AUTOMATISCHE ANZEIGE VON EMPFANGENEN NACHRICHTEN IN EINEM KOMMUNIKATIONSENDGERÄT
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein Kommunikationsendgerät zur 5 Bearbeitung von auf telekommunikativem Weg empfangenen Nachrichten.
Ein Kommunikationsendgerät wird in Mobilfunksystemen als mobile Station (MS) bezeichnet, welche aus den physikalisch und logisch getrennten Teilen mobile Einheit (ME) und Subscriber Identity Module (SIM) besteht. Die mo- 10 bile Einheit ist das Radio- und Verschlüsselungsteil der mobilen Station, und SIM ist eine besondere Bezeichnung für eine in einem Mobilfunksystem spezifische Chipkarte.
Bisher wurde die SIM-Karte hauptsächlich als Medium zur Identifizierung
15 des Nutzers im Mobilfunksystem gesehen, sowie zur Speicherung von benutzereigenen Daten. Die SIM-Karte kann jedoch mit einer Vielzahl von Zusatzdiensten erweitert werden, wie zum Beispiel dem Versenden von Kurznachrichten, was als Short Message Service (SMS, europäischer Standard) oder Unstructured Supplementary Service Data (USSD, US-Standard) be-
20 zeichnet wird. Desweiteren koennen zusaetzliche Applikationen auf der SIM-Karte untergebracht werden. Für solche Erweiterungen ist die Implementierung einer als SIM Application Toolkit (SAT) bezeichneten Software auf der SIM-Karte notwendig, womit sich beliebige Anwendungen im Rahmen der SAT Spezifikationen auf der SIM-Karte realisieren lassen. Das SAT
25 kommt mit einigen wenigen Befehlen aus, welche im Speicher der SIM-Karte hinterlegt sind und mit denen die Steuerung der mobilen Einheit möglich ist. Mittels des SAT werden beispielsweise die Ansteuerung des Displays, die Abfrage der Tastatur und das Versenden und Empfangen von Kurznachrichten möglich.
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Weitere Zusatzdienste, die je nach technischen Möglichkeiten der Netzinfrastruktur und der mobilen Station implementiert werden können, umfassen beispielsweise Informationsservice, Chat-Service oder Ähnliches. Um dem Nutzer menügesteuerte Zusatzdienste über die mobile Station zugänglich zu machen, muß meist die Menüstruktur der mobilen Station seitens des Netzbetreibers und/ oder des Herstellers erweitert oder angepaßt werden, wobei in diesem Fall das SAT zur Ausführung dieser Dienste und zur Steuerung der mobilen Einheit benötigt wird.
Durch die zunehmende Komplexität und die immer weitreichendere Funktionalität aktueller mobiler Stationen, wird die Bedienung komplizierter und aufwendiger. Um beispielsweise empfangene Kurznachrichten aufzurufen, deren Empfang dem Nutzer üblicherweise auf der Anzeige durch Erscheinen eines entsprechenden Symbols angezeigt wird, muß der Nutzer unter anderem die Menüfülirung der mobilen Station beherrschen, da eine Vielzahl von Menüschritten notwendig ist, um die empfangenen Nachrichten aufzurufen und zu bearbeiten.
Aufgabe der Erfindung ist es, die Bearbeitung einer in einem Kommunikati- onsendgerät empfangenen Nachricht zu vereinfachen.
Diese Auf abe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren und ein Kommunikationsendgerät mit den Merkmalen der nebengeordneten Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausführungen und Ausgestaltungen der Erfindung sind in davon abhängigen Ansprüchen angegeben.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren und das erfindungsgemäße Kommunikationsendgerät werden graphisch darstellbare Daten unaufgefordert aus einer empfangenen Nachricht extrahiert und angezeigt, wenn die Ab-
senderadresse der empfangenen Nachricht in einer Telefonlistendatei des Kommunikationsendgeräts gespeichert ist. Der Nutzer bekommt dadurch diejenigen Daten, die ihm vom Absender mit der Nachricht überbracht werden sollen, auf der Anzeige seines Geräts angezeigt, ohne daß er dazu in die Menüführung einsteigen muß. Dadurch wird die Bearbeitung empfangener Nachrichten für den Nutzer eines Kommunikationsendgeräts vereinfacht.
Eine Adressen- oder Telefonlistendatei ist in Kommunikationsendgeräten ein üblicher Standard. Dort kann der Nutzer einen Adressen- bzw. Telefon- stamm anlegen, aus dem er für eine Nachricht lediglich die gewünschte Adresse auszuwählen braucht, wenn er die Nachricht an einen Empfänger versendet. Diese Art der Adressen-/ Telefonlistendatei wird daher nachfolgend als Empfängeradressendatei bezeichnet. Es ist aber nicht immer erwünscht, daß jede empfangene Nachricht eines in der Empfängeradressendatei be- kannten Absenders unaufgefordert angezeigt wird. So kann es erwünscht sein, Nachrichten von bestimmten Absendern, welche als unwichtig angesehen werden, oder Nachrichten aus vertraulichen Quellen, wie beispielsweise Bankinformationen, keine derartige Sonderbehandlung zukommen zu lassen.
In besonderer Ausgestaltung der Erfindung ist daher vorgesehen, zusätzlich zur Empfängeradressendatei eine Absenderadressendatei vorzusehen, in der der Nutzer oder andere berechtigte Instanzen ausgewählte Absenderadressen beispielsweise durch ein aches Kopieren oder Verschieben aus der Emp- fängeradressendatei ablegt, bzw. komplett neu anlegt. Dadurch wird nur jede empfangene Nachricht eines in der Absenderadressendatei bekannten Absenders unaufgefordert angezeigt. Eine dazu alternative Ausgestaltung sieht vor, daß die vom Nutzer ausgewählten Absenderadressen innerhalb der Empfängeradressendatei lediglich als "besonders" markiert werden und
somit nur jede empfangene Nachricht einer als "besonders" markierten Absenderadresse unaufgefordert angezeigt wird.
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß nur solche Nach- richten, die vom Absender als mit hoher Wichtigkeit oder in ähnlicher Weise markiert sind, unaufgefordert angezeigt werden, dies insbesondere dann, wenn die zugehörige Absenderadresse in der Empfängeradressendatei des Endgeräts des Nutzers besonders markiert ist oder in einer speziellen Absenderadressendatei gelistet ist.
Ein Kommunikationsendgerät ist standardmäßig mit einem allgemeinen Sammelspeicher ausgestattet, um darin empfangene Nachrichten zu speichern. In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann das Endgerät zusätzlich mit einem speziellen Auswahlspeicher ausgestaltet werden, um darin Nachrichten zu speichern, welche von in der Absenderadressendatei gespeicherten oder in der Empfängeradressendatei besonders markierten Adressen empfangen wurden. Vorzugsweise kann der Nutzer beim Speichern der Nachricht entscheiden, ob die Nachricht in dem Sammelspeicher oder in dem Auswahlspeicher hinterlegt wird, bzw ueberhaupt nicht gepseichert wird.
Nachfolgend wird die Erfindung beispielhaft anhand der begleitenden Zeichnungen erläutert. Darin zeigen:
Fig. 1 schematisch den Aufbau eines Kommunikationsendgeräts, im speziellen einer mobilen Station (MS), Fig. 2 den Aufbau einer normalen SMS, Fig. 3 den Aufbau einer Daten-SMS und
Fig. 4 den Bearbeitungsablauf einer empfangenen SMS von besonderen Absenderadressen.
Fig. 1 zeigt schematisch den Aufbau eines mobilen Kommunikationsendge- räts, welches im Folgenden als mobile Station (MS) bezeichnet wird. Die mobile Station setzt sich aus den physikalisch und logisch getrennten Teilen mobile Einheit (ME) und Subscriber Identity Module (SIM) zusammen. Mittels einem Empfänger, welcher sich in der mobilen Einheit befindet, können beispielsweise Kurznachrichten (SMS) empfangen werden. Die mobile Ein- heit besitzt außerdem eine Anzeige, um mit der Nachricht empfangene Daten graphisch darzustellen.
Die SIM-Karte ist eine in Mobilfunksystemen notwendige Chipkarte mit standardisiertem Format und ist für den Einsatz in allen Kommunikations- endgeräten konzipiert, die den jeweiligen Standard der SIM-Karte (z.B. in Europa GSM) unterstützen. Auf einer SIM-Karte befindet sich ein Mikro- controller, welcher sich aus den Elementen Central Processing Unit (CPU), einem Adreß- und Datenbus und unterschiedlichen Speichern (zum Beispiel RAM, ROM, EEPROM) zusammensetzt. Die unterschiedlichen Speicher un- terscheiden sich durch flüchtige und nicht flüchtige Speicher, wobei nicht flüchtige Speicher den Vorteil haben, bei fehlender Spannungsversorgung die Daten nicht zu verlieren. Die konkrete Aufteilung in unterschiedliche Speicherarten hängt von dem jeweiligen Anwendungsgebiet der SIM-Karte ab. Die verschiedenen Speicher dienen zur Ablage von Programmcode und Daten. Mittels des MikrocontroUers ist die Realisierung und Steuerung von unterschiedlichen Anwendungen und Diensten, wie beispielsweise Nachrichtendiensten, möglich. Die SIM-Karte besitzt außerdem Kontaktstellen, um mit der mobilen Einheit verbunden zu werden. Eine SIM-Karte und damit die mobile Einheit wird für die Verwendung vom jeweiligen Netzanbie-
ter authentisiert und mit grundlegenden Diensten, wie beispielsweise der automatischen Netzwahl, eingerichtet.
In Fig. 2 und Fig. 3 sind beispielhaft zwei spezielle Arten von Nachrichten- diensten schematisch dargestellt, die von einem Host an das Endgerät gesendet werden könnten. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Daten- SMS (Fig. 3), welche im wesentlichen nur Befehle für die SIM-Karte enthält, und um eine im Folgenden als normale SMS (Fig. 2) bezeichnete SMS, welche in einem variablen Informationsblock variable Informationen für den Nutzer eines Kommunikationsendgeräts in Form von graphisch darstellbaren Daten, insbesondere Text, enthalten. Des weiteren ist ein für den Nutzer bestimmter Nachrichtendienst bekannt, welcher multimediale Daten wie Fotos und Videos enthalten kann. Dieser Nachrichtendienst wird als Multimedia Messaging Service (MMS) bezeichnet und enthält wie eine normale SMS graphisch darstellbare Daten. Für MMS und ähnliche Nachrichtendienste mit graphisch darstellbaren, für den Nutzer bestimmten Daten wird nachfolgend der Einfachheit halber der Begriff „SMS" als Sammelbegriff verwendet. Aus diesem Sammelbegriff fällt die reine Daten-SMS heraus.
Jede Art von SMS besteht aus einem Standardinformationsblock, der als SMS-Header bezeichnet wird und der außer der Absenderadresse und Informationen über das Format der mit der SMS versendeten Daten auch ein Feld Protocol Identifier (PID) enthält. Anhand des PID kann die mobile Einheit erkennen, ob es sich um eine normale SMS (Fig. 2) oder eine Daten-SMS (Fig. 3) handelt. Wird eine normale SMS erhalten, veranlaßt die mobile Einheit die Speicherung dieser SMS in einem dafür vorgesehenen allgemeinen Sammelspeicher in der SIM-Karte, ggf. auch in einem dafür vorgesehenen Speicher der mobilen Einheit (ME). Daraufhin erfolgt eine Signalisierung des
Empfangs mittels akustischen und/ oder optischen Signalen auf der Anzeige der mobilen Einheit.
Eine Daten-SMS (Fig. 3) besitzt zusätzlich einen Daten-Header, wobei das Feld Toolkit Application Reference (TAR) Bestandteil dieses Headers ist. Die TAR kennzeichnet durch einen vorbestimmten Wert, welche Anwendung in der SIM-Karte ausgeführt werden soll. Eine Daten-SMS wird mit einem zur normalen SMS unterschiedlichen Befehl an die SIM-Karte weitergeleitet. Der Anteil der Daten-SMS, welcher nicht Bestandteil des Headers ist, enthält eine Kommandoliste, welche mittels auf der SIM-Karte befindlichen Anwendungen abgearbeitet werden kann.
In Fig. 4 wird ein Ausführungsbeispiel für die Bearbeitung empfangener SMS dargestellt. Die mobile Einheit (ME) erkennt nach dem Empfang einer SMS, ob es sich um eine Daten-SMS oder eine SMS mit für den Empfänger gestimmten graphisch darstellbaren Daten handelt, also zum Beispiel eine normale SMS oder eine MMS. Eine reine Daten-SMS wird zur Abarbeitung seines Inhalts lediglich an die SIM-Karte weitergeleitet, da sie keine Informationen für den Nutzer enthält. Wird eine SMS empfangen, welche graphisch darstellbare Daten enthält, erfolgt ein Vergleich der Absenderadresse mit einer in der mobilen Station (MS) gespeicherten Adressendatei, wobei dieser Speicher vorteilhafterweise ein nicht flüchtiger Speicher ist. Ist die Absenderadresse in der Adressendatei enthalten, werden Mittel zum Extrahieren und die Anzeige der mobilen Station durch den Mikrocontroller der SIM- Karte derart gesteuert, daß die graphisch darstellbaren Daten unaufgefordert extrahiert und angezeigt werden.
Ist die Absenderadresse der empfangenen SMS nicht in der Adressendatei gespeichert, veranlaßt die mobile Einheit unmittelbar die Speicherung der
empfangenen Nachricht in einem Sammelspeicher für empfangene Nachrichten auf der SIM-Karte. Daraufhin erfolgt eine Signalisierung des Empfangs mittels akustischen und/ oder optischen Signalen auf der Anzeige der mobilen Einheit.
Gemäß einer Ausgestaltung dieses Ausführungsbeispiels wird einem Nutzer der mobilen Station eine spezielle Möglichkeit zum Speichern der unaufgefordert angezeigten Daten eröffnet. Gibt der Nutzer den Befehl vor, die Daten zu speichern, so wird die von der gespeicherten Absenderadresse erhal- tene Nachrichten auf Wunsch des Nutzers in einem speziellen Auswahlspeicher abgelegt, der von dem allgemeinen Sammelspeicher verschieden ist o- der einen besonderen Bereich des Sammelspeichers bildet. Die Nachricht kann aber genauso im allgemeinen Sammelspeicher abgelegt werden, wenn der Nutzer die Nachricht von nun an nicht mehr bevorzugt behandeln möchte. Ansonsten wird die Nachricht gelöscht.
Der Nutzer der mobilen Station (MS) kann die Adressendatei verwalten, welche die gespeicherten Absenderadressen enthält. Zur Bedienung der Verwaltungseinrichtung der mobilen Station wird die Menüstruktur der mobilen Station seitens des Netzbetreibers oder des Herstellers angepaßt. Darüber kann der Nutzer Absenderadressen in die Adressendatei hinzufügen oder gespeicherte Absenderadressen löschen, wobei das Löschen einzeln, in Gruppen oder gesamt erfolgen kann.
In einer besonderen Ausgestaltung umfaßt die Adressendatei eine Empfänger- und eine Absenderadressendatei. In der Empfängeradressendatei legt der Nutzer einen Adressenstamm an. Aus dieser Datei kann der Nutzer ausgewählte Adressen in die Absenderadressendatei kopieren oder verschieben. Eine dazu alternative Ausgestaltung sieht vor, daß die ausgewählten Absen-
deradressen innerhalb der Empfängeradressendatei lediglich als "besondere" Absenderadressen markiert werden. Das unaufgeforderte Extrahieren und Anzeigen der relevanten Daten erfolgt dann nur für Absenderadressen, welche in der Empfängeradressendatei besonders markiert sind oder in der Ab- senderadressendatei gespeichert sind.
Alternativ oder zusätzlich dazu können Absenderadressen in der Adressendatei, insbesondere in der Absenderadressendatei, durch den Netzbetreiber festgelegt und von vornherein als "besonders" gekennzeichnet werden. Diese Adressen können gegebenenfalls durch den Nutzer der mobilen Station nicht löschbar sein. Beispielsweise könnten somit wichtige Informationen der Polizei, Verkehrsnachrichten und Informationen des Netzanbieters unaufgefordert auf der Anzeige der mobilen Station angezeigt werden.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung kann der Absender seine zu sendende Nachricht auf besondere Art markieren, wobei das empfangende Kommunikationsendgerät für die Erkennung solcher Markierungen ausgestaltet ist. Eine solche Markierung ist sinnvoll, wenn der Absender die Nachricht als besonders wichtig oder eilig ansieht. Das Kommunikationsendgerät wird dann derart gesteuert, daß nur die Daten von Nachrichten mit einer solchen Markierung unaufgefordert extrahiert und angezeigt werden. Diese Funktion kann auf alle empfangenen Nachrichten oder nur auf von "besonderen" Absenderadressen empfangene Nachrichten angewendet werden. Ob die Funktion auf alle oder nur auf besondere Nachrichten angewendet wird, kann vorzugsweise durch den Benutzer über einen besonderen Menüpunkt in der mobilen Station entschieden werden.
Die vorbeschriebene Anwendung eignet sich nicht nur für die Verarbeitung von SMS in mobilen Telekommunikationsendgeräten sondern für Kommu-
nikationsendgeräte aller Art, insbesondere auch für PCs und andere elektronische Kommunikationsendgeräte, die zum Empfang von Nachrichten mit graphisch darstellbaren, für den Empfänger zur Ansicht bestimmten Daten eingerichtet sind. Obwohl die Erfindung im wesentlichen auf die Verarbei- tung von SMS und ähnliche Nachrichtendienste abzielt, ist sie auch zur Verarbeitung von Emails und anderen Naclirichtenarten, die graphisch darstellbare Informationen für den Empfänger enthalten, geeignet.