenplattenteil 12 entlang von allen Seitenwandteilen 14, 16 und Querwandteilen 22, 24 flach und frei von Prägungen.
Eine Backofentür 58 nach der Erfindung enthält den Türboden 2, auf seinem hinteren Ende 4 und auf seinem vorderen Ende 6 je eine Scheibe 60 bzw. 62 aus durchsichtigem, wärmebeständigem Material, beispielsweise Glas. Zwischen diesen beiden Scheiben 60, 62 könnte eine dritte Scheibe angeordnet sein. Die Backofentür 58 ist um die Schwenkachse 42 entsprechend einem Pfeil 64 zwischen der in Fig. 4 gezeigten vertikalen Schließstellung und einer horizontalen Offenstellung schwenkbar.
Die Verstärkungssicken der Seitenwandteile und die Verstärkungssicken der Querwandteile sind vorzugsweise von dem Bodenplattenteil 12 weiter entfernt als von dem von dem Bodenplattenteil entfernten vorderen Wandende. Dadurch wird eine bessere Versteifung der Wandränder erzielt. Die Versteifungssicken von allen Wandteilen haben vorzugsweise alle den gleichen Abstand von dem Bodenplattenteil 12.
Alle beschriebenen und in den Zeichnungen dargestellten Merkmale sind einzeln und in Unterkombination verwendbar und im Rahmen der Patentansprüche geschützt.